Du bist wichtig!

Du bist Wichtig. Ein Mensch ist wichtig. Jeder mensch ist wichtig.

„Du bist wichtig! Du bist wichtig für mich und ich finde es wunderbar, was Du machst. Denn das, was Du machst, das ist wirklich wichtig!“

Wichtig sein – was bedeutet das denn überhaupt? Bin ich wichtig? 

„Du bist wichtig…“ Worte, die ich am Sonntag gesagt bekommen habe. Gesagt von einem Menschen, den ich kaum kenne. Ihn habe ich wenige Male gesehen und wenn ich ehrlich sein soll, ich komme gerade nicht mal auf seinen Namen. „Jessica, es ist schön das Du da bist. Du bist wichtig…“ genau genommen begann der Satz so. Genau genommen war es mir etwas unangenehm das er das sagte. Unangenehm, weil ich nicht mit diesen Worten umzugehen wusste. Weil ich es nicht gewohnt bin, diese Worte zu hören.

Mein Leben ist schön. Es ist überhäuft mit Arbeit und wenig Schlaf, aber es fehlt uns an nichts. Wir haben jeden Tag zu Essen, wir haben jeden Tag Kleidung an und unser Haus ist warm. Wir lachen und lieben. Wir sind Familie und das, was wir uns wünschen, davon können wir uns viel erfüllen. Es geht uns gut. Aber ist das alles wichtig?

Wichtig als Mutter oder wichtig als Mensch?

Als ich Mutter wurde, war mir gar nicht bewusst, wie wichtig ich mit dem nächsten Atemzug für diesen kleinen Menschen, den ich gerade gebar, werden soll. Ich war Nahrung, ich war Geborgenheit und Schutz. War Liebe und ja, ich war eine Zeit lang, ihre kleine Welt. Ich war wichtig und mit jedem Fortschritt, werde ich ein Quantum unwichtiger – unwichtiger für das Überleben dieses Kindes. Und das ist gut so. Ich bin kein Universum, ich bin nur ein Mensch. Wie wichtig ich aber wirklich war, das konnte ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht sehen. Nicht greifen.

„Du bist wichtig! Du bist wichtig und ich finde es wunderbar, was Du machst.“

Ich arbeite, ich lebe, ich bin noch immer ein Stück Nahrung für meine Familie. Ich biete Schutz und ein Zuhause für mein Kind, meine Kinder. Gemeinsam sind wir die Basis dieser Familie, mein Mann und ich. Nur mit ihm gemeinsam kann ich all das leisten, was ich täglich tue. Nur mit ihm, aber wann habe ich ihm genau dieses, das letze Mal gesagt?

Eine Freundin ist da für mich, wenn ich sie brauche. Sie hört mir zu, auch wenn es mal auf einem dunklem Parkplatz ist und die Uhr schon fast ein Uhr in der Nacht anzeigt. Eine Freundin ist die, die mit mir lacht und weint und sich gemeinsam mit mir ärgert und mich aus einer Krise heraus holt. Genau so wie ich sie. Sie ist wichtig für mich. Aber wann habe ich ihr genau das denn das letze Mal gesagt?

„Du bist wichtig für mich und ich finde es wunderbar, was Du machst. Denn das, was Du machst, das ist wirklich wichtig!“

Als ich diesen Satz hörte bedankte ich mich höflich, etwas verlegen und schob das Thema in eine andere Richtung. Ich fragte wie es ihm geht und bedankte mich dafür, das er heute gekommen war. Ich hätte mit ihm über Atomphysik gesprochen, nur um davon ab zu lenken, was er gerade gesagt hatte. Nur um mich davon ab zu lenken, was ich gerade gehört hatte.

„Jessica, es ist schön das Du da bist. Du bist wichtig…“

Diese Worte waren mir irgendwie unangenehmen. Ich konnte damit nicht umgehen. Ich lächelte höflich und ging zum Tagesablauf über. Und doch ließen mich diese Worte nicht los. Sie hallten in meinem Kopf nach und ich hörte sie immer und immer wieder. Sah die ehrlichen Augen dazu vor mir und spürte diese Berührung. Diese Wärme in meinem Herzen, die Wärme, die hinter dem unangenehmen Gefühl steckte. Plötzlich wich der Unsicherheit ein Lächeln und ein neues Gefühl, welches ganz besonders ist.

Manche Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Sie schwirren hin und her, und sie lassen mich nicht los. Die Worte lassen mich nicht zur Ruhe kommen und ich höre sie immer wieder. Höre ich sie, weil sie wahr sind? Höre ich sie, bis sie wahr sind?  Was wollte mir dieser Mensch damit sagen?

Du bist wichtig!

„Du bist wichtig! Du bist wichtig für mich und ich finde es wunderbar, was Du machst. Denn das, was Du machst, das ist wirklich wichtig!“

Ein Mensch, den ich kaum kenne, den ich wenige Male in meinem Leben gesehen habe und nun wohl nie wieder vergessen werde. Ich war oder bin wichtig. Für ihn. Vielleicht nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und während ich so darüber nachdachte, nahm ich die Worte plötzlich an. Sie erfüllten mich und legten sich in mein Herz hinein.

Und plötzlich, plötzlich nehme ich es an. Ich nehme an, dass ich wichtig bin, denn ich bin Jessica und ich tue genau das, was ich mache und das scheint jemanden wichtig zu sein.

Mit dem Annehmen dieser Worte spüre ich etwas, was ich kaum in Worte fassen kann und merke, was der Mensch mir geschenkt hat. Nicht die Worte, nicht sein Blick, sondern dieses Gefühl. Ein Gefühl, welches ich meinen Kindern vermitteln möchte, aber selber noch wirklich nie in dieser Form gespürt habe. Also sage ich es nun gleich direkt meinem Mann, meinen Freundinnen. Ich gehe hin und sage es meinen Kindern. Meiner Familie. Den Menschen in meinem Leben. Ich sage es, mit einem neuen Gefühl und einem neuen Verständnis. Ich sagte es ihnen, denn diese Menschen sind mit wichtig!

Du bist wichtig! Nicht manchmal, nicht für irgendwem, nicht nur ein Bisschen und nicht nur irgendwas. Du bist wichtig weil Du bist was Du bist und tust was Du tust!

Wann hast Du das letzte Mal gesagt bekommen, wie wichtig Du bist?

In diesem Sinne – Du bist wichtig! Du und Du und Du! Sag es den Menschen, sag es ihnen!

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Kategorie Gedanken

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

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