Wenn die Angst mit reist

Heute nehme ich dich mit auf den Weg meines ersten Fluges allein. Allein bin ich noch niemals geflogen und der Grund war immer die Angst. Die Angst hatte mich jahrelang im Griff und irgendwie war es ein stetiger Kampf mit ihr….. 

Bis ich es wagte, mich ihr zu stellen und das ganz ohne Kampflust.

Ich sitze im Zug, also in der S-Bahn und bin auf dem Weg zum Flughafen. Das erste mal allein. Wobei ich nicht allein bin. Die Angst reist mit.

Es ist keine Angst vor einem Absturz. Keine Angst vor einem Anschlag oder einer Flugzeugentführung. Ich kann sagen was sie nicht ist, aber sie auch nicht auf eine Sache beziehen. Kontrollverlust? Ein geschlossener Raum…. der Check In? Die vielen Menschen auf die ich mich eigentlich freue? Ja auch die machen mir Angst. Kein einzelner. Keine benennbare Sache. Einfach die Masse. Das Gewusel und die Lautstärke…. der viele Input und die vielen Gespräche … Ich freue mich auf all das und doch macht es mir an manchen Tagen noch immer Angst …

Heute kann ich es greifen. Ich fliege das erste mal allein. Das erste mal allein Einchecken, den Koffer aufgeben. Sicherheitskontrolle und ins Flugzeug einsteigen. Das erste mal auf dem Platz sitzen, neben dem sonst das Kind oder der Mann sitzen. Wissentlich das sie da sind.

Nicht allein unter all den Menschen…..

Ich spüre wie mein Atmen schneller wird. Mein Herz erhöht die Frequenz und zwischendurch kann ich kaum dagegen anatmen. Dann werden die Hände nass, der Hals zieht zu. Das Herz und der Margen krampfen und die Beine werden schwer wie Blei. Ich kenne das. Weiter atmen. Es geht, es passiert nichts. Ich weiß das. Mein Kopf weiß das sehr genau…. ich erinnere mich daran. Sage es mir immer wieder und hoffe still das mich keine Panikattacke überfällt. Oder mir in der vollen Bahn die Tränen beginnen zu laufen.

Mehr Menschen steigen ein. Die Luft wird schlechter. Alles enger. Ich atme.

Ich weiß das nichts passieren wird. Ich kenne die Anzeichen und ich kenne die verrückten Gedanken. Ich weiß wie ich reagiere und ich weiß auch, wie stolz ich sein werde, wenn ich Sonntag zu Hause sitze und begreife was ich großes geleistet habe. Großes für mich.

Die Angst reist mit und ist heute das erste mal wieder richtig groß.

Nun macht mir jede Kleinigkeit Angst. Ich nehme mein Handy. Nichts lenkt mich ab. Während ich einatme und ausatme stelle ich mir vor, wie ich aufhöre zu kämpfen. Nicht aufgeben, sondern aufhören. Plötzlich setzt sie sich neben mich. Ich weiß nicht mit welcher Absicht, doch ich beginne zu tippen.

Schreiben gegen – für – mit der Angst

Ich tippe diese Worte von denen ich beim ersten Satz nicht weiß, welcher folgen wird. Ich nehme sie an, auch wenn die Angst mit reist. Ich bitte sie zu mir und versuche sie in etwas positives um zu wandeln. In etwas, was mich nicht angreift….

Denn vielleicht ist es einfacher mit der Angst zu gehen statt vor ihr davon zu laufen. Mein Weg mit der Angst und eine Begegnung mir ihr. Angststörungen im Alltag. Angst im Leben.  Überwinde die Angst. Panikattacken - Selbsthilfe - Wie ich es geschafft habe meine Flugangst in den Griff zu bekommen.   #feierSun #Angst #Panik #PanikAttacke

Plötzlich setzt sich eine lächelnde Frau neben mich. Sie sieht wie wild ich tippe, sieht den Koffer und lächelt. Steht mir die Angst schon ins Gesicht geschrieben? Egal, ihr Lächeln tut mir gut und ich atme und spüre auch ein Lächeln auf meinen Lippen.

Die Angst reist mit, aber sie bringt mich auch immer wieder dazu Dinge zu tun, die mich selbst überraschen. So wie mein gleich anstehender erster Flug allein.

Hallo Angst, wir kennen und schon so lange, wollen wir nicht aufhören uns zu bekämpfen? Vielleicht mögen wir uns ja sogar?

Erkenntnis mitten in der Angst 

Und während ich diesen Artikel hier editiere um ihn für dich einigermaßen verständlich zu gestalten kann ich dir sagen: ich bin ins Flugzeug gestiegen. All die Kraft die es gekostet hat, all die Angst, all die Überwindung waren es wert. Denn der Stolz stand mir das ganze Wochenende ins Gesicht geschrieben und er trägt mich auch ein kleines weitere Stück. „Hallo Angst, es ist ok das du da bist, aber lass uns aneinander wachsen.“

Kennst du diese Begegnungen mit der Angst?

In diesem Sinne – etwas zu tun, obwohl du irre Angst hast, kann sich irre gut anfühlen. Ich spüre es heute noch. 

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Wenn meine Kräfte es zulassen und es sich gut anfühlen wird, nehme ich dich gerne mit in meine Phasen der Angst. In die, die waren, aber auch auf den Weg, den ich gegangen bin und noch immer gehe. Diese Gedanken kommen aber nur zu der Zeit, zu der sie für mich richtig sind. Das ist ok, denn sie zu erzwingen wirft mich nur nur dahin zurück, wo ich niemals mehr sein möchte. Dahin, wo es mich noch mehr Kraft kostet. Kraft, die ich viel liebe für schöne Dinge umsetzten möchte.

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Kategorie Gedanken

Hier schreibt JesS (33), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

8 Kommentare

  1. Zum Glück habe ich keine Flugangst, Höhenangst oder der gleichen. Ich finde es aber toll und bewundernswert, dass du dich deiner Angst gestellt hast! Hast du sie so besiegt?

    • Liebe Karin, ich danke dir für deinen Kommentar. Ich glaube „besiegen“ kann man sie gar nicht – das habe ich die letzten Jahre immer versucht, aber ich versuche mal den Weg als „Gefährten“ statt das mit dem Kämpfen und besiegen. Aber wie du gelesen hast, bin ich geflogen und wie es mit allen Überwindungen ist – man merkt beim Machen (oder danach) das es gar nicht so schlimm ist und das die Angst das einzige ist, was schlimm sein kann.

  2. Wow, Jessi ❤️ Das ist wirklich ganz mutig und Wahnsinn toll. Flugangst kenne ich (zum glück??) nicht, aber Höhe auf Leitern oder Brücken lähmt mich ähnlich. Die letzten Versuche diese zu überqueren habe ich dann doch abgebrochen, deshalb bewundere ich dich noch mehr!

    • Liebe Julia, danke und: oft ist die Angst vor der Angst größer denn ich hab es überstanden und das „Machen“ war dann gar nicht mehr so schlimm.

  3. Toll, dass du es geschafft hast! Vor dem Fliegen habe ich zwar auch Respekt, aber zum Glück keine richtige Angst. Ich drücke dir die Daumen, dass du die Angst immer wieder besiegen kannst!

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