Kinderbilder im Internet und warum man sich immer wieder Gedanken darum machen darf

Wir haben uns vor Jahren dazu entschieden, unsere Kinder nicht frontal in diesem Internet zu zeigen. Nicht auf dem Blog, der im Impressum unsere Adresse beinhaltet. Das taten wir bewusst. Damals.

Heute teile ich meine Gedanken zum Thema Kinderbilder im Internet und warum wir wieder darüber nachgedacht haben…

Kinderbilder im Internet – eine Entscheidung, die viele Aspekte bedenken muss

Kinderbilder im Internet | Meine Gedanken zu Kinderbildern im Internet und dem Recht auf Mitbestimmung und Entscheidungen in der Identitätsbildung. #feierSun #feierSunFamily #Familie #Kinderbilder #selbstbestimmung

„Mama, warum zeigst du mich eigentlich nie? Findest du mich nicht schön?“ 

Puh, der Satz saß vor einigen Wochen und er brachte mich ins Grübeln. Nicht weil ich darüber nachdenken muss, ob ich mein Kind schön finde – sie ist mein Kind – oder ob ich denke das man nur schöne Kinder im Internet sieht. Er brachte mich – uns einfach ins Nachdenken und Reflektier und wir nahmen diese Gedanken an um die vorherigen zu Prüfen und gemeinsam als Familie zu sehen, wie wir uns heute entscheiden würden….

Auch Kinder haben ein Mitentscheidungsrecht

Das Kinder ab ihrem siebten Geburtstag ein beginnendes Mitentscheidungsrecht haben, haben wir beim Großen einfach übergangen. Wir haben diese Entscheidung getroffen. Sowohl für ihn, wie auch unser leibliches Kind. Hinter dieser Entscheidung stehen wir noch immer. Also sie damals getroffen zu haben. Weil es sich damals für uns gut anfühlte. Weil es unsere Überzeugung war.

Identitätsbildung führt zur Reife“ zur Mitbestimmung

Wann Kinder bewusst und reflektiert begreifen und damit dann auch erste Entscheidungen treffen können, hängt von ihrem Alter und ihrer kognitiven Entwicklung ab.

Klar kann ein älteres Kind mehr erfassen, greifen, refletieren und daher weiterreichendere und komplexere Entscheidungen treffen. Aber das will auch gelernt sein.

Sich entscheiden will gelernt sein

Mitbestimmung muss also altersgerecht sein und muss geübt werden. Kinder da zu führen ist unsere Aufgabe als Eltern.

Bestimmte Entscheidungen lenken und vereinfachen wir natürlich noch. Allein auch um keine Überforderungen durch zu viele Wahlmöglichkeiten aufkommen zu lassen.

Wir besprechen gemeinsam Pro- und Kontra und ich höre mir mit wachsender Freude Argumente meiner Tochter an, die immer klarer und durchdachter werden. So führen wir sie an das Mitbestimmen heran und sie konnte klar argumentieren, warum und wie sie ihre Hort-Tage verschieben möchte. Warum sollte ich dieser schlüssigen Bitte dann im Wege stehen (bei mir ist das möglich weil ich mir das mit der Arbeit gut einteilen kann).

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Auch aus diesem Grunde haben wir sie ihre neue Haarlänge selber entscheiden lassen. Weil wir ihr vertrauen und wissen, dass sie diese Entscheidung selber treffen kann.

Der Stolz mit dem sie ihre neue Frisur trägt, spricht für sich.

Kinderbilder im Internet für uns

Bereits Wochen vor dem Urlaub besprachen wir unsere Gedanken miteinander. Ich mit dem Mann, der Mann mit mir und ich mit unserer Tochter. Wir ließen uns Zeit mit einer wirklichen Entscheidung und besprachen unsere Gedanken, Beobachtungen und unsere Gefühle zum Thema Kinderbilder im Internet für uns. Ich klärte mein Mädchen darüber auf, warum wir damals so entschieden haben. Ich glaube, sie hat es sogar wirklich verstanden und doch zeigte sie mir immer wieder Gründe und Argumente auf und so fragte sie ganz direkt „möchtest du auch manchmal dein Gesicht zeigen?“ Und ihre klare Aussage war ein von Überzeugung strahlendes „Ja Mama, ich möchte das. Nicht immer, aber manchmal und ich will mich nicht immer wegdrehen“.

Dürfen sich Überzeugungen und Ansichten zu Kinderbildern im Internet verändern?

Unsere Ansichten sind nicht in Stein gemeißelte Gesetze. Überzeugungen dürfen sich an Situationen anpassen und trotzdem bedenken wir was war, ist und sein kann….

Daher finde ich es sogar wichtig, sich immer wieder zu reflektieren und zu hinterfrage!

Wir haben uns im Urlaub etwas an das Thema herangetastet und immer wieder gemeinsam überlegt. Wir haben Bilder angesehen und es fühlt sich gut für uns an. Außerdem ist es viel schöner einfach so Bilder zu machen und nicht immer zu sagen „Maus, dreh dich mal weg… “ oder „schau mal nach oben“ oder so….. in den letzten Wochen waren alle entstandenen Bilder viel natürlicher.

Natürliche Bilder – ein gutes Gefühl und deutlich ausgesprochene Wünsche haben uns dazu bewegt, dass wir unsere damalige Entscheidung nun an die jetzige Situation anpassen. Weil es für uns passt.

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Spannenderweise kommen uns die Bedenken, die wir damals hatten teilweise nicht mehr so gewichtig vor. Vielleicht weil wir in die Sache mit diesem Internet hineingewachsen sind oder weil wir uns anders damit beschäftigten. Vielleicht aber auch, weil die Zeiten sich ändern oder das Kind seine eigene Meinung kund tut und genau dazu wollen wir sie ja auch erziehen.

Kinderbilder im Internet – mit Bedacht und natürlich

Ab und an wird es unser Kind nun also auch mit ihrem Gesicht geben. Das bedeutet nicht, dass wir nun ständig frontal auf ihr Gesicht halten werden und ich mag noch immer Detailbilder und diese indirekten Blicke an der Kamera vorbei. Das hab ich nicht nur gemacht, weil es ihr Gesicht nicht gezeigt hatte, sondern weil ich es stilistisch einfach mochte.

Ich möchte keine grundsätzliche Diskussion über das Zeigen von Kinderbildern im Internet lostreten. Davon gab es in der Vergangenheit mehr als genug. Ich möchte niemanden aufzeigen, welcher Weg, der richtige ist, denn den kann, muss und darf jede Familie für sich ganz individuell finden. Mir ist klar das mein Kind die Reichweite dieser Entscheidung nicht allein erfassen kann, aber dafür sind wir ja da. Und vielleicht sieht man ihr Gesicht nun ab und an, vielleicht auch nur dezent und vielleicht ändert sich gar nicht so viel für dich – aber ich wollte dir aufzeigen, dass man Entscheidungen und Gedanken als Familie gemeinsam an Situationen anpassen darf.

Sind deine Entscheidungen in Stein gemeißelt oder überdenkst du auch immer mal Themen und Entscheidungen, ob sie noch zu Euch passen?

In diesem Sinne – vielleicht ändert sich für dich nichts, für mein Kind ändert sich aber viel, denn wir nehmen sie ernst und beziehen sie mit ein. Nicht nur beim Thema Kinderbilder im Internet.

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Kategorie Familie

Hier schreibt JesS (33), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

9 Kommentare

  1. Hallo Jess,

    Danke für deine bzw. eure Gedanken zum Thema. Ich finde es toll, dass du deine Tochter mit einbeziehst.

    Bei mir werden aktuell auch keine Bilder gezeigt. Für die Kinder ist es einfacher, weil ich mich auch nicht zeige und sie deshalb nicht auf die Idee kommen.
    Ob sich unsere Entscheidung irgendwann ändern wird, weiß ich nicht. Denn ich bin wie du der Meinung, dass sich Meinungen ändern dürfen, wenn man andere Gründe findet oder sie anders gewichtet.

    Viele Grüße
    Mama Maus

    • Liebe Mama Maus, wir spüren gerade sehr, dass es an der Zeit ist, ihr mehr Kompetenzen zuzugestehen und natürlich haben wir als Eltern am Ende noch einen Rahmen, den wir für sie stecken.

      Bei uns zeigen wir Eltern uns ja auch und sie hat irgendwann gesagt das sie sich nicht mehr wegdrehen möchte. Das sie entscheiden WILL wie sie schaut. Verdammt, recht hatte sie in dem Moment. Ich bin gespannt, wie wir es am Ende umsetzten, denn wie beschrieben, ich liebe die Detailaufnahmen auch einfach sehr. Aber im Urlaub entstanden so viel natürlicher Bilder weil wir alle natürlich sein konnten, wie wir wollten.

  2. Hi Jessi,
    ich überdenke ständig alles! Und ja, ich habe mich für Kinderbilder im Netz entschieden. Wähle die Fotos aber mit Bedacht. Ich verstehe aber auch alle anderen Meinungen.
    LG Isa

  3. Kinderbilder im Netz sind ein großes Thema. Das sollte jede Familie für sich selbst entscheiden. Nicht nur Blogger-Eltern, sondern jeder. Denn einmal im Netz, immer im Netz. Deshalb sollte man sich über das Thema unbedingt Gedanken machen und abwägen. So wie ihr. Auch wir haben entschieden, dass wir unseren Sohn nicht zeigen. Das ist der aktuelle Stand. Aber vielleicht ändern auch wir irgendwann unsere Meinung. Schön wäre es schon, weil es einfach authentischer ist. Alle Entscheidungen im Leben sind es Momentaufnahmen, die für den Augenblick Sinn machen, aber irgendwann vielleicht neu überdacht werden müssen.
    Finde eure Entscheidung deshalb sehr gut und eure Tochter ist sehr erwachsen.
    LG Anke

  4. Tatsächlich ist das ein Thema, welches auch bei uns immer wieder aufploppt. Ich habe damals entschieden, meine Familie nicht im Netz zu zeigen. Dazu gehört auch mein Mann, meine Geschwister und eben auch meine Kinder und Neffen… Unsere Kinder sind derweil schon Teenager (14 & 17) und tragen meine Entscheidung mit. Einmal hatte mein Mann ein Urlaubsfoto von uns und den Kindern bei Facebook veröffentlicht. Es war ein wirklich hübsches Bild, doch die Kinder waren entsetzt. Er hat es daraufhin schnell wieder herausgenommen – genau aus den Gründen, die Du eingangs in Deinem Beitrag erwähnst: Unsere Adresse ist überall sichtbar (muss ja). Mein Mann ist zudem auch politisch aktiv und (wenn auch nur kommunal) bringt das immer auch gewisse Anfeindungen mit sich. Es ist besser geworden, aber es gab eine Zeit, in der wir unsere Kinder aktiv (polizeilich) schützen mussten. Wie froh ich war, dass es bis dato keinerlei Bilder meiner Kinder im Netz gab und gibt! Eine solche Geschichte wünsche ich niemandem und es ist sicher ein unwahrscheinlicher Einzelfall. Doch für uns ein Anlass, bei dem Entschluss zu bleiben, keine Fotos im Netz zu zeigen, worauf ein Kind deutlich erkennbar ist. Eure Entscheidung finde ich genauso gut, wenn das Kind reif genug ist, das für sich selbst zu entscheiden. Und das scheint ja so zu sein. Großes Mädchen!

  5. Man sollte Entscheindungen auf keinen Fall für die Ewigkeit machen, sondern immer situationsangepasst verändern, das betrifft so viele Lebenslagen und Entwicklungen der Kinder. Wir zeigen unsere Kinder auch im Internet, aber selbstverständlich keine Bilder die für die Kinder peinlich sein könnten. Ich finde das Aufgerege über Kinderbilder im Internet teilweise wirklich überflüssig, weil sich komischerweise niemand über Bilder von Kinderschauspielern aufregt oder Models in Katalogen bzw OnlineShops. Es sind immer nur die privaten Personen über die sich aufgeregt wird. Einfach unnötig, ebenso denke ich das dies entscheidungen sind, die jede Familie für sich entscheiden sollte. Wer seine Kinder nicht zeigen möchte muss es ja nicht. Aber an deiner Tochter sieht man mal wieder, wie Kinder sich doch auch ihre Gedanken machen zu Dingen, wo wir es gar nicht gedacht hätten.

  6. Das ist ein großes Thema und es muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir stellen keine Bilder ins Netz. Das dürfen die beiden später für sich selbst machen.

  7. Es ist ein Thema über das ich (ehrlich gesagt) überhaupt nicht gerne diskutiere. Wie bei allem gibt es eben auch hier kein „richtig“ und kein „falsch“. Leider sind aber viele Gegner von Kinderbildern im Netz so wahnsinnig absolut und lassen andere Meinungen und Gedanken kaum zu. Das ist schade, weil eben nicht auf Augenhöhe diskutiert wird.

    Wir zeigen Frieda. Von Anfang an und wir haben keine Bedenken bei den Bildern, die wir so zeigen..

  8. Was für ein toller Text! Meine Kinder sind bislang auch namen- und gesichtslos. Einfach, weil ich ihre Privatsphäre schützen möchte. Bisher kam es aber auch nie zur Sprache, ob ich sie nicht zeigen wolle. Eher, dass sie gerade keine Bilder von sich machen lassen möchten und auch der schöne Rücken gerade nicht gezeigt werden soll. Das akzeptiere ich voll und ganz.

    Wie wir es handhaben werden, wenn die Kinder dann doch einmal klären möchten, dass sich komplett gezeigt werden möchten, weiß ich noch nicht. Aber wie du schon gesagt hast, Meinungen sind nicht in Stein gemeißelt und können sich ändern.

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