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Leben & Krankheit & Tod – wie erkläre ich es meinem Kind?

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Krankheiten sind für uns Erwachsene manchmal schon schwer zu verstehen, aber wie sieht es dann bei unseren Kindern aus? Haut es sie aus den Socken oder gehen sie viel unverkrampfter mit diesen neuen Lebenssituationen um? Soll ich mein Kind dabei zusehen lassen, wie ein geliebter Mensch gegen seine Krankheit kämpft und diese ggf. auch verlieren kann?

Krankheiten, Kinder, Begleiten und Trauer sind Worte, mit denen sich meine heutige Gastautorin auseinander setzt. Und sie fragt Euch: Was soll sie tun? Was würdet Ihr tun?

Unser kleiner Mann liebt seine Omas und Opas und freut sich immer wahnsinnig, wenn er sie sieht.

Vor ein paar Tagen bekamen wir eine Nachricht und ich hätte nie gedacht, dass ich darüber nachdenken muss, wie ich diesem kleinen Mann irgendwann vielleicht erklären muss, dass ein Opa nicht mehr da ist…

Opa ist gerade mal 60 und hat natürlich, wie wir alle, so seine „Wehwehchen“. Vor ein paar Jahren hat er den Krebs besiegt und es ging ihm auch wieder richtig gut. Letztes Jahr wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass der Krebs wieder da sein könnte und ihm wurde vorsorglich etwas aus seinem Körper entfernt. Da er auch ohne dieses Etwas gut leben kann, war es eigentlich nicht weiter tragisch und es ging ihm auch soweit gut.

Vor ein paar Wochen wurde er untersucht und es wurde festgestellt, dass sich etwas vergrößert hatte. Man hat dann beschlossen, die Vergrößerung zu entfernen.

Vor ein paar Tagen, an dem Tag, als ich angefangen habe, darüber nachzudenken, was ich meinem Kind hoffentlich nie sagen muss, bekamen wir dann das Ergebnis – es waren Tumore. Bösartige. Und das Gewebe war auch befallen. Es wurde eine weitere Untersuchung angesetzt, die klären soll, ob die Lunge schon befallen ist. In diesem Falle würden die Ärzte nichts mehr tun. Während ich diese Zeilen schreibe, bekomme ich die Nachricht, dass auch in der Leber Metastasen gefunden wurden.

Mein kleiner Mann ist noch nicht mal zwei Jahre alt. Er ist sehr gern beim Opa und ich frage mich, was ich tun muss, wenn DER Tag kommt. Natürlich denke ich nur Positives. Ich hoffe, dass sich alles zum Guten wendet, und so manch Einer mag vielleicht meinen, dass ich doch nicht gleich das Schlimmste denken darf. Aber ich denke trotzdem „was, wenn?“. Kann ein Kind in diesem Alter schon begreifen, dass ein geliebter Mensch nicht mehr zurückkommt? Was sagt man dann eigentlich? Wie lange wird das Kind nach diesem Menschen fragen und wie reagiert das Umfeld darauf? Wie trauert ein Kind? Es ist vielleicht ein blöder Gedanke, aber kann oder soll ein Kind einen Menschen beim Sterben begleiten? Soll ich als Mama dann sagen, dass dieser Mensch bald nicht mehr bei uns sein wird? Oder soll ich so tun, als wäre alles in Ordnung? Ich weiß es wirklich nicht.

Wenn ich meinen kleinen Mann so anschaue und er mich anlacht und vor sich hin plappert und zwischendurch auch mal „Opa“ sagt (wenn er Bilder sieht) dann zerreißt es mir das Herz und ich wünsche ihm, dass er seinen Opa noch ganz lange hat und sich weiterhin wie verrückt freuen darf, wenn wir ihm sagen, dass wir zu Oma und Opa gehen.

Wie seht ihr das? Wart ihr schon mal in so einer Situation mit eurem Kind? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr ein paar Kommentare da lasst.

Gerne dürft ihr mir auch eine Nachricht schreiben. Schickt sie einfach an Jessica, sie leitet diese dann an mich weiter.

Ich habe Jessica gebeten, diesen Beitrag anonym zu veröffentlichen, da viele aus unserem Umfeld meinen Blog lesen und ich nicht möchte, dass gleich alle Bescheid wissen. Da es sich hier um den Papa meines Mannes handelt, möchte ich, dass er selbst entscheiden soll, wem er wie viel erzählt.

Ich wünsche euch eine schöne Zeit mit euren Liebsten. Nutzt sie gut, denn diese Zeit bekommt ihr nie wieder!

Irgendwann eimal kommt das Thema auf viele Familien zu. Krankheiten sind für uns Erwachsene manchmal schwer zu verstehen, wie sieht es dann bei unseren Kindern aus? wie gehen sie mit diesen neuen Lebenssituationen um? Den richtigen Umgang mit dem Tod. Umgang mit Krankheit. Ein sensibles Thema mit Fingerspitzengefühl | #feierSun #Familie #Gedanken #Krankheit #Tod #Beziehung #Erziehung


Vor wenigen Wochen ist meine geliebte Tante verstorben. Sie war nicht mehr gesund, aber noch fit genug, sich das Haus über die Weihnachtstage voll zu laden. Ich war wenige Tage zuvor in der Heimat und bereute sehr, sie nicht mehr gesehen zu haben. Der Mann und ich beschlossen sofort, die Motte, wäre es zu einer Beerdigung gekommen, mit zu nehmen. In der Situation zu schauen, wie weit sie es verstehen und erleben kann. Der Tot gehört zum Leben. Aber ich weiß nicht wie ich reagiert hätte, wenn wir meine Tante hätten sterben sehen müssen. Sie dabei begleiten. Es wird keine Beerdigung geben, das war ihr Wunsch. Daher waren wir nicht dort, nicht in dieser Situation.

Bitte gebt meiner Gast-Autorin und damit auch allen anderen, die jemals in eine solche Situation kommen einen Rat. Ich lasse die Kommentar-Funktion offen und bin genauso dankbar wie sie für jeden Denkanstoß und jede Meinung.

In diesem Sinn – Leben & Krankheit & Tod, alles gehört dazu, doch wie erkläre ich es meinem Kind?



2 Gedanken zu „Leben & Krankheit & Tod – wie erkläre ich es meinem Kind?

  1. Ich habe meine Mutter verloren, als ich knapp 10 war. Ich wusste zwar, dass sie krank war, aber der Tod kam für mich trotzdem plötzlich.
    Meine Kinder wussten schon sehr früh, dass sie nur eine Oma haben, weil die andere krank war.
    Und sie waren 3 (das ist zwar nur ein Jahr Unterschied, aber in dem Alter ist das gravierend) und 5 als meine Schwester mit knapp 35 die Diagnose Brustkrebs erhielt. Krebs, das wussten sie, hatte ihre Oma umgebracht. Natürlich hatten sie Angst, aber Krebs muss nicht tödlich sein.
    Mein Schwester wurde operiert und wir haben während der Bestrahlung einige Wochen bei ihr verbracht. Ich musste die Kinder darauf vorbereiten, dass es ihrer Quatschtante nicht gutgehen wird, stand doch vielleicht auch noch eine Chemo an. Ich habe ihnen immer Rückhalt gegeben und erklärt, dass Wut und Trauer richtig sind und einfach dazu gehören.
    Es lief recht glimpflich ab und die Kinder haben es gut weggesteckt. Aber sie ist ja auch nicht gestorben.
    Vor einigen Jahren kam er zurück und hatte gestreut, in Leber, Wirbelsäule und Becken. Ich habe die Kinder auf dem laufenden gehalten, damit sie nicht überrascht werden können.
    Gut, nun sind sie ja auch 13 und 15, alt genug, zu verstehen, dass der Tod einfach dazu gehört. Im Frühjahr kam es zu akutem Leberversagen und wir konnten wegen home-schooling hinfahren, denn es sah sehr schlecht aus. Ich habe sie vorgewarnt, dass sie sterben könnte und die haben es genossen, noch was ihr machen zu können, wohnen wir doch über 800km weit weg.

    Sie haben sich nochmal erholt, aber es war nur aufgeschoben. Just in diesem Moment liegt sie im Sterben, das Gehirn ist betroffen.
    Meine Kinder wissen Bescheid. Sie trauern. Sie weinen. Wir trösten uns. Und wir sind froh, dass sie nicht alleine ist. Aber sie sind gefasst. Wir haben ihr Sprachnachrichten geschickt, die ihr vorgespielt werden. So könnten wir ihr nochmal sagen, was wir loswerden wollten.

    Was ich aus meiner Kindheit gelernt habe: bereitet sie vor, bastelt was mit ihnen, vielleicht auch mit/für den Sterbenden, ein Erinnerungsbuch oder eine Schatzkiste für die gemeinsamen Momente. Meine Ma wurde aus Überforderung totgeschwiegen, da ist viel verloren gegangen. Und Kinder lernen, damit zu leben. Je jünger sie sind, desto einfacher. Aber um so weniger Erinnerungen.
    Seid für sie da. Und lasst Raum für die Trauer. Und für den Tod. Das Leben ist tödlich…. Schafft Verständnis.
    XO, Vera

  2. Ach, hab noch was vergessen:
    macht es – gerade bei Kleinen – häppchenweise – sie fragen, wenn sie mehr wissen wollen. Man muss nicht den vollen Umfang schildern. Ich würde es aber auch nicht beschönigen, das fällt einem wieder auf die Füße. Nehmt Vergleiche, die sie kennen, wie eine tote Maus, die ihr einmal gesehen habt oder den tiefen Schlaf, aus dem man einfach aufwachen kann. Wenn sie die schmerzen gesehen und verstanden haben, dann sagt auch, dass derjenige sie nicht mehr hat.
    Das sickert langsam ein. Und wenn sie dann kommen und fragen, dann ernst nehmen. Und Zeit.

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