Es ist nie zu spät, um noch einmal von vorne anzufangen

Veränderungen gehören zum Leben. Sie machen es an vielen Stellen spannend und lehrreich. Das sage ich, trotz das sie mir lange große Angst machten und noch heute stehe ich oft erst mal mit großen Augen vor ihnen. Aber ich habe ihre Energie wieder gewonnen.

Genau diese Energie und den Zauber wünsche ich meiner heutigen Gastautorin, die mal eben ihr Leben auf den Kopf stellt und sieht, dass es nie z spät ist, um noch noch einmal von vorne anzufangen.

Es ist nie zu spät, um noch einmal von vorne anzufangen

Ich bin 34, verheiratet, Mutter zweier Töchter und war bisher Hausfrau.

Das sind die „Hard Facts“ auf die ich mich ungern reduzieren lasse, aber es gibt Menschen, die nur das sehen und Jemanden nur auf Grund dessen beurteilen.

Oft habe ich zu hören bekommen „Wann gehst du denn wieder arbeiten?“ oder „Ich hätte auch gern mal so viel Zeit wie du!“ Selten traf ich jedoch auf Verständnis oder gar Interesse für unsere Entscheidung. Ich sage bewusst unsere Entscheidung, denn es war eine Entscheidung, die mein Mann und ich gemeinsam trafen.

Als Soldat ist er viel unterwegs gewesen, viele Jahre haben wir nur eine Wochenendehe geführt und auch als ich dann mit umgezogen bin, wurde es nicht viel besser. Damals habe ich sogar versucht erneut in den Job einzusteigen und schnell gemerkt, dass es (noch) nicht geht und unsere Familie darunter leiden würde. Mein Mann war viel auf Dienstreisen, der Kitaplatz am anderen Ende der Stadt und auch mein damaliger Arbeitgeber war jemand, der aus 20 Std. gerne 40 gemacht hätte.

Das war vor 5 Jahren. 5 Jahre war ich zu Hause, habe mich um meine Kinder und den Haushalt gekümmert und habe das meistens auch genossen. Nur die wohlverpackten Anspielungen von außen haben mich manchmal runtergezogen. Leider kamen die auch aus der Familie und das empfand ich als besonders schlimm, denn im Grunde waren mein Mann und ich immer alleine für unsere Kinder verantwortlich. Es gibt keine Großeltern oder anderen Verwandten in der Nähe und vermutlich konnten und wollten sie deshalb nie sehen, wie es uns geht und das auch wir manchmal der Verzweiflung nahe waren und einfach Unterstützung gebraucht hätten.

Vor zwei Jahren habe ich mit dem Bloggen begonnen. Der Grund war ganz einfach: Ich wollte mal wieder etwas für mich tun und war auf der Suche nach Gleichgesinnten, die ich hier bei mir vor Ort nicht fand. Das Bloggen hat mir auch dabei geholfen meine Selbstzweifel zu vergessen und an mich zu glauben. Ich habe mal wieder etwas für mich getan, habe gemerkt, dass Interesse der größte Motivator ist und unheimlich viel dazugelernt.

Dennoch keimte in meinem Kopf immer mehr die Frage auf „Was mache ich, wenn die Kinder groß sind?“ Ich habe ursprünglich Lehramt studiert, dann lange Jahre auf ein Referendariat gewartet, aber keines bekommen und mich dann irgendwann einfach nicht weiter darauf beworben. Das zweite Kind kam, später der Job in einem anderen Bereich des Bildungswesens und dann die Entscheidung, dass ich für meine Familie da sein möchte.

Seit Ende letzten Jahres habe ich überlegt, wie es für mich weitergehen soll. In wenigen Wochen kommt meine Kleine in die Schule und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es jetzt an der Zeit ist noch einmal ein neues Kapitel aufzuschlagen. Meinem Leben noch einmal eine neue Richtung zu geben und nach den bewussten Jahren als Hausfrau und Mama, noch einmal zu schauen, was will ich machen, wenn die Kinder groß sind.

Schnell war klar, dass ich nicht als Lehrer tätig sein möchte, aber dennoch mit Kindern arbeiten möchte. Lange habe ich deshalb versucht eine Möglichkeit zu finden, um als Erzieher arbeiten zu können. Das war hier bei uns in Sachsen gar nicht so einfach, da ein Quereinstieg nicht möglich ist.

Ich habe mich auf viele Stellen beworben, viele Absagen bekommen und schließlich doch Glück gehabt.

Ich, 34, verheiratet und Mutter zweier Kinder und beginne noch einmal von vorn.

Ich werde noch einmal studieren und gleichzeitig bereits als pädagogische Mitarbeiterin in einem Kindergarten tätig sein.

Ich, 34, verheiratet und Mutter zweier Kinder gebe meinem Leben noch einmal eine andere Richtung.

Ich bin ganz gespannt, wie es wird. Wie es sich anfühlt, wie wir uns organisieren und ob wie die Sache mit der Vereinbarkeit nun besser hinbekommen, als vor 5 Jahren. Ich bin mir bewusst, dass es viel wird, was da auf mich zu kommt und auch, dass ich ggf. scheitern könnte, aber ich möchte es dennoch versuchen…

Ich möchte die Zeit als Hausfrau und Mutter nicht missen. Es hat uns allen gutgetan und es war genau richtig so, doch in den letzten Monaten hatte ich oft das Gefühl, dass ich eine neue bzw. eine weitere Aufgabe brauche. Meine Kinder werden selbständiger, größer und in wenigen Jahren gehen sie ihren eigenen Weg. Was mache ich dann? Das war die Frage, die mich umtrieb.

Ich erinnere mich gerne an mein Vorstellungsgespräch vor einigen Wochen. Meine neue Chefin sagte, dass sie meinen Lebenslauf so spannend finden würde und ich entgegnete: „Welchen Lebenslauf? Ich war doch vornehmlich zu Hause!“ Und daraufhin meinte sie nur, dass sie das eben so bewundernswert findet. In der heutigen Zeit erlebt man das selten und sie findet es einfach toll.“

Eine ganz andere Sicht auf die „Hard Facts“, als ich sie bisher erlebt hatte.

Oft ist es doch so, dass wir Frauen das Gefühl haben den Anschluss zu verpassen oder beruflich nicht mehr Fuß fassen zu können. Doch es gibt immer eine Möglichkeit seinem Leben eine neue Richtung zu geben und deshalb wollte ich euch heute meine Geschichte erzählen. Ich habe mir bewusst Zeit für die Familie genommen und nach dieser ausgedehnten Elternzeit starte ich nun noch einmal neu…

Denn, es ist nie zu spät, um noch einmal von vorne anzufangen

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Sylvi, ist 34 und Mutter zweier Töchter (6 und 11) . Sie bloggt auf https://momsfavoriteandmore.de über ihr Familienleben in Leipzig an der Seite eines Soldaten sowie über Bücher und Rezepte.

Sie liebt alles was pink ist und hat eine Schwäche für Einhörner. Kaffee trinkt sie literweise und auch Bücher werden quasi inhaliert.  

Ich finde Sylvi ist eine unglaublich starke und tolle Frau und würde mir wünschen, dass noch viel mehr Frauen den Mut haben, ihr Leben einfach so zu verändern, wo sie es sich hinwünschen. Denn ja, sie hat Recht, es ist es ist nie zu spät, um noch einmal von vorne anzufangen. Danke liebe Sylvi, dass du diese Gedanken mit uns teilst. Vielleicht machen sie ja der ein oder anderen Frau Mut, einfach nochmal von vorne an zu fangen.

Hast du schon mal etwas für dich komplett verändert? 

In diesem Sinne – es ist nie zu spät, um noch einmal von vorne anzufangen

Kategorie Gedanken
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1 Kommentare

  1. Pingback: Von der Rabenmama zur Hausfrau & Mama und zurück | feierSun.de

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