Planänderungen ohne Pläne – denkste

Planänderungen

Wenn man keine Pläne hat kann man auch nix ändern – und wenn, man dann doch vor Änderungen steht, merkt man plötzlich, dass man anscheinend doch mindestens einen unausgesprochenen hatte…Nicht nur was das Thema Familie und Familienplanung angeht fallen mit Änderungen schwer. Ich bin intuitiv – ich ändere meine Pläne schon das ein oder andere Mal. Doch wenn jemand anderes – und sei es das Leben – meine Pläne über den Haufen wirft, dann gerate ich einmal kurzzeitig in Panik – zumindest so lange bis ich dann wieder im Takt bin.

Als ich anfing Pläne zu machen und mich nicht mehr nur vom Leben treiben zu lassen und zu sehen wohin es führen würde, da fing sie an, die Angst diese nicht zu erreichen.

Aber zurück zum Thema, über Ängste werde ich an andere Stelle schreiben – hier hing es ja um Pläne. Mutterwerden stand für mich immer außer Frage. Manchmal witzelte ich „Bis ich 30 bin will ich durch sein, Kind unterwegs oder schon da, verheiratet und im Haus“ – so fast kam das ja hin, aber eben auch nur fast….

 

Planlos hielt ich mich an meinen Plänen fest

Irgendwie versuchte ich immer so krampfhaft keine Pläne zu haben, dass es mir gar nicht aufgefallen war, dass ich schon längst Pläne hatte. Viele Pläne reihten sich an andere und wenn sie dann einmal einfach in anderer Reihenfolge geschahen hatte ich es schon nicht immer einfach mit dem Atmen.

Und so war es schon einmal für mich eine Mammutaufgabe die Pläne des Mannes und die meinen auf einen Nenner zu bringen – so viel zu „ich hab ja keine Pläne“ – wie toll man sich das einreden kann sehe ich an mir. Während der Mann Änderungen pragmatisch entgegensieht, manches auch einfach erst einmal abwartet – sein seine Taktik des Aussitzens ist definitiv der entspannte Weg, nur leider nicht meiner – ich bin eben einfach viel schneller in Panik. Also fast bei jeder Änderung – ich bin die mit den Emotionen – er mit der Geduld. Aber so ergänzten wir uns immer sehr gut und raufen uns zusammen.

Und natürlich war es klar das sich, nachdem ich schon hier hoch gezogen war, unsere Pläne die wir uns nicht eingestehen wollten, nicht in ihrer ursprünglichen Reihenfolge umsetzen ließen.

Nach meinem Umzug stand eigentlich der Hausbau auf dem Zettel, dann Heiraten, Kinder bekommen – so in etwa sollte es aussehen. Jedoch genossen wir das Leben als Paar und die Unabhängigkeit einfach zu sehr, als das wir diese Pläne in die Tat umsetzten.
Dazu brauchten wir dann schon einen kleinen Tritt in den Hintern – also eher aus dem Bauch heraus, denn die Motte kündigte sich nicht brav nach dem Hausbau und der Hochzeit an – wie auch, wir fingen ja nicht damit an.

Also bekamen wir das Kind mitten im Hausbau – wir fingen echt sofort an nachdem sich die Motte in meinen Bauch geschlichen hatte und zogen dann mit einem fast einjährigem Kleinkind in dieses. Heirateten dann eineinhalb Jahre später und die Fragen wurden lauter nach Nummer zwei. Zumindest die Fragen aus dem Umfeld.

Das Leben schien uns zu verschlingen und so entdeckten wir meine Osteopenie fast nebenbei die ein zweites Kind, so lange die Motte noch ein Kleinkind und ein Tragling war ausschloss. Zumal ich das Leben mit dieser Krankheit auch neu lernen musste. Das Finden in diesen ganzen vielen neuen Rollen war anstrengend und zehrend und doch schien mir immer klar zu sein – das ist es noch nicht gewesen.
Aber ich machte ja keine Pläne – zumindest ich glaubte mir dieses Vorhaben noch immer….

 

Planänderungen des Lebens

Plötzlich hat das Leben uns dann unseren Plan vor die Füße geschmissen, laut gelacht und sich einen neuen für uns überlegt. Wieder war sie da die Angst, die Panik vor dem was kommen würde und wie ich das alles schaffen sollte. Kann ich das überhaupt?? Ein Kind aufnehmen?? Hab ich die Macht und die Liebe und die Geduld?? Auch wenn ich denke das, dass Leben uns nur das vor die Füße wirft, was wir auch leisten können, denn das Schicksal weiß genau, wer welches Päckchen tragen kann – meine Pläne wie sie auch immer aussahen, wurden in diesem Falle wild durch die Luft geschleudert. Wir nahmen unser Pflegekind auf und entschlossen uns – für ihn zu kämpfen und eine Familie zu werden.

 

Und dann stelle ich fest – ich hatte doch sehr wohl einen Plan

Plötzlich spürte ich sie – die Sehnsucht – die Sehnsucht auf die dieser ganze Blogparade gewachsen ist. Die Sehnsucht nach einem zweitem Leben in meinem Körper, doch nun hatte ich erst einmal diesen Jungen. Die Aufgabe und dieses Paket zu tragen und ganz andere Ängste mit denen ich wieder – wir wieder in den Takt finden mussten.
Wie konnte es nun sein das, nachdem wir den Kampf um den Jungen überstanden (ein Wort wie „gewonnen“ fühlt sich an dieser Stelle irrational an) hatten – das ich nun plötzlich die Sehnsucht nach einem zweiten geborenem Kind verspüre – habe ich gerade nicht genug zu rocken??

 

Planänderungen gehörten zum Alltag

Wenn man ein Kind aufnimmt, welches schon 15 Jahre lang seine eigene Geschichte mitbringt, seinen Packen zu tragen hat, sein Leben schon in einer Bahn gelenkt ist und doch noch nicht ganz fertig, dann gehören Planänderungen zum Alltag. Nicht weil ich die Pläne immer wieder ändern, sondern weil man mit viel mehr Faktoren in Abhängigkeit steht. Da gibt es leibliche Eltern, Jugendämter, Schulen, Vorstellungsgespräche, Ärzte, Kliniken…. und ganz nebenbei dann auch noch stinknormale und situationsabhängige Teenager-Allüren und Sehnsüchte nach den eigenen Eltern…
Und dann komm ich daher mit meiner Angst vor Planänderungen durchlebe ich hier eine Konfrontation wie sie in keiner Therapie härter sein könnte. 


Wie ich das schaffe?? Ich hab keine Ahnung!!!!! Ich schaffe das nicht für mich, ich schaffe es für den Mann, für die Motte. Ich schaffe es für den großen Jungen und für uns zusammen als Familie. Ich schaffe es für die Firma und ein bisschen auch weil ich es schaffen will – Angst, Panik und Perfektionismus – eine brisante Mischung, die nicht immer gut tut, aber die funktioniert. Außerdem habe ich den Willen das zu schaffen – ich habe die Entscheidung getroffen das zu schaffen – genau wie ich die Entscheidung traf glücklich zu sein!!

 

Wie geht Ihr mit Plänen und Planänderungen um? Fallen sie Euch leicht oder

 

 

Mein Artikel über meine ganz persönliche Sehnsucht war der Grundstein das die liebe Kerstin von Chaos² einen längst liegenden Artikel raus haute und daraus eine Blogparade zauberte – weil ich mein Herz sprechen lies – ich kann es noch gar nicht glauben. Also – wie sahen Eure Pläne aus? Unter dem Titel #Planänderung sammelt sie alle Artikel bis zum 30. April und ich freue mich auf Eure Sichtweisen.

 

In diesem Sinne ~ das Leben funktioniert nicht nach Plan und damit müssen gerade Menschen wie ich einfach umgehen lernen.

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Kategorie Familie, Gedanken, Pflegschaft

Hier schreibt JesS (33), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

4 Kommentare

  1. Hallo Jessi,

    ich mag deinen Blog, nun bin ich fast täglich hier…
    Pläne, hmmm, ich mag sie irgendwie nicht, ich bin gerne frei, hab ich mich doch in einigen der Artikel über #regrettingmotherhood wiedergefunden. Erschreckend, wie sehr. Mit Kindern geht das ja nicht, also habe ich Pläne, den Plan, dass wir eine Wohnung gekauft haben, in einer großen Süddeutschen Stadt, dass wir nächstes Jahr dorthin umziehen, wann die Kinder in die Schule gehen, dass wir nun viele Jahre einen Kredit abzahlen, dass sind gerade die Meilensteine, die so anstehen. Die Zeit rast dahin, dass es mich erschreckt und je schneller sie rast, desto näher kommt das Planziel (hmm, gibt es das Wort?). Und was ist dann, was gibt es dann für Pläne, ich bin froh, diese noch nicht zu kennen und mich dahin treiben lassen zu können… vielleicht planlos 😉

    Viele Grüße
    Daniela

    • Ja es war stressig und wenn man wie ich ist und zu Ängsten neigt, sie sich dann in alle Richtungen sensibilisieren – hinzu kam ja n och der Hormon-Cocktail, dann geht das schon mal an die Nerven weil Existens-Ängste auftauchen. Wohnung muss 3 Monate im Voraus gekündigt werden, dass Haus sah da aber noch nicht bewohnbar aus…. aber auch das haben wir gerockt.
      Was mich die ganze Zeit mega gestört hat: Ich konnte weder Schwanger, noch mit Säugling und selbst mit Baby kaum anpacken. Ich hab mich viel aufgeregt weil mein mann unser ruhender Pool ist und kam dann oft als die Mecker-Ziege rüber die ausschließlich meckert und nicht mit anpackt…. das war eine beschiedene Rolle

  2. Pingback: Familienplanung, Kinderwunsch, Überraschungen und die große #Planänderung « Chaos² – Familienwahnsinn im Doppelpack

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