Unterschiedliche Ansichten beim Kinderwunsch: Ich möchte ein Baby, er nicht!

Kann ein Kinderwunsch verschwinden? Wie gehen wir mit unseren unterschiedlichen Ansichten beim Kinderwunsch um? Ich möchte ein Baby, er nicht. Daraus mache ich kein Geheimnis, aber wie gehen wir im Alltag nun damit um und was hat sich seit dem verändert – oder auch nicht?

Das erzähle ich dir heute im Artikel und nehme dich ein wenig mit, in meine Gedankenwelt und meinen Kinderwunsch.

Die Sehnsucht nach einem Kind – Ich möchte ein Baby, er nicht

Damals, als ich erstmals über meine Sehnsucht nach einem weiterem Kind, meinen Kinderwunsch schrieb, traf ich die Achillesferse vieler Frauen. Ich berührte sie und meine Worte waren die Gedanken vieler Frauen, die gefühlt nur darauf warteten, dass jemand diese in Worte formt. Viele Gespräche folgten und ich bin so dankbar für das Vertrauen von so vielen wunderbaren Frauen, die mich online und offline ansprachen, in den Arm nahmen und auch wenn ich selber keine Lösung hatte, zu wissen, dass man nicht allein ist ist manchmal wichtiger, als eine konkrete Lösung.

Ein paar Frauen zeigten ihren Partnern sogar diesen Artikel und kaum zu glauben aber wahr, einige entschieden sich es zu probieren und ein paar davon hielten Babys in den Armen.

Es ist und war einer meiner meistgelesen Artikel – weil ich den Wunsch der Frauen in Worte fassen konnte. Weil ich das aussprach, was sie empfanden und weil ich damit laut aufzeigte DU BIST NICHT ALLEIN! Ich war etwas überrannt von dem Anklang und doch war ich froh, diese Gedanken geteilt zu haben und ich ging noch etwas weiter, denn die Zeitschrift Eltern fand das Thema spannend und ich wollte noch mehr Frauen zeigen, dass sie nicht allein sind.

Schatz, lass uns noch ein Baby kriegen! Nein!

Auszug aus der Zeitschrift Eltern und die geeschichte von einem Paar wo sie siche in Kund wünscht, er nicht. "Schatz, lass und noch ein Baby kriegen! - Nein!" ist der Titel. Beide Ansichten. Unter dieser Überschrift schrieb Lisa Harmann vor 3 Jahren einen Artikel über unsere verschiedenen Sichtweisen. Sie stellte liebevoll und sensibel unser beider Situationen gegenüber und interviewte uns unabhängig voneinander. Ich war bei seinem und er bei meinem Interview nicht dabei und so war spannend zu erfahren, wie respektvoll wir mit dieser Situation gegenseitig umgehen. Er stellt mich nicht als die „Zicke die unbedingt will“ und ich ihn nicht als den „Blödmann der nicht will“ da. Das empfinden wir natürlich, aber es war auch schön zu sehen, dass wir genau das auch nach Außen transportieren.

Wer die Zeitschrift damals nicht gelesen hatte, auf dem Blog StadtLandMama geht der Artikel gerade als Serie online. Hier kannst du meine Sicht und hier seine Sicht lesen.

Aber wie sieht es nun 3 Jahre danach aus? Kann ein Kinderwunsch einfach so verschwinden?

Kinderwunsch als Streitfrage

Natürlich bietet dieser unterschiedliche Wunsch viel Potential für Konflikte. Wir haben gefühlt alles durch. Sprechen, Schreien, Schweigen, Weinen, Meckern, wieder ruhig Reden, sich gegenseitig Zeit lassen. Wenn mein Mann etwas ist, dann konsequent, doch was mich am meisten gequält hat ist, dass er keine klare Aussage traf. Sie nicht treffen konnte. Kein klares NEIN ist auch kein JA, aber auch eben kein klares Nein.

Die Angst um unsere Beziehung lag natürlich auch in der Luft. Auch wenn wir sie nie ausgesprochen haben, so habe ich einfach Angst vor dem was in 10 Jahren ist. Man bereut seltenst die Dinge, die man getan hat, sondern viel öfter die Dinge, die man nicht getan hat. Das wissen wir alle und der Wunsch nach einem Kind ist weder ein Kompromiss, noch eine Sache, in der es einen Gewinner und einen Verlieren geben sollte.

Kann ein Kinderwunsch verschwinden?

Kann ein amputierter Arm wieder nachwachsen oder plötzlich wieder da sein? Aber wird man sich als Frau jemals „komplett fühlen“? Ich hab lange darüber nachgedacht ob diese Lücke, die durch unser verlorenes Kind entstanden ist, die ist, die ich spüre, aber auch der Große Junge konnte diese nicht schließen und ich wünsche mir auch so sehr all diese Dinge, die man hatte. Eine Geburt, die selbstbestimmter gestaltet wird (vielleicht heilt sie mein Trauma), das Stillen, die schlaflosen Nächte und das Tragen. Die ersten Tritte, das erste Lächeln… die ganze Palette an Babyhormonen. Nein, ich will einem Menschen das Leben schenken. Einen Menschen in unsere Familie holen. Aber ist ein weiterer Mensch für uns vorgesehen? Sollen wir unser Glück nochmal auf die Probe stellen?

Kinderwunsch ist nicht mit dem Wunsch nach einer neuen Handtasche zu vergleichen und ein bisschen schwanger geht eben auch nicht. Kann er aber leiser werden oder kommt er dann nur im Boomerang-Effekt zurück?

Eine Frau steht vor einer schwarzen Wand. Nackt und zeigt ihren nackten Babybauch. Vor der Brust hat sie die Arme gekreuzt. Vor ihr auf weißem Grund steht der Text "Kinderwunsch -wie wir trotz unterschiedlicher Ansichten an unserer Ehe festhalten - www.feiersun.de"

Ein bisschen schwanger geht nicht

Ich möchte ein Baby, er nicht und „ein Bisschen Schwanger geht nicht“. Das hat Ronny damals schon zu Lisa gesagt. Denn das quälendste war, dass er um seinen Wunsch eher herum druckste. Auch wenn im Titel des Eltern-Magazines das „Nein“ mit einem Ausrufezeichen stand, so konnte er mir dieses nie in die Augen sagen. So oft hab ich ihn ernst zur Seite genommen, bittend, bettelnd, fordernd und betend, dass er doch einfach nur eine ganz klare Aussauge aussprechen soll. Sagen soll, was er wirklich will, damit ich Klarheit habe.

Mein Rat an alle mit unterschiedlichen Ansichten beim Kinderwunsch:

Daher rate ich allen, die unterschiedliche Ansichten beim Kinderwunsch haben: Redet und ich rate noch mehr beiden Seiten: wertet klar darüber was ihr wollt, damit sich keine Seite quälen muss. Denn die Hoffnung ist das, was wirklich schmerzt.

Ronny sagte immer wieder, dass er auf der einen Seite ein weitere Kind möchte, auf der anderen aber auch nicht. Immer wieder sieht er 2-Kind-Familien und sieht wie toll es mit zwei Kindern sein kann. Das die Kinder, sollte uns mal was passieren, dann wenigstens noch sich haben (darüber schrieb meine Freundin mir, oder vielleicht sogar eher ihn einen Artikel, wie ihr Mann ganz plötzlich ein zweites Kind wollte). Er sieht auch, wie sehr seine Tochter sich ein Geschwisterchen wünscht. Wie sie die Babys bei Klassenkammeraden immer betüddelt und sie sagt es ihm auch ganz klar. „Papa, ich wünsche mir auch noch eine Schwester oder einen Bruder“. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sein Neffe, der Sohn seiner Schwester bei uns einzog und zu unserem Pflegesohn wurde, war er auch unzertrennlich mit seiner Schwester und weiß, wie viel Halt sie sich gegenseitig immer gaben.

Ein Mädchen hält ein baby im Arm und bestaunt es mit liebe in den augen. die mutter des mädchen schaut das Baby an und hält seine hand.

Mit Liebe in den Augen lernte unser Mädchen ihren Paten-Cousin kennen.

Ich möchte ein Baby, er nicht! Aber warum?

Aber er sorgt sich auch um meine Gesundheit. Er hat Angst, dass die Osteopenie schlimmer wird (btw. der Professor sagt: sie kann schlimmer werden, sie kann aber sogar auch besser werden, aber es wäre eine 50:50-Chance). Als selbstständig Familie ist ja auch nicht wirklich was mit Elternzeit. Klar kann ich Elterngeld beantragen (ich bin ja bei ihm angestellt), aber mal ehrlich, ich kann die Buchhaltung nicht ewig liegen lassen und von allein macht sie sich eben auch nicht. Für ihn läuft gerade alles sehr gut. Das beschrieb er auch im Interview mit Lisa (siehe link oben). Irgendwie ist er zufrieden und doch habe ich ihn im Rahmen dieses Artikels noch einmal wirklich gebeten die Augen zu schleißen, in sich zu hören und mir eine Antwort zu geben und die lautete: nein.

Vielleicht hatte er Angst. Angst um unsere Beziehung. Angst, dass ich mich gegen ihn entscheide, weil mein Kinderwunsch so groß ist, dass ich es nicht ertragen kann, wenn er nein sagt. Vielleicht hatte er einfach Angst um uns und konnte es nicht so aussprechen oder er war sich noch nicht so sicher? Ich kann es ihm nicht übel nehmen, aber es war eine Qual. Es war unerträglich, denn manchmal da keimte die Hoffnung eben doch auf. Manchmal dachte ich auch, „Hach, wenn ich ihn nur noch ein bisschen Zeit lassen…“, oder „Wenn er sieht das alles läuft…“.

Endlich Gewissheit, aber wie gehe ich mit dieser um?

Manchmal hab ich das Gefühl, der Wunsch wird leiser. Aber ich hab noch immer Angst vor seiner Rückkehr. Manchmal habe ich selber das Gefühl, dass ich das alles mit zwei Kindern kaum schaffen werde – auch wenn ich es genau so genau weiß, dass wir das schaffen werden. Es ist eine Krux. Mein Mann hat Recht, es läuft gerade alles gut. Ein Bisschen um mich vom Auszug des Großen abzulenken und das Zimmer gleich wieder zu besetzten, haben wir ja mein Büro-Studio eingerichtet. Auch wenn ich das mit einem Wimpernschlag wieder her geben würde, denn er Wunsch nach einem Kind, einem Menschen ist evolutionärer. Oder ist genau das das Problem? Wird eine Frau sich überhaupt irgendwann komplett fühlen oder wird die Natur immer wieder eine kleine Stimme in unseren Kopf setzten?

Eine schwangere Frau zeigt ihren nackten babybauch., denn sie trögt nur eine Jeans. Ihr mann, ebenfalls in jeans steht hinter ihr und hält den babybauch von hinten mit der einen und sie mit dem anderen in der hand.

Ich möchte ein Baby, er nicht! Also wird es wohl auch nie wieder solche Bilder von uns geben.

Ist ein weiterer Mensch für uns vorgesehen?

Bald wären es zwei Einzelkinder – der Altersabstand wäre jetzt schon ja enorm und ich frage mich, ob wir unser großes Glück, welches wir mit unserem Leben haben, wirklich nochmal aufs Spiel setzten sollen?

Ich versuche zu vertrauen und mich nicht allein von meinen Gefühlen lenken zu lassen. Wenn mir jemand wieder strahlen erzählt, dass ein weiteres Wunder auf die Welt kommen wird. Ich werde mitstrahlen aber auch fühlen, doch nichts sagen. Vielleicht sind wir nicht dazu bestimmt noch ein Kind zu bekommen? Sind vielleicht einfach andere Dinge in unserem Leben dran? Vielleicht sollten wir lernen uns zu genügen und weiter an uns zu arbeiten?

Kann unsere Beziehung das Überstehen?

Ob unsere Beziehung das überstehen kann? Nun, dass tut sie ja schon seit ein paar Jahren und ich hoffe sehr, dass sie das nun auch weiter kann. Ich liebe diesen Mann, auch wenn wir unterschiedliche Ansichten beim Kinderwunsch haben. Auch wenn das schon leichtfertig gesagt wurde (du glaubst nicht, was ich für unerhörte Vorschläge bekommen habe per Mail, nachdem der Artikel erschienen war. Quasi „Anleitungen zum Samenraub“ und so), ich werde ihn nicht einfach verlassen und mir einen Partner suchen, der noch ein Kind will. Ich werde ihm auch nicht betrügen in dem ich irgendwelche Tricks anwende wie Löcher in die Kondome zu piksen (und das war der harmloseste Vorschlag von allen). Wir werden versuchen damit zu leben und keiner von uns darf sich als „Verlierer“ im Thema Kinderwunsch fühlen. Wir lieben uns und da muss man auch manchmal an sich und aneinander arbeiten.

Ich möchte ein Baby, er nicht! – Bedeutet das das Aus für unsere Beziehung

Ich möchte ein Baby, er nIcht! Aber ich möchte auch diese Ehe! Das ist auch ein Grund, warum ich diesen Artikel schreibe. Ich möchte dir zeigen, dass unterschiedliche Ansichten nicht das Ende für deine Beziehung bedeuten muss. Dass Beziehung genau das ist, Unterschiedlichkeiten gemeinsam zu lösen, auch wenn das mit dem Kinderwunsch natürlich eine der allerschwersten ist. Aber ich entscheide mich für die Beziehung. Für unser Liebe und unsere Familie!

Verspürst du auch manchmal unterschiedliche Ansichten mit einem Partner? Bitte erzähle davon, denn glaube mir, wir sind nicht allein und es hilft genau das zu wissen.

In diesem Sinne – es gibt keine Verlierer, denn wir haben uns und das ist der größte Gewinn.

 P.S. Wie ich nun mit dieser Klarheit leben werde, dass kann ich dir nicht sagen, erst wenige Stunden bevor ich den Artikel schrieb haben wir uns gegenseitig echte Klarheit verschaffen. Vielleicht schreibe ich in einigen Wochen zu meinem Kinderwunsch nochmal darüber, vielleicht versuche ich das Thema zu begraben und nie wieder an zu sprechen. Ich bin nicht allwissend – zum Glück, doch die Angst das die Hoffnung wächst und wächst und dann enttäuscht wird, die schrumpft gerade.  

im Vordergrund steht der Text "Kinderwunsch - Ich möchte ein baby, er nicht! - das aus unserer ehe? - www.feiersun.de " auf weißem Grund. Im Hintergrund dahinter ist eine schwangere Frau die ihren nackten babybauch zeigt, denn sie trägt nur eine Jeans. Ihr mann, ebenfalls in jeans steht hinter ihr und hält den babybauch von hinten mit der einen und sie mit dem anderen in der hand.

Ich möchte ein Baby, er nicht! Aber bedeutet das auch das Aus für unsere Ehe?

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Kategorie Familie, Gedanken

Hier schreibt JesS (33), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

21 Kommentare

  1. 2 einzelkinder

    Liebe Jessi,
    ich finde deine loyalität deinem mann gegenüber echt bewundernswert.
    wir waren in genau der gleichen situation wie ihr. ich wollte immer schon 2 kinder, auch weil ich selber einzelkind bin und mir bis heute geschwister fehlen. mein mann, als ältester von 4 (halb)brüdern wollte nur eines.
    nach 8 jahren in denen wir so wie ihr geredet, disskutiert, gestritten…haben, hat er sich plötzlich umentschieden. ich hatte zu diesem zeitpunkt eigentlich schon aufgegeben (nicht abgeschlossen), war mir aber nicht sicher ob ich ihm verzeihen könnte mir kein 2tes kind zuzutrauen. ich habe auch immer gesagt, wenn es nicht mehr klappen würde mit einem baby wäre es ok. aber wenn der eigene mann meint wir schaffen das nicht, das war für mich extrem verletzend.
    bei seiner umentscheidung geholfen hat dann, dass in unserem freundeskreis innerhalb eines jahres 5 babies unterwegs waren und der wahrscheinlich der gedanke, dass ich ihn noch einige jahre immer wieder „nerven“ würde.
    unsere kleine maus ist jetzt 10 wochen alt und fast genau 9 jahre jünger als ihr grosser bruder. wie befürchtet ist der haushalt momentan ein einziges chaos und mein mann war anfangs auch genervter als damals beim grossen. dafür bin ich viel geübter und gelassener mit ihr. mein mann darf im gästezimmer schlafen und fängt jetzt doch an, die kleine babymaus zu geniessen. die zeit in der sie so viel weinen und hilfsbedürftig sind ist sooo kurz wenn schon ein grosses kind da ist.
    und unser grosser? liebt seine schwester mehr als mama und papa und ist mir freiwillig eine total grosse hilfe.
    ich wünsche dir, dass für dich alles gut wird. vielleicht entscheidet sich dein mann noch um, vielleicht kannst du wirklich mit dem kinderwunsch ohne bedauern abschliessen…liebe grüsse

  2. Pingback: Der Wunsch nach einem weiteren Kind, wenn der Partner nicht will – für den Traum einstehen oder ihn begraben?

  3. Liebe JesS,

    ein sehr aktuelles Thema, das du da ansprichst. Auch wenn viele Frauen, die ich gerade treffe, noch kein eigenes Kind haben. Sich aber eines wünschen und auch darüber nachdenken, ob sie ihr Kind auch ohne Partner bekommen würden.

    Wie es der Zufall so will, schreibe ich auf meinem Blog darüber, wie dein Kinderwunsch, trotz Partner, nicht in Erfüllung geht. Und welche 9 Fragen man sich beantworten sollte, bevor man alleinerziehende Mama wird – was natürlich erst die letzte Konsequenz sein sollte (http://www.solomamapluseins.de/diese-9-fragen-solltest-du-dir-beantworten-bevor-du-alleinerziehende-mutter-wirst/). Denn ein Kinderwunsch ist ziemlich archaisch und schwer mit einem anderen Bedürfnis vergleichbar.

    Ich habe deswegen für mich entschieden, Single Mom by Choice zu werden, ganz ohne Mann, mit Samenspender. Allerdings stand bei mir auch keiner parat 🙂

    Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest.

    Viele Grüße
    Hanna

  4. Ich glaube, man kann gar nicht beurteilen, wie man handeln würde, wenn man vor so einer Entscheidung steht. Hut ab, dass du dich so zurücksteckst. Ich glaube, ich könnte das nicht.
    LG Isa

  5. Sehr persönliche Worte … Danke für deinen Einblick! Wir haben uns zum Glück beide Kinder gewünscht. Wir sehen aber bei uns im Freundeskreis, dass es sehr wohl zu einer Trennung führen kann. Zwei Paare haben sich schon deswegen scheiden lassen. Das finde ich extrem schade.

  6. Eva Weißgerber

    Danke für diesen Artikel. Als hättest du in meine Seele und meine Familie gesehen. Ich finde mich so wieder in deinem Text! Die unklaren Aussagen von meinem Mann kenne ich auch. Immer wieder der Funke Hoffnung dabei. Auch ich möchte an unserer Beziehung festhalten, trotz verschiedener Ansichten. Mometan ist die Sehnsucht nach einem weiteren Baby leiser, aber ich weiß ganz weg ist sie nicht.

  7. Schwierig. Hätte mein Mann beim 1. Kind abgewunken, wären wir heute sicherlich getrennt. Auch beim 2. brauchte er etwas Überredungskunst. Ehrlicherweise hätte ich es ihm wahrscheinlich irgendwie untergejubelt…

  8. Danke für diesen ehrlichen Artikel. Bei uns war es ähnlich. Mein Mann wollte nicht wirklich ein zweites Kind. Ich hatte aber eine klare, vielleicht auch egoistische Haltung. Ich setze ihm ein Ultimatum, am zweiten Geburtstag unserer Tochter wollte ich klar wissen ob er dabei ist, sodass ich mir im Falle einer negativen Entscheidung Gedanken machen kann, ob ich so wie du mit einem Kind leben kann. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich glaube ich hätte mich getrennt. Habe das aber nie gesagt und ihn erpresst oder so. Nur war mein Wunsch so gross und ich fand es ungerecht, dass es keinen Kompromiss gibt bei dieser Entscheidung. Wenn einer Nein sagt, hat der andere Pech gehabt. Er hat sich zum Glück dafür entschieden, den Zeitpunkt haben wir mehr oder weniger ausgehandelt. Nun haben sie vier Jahre Abstand und manchmal spüre ich, dass er denkt, er wollte es nicht so richtig. Aber er ist glücklich und liebt auch die Kleine sehr. Ich muss ganz ehrlich sagen, es keimt schon der Wunsch nach dem Dritten. Aber er hat diesmal die klare Haltung und es kommt für ihn nicht in Frage und das akzeptiere ich. So haben wir doch einen Kompromiss gefunden. Für ihn sind maximal und für mich minimal zwei Kinder ok. Ich finde es gut, dass für dich klar ist, deinen Mann nicht zu verlassen deshalb. Und es anzunehmen ist sicher der beste Weg. Denn irgendwann wirst du wissen, für was es gut war.

  9. Was für ein berührender und persönlicher Beitrag ❤️ Danke dafür! Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für dich war das alles in Worte zu fassen. ich kann mir sooo sehr vorstellen, wie wahnsinnig schwierig es ist…

  10. Bei uns ist es auch so, aber auch ein klares Nein hilft mir nicht. Denn die Hoffnung hält sich fest , wie eine Klette an einer Decke. Soll unser Kind nie eine Schwester/ Bruder haben , mit denen es über uns Eltern liebevoll lästern kann? Einen Verbündeten, eine Stütze einen Begleiter fürs Leben. Dann bin ich so traurig. Und ich weiß nicht ob es nur mir so geht aber die Ablehnung eines Kindes fühlt sich auch an wie eine Ablehnung der eigenen Person, was ist falsch mit einem Selbst, das es nicht ein Geschenk wäre gemeinsam noch ein Kind zu haben . So viele andere freuen sich doch ein zweites Kind zu bekommen . Ich wünsche allen denen es auch so geht dass sie glücklich werden ihren Frieden machen egal wie sich das Paar am Ende entscheidet. Alles Liebe und schön zu wissen das man nicht alleine ist 🙂

  11. Ich war in einer solchen Situation, langjährige Partnerschaft und unterschiedliche Ansichten.
    Das Problem war, dass er mich immer hingehalten hat, immer gesagt hat „jetzt nicht“ aber nie, dass er kein Kind möchte. Das kam bei der Trennung heraus mit einem sehr beknackten „ich dachte du weißt das.“ Getrennt haben wir uns, weil wir uns auseinander gelebt haben – und diese Kinderfrage war eben ein Grund dafür.
    Im Nachhinein fühle ich mich, als hätte er meine beste Zeit verschwendet. Hätte ich gewusst, dass er keine Kinder möchte, hätte ich mich schon eher getrennt. Eine Partnerschaft/ Ehe kann vergehen, aber Kinder bleiben für immer. Ich hätte nicht mit 40 oder 50 allein dastehen wollen, weil die Partnerschaft eben doch nicht geklappt hat und ich dafür auf meinen sehnlichsten Wunsch verzichtet habe. Oder im Alter, wenn ich meine statistischen x Jahre nach seinem Tod weiter lebe und wirklich niemanden mehr habe.

    Auch wenn ich Deine Loyalität Deinem Mann gegenüber bewundernswert finde. Ich würde das nicht so machen und würde das auch niemandem raten. Denn dieser Wunsch bleibt für immer und nichts kann ein Kind ersetzen.

    Ich bin mittlerweile übrigens Mama – durch Zufall. Und würde meine Tochter auch allein erziehen. Nichts kann jemals an diese Liebe herankommen.

  12. Ich finde das ist so ein schwieriges Thema. Und deine Zerrissenheit hierüber wird so deutlich. Ich hoffe, das ihr gemeinsam den Weg findet, bei dem kein Herz auf der Strecke bleibt.

  13. Kathrin Adolf

    Hallo, es ist sicher schade, wenn man sich da nicht einig ist. Aber ich finde es ist zwingende Voraussetzung, dass beide noch ein Kind wollen. Denn alleine schafft man es nicht. Wir haben 2 im Abstand von 2,5 Jahren und ich könnte es mir ohne meinen Mann an meiner Seite nicht vorstellen. Auch wenn er viel arbeitet, die Zeiten, in denen er da ist, sind wichtig. Und dann noch dafür Sorgenkind müssen, dass sich der Partner durch 2 Kinder im Haushalt nicht gestört fühlt, dass muss eine Bürde sein. Zu zweit sind die Kids immer lauter/ kasperiger als alleine und das Gezanke unter den Kinder erst… also bitte, bitte so einen Schritt nur bei Einigkeit wagen!

  14. Danke für den persönlichen Einblick. Eine sehr schwierige Situation, keine Ahnung, ob ich so reflektiert und rational damit umgehen könnte wie du. Du machst das toll! Alles Gute für euch als Paar und Familie.

  15. Ich kann vieles so gut nachempfinden! Mein Mann und ich haben früher gern von 2 Kindern gesprochen. Als ich dann endlich loslegen wollte, wollte er noch nicht. Fast 5 Jahre habe ich gebettelt und gefleht und dann endlich sagte er ja. Unser Sohn ist fast 1 und ich will unbedingt sofort sein Geschwisterchen bekommen. Ich stelle mir dass schön vor! Aber mein Mann will wieder warten 5 Jahre meinte er. Immer wieder haben wir uns gestritten. Immer wieder kam kein klares Nein oder ein nicht jetzt, sodass ich immer wieder Hoffnung hatte. Immer wieder habe ich in jede seiner Aussagen ein ja interpretiert. Auch mir wurde schon vorgeschlagen, dass ich die Sache doch einfach durchziehen soll. Aber das will ich nicht. Ich wünsche mir so sehr, dass er es einfach auch möchte. Dass man zusammen dem positiven Test und dann dem Baby entgegen fiebert. So wie es bei aller Welt doch auch zu laufen scheint. Doch dein Artikel zeigt deutlich, dem ist nicht so. All diese Familien bei denen ganz harmonisch und gewünscht ein Kind nach dem anderen verkündet wird… so geht das nicht immer.
    Aber die Frage stellt sich uns beiden auch: geht der Kinderwunsch irgendwann weg? Wenn wir echt ein zweites Kind bekommen, gebe ich dann Ruhe? Das ist nämlich seine größte Angst. Dass ich dann noch ein drittes und viertes Kind will…

    • Es nimmt einem nicht den Schmerz darüber aber es fühlt sich gut an zu wissen dass es nicht überall so ist dass sich alle einig sind und froh sind noch ein Kind zu bekommen. Gefühlt kriegen momentan alle noch eins , unsere Tochter wird drei und ich wünsche mir auch so sehr dass sie nicht alleine bleibt . Ich kann es nachfühlen, alles gute für dich.

  16. Danke für den rührenden Artikel! Ich wollte nie die Bedürfnisse meines Mannes hinten anstellen, aber ich habe schon immer alles geplant und gesagt, wo es lang geht. Er ist ein wundervoller Vater und nach zwei Kindern war mein Kiwunsch immer noch da. Es war so schön zu sehen, wie die beiden Jungs liebevoll miteinander umgegangen sind und wir Familie waren! Das sollte keiner missen müssen! mit nur einem Kind war alles so normal für uns.. Er wollte auch weitere Kinder aber eben die anstrengenden Nächte und Windeln nicht mehr. An einem romantischen Abend hatten wir ungeschützten Sex weil wir uns auf keine Verhütung einigen konnten und es passierte das Wunder. Jetzt freut er sich auf unsere Tochter und ich denke dass Kinder das Beste im Leben sind. ich will meine Enkelkinder spielen sehen und ganz viel Familie sein! Viel Mut euch die diese Zeit noch vor sich haben!

  17. Yvonne van Brakel

    Moin!
    Ganz am Anfang unserer Beziehung verlor ich unser 1. Kind… Ganz klares NEIN meines damaligen Freundes und heutigem Mann zu überhaupt einem Kind. Ich hab es nie verneint. War mir immer unsicher. Dann war ich arbeitslos, später auch noch mein Mann, da wollten wir keine Kinder in die Welt setzen. 10 Jahre nach unserer Hochzeit kam dann unsere 1. Tochter auf die Welt. Die ersten 3 Monate waren der Horror. Als dann noch die olle Ärztin im Kreißsaal meinte, dass Babys auch bei der Geburt sterben können, wurde ich wütend. Ich schmiss sie aus dem Zimmer raus und sie kam erst später wieder, um sich nach mir und dem Baby zu erkundigen…
    2 1/2 Jahre später kam Tochter Nr. 2 dazu.
    Als ich 1 1/2 Jahre später die Treppe runterfiel und mir den Ellenbogen zertrümmerte, stand für uns fest – wir werden mit 2 Kindern auch glücklich.
    Nach einem weiteren Jahr war ich zur Vorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin. Sie gratulierte zum 3. Kind und ich brauchte eine Woche, um zu Verstehen, zu Begreifen, mich meinen Ängsten zu stellen… Das alles trotz Verhütung.
    Ich will unseren Sohn auch nicht mehr missen!
    Mit 3 Kindern ist nix mehr einfach und mal eben ist auch nicht immer möglich. Wir lernen gerade nochmal mit unseren Ressourcen besser zu haushalten.
    Unsere Kinder wissen, dass es mal ein Baby gab, dass nicht mehr da ist. Manchmal fragen sie mich, wie alt es jetzt wäre… Meinen Mann schmerzt die Erinnerung daran zu sehr und er mag nicht darüber reden, zumindest nicht mit den Kindern. Damals ist so vieles schief gelaufen und viele Beziehungen zu unserem Umfeld sind für immer zerstört… Aber wir haben uns und das ist gut so.

    Ja, ich verstehe dieses Gefühl. Kinderwunsch – das geht tiefer als die meisten anderen Wünsche.
    Ich wünsche Dir und Euch, dass Du und Ihr nicht daran zerbrecht. Eine Partnerschaft und Familie mag man auch nicht einfach so aufgeben. Alles Liebe und Gute Euch und ganz viel Kraft!
    Mit lieben Grüßen
    Yvonne

  18. Genau das Frage ich mich, wird es tatsächlich keinen Verlierer geben? Ich sehe das genauso, dass beide eins wollen sollten, keiner darf dabei übergangen werden. Aber diese Reue später, wenn es zu spät ist, davor hätte ich Angst. Ist derjenige, der dann mit der unerfüllten Sehnsucht Leben muss, ist dann nicht derjenige irgendwie der Verlierer? Kinder erfordern Mut, das ist mir klarer seit dem ich sie habe. Und man weiß natürlich auch nie, ob man ein gesundes oder ein sehr pflegeintensives Kind bekommt. Solche Gedanken machen vermutlich allen Angst. Aber Angst vor der Reue später oder Angst vor einer harten Zeit, egal was, Angst ist bekanntlich ein schlechter Berater. Mut, vielleicht wäre Mut der bessere Berater. Mut zur Veränderung, Mut zum Abenteuer leben. Vielleicht könnte man im Gespräch heraus finden wovor beide die größte Angst haben und könnte vielleicht schon im Vorfeld Lösungen dafür finden? Vermutlich wäre das mein Ansatz, wenn wir uns nicht einig wären. Liebe Grüße und danke für diesen Artikel, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat.

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