Warum freies Spielen so wichtig ist

„Mama mir ist langweilig, was soll ich tun, was kann ich spielen?“ Ich glaube diesen Satz kennen wir alle. Freies Spielen ist die Urform des Spielens, aber in der heutigen Zeit müssen wir für dieses selbstverständliche fast die Möglichkeiten dazu schaffen.

Aber was ist „Freies Spielen“ und kann ein Kind so was überhaupt? Ich sage ja!

Kinder spielen nicht, sondern Kinder sind ihr Spiel und wenn wir es immer wieder unterbrechen, weil andere Dinge wichtiger scheinen, dann lernen die Kinder „ich bin nicht so wichtig“ eben, weil sie ja ihr Spiel sind. Denn Kinder sind bereit, ihre eigene Veranlagung (die für das ununterbrochene Spiel) auf zu geben, wenn sie es spüren, dass uns Eltern andere Dinge wichtiger sind.

Sie spüren das in unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft Leistung wichtiger ist, als das Spielen.

Warum spielen Kinder und kann jedes Kind freies Spielen?

André Stern (der niemals in der Schule war und sein Leben „nur mit Spielen verbrachte“, heute aber erfolgreicher Musiker, Instrumentenbauer und Co-Direktor eines Theaterensembles in Paris ist. Er schreibt Bücher und beherrscht als Freilernexperte 5 Sprachen, sieht zum Beispiel das Ende des Spiels in jedem Spielzeug, welches aus der Intension der Eltern heraus geschenkt werden. Denn plötzlich haben sie „Vorgaben“ die die Möglichkeiten der Verwendung und der Freiheit ein schränken.

Brauchen Kinder Spielzeug für freies Spielen?

Kinder haben eine andere Auffassung von der Welt. Sie sehen in einem Gegenstand mehrere Antworten und Möglichkeiten – also in einem Spielzeug mehrere Möglichkeiten. Ihre Welt ist höchstkreativ und in ihr kann das Kind alles in allem sehen. Daher ist auch im Kinderzimmer immer Weniger mehr.

Er ist nicht gegen Spielzeug, wenn die Intension dahinter vom Kind ausgeht. Wenn das Kind etwas sieht und es erkunden kann. Frei und ohne Vorgaben.

Bei uns werden momentan Bügelperlen lieber dazu genutzt, Ketten zu fädeln oder in verschiedene Flüssigkeiten zu legen. Meine Tochter möchte sehen, ob sich etwas verändert. Das tut es nicht, dass weiß ich, aber die Neugier meiner Tochter lässt mich die Schale mit der Mischung aus Duschgel, Bodylotion und Bügelperlen stehen.

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Diese Mischung ist in ihrer Welt ein Experiment, eine Suppe oder auch einfach nur spannend um zu rühren. Verschiedene Flüssigkeiten mit festen Gegenständen verändern ihr Verhalten beim Rühren. Die Oberfläche von Duschgel ist anders, als die von Lotion oder gar Creme.

Spielen muss nicht uns gefallen, denn wenn es uns gefällt, dann ist es in den seltensten Fällen wirklich freies Spielen.

Hilfe mein Kind spielt nicht

Die Ausdauer eines Kindes ist unendlich. Erinnern wir uns daran, wie oft wir imaginäre Kekse essen oder Tee getrunken haben und noch heute tun. Wenn ein Kind wirklichen Gefallen an etwas findet und daran großes Interesse hat, dann kann es Dinge schier unendlich wiederholen. Wie oft hat dein Kind den Becher, Löffel oder die Rassel heruntergeschmissen?

Oftmals sehen wir Erwachsenen nicht, was Kinder alles spielen. Sei es das Zählen von Stufen während sie die Treppen hinuntergehen oder das hin- und her schütten von Wasser oder Sand. Schon beim Aufstehen spielt so manches Kind oder beim Schlafen gehen werden noch Schattenfiguren im Nachtlicht gemacht….

Wenn ein Kind nicht spielt, dann tut es etwas gegen seine Natur. Vielleicht wurde sein Spiel nicht beachtet oder es versucht für sich Spiele zu gewinnen, die wir Erwachsenen als nicht wichtig erachten.

Kinder spiegeln uns – wenn wir Tätigkeiten abrupt beenden, von einem Termin zum anderen hetzen, dann eifern sie uns nach. Ihre Ausdauer sinkt und somit spielen sie weniger. Diesen Absatz schreibe ich, weil ich es in den letzten Wochen mehrfach bei uns beobachten konnte. Wie ich immer wieder mitten im Spiel sagen musste „Liebes, wir müssen bald los, räum mal auf…“ (Niemand behauptet das ich auch nur annähernd perfekt bin, aber in den letzten Wochen habe ich mir viele Gedanken gemacht.)

Was ist freies Spielen überhaupt genau?

Freies Spielen bedeutet nicht alleine zu spielen! Der Begriff „Freies Spiel“ bedeutet aber genau das für viele und wird mit Attributen wie Planlosigkeit oder Unsinn behaftet. Kinder werden beim freuen Spielen nicht sich selber überlassen. Denn ob Kinder allein, spiele zu zweit oder gemeinsam frei spielen lernen sie viel mehr, als wenn wir ihnen etwas vorgeben. Was nicht bedeutet, dass wir ihnen keine Regeln vermitteln sollen. Ganz im Gegenteil, Kinder finden oft selber Regeln. Freies Spielen impliziert viel mehr:

  • Die freie Wahl des Spiels.
  • Freie Entscheidung, mit was und wem sie spielen.
  • Die freie Gestaltung in Material, Verlauf und Dauer.
  • Was sie spielen – ob malen, Löcher in die Luft gucken oder tanzen.

Natürlich sollte man, wie immer im Leben – auf sein Kind schauen, in welchem Rahmen es das kann und will und wie die Familie allgemein dazu aufgestellt ist. Schaut wie die Eurythmie bei jedem einzelnem Kind und jeder einzelnen Familie sich hineinfügt. Jede Familie darf hier auf sich schauen. Wir sind alle verschieden in unseren Leben.

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Ob es Reiterspiele, Piratenspiele, Streiche spielen, Teamspiele, spiele im Freien, Rechenspiele oder gar Erwachsenen Spiele sind. Freies Spielen ist für die Kinder immer eine eigene FREIE Entscheidung. Freies Spielen ist also nichts anders als – Ungeleitetes Spielen, wenn das Kind es möchte. Egal wie pädagogisch, sinnig oder lehrreich es uns erscheint.

Buchtips zum freien Spielen

Ist alleine spielen = Freies Spielen?

Es gibt Kinder, die brauchen Anleitung und Begleitung. Kinder sind dazu gemacht, im Dialog mit ihren Eltern zu bleiben. Manche Kinder brauchen diese Anleitung, denn sie sind ängstlicher als andere oder das Angebot überfordert sie.

Ein sich bewegendes Bild, mit der Aufschrift "Newsletter - Meld Dich an - www.feiersun.de. Auf dem Bild sitzt eine Frau mit Hut und tippt in ihr Macbook.

Ich nehme uns davon nicht aus. Unser Kinderzimmer ist voll. Mir momentan zu voll. Wir als Eltern haben genau so Dinge hineingesteckt, wie andere Verwandte und mit dem eigenen Willen und Geschmack, füllt sogar unsere Tochter ihr Zimmer. Was ein großer Faktor bei meiner Tochter scheint, ist das Allein sein. Wenn sie allein ist und ich arbeite, dann möchte sie auch ein technisches Gerät – denn Kinder wollen uns imitieren – sie wollen wir sein, denn wir erinnern uns an die Vorbildfunktion. Das kann und möchte ich natürlich nicht die ganze Zeit erlauben und merke, wie sehr ich sie dann dazu auffordere „geh doch mal was spielen“. Aber aufgefordertes Spielen ist nicht freies Spielen und das funktioniert nicht besonders gut.

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Aus diesem Grund genießt unsere Tochter sogar die Zeit im Hort. Denn da hat sie Spielkameraden. Spannender Weise sogar nahezu nur Jungs die älter sind. Dadurch hat sie unglaublich viel gelernt, denn sie beziehen sie super ein in ihr Spiel, aber das ein oder andere Spiel ist eben auch etwas ruppiger. Und so gilt gerade im Hort freies Spielen als total normal. Wer Anleitung möchte, bekommt sie, wer lieber rumtobt und plötzliche Abenteuer entdeckt und Matten erklimmt, der spielt frei. Das mag ich bei uns sehr. Auch wenn ich die Spiele, die die Kinder manchmal spielen nicht spielen würde. Aber Kinder müssen spielen. Denn Kinder lernen und entdecken die Welt im Spiel um zu wachsen und ihre Flügel aus zu breiten.

Spielen muss wertfrei bleiben. Machen wir uns frei vom Werten

Kinder wollen sein wie sie sind – sie sind ihr Spiel – also kann das was sie spielen nur richtig sein. Weil sie es sind. Weil ihre Welt keine Grenzen kennt. Grenzen bringen wir Erwachsenen genug mit. Wenn Kinder spielen dürfen wie sie wollen, werden sie die Kinder die sie wirklich sind – denn sie sind gut.

Was freies Spielen nicht ist
Freies Spielen bedeutet nicht, dass es gar keine Grenzen, keinen Rahmen gibt. Freies Spielen sollte weder zerstörerisch noch verletzend sein. „Frei“ bedeutet eben nicht „regellos“. Frei bedeutet selbstbestimmt und ungelenkt – innerhalb der Grenzen, die jede Familie für sich definiert.

Und das Beste bei der ganzen Sache ist: Spielen muss nicht nur Zeitvertreib der Spaß machen soll sein. Spielen ist Lernen, spielen ist Sein, Spielen ist Leben.

Wie ist das bei Deinen Kindern / Deinem Kind, liebt es freies Spielen?

In diesem Sinne – stecken wir mehr Vertrauen in unser Kind und schaffen wirklichen Raum für freies Spielen.

Auf vielfachen Wunsch hab ich einige Anregungen herausgesucht, mit denen meine Tochter immer gerne frei gespielt hat. Vorweg: meistens hat sie das genutzt, was sie gerade zur Hand hatte. Perlen, Klopapierrollen, Becher, Wasser, Seife, Duschgeld, Bügelperlen etc …. sie bastelt einfach gerne. Aber auch ihre Bausteine waren viele Jahre gerne bespielt und noch heute baut sie mit den Steinen des Wackelturmes Begrenzungen oder Weiden für die Pferde.

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Diese Liste ist natürlich nur mit Auszügen aus unseren Erfahrungen gespickt – ich habe eine Tochter. Wenn du noch weitere Ideen hast, schreibe sie mir gerne in die Kommentare, dann nehme ich sie noch dazu.

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