
Der Widerrufsbutton wird ab 19. Juni 2026 für viele Online-Businesses Pflicht. Hier erfährst du, wann du ihn brauchst, was das Gesetz genau sagt, und wie du ein Widerrufsformular auf deiner Website einrichtest.
Eine Kundin kauft deinen Onlinekurs über deine Website. Zwei Tage später kommt eine E-Mail: „Hallo, ich möchte den Vertrag widerrufen.“ Keine Bestellnummer. Du suchst im System, stellst fest, dass sie von einer anderen E-Mail-Adresse schreibt, wie sie gebucht hat, prüfst die Widerrufsfrist und verlierst dabei 10-30 Minuten, in denen du kein Geld verdienst.
Am nächsten Tag schreibt eine andere Kundin über Instagram. Auch sie möchte widerrufen. Eine dritte Person nutzt das Kontaktformular. Innerhalb weniger Tage landen Widerrufe an vier verschiedenen Orten: per E-Mail, über Instagram, über das Kontaktformular, über ein Support-Ticket.
Das passiert nicht einmal im Monat. Das passiert jede Woche. Und es kostet jedes Mal Zeit, Nerven und fehlende Bestellnummern. Und wenn es dir nur ab und zu passiert, dann sind es Prozesse, die jedes Mal von Hand ausgeführt werden müssen, obwohl du es dir mit ca. 60 Minuten einmalig ersparen und so gesetzeskonform arbeiten kannst.
Hinweis: Ich bin keine Rechtsanwältin. Dieser Artikel gibt dir einen praxisnahen Überblick über den Widerrufsbutton, damit du weißt, was auf dich zukommt und wie du es angehen kannst.Wenn du dir bei deiner konkreten Situation unsicher bist, zum Beispiel weil du Mischprodukte anbietest, ausschließlich B2B arbeitest oder deine AGB schon länger nicht aktualisiert hast, hol dir eine anwaltliche Einschätzung. Das gibt dir Sicherheit.
Genau dieses Problem greift der Gesetzgeber jetzt auf. Ab 19. Juni 2026 müssen Unternehmen, die online Verträge mit Verbraucher:innen abschließen, eine elektronische Widerrufsfunktion bereitstellen. Diese Funktion wird im Alltag meist Widerrufsbutton genannt.
Und jetzt kurz innehalten. Vielleicht denkst du gerade: Das betrifft mich doch gar nicht. Ich bin kein großer Shop. Ich verkaufe nur Kurse. Oder Templates. Oder habe eine kleine Membership.
Genau das ist der Punkt. Sobald du online etwas verkaufst und deine Kund:innen Verbraucher:innen sind, betrifft dich das ganz konkret. Kurs, Template, Membership, E-Book… alles dabei. Die Größe deines Business spielt dabei keine Rolle.
Diese neue Gesetzgebung kannst du sauber und strukturiert umsetzen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das auf deiner Website einrichtest.
Du verstehst zuerst die rechtliche Grundlage, prüfst dann, ob du betroffen bist, und setzt den Prozess anschließend in unter einer Stunde um.
Du willst direkt zur Umsetzung? Dann spring jetzt zur Anleitung und setze dein Widerrufsformular Schritt für Schritt auf.
Was ist der Widerrufsbutton?
Der Widerrufsbutton ist eine gesetzlich vorgeschriebene elektronische Funktion, über die Verbraucher:innen ihren Vertrag online widerrufen können.
Ab wann gilt das?
Der Widerrufsbutton ist ab dem 19. Juni 2026 verpflichtend für Unternehmen, die online Verträge mit Verbraucher:innen abschließen.
Wann ist er Pflicht?
Der Widerrufsbutton ist erforderlich, wenn der Vertrag online abgeschlossen wird, die Kundin oder der Kunde Verbraucher:in ist und ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht
Wenn du deine Verträge digital abschließt, solltest du auch wissen, wie du sie rechtssicher online unterschreibst
Der Widerrufsbutton ist eine gesetzlich vorgeschriebene elektronische Funktion, über die Verbraucher:innen ihren Vertrag online widerrufen können. Er muss leicht zugänglich sein und einen zweistufigen Widerrufsprozess ermöglichen.
Der Widerrufsbutton ist der Einstieg in den Prozess. Das Widerrufsformular dahinter ist die eigentliche Umsetzung, ohne Formular fehlt der zweite Schritt.
Konkret gesagt: Er ist eine elektronische Funktion auf deiner Website oder in einer App, über die Verbraucher:innen ihren Widerruf direkt erklären können. Statt eine E-Mail zu schreiben oder ein PDF herunterzuladen und auszudrucken, tippt die Kundin ihre Daten ein und klickt auf Absenden. Das war’s.
Der Prozess läuft danach automatisiert.
Einmal eingerichtet, arbeitet er für dich.
Der Ablauf sieht typischerweise so aus:
Kund:in klickt auf Link oder Button „Wiederuf„.
Dahinter öffnet sich ein Formular zum elektronischem Widerruf
Hier geben Kund:innen ihre Vertragsdaten ein.
So wird der Widerruf übermittelt.
Die widerrufende Person bekommt eine neue Seite angezeigt und (und das ist wichtig) eine E-Mail die sie über den Eingang des Widerrufs informiert.
Du bekommst ebenfalls eine E-Mail über den Eingang des Widerrufs
Noch etwas, das viele überrascht:
Der Begriff „Widerrufsbutton“ steht so gar nicht im Gesetz. Dort ist nur von einer „Widerrufsfunktion“ die Rede.
Und das bedeutet: Es muss kein klassischer Button sein. Ein klar beschrifteter Link reicht aus. Die Funktion entscheidet, nicht die Optik.
Der Widerrufsbutton ersetzt übrigens weder deine Widerrufsbelehrung noch die bestehenden Widerrufswege. Deine Kund:innen können weiterhin per E-Mail oder Brief widerrufen. Die elektronische Funktion kommt einfach dazu.
Der Widerrufsbutton kommt nicht einfach so. Er basiert auf einer EU-Richtlinie, die das Ziel hat, den Widerruf für Verbraucher:innen genauso einfach zu machen wie den Kauf. In Deutschland wurde das über § 356a BGB umgesetzt.
Hier findest du den Gesetzestext. Und hier findest du einen Artikel der IHK
Was das für dich bedeutet: Du brauchst eine digitale Widerrufsfunktion auf deiner Website, die klar erkennbar ist, jederzeit erreichbar ist und den Widerruf in zwei Schritten ermöglicht.
Der Widerrufsbutton basiert auf einer EU-Richtlinie und wurde in Deutschland über § 356a BGB umgesetzt.
Der Widerrufsbutton ist erforderlich, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Die Widerrufsfrist beträgt in der Regel 14 Tage und beginnt nach Vertragsabschluss oder Lieferung, wenn nicht aktiv darauf verzichtet wurde.
In allen folgenden Fällen gilt in der Regel: Widerrufsbutton Pflicht, wenn an Verbraucher:innen verkauft wird:
Onlinekurse
Digitale Produkte (Templates, E-Books etc.) ohne Widerrufsverzicht
Memberships (zusätzlich Kündigungsbutton notwendig)
Online-Shops mit physischen Produkten
Warum? Weil der Vertrag online abgeschlossen wird und ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht.
👉 Die Detailunterschiede (z. B. Widerrufsverzicht bei digitalen Produkten oder Besonderheiten bei Memberships) schauen wir uns im FAQ Teil genauer an.
Wenn du dich hier wiederfindest, brauchst du den Widerrufsbutton.
Der Widerrufsbutton ist ab dem 19. Juni 2026 verpflichtend für alle Unternehmen, die online Verträge mit Verbraucher:innen abschließen, sofern ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht.
B2B: kein Widerrufsrecht
Du arbeitest ausschließlich mit Unternehmen. Deine Kundinnen sind Selbstständige oder GmbHs, die den Kauf als Betriebsausgabe absetzen, also nicht als Privatperson, sondern als Unternehmen. In diesem Fall gilt das gesetzliche Widerrufsrecht normalerweise nicht. Kein Widerrufsbutton nötig.
Aber pass auf: Eine selbstständige Person, die deinen Kurs privat kauft, zum Beispiel einen Kurs zur Positionierung oder zum Aufbau eines Online-Business, gilt rechtlich als Verbraucherin. Sobald auch nur eine Privatperson bei dir kaufen kann, greift das Widerrufsrecht.
Du bietest 1:1 Coaching an. Der Ablauf: Erstgespräch, Angebot per E-Mail, Vertrag wird ausgedruckt und unterschrieben zurückgeschickt, oder ihr trefft euch und unterschreibt vor Ort. Kein Checkout, kein digitaler Abschluss. Kein Widerrufsbutton.
Sobald du aber einen „Jetzt buchen“-Button hast, hinter dem ein Checkout liegt, ist der Vertrag online abgeschlossen. Dann greift die Pflicht. Die Grenze ist nicht das Produkt. Die Grenze ist der Weg des Vertragsabschlusses.
Du verkaufst einen Videokurs, der nach dem Kauf sofort freigeschaltet wird. Beim Checkout gibt es eine Checkbox: „Ich stimme zu, dass der Zugang sofort beginnt und ich damit mein Widerrufsrecht verliere.“ Kund:innen setzen den Haken aktiv, nicht vorausgewählt, wirklich aktiv geklickt. Dann erlischt das Widerrufsrecht für dieses Produkt.
Ohne diese Zustimmung gilt das Widerrufsrecht. Immer.
Wenn du online an Verbraucher:innen verkaufst und ein Widerrufsrecht besteht, brauchst du ab Juni 2026 einen Widerrufsbutton.
Das übersehen viele: Die Pflicht gilt unabhängig von deiner Unternehmensgröße. Du bist Kleinunternehmerin nach § 19 UStG? Du machst keinen großen Umsatz? Spielt keine Rolle.
Sobald du online Verträge mit Verbraucher:innen abschließt und ein Widerrufsrecht besteht, brauchst du den Widerrufsbutton. Punkt. Keine Umsatzgrenze, keine Ausnahme für Solo-Selbstständige, keine Sonderregel für kleine Shops.
Hinweis: Die folgende Übersicht dient dir zur schnellen Einordnung und basiert auf typischen Fällen aus der Praxis. Sie ist bewusst vereinfacht und ersetzt keine individuelle rechtliche Beratung. Ob ein Widerrufsrecht im Einzelfall besteht, kann im Zweifel nur eine Anwältin oder ein Anwalt verbindlich beurteilen.
| Situation | Widerrufsbutton? |
|---|---|
| Onlinekurs über die Website verkauft | Ja |
| Templates oder digitale Produkte ohne Verzicht | Ja |
| Online-Shop mit physischen Produkten | Ja |
| Coaching nur für Unternehmerinnen (B2B) | Nein |
| Vertrag entsteht nach persönlichem Gespräch | Nein |
| Digitale Produkte mit aktivem Widerrufsverzicht | Nein |
Der Widerrufsbutton ersetzt keine Widerrufsbelehrung, sondern ergänzt sie durch eine digitale Widerrufsmöglichkeit.
Wenn deine Kundin erst suchen muss, ist dein Setup nicht klar genug.
Hier steckt ein Missverständnis drin, das sich hartnäckig hält. Der Widerrufsbutton muss kein Button sein. Kein auffälliges Design-Element, kein eigenes Widget. Ein klar beschrifteter Link reicht völlig aus.
Was zählt: Deine Kundin muss sofort verstehen, wo sie den Widerruf starten kann. Die empfohlene Beschriftung lautet „Vertrag widerrufen“, genau so steht es im Gesetz. Begriffe wie „Stornieren“, „Anfrage stellen“ oder „Kontakt aufnehmen“ sind nicht zulässig, weil sie zu vage sind.
Du kannst ihn auch schlicht „Widerruf“ oder „Widerruf erklären“ nennen, solange die Funktion klar ist.
Ich habe ihn im Footer meiner Website platziert. Direkt neben Datenschutzerklärung, Impressum und AGB. Warum? Weil der Footer auf jeder einzelnen Seite zu sehen ist. Egal ob jemand gerade auf meiner Über-mich-Seite ist oder im Blog, der Link ist immer da, von überall erreichbar.
Ein kleiner Textlink zwischen Impressum und AGB, genauso unscheinbar wie alles andere im Footer. Das reicht in der Regel nicht nicht. Der Gesetzgeber verlangt eine hervorgehobene Platzierung, der Button muss sich sehen lassen.
Kursanbieter:in: Link im Footer, eigene Zeile, fett gesetzt oder leicht größer als die anderen Links
Online-Shop: Im Footer sichtbar, zusätzlich auch ohne Login erreichbar, nicht nur im Kundenkonto
Coach mit Membership: Im Footer plus direkter Hinweis in der Widerrufsbelehrung mit Link
1 bis 2 Klicks. Von jeder Unterseite aus. Das ist die Vorgabe.
So sieht der Widerrufs-Prozess bei dir konkret aus:
Deine Kundin klickt auf den Widerrufsbutton oder Link in deinem Footer. Sie landet auf deiner Widerrufsseite, eine eigene Seite auf deiner Website, auf der dein Formular liegt.
Name, E-Mail-Adresse, Bestellnummer. Das dauert weniger als 60 Sekunden. Dann klickt sie auf „Vertrag widerrufen“, und erst dieser zweite Klick macht den Widerruf rechtlich wirksam.
Direkt danach passieren zwei Dinge automatisch. Deine Kundin bekommt eine Bestätigungsmail mit Datum und Uhrzeit des Eingangs, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Und du bekommst eine E-Mail mit allen Daten: Name, E-Mail, Bestellnummer, Zeitstempel.
Kein manuelles Suchen. Kein Instagram-DM. Kein Chaos im Postfach. Klick, Daten da, erledigt.
Wichtig
Die Bestätigungsmail bedeutet nicht, dass du den Widerruf bereits geprüft oder akzeptiert hast. Sie bestätigt nur: Der Widerruf ist eingegangen, mit Zeitstempel. Ob er fristgerecht und wirksam ist, prüfst du danach.
Und genau deshalb ist der Ablauf gesetzlich in zwei Schritte aufgeteilt.
Der Widerruf darf nicht mit einem einzigen Klick abgeschlossen werden. Das ist bewusst so geregelt, damit niemand aus Versehen widerruft. Der Ablauf besteht aus zwei Schritten: Klick auf den Widerrufsbutton oder Link, dann Formular ausfüllen und auf „Widerruf bestätigen“ klicken. Erst dieser zweite Klick macht den Widerruf rechtlich wirksam.
Das vergessen viele. Jemand kauft deinen Kurs über Digistore oder Ablefy, kein Account auf deiner Website, kein Login bei dir. Trotzdem hat diese Person ein Widerrufsrecht.
Du darfst den Widerruf nicht davon abhängig machen, dass sich jemand zuerst registriert. Das wäre eine Zugangshürde, und die ist nicht erlaubt.
Deshalb funktioniert der Footer-Link so gut: öffentlich, ohne Login, auf jeder Seite. Deine Kundin braucht nichts außer dem Link, und den findet sie in drei Sekunden.
Ja, meistens. Sobald auch nur ein einziges deiner Produkte widerrufsfähig ist, gilt die Pflicht für dein gesamtes Angebot. Der Button entfällt nur, wenn ausnahmslos alle deine Produkte und Leistungen vom Widerrufsrecht ausgeschlossen sind. Das ist in der Praxis selten.
Immer wenn du etwas in deinen Prozessen anpasst hat das Folgeaufgeben – den sogenannten „Rattenschwanz“. Damit du diesen nicht vergisst, hier eine wichtige Info:
Ab dem 19. Juni 2026 reicht deine bestehende Widerrufsbelehrung nicht mehr aus.
Du musst konkret ergänzen:
dass es eine elektronische Widerrufsfunktion gibt
wo diese zu finden ist (Link zur Widerrufsseite)
dass der Widerruf auch online erklärt werden kann
Warum das wichtig ist: Wenn dieser Hinweis fehlt, ist deine Widerrufsbelehrung unvollständig. Die Folge: Die Widerrufsfrist verlängert sich automatisch auf bis zu 12 Monate und 14 Tage.
👉 Das ist einer der kritischsten Punkte im gesamten Setup.
Kurz gesagt: Der Button allein reicht nicht. Erst in Kombination mit einer korrekt angepassten Widerrufsbelehrung ist dein Prozess wirklich sauber umgesetzt.
Kurz zusammengefasst: Das solltest du anpassen
Datenschutzerklärung: Hinweise zu deinem Formular (inkl. Anbieter/Plugin), ggf. Captcha und Datenübermittlung ergänzen.
Widerrufsbelehrung: Hinweis auf die elektronische Widerrufsfunktion + Link zur Formular-Seite aufnehmen.
Website (Footer): Sichtbaren Link „Vertrag widerrufen“ auf jeder Seite platzieren.
Bestellbestätigung (E-Mail): Link zum Widerrufsformular ergänzen.
Formular/Prozess: Bestätigungsmail (Zeitstempel) und interne E-Mail einrichten, damit der Eingang dokumentiert ist.
Ein Widerrufsformular dient dazu, den Widerruf eindeutig zuzuordnen. Die Pflichtangaben sind: Name und Vorname, E-Mail-Adresse sowie Bestellnummer oder Vertragsnummer.
Pflichtangaben
Name & Vorname
E-Mail-Adresse
Bestellnummer oder Vertragsnummer
Optionale Angaben, nur freiwillig!
Produkt oder Kurs
Datum der Bestellung
Zusätzliche Nachricht
Aber Achtung, du darfst den Widerruf nicht davon abhängig machen, dass eine Begründung angegeben wird. Diese Angabe darf ausschließlich freiwillig sein.
Falls du eine Membership oder ein Abo anbietest, musst du das wissen. Seit Juli 2022 gibt es den Kündigungsbutton, er ist für laufende Dauerschuldverhältnisse gedacht, also alles, was sich automatisch verlängert oder monatlich abgerechnet wird. Ab Juni 2026 kommt der Widerrufsbutton dazu, der für den Widerruf innerhalb der 14-tägigen Frist gilt.
Wenn du beides anbietest, brauchst du auch beides, klar getrennt, unterschiedlich beschriftet. Eine gemeinsame Schaltfläche für beides ist nicht zulässig.
Diese Anleitung funktioniert, wenn deine Website folgende Voraussetzungen erfüllt:
Falls du Elementor Pro noch nicht hast: Du kannst es auch über mich beziehen. Das ist durch meine Agenturlizenz günstiger als direkt bei Elementor direkt.
👉 Wenn du Elementor Pro noch nicht nutzt, kannst du es dir hier sichern
Diese Anleitung eignet sich für dich, wenn du:
Nach der Umsetzung gibt es auf deiner Website eine eigene Seite mit einem klaren Widerrufsformular.
Das Formular erfüllt drei zentrale Funktionen:
Prüfe vorab:
Elementor Pro ist aktiviert.
Du hast Zugriff auf dein WordPress-Backend.
Du kennst die E-Mail-Adresse, an die Widerrufe intern gesendet werden sollen.
Beispiel: Widerruf
Dieser Formularname hilft dir später bei der Zuordnung von Formular-E-Mails.
Lege im Formular diese Felder an:
Feld 1: Typ: Text, Label: Name, :Pflichtfeld: Ja
Feld 2: Typ: Text, Label: Vorname, Pflichtfeld: Ja
Feld 3: Typ: E-Mail, Label: E-Mail, Pflichtfeld: Ja
Feld 4: Typ: Text, Label: Bestellnummer / Vertragsnummer, Pflichtfeld: Ja
Diese Angabe ist wichtig, damit du den Widerruf eindeutig zuordnen kannst.
Feld 5
Typ: Textbereich, Label: Produkt / Kurs / Vertrag, Pflichtfeld: Nein
Dieses Feld hilft dir, den Widerruf schneller zu prüfen.
Füge ein weiteres Formularfeld hinzu:
Typ: Akzeptanz, Text: Hiermit widerrufe ich den oben genannten Vertrag., Pflichtfeld: Ja
Diese Checkbox stellt sicher, dass die widerrufende Person den Widerruf ausdrücklich bestätigt.
Füge eine zweite Checkbox hinzu:
Zusätzlicher Hinweis unter dem Feld:
Ein Widerruf ist nur möglich, wenn beim Kauf kein ausdrücklicher Verzicht auf das Widerrufsrecht erklärt wurde.
Der Formular-Button sollte klar benennen, was beim Klick passiert.
Empfohlener Buttontext: „VERTRAG WIDERRUFEN“
Eine klare Beschriftung reduziert Missverständnisse und erhöht die Verständlichkeit.
Beispiel: team@deinedomain.de
Optional: Du kannst nach dem Absenden auf eine Danke-Seite weiterleiten. Dort erklärst kurz die nächsten Schritte.
Es hat geklappt
Dein Widerruf wurde an unser Team gesendet.
Du erhältst innerhalb weniger Minuten eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail.
Unser Team prüft den Vorgang manuell,ob deinem Widerruf stattgegeben werden kann.
Die Prüfung dauert ca. .....
Hier kannst du deinen Widerrufsprozess prüfen: https://feiersun.de/widerruf-check/
Beispiel: team@deinedomain.de
Betreff: Neuer Widerruf über das Formular
Nachricht:
Hallo XXX,
über das Widerrufsformular ist ein neuer Widerruf eingegangen.
Übermittelte Daten:
Name: [field id="name"] [field id="vorname"]
E-Mail: [field id="email"]
Bestellnummer / Vertragsnummer: [field id="vertragsid"]
Artikel: [field id="artikel"]
Aktiviere zusätzlich E-Mail 2 im Formular.
Empfänger: [field id=“email“]
Betreff: Eingang deines Widerrufs
Nachricht:
Hallo [field id=“vorname“],
ihr / dein Widerruf ist bei uns eingegangen.
Übermittelte Daten:
Name: [field id=“name“] [field id=“vorname“]
E-Mail: [field id=“email“]
Bestell- oder Vertragsnummer: [field id=“vertragsid“]
Artikel: [field id=“artikel“]
Wir prüfen deine Anfrage manuell. Die Prüfung dauert maximal 5 Werktage.
Viele Grüße
Team XY / oder dein Name wenn du kein Team hast
Damit Kund:innen das Formular finden, sollte der Link an mehreren Stellen deiner Website erscheinen.
Typische Footer-Links:
Link: https://deinedomain.de/widerruf
Formulierungsbeispiel:
Du kannst deinen Widerruf über unser Formular erklären:
https://deinedomain.de/widerruf
Formulierungsbeispiel:
Wenn du deinen Vertrag widerrufen möchtest, kannst du unser Formular nutzen:
https://deinedomain.de/widerruf
Nach diesen Schritten gibt es auf deiner Website:
Damit hast du eine zentrale und nachvollziehbare Lösung, über die Widerrufe sauber eingehen und dokumentiert werden.
Diese Anleitung löst die technische Umsetzung. Sie ersetzt keine individuelle Rechtsprüfung.
Prüfe zusätzlich:
Du nutzt kein Elementor Pro oder hast aktuell noch keine WordPress-Website? Kein Problem.
Damit du für diese gesetzliche Änderung nicht deine komplette Website umbauen, umziehen oder neu erstellen musst, habe ich dir alternative Wege zusammengestellt.
Denn es gibt nicht nur die eine Lösung.
Da dieser Artikel sonst zu lang werden würde, habe ich die weiteren Optionen bewusst ausgelagert.
Das bekommst du:
Trag dich ein und ich schicke dir:
Zusätzlich:
Hol dir die Anleitung für dein Setup per E-Mail:
So setzt du den Widerrufsprozess sauber um, ohne dein Setup komplett neu bauen zu müssen.
Mit der Anleitungen sende ich dir den BOLD Letter. | Deine Einwilligung in den Versand meiner E-Mails ist jederzeit widerrufbar über den “Abbestellen”-Link am Fuß jeder E-Mail oder an die im Impressum angegebenen Kontaktdaten. Der Versand erfolgt entsprechend meiner Datenschutzerklärung.
Ich mach das kurz und konkret.
Wettbewerbsverbände und Mitbewerber prüfen Websites, automatisiert, systematisch, regelmäßig. Sie finden deinen fehlenden oder nicht konform eingebauten Widerrufsbutton. Was dann passiert:
Abmahnung mit Unterlassungserklärung
Anwaltskosten zwischen 300 und 1.500 Euro
Vertragsstrafe bei erneutem Verstoß
Bußgelder von bis zu 50.000 Euro bei schweren Fällen
Gerade kleine Online-Businesses werden gezielt abgemahnt, weil sie einfachere Ziele sind. Das passiert nicht selten, das passiert gerade jetzt.
Aber der teuerste Fehler ist ein anderer. Ohne angepasste Widerrufsbelehrung ist dein Setup nicht vollständig.
Konkret gerechnet: 50 verkaufte Kurse à 500 Euro. Das sind 25.000 Euro, die im Extremfall angreifbar sind. Für etwas, das du an einem Nachmittag sauber lösen kannst.
Die gute Nachricht
Du kannst das sauber lösen, bevor der 19. Juni 2026 kommt. Ein Nachmittag, ein Formular, einmal einrichten, fertig. Die Anleitung findest du direkt im nächsten Abschnitt.
Du hast den Artikel gelesen. Jetzt weißt du, was Sache ist. Hier ist dein konkreter To-do-Plan.
Abhaken und umsetzen
Du hast zwei Wege:
Du nutzt die Anleitung in diesem Artikel und richtest dein Widerrufsformular Schritt für Schritt selbst ein.
Wenn du WordPress und Elementor nutzt, musst du dich da nicht allein durchwühlen. In einer Umsetzungs-Session bauen wir dein Widerrufsformular direkt auf deiner Website ein.
Ergebnis der Session:
Widerrufsseite steht
Formular funktioniert
Footer-Link ist korrekt platziert
Bestätigungsmail läuft
Test ist durchgeführt
Das ist sinnvoll für dich, wenn du:
keine Zeit für Trial-and-Error hast
Fehler und Abmahnrisiken vermeiden willst
ein sauberes Setup in einem Durchgang willst
Ablauf (60–90 Minuten):
Kurzcheck deines Setups
Gemeinsamer Einbau von Seite und Formular
Mail-Setup und Testlauf
Klare nächsten Schritte für Widerrufsbelehrung und Datenschutz
Wichtig: Keine Rechtsberatung. Fokus ist die technische und strukturelle Umsetzung.
👉 Du gehst nicht mit einer To-do-Liste raus, sondern mit einem fertigen Setup.
Wenn du dir Zeit sparen und sicher sein willst, dass alles sauber umgesetzt ist, dann ist die Session der schnellste Weg.
👉 Session buchen und direkt umsetzen
Das ist der schnellste Weg, wenn du es nicht selbst rausfinden willst.
Hinweis: Ich biete nur eine begrenzte Anzahl an Sessions pro Woche an.
Geeignet für: WordPress + Elementor Nutzer:innen
Wir setzen das gemeinsam live auf deiner Website um.
Ich hab hier einmal häufige Fragen zusammengefasst (die ich jeder Zeit ergänzen kann)
Der Widerrufsbutton ist eine elektronische Funktion, über die Verbraucher:innen einen Vertrag online widerrufen können.
Ab 19. Juni 2026 für alle Unternehmen, die online Verträge mit Verbraucher:innen abschließen. Das betrifft Online-Shops, Anbieter von Onlinekursen, Membership-Plattformen und Anbieter digitaler Produkte.
Das hängt davon ab, wie dein Coaching-Angebot abgeschlossen wird. Wenn Kund:innen direkt über deine Website buchen und bezahlen, ja. Wenn der Vertrag nach einem persönlichen Gespräch offline unterschrieben wird, nein. Nicht das Produkt entscheidet , der Weg des Vertragsabschlusses.
Ja, in den meisten Fällen. Ausnahme: Kund:innen haben beim Kauf aktiv zugestimmt, dass der Kurs sofort freigeschaltet wird und sie damit ihr Widerrufsrecht verlieren. Ohne diese aktive Zustimmung gilt das Widerrufsrecht.
Nein. Der Widerrufsbutton ist nur notwendig, wenn Verträge mit Verbraucher:innen (B2C) abgeschlossen werden und ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Reine B2B-Shops sind in der Regel ausgenommen.
Keine Behörde prüft das aktiv. In der Praxis achten vor allem Wettbewerbsverbände, Verbraucherzentralen und Mitbewerber auf die Umsetzung.
Ein Verstoß kann zu einer kostenpflichtigen Abmahnung führen.
Wenn du den Widerrufsbutton nicht oder nicht korrekt einbaust, riskierst du eine Abmahnung.
Das bedeutet: Anwaltskosten zwischen 300 und 1.500 Euro, eine Unterlassungserklärung und bei erneutem Verstoß eine Vertragsstrafe. Zusätzlich kann sich die Widerrufsfrist auf bis zu 12 Monate und 14 Tage verlängern.
Ja. Wenn Kund:innen über Smartphone oder Tablet einen Vertrag abschließen können, muss die Widerrufsfunktion dort ebenfalls erreichbar sein. Der Button darf nicht nur auf der Desktop-Version erscheinen.
Grundsätzlich gilt auch bei digitalen Produkten ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Es erlischt nur, wenn Kund:innen beim Kauf aktiv zugestimmt haben, dass der Zugang sofort beginnt und sie ihr Widerrufsrecht damit verlieren.
Die einfachste Lösung: eine eigene Seite mit einem Widerrufsformular und ein klar sichtbarer, hervorgehobener Link im Footer. Dahinter liegt ein Formular mit zwei Schritten: Daten eingeben, dann auf „Vertrag widerrufen“ klicken. Nach dem Absenden bekommt deine Kundin automatisch eine Bestätigungsmail.
Du brauchst eine eigene Seite mit einem Widerrufsformular, einen gut sichtbaren Link im Footer mit der Beschriftung „Vertrag widerrufen“, eine automatische Bestätigungsmail nach dem Absenden und eine aktualisierte Widerrufsbelehrung.
Wie das mit dem Elementor-Tool geht hab ich dir in diesem Artikel erklärt.
Du hast keinen Elementor? Dann schau mal hier >>klick<<
Sauber und dauerhaft lässt sich die Pflicht am besten über eine eigene Website mit öffentlich zugänglicher Widerrufsseite lösen. Ohne eigene Website wird es schnell unübersichtlich, weil dir meist die klare, jederzeit erreichbare Widerrufsfunktion fehlt. Wenn du aktuell noch keine Website hast, brauchst du eine individuelle Übergangslösung. Die würde ich nicht pauschal im Artikel empfehlen, sondern im Einzelfall sauber prüfen.
Kurz gesagt: Gar nicht so sauber und einfach wie mit einer eigenen Website. Technisch kannst du zwar mit externen Formular-Tools oder E-Mail-Marketing-Formularen arbeiten, aber genau dort entstehen schnell Fragen zu Zugänglichkeit, Datenschutz, Dokumentation und sauberer Einbindung. Deshalb zeige ich dir hier bewusst die Lösung über WordPress und Elementor. Wenn du keine eigene Website hast oder eine andere technische Lösung brauchst, hol dir dafür lieber eine individuelle Einschätzung.
Als Übergang kann das technisch funktionieren, aber es ist selten die sauberste Lösung. Du hast zusätzliche Tools, mehr Abhängigkeiten und oft mehr Abstimmungsbedarf bei Datenschutz und Prozess. Für ein stabiles Setup ist eine eigene Widerrufsseite auf deiner Website in der Regel der klarere Weg.
Ja. Ein einfaches Kontaktformular reicht in der Regel nicht aus. Es fehlt die klare Zuordnung (z. B. Bestellnummer als Pflichtfeld), die eindeutige Bestätigung des Widerrufs und die strukturierte Dokumentation.
Für einen sauberen Prozess brauchst du ein dediziertes Widerrufsformular mit klaren Feldern und Bestätigungsschritt.
Der Button muss dort erreichbar sein, wo der Vertrag zustande kommt bzw. wo Kund:innen ihn sinnvoll finden können. In der Praxis bedeutet das: Du solltest den Widerrufslink immer auch auf deiner eigenen Website bereitstellen und in Mails oder Kundenbereichen verlinken.
Ob zusätzlich direkt im Tool etwas nötig ist, hängt vom Setup ab und sollte im Zweifel geprüft werden.
Die Bestätigungsmail dient als Eingangsbestätigung. Sie sollte enthalten:
Hinweis, dass der Widerruf eingegangen ist
Datum und Uhrzeit (Zeitstempel)
Bezug zum Vertrag (z. B. Bestellnummer)
Wichtig: Die Mail bestätigt nur den Eingang. Ob der Widerruf wirksam ist, prüfst du anschließend.
Der Widerrufsbutton wird ab 19. Juni 2026 für viele Online-Verträge verpflichtend.
Die meisten von euch brauchen ihn. Die wenigsten haben ihn aktuell sauber umgesetzt.
Du kannst das Thema weiter vor dir herschieben. Oder du setzt es jetzt einmal sauber auf und hast danach einen klaren Prozess statt Support-Chaos und bist dann direkt fit für Juni und kannst der Änderung entspannt entgegen sehen.
Wenn du WordPress und Elementor nutzt, kannst du die Anleitung in diesem Artikel direkt umsetzen. Wenn du es schneller und sauberer lösen willst, buch dir eine Umsetzungs-Session und wir bauen es gemeinsam auf deiner Website ein.
In diesem Sinne alle Details zum Widerrufsbutton und zur Umsetzung findest du hier nochmal im Überblick
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Hinweis: Dieser Artikel dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Ich bin keine Rechtsanwältin. Gerade bei rechtlichen Themen wie dem Widerrufsrecht können Details im Einzelfall entscheidend sein, zum Beispiel wenn du Mischprodukte anbietest, ausschließlich B2B arbeitest oder dir bei deinen AGB nicht sicher bist. Wenn du unsicher bist, kläre deine konkrete Situation mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
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