Gedankenkonfetti | Vergleichbarkeit

Du kannst Äpfel nicht mir Birnen vergleichen und Mexiko nicht mit Zypern.

Heute hab ich mich geschämt. Dolle sogar. Ich bin ganz tief in mich gegangen, hab mich geschimpft und war echt sauer auf mich und hab mir Demut auf den Tag geschrieben denn das kannte ich schon lange nicht mehr an mir….

Menschen, Dinge, Ort oder Erlebnisse sind schwer miteinander zu vergleichen. Mein Herz hab ich in Mexiko verloren, daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht und Zypern ist ein schöner kleiner schnuckeliger Urlaub. Ein Geschenk. Aber er kam nach dem ultimativen Traumurlaub. Da hätte wohl beinahe jeder Urlaub schlechter abgeschnitten.

Nach der Abenteuerlichen Anreise – darüber werde ich die Tage sicher nochmal berichten, ich hab in den Storys mitgenommen – im Hightlight „Zypern“ kannst du es noch eine Weile sehen – war klar, dass wir erst mal echt müde sein werden. Du kennst das sicher, wenn du müde bist, ist alles ein Bissen blöder. Also schob ich gestern das, was mich störte auf das Müde sein.

Zypern ist nicht Mexiko

Getränke gibt es nicht an den Tisch sondern man zapft sie sich aus dem Automaten. Das Personal rennt die Gäste um, wenn sie ein Ziel haben. Ein paar haben eher ihr Arbeitsgesicht, statt ihre Gastfreundschaft im Gesicht. Willst du den Tag am Pool verbringen ist es irre laut und nur wenige Stunden schön sonnig, am Strand wird dir aber für die Liege und den Schirm Geld abgeknüpft – das war ich Mexiko alles inklusive. Laune, Ruhe, Service. Hach und an Essen – wir waren heute zwischen den Shops schauen, was wir kaufen können, damit ich nicht noch einen Abend hungrig ins Bett muss…. Die Liegen hier sind an einem Mini-Strand-Abschmitt alt, kaputt und ich hab erst mal in einer dieser gelegen. Der Strandabschnitt ist klein und steinig – wie und warum sind hier so viele Felsen und wer haut sich wohl am ehesten daran die Haut auf? Handtücher werden nur alle paar Tage gewechselt und das Minikleine Zimmer mit meiner Laune wird für meine beiden lieben nicht angenehmer.

Sei mal bitte dankbar Mädchen!

Während ich also heute auf meiner teuer bezahlten Tages-Liege lag schmollte ich innerlich und dann wurde mich klar, wie wenig Dankbarkeit ich gerade fühle. Wie viel Hochmut in mir hochkommt und das ich das nun nicht mehr auf den „Ich bin müde weil die Anreise war blöd-Modus“ schieben konnte. Ich hab bewusst in die Richtung der blöden Dinge geschaut. Ich – die die sich vor Jahren dafür entschied, in allem die kleinen schönen Dinge zu sehen. Egal wie klein sie auch schienen, gelang mir das in den letzten Jahren wirklich gut. Selbst der See-Igel-Stich im Fuß hatte meine Aufmerksamkeit in die Richtung wirklicher Entspannung statt viel Aktion gelenkt und die war mehr als nötig gewesen.

„Sei mal dankbar Mädchen“ sagte ich zu mir selbst und hab mich wirklich geschämt.

Zypern ist kein All-Inkll-Wellness-Hotel mit der Spur Luxus die wir im Sommer erleben durften, aber verdammt, wie viele Familien können sich nach diesem Traumurlaub noch eine Flugreise leisten? Wie viel Menschen können zweimal im Jahr verreisen? Hatte ich ganz vergessen wie lange ich nicht reisen konnte weil mir schlichtweg das Geld fehlte? Geld, Mut und Zeit.

Du kannst Äpfel nicht mir Birnen vergleichen und Mexiko nicht mit Zypern

Diese Reise hier ist ein Geschenk!

Zeitlich und finanziell! Eine kleine Auszeit bevor der Endjahreswahnsinn losgehen wird. Eine Zeit, die wir nochmal in der Wärme verbringen dürfen. In der Wärme, in der kein Alltag, kein Haushalt und keine Arbeit nach einem schreien. Mit ein Bisschen Abstand von den ToDo-Listen und den Projekten die dieses Jahr noch anstehen werden.

Ein bisschen hab ich mich von mir selbst erschrocken, denn so bin ich nicht. Ich bin unendlich dankbar, dass wir in diesem Jahr ein zweites Mal verreisen können. Ich bin dankbar gerade nach dem ultimativen Traumurlaub und wäre Zypern davor geschehen, wäre ich nicht im Geringsten auf die Idee gekommen, meine Augen auf so viel nicht mal wirklich schlimmes zu lenken.

Worst-Case Scenario oder das „Schöne sehen“ ist eine Entscheidung

Warum ich dir das nun hier erzähle? Weil ich dir sagen möchte; ich hab vor Jahren beschlossen mein Augenmerk auf das „Schöne und Gute“ zu lenken. Das fällt mir so oft leicht, manchmal erinnere ich mich daran. Manchmal male ich noch immer kurz das Worst-Case Scenario an die Wand um dann zu atmen und dann wieder das Gute zu sehen. Das war damals eine Entscheidung, die ich manchmal täglich neu treffe. Und trotzdem fällt auch mir das manchmal schwer oder ich verfalle in alte Verhaltensmuster. Manchmal verfliegen diese Momente einfach zwischen Alltag und Leben und manchmal, da fühle ich mich dadurch echt schlecht. Weil wenn ich eines in meinem Leben bin, dann ist es dankbar!

Hast du schon mal etwas schlimmer gemacht und total blöd reagiert? Erzähl mal davon, denn das hilft uns allen, dass Sehen, was wir nicht allein damit sind.

In diese Sinne – Zypern ist OK! Nicht Mexiko aber total ok und ich übe mich nun wieder in Dankbarkeit und Demut!

 

GedankenKonfetti ist der Ort, an dem sich Gedanken wie Konfetti im Raum verteilen dürfen. Mal schnell, mal langsam. Mal laut, mal leise. Immer das Schöne versuchend zu sehen, aber manchmal auch dunkel und düster. Es ist der Ort, an dem alles Platz hat, was in meinem Kopf herumschwirrt und manchmal auch das, was sich dahinter verbirgt.

P.S. Dir kommen Dinge kleinlich oder übertreiben in diesem Text vor? Danke, mir auch. Trotzdem wollte ich sie niederschreiben um genau das zu zeigen. Um genau hier zeigen, dass es auch mir manchmal blöd geht und das auch ich manchmal blöde Gedanken habe. Das auch ich einfach nur ein Mensch bin.

Kategorie Gedanken

Hier schreibt JesS (34), (Pflege-) Mutter, Autorin, Fotografin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Unternehmen, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie dich mit auf das Abenteuer Leben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

1 Kommentare

  1. Der Urlaub ist ein Geschenk! Ja, und definitiv können sehr viele Menschen nicht einmal in den Urlaub fahren. Dennoch ist es völlig verständlich u menschlich, dass du Vergleiche ziehst. Das ist nicht verwerflich. Es ist doch positiv, dass du für dich erkannt hast, dass das nichts bringt u die Gedanken Spiralen dich eher runter zieht. Wie gesagt, Äpfel und Bienen.

    Ich selbst hatte 2018 ein sehr einschneidendes Erlebnis, was mich geerdet hat u sehr demütig u dankbar hat werden lassen. Jedoch ständig positiv zu bleiben… Ja, dass ist auch wirklich sehr kräftezehrend. Aber es lohnt sich dran zu bleiben u sich immer wieder bewusst zu werden, was in unserem Leben alles gut oder sogar toll läuft, worauf wir stolz sein können u worüber wir zutiefst dankbar sein sollten.

    Schrieb sie, ließ den Blick schweifen u erfreute sich an der wunderschönen Farbenpracht des goldenen Herbstes…

    Euch noch schöne Tage zu Dritt… Und nun: genießen! 😉

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