Digitale Informationsflut {Blogparade}

Vom Umgang mit der Überschüttung von Informationen und dem Finden seines eigenen Gleichgewichts

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Machen wir uns mal Gedanken zur stetig anwachsenden „Digitalen Informationsflut“ die so tagtäglich auf uns einströmt inklusive der ständigen Erreichbarkeit und wie man sich dieser gegenüberstellen könnte

 
„Eure Meinung ist gefragt! Medien, Social Media, Blogs, Feeds, Mails, Apps, Newsletter, etc., etc., etc., täglich werden wir überflutet von Inhalten und Informationen. Wie lässt sich das beherrschen und wie kommt ihr an die relevanten Inhalte? Was würdet ihr euch wünschen?“ (BlogF)
In der diesmonatigen Blog-Parade fragt BlogF nach unserem Umgang zur digitalen Informationsflut und ich hab mir darüber mal ein paar Gedanken gemacht.



Digitale Informationsflut – gut oder schlecht?
An sich ist die Leichtigkeit der Informationsbeschaffung in keinem Fall etwas schlechtes oder negatives. Nur müssen wir im Alltag – ob beruflich oder privat sehr aufpassen und überlegen, wie wir damit umgehen. „Wie schon – Informationen suchen und verwenden“, werden nun einige von Euch sagen, aber genau hier fängt der Knackpunkt an.
Nicht nur das Internet, dieses aber weit weit vorn an der Front, überfluten uns mit Informationen.

Mit dem WWW nahm alles seinen lauf

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Durch die Einfachheit Informationen auch selbstständig in´s Netz zu stellen (Wikipedia-Einträge bearbeiten, Webseiten erstellen etc.) wächst natürlich auch das Risiko hier an eine falsche oder unwahre Information zu kommen.

Seit dem es so einfach ist sich Informationen zu beschaffen, haben es leider auch Falschmeldungen geschafft viel schneller an die Öffentlichkeit zu gelangen. So ist der erste Weg nicht mehr in die Bibliothek sondern erst mal an den Rechner (Handy, Tablet oder wie auch immer) und schwups spuckt mir dieser sämtliche Informationen zu einem Schlagwort heraus, die auch nur im Entferntestem damit zu tun haben könnten. Welche Information aber hier genau die gesuchte und auch die „richtige“ ist, dass kann man entweder weiter recherchieren oder einfach billigend in Kauf nehmen, dass man auch daneben liegen könnte. Dieser Umgang ist bei den schulischen Hausaufgaben nicht so tragisch wenn man etwas falsch interpretiert oder herausgesucht hat, kann einem aber schon mal später im Leben den „Kopf kosten“.

Umgang mit der ständigen Flut
Der Umgang mit diesen ständig erreichbaren Informationen wird also im Laufe der Zeit nicht einfacher und man muss einen Weg für sich in diesem Meer finden.
Doch können wir diesem wirklich ausweichen? Ich denke das dieser Punkt schon längst überschritten wurde und sich damals alle über die Neuerung freuten. Wir entwickeln uns ja auch ständig weiter in diese Richtung. Haben wir anfangs noch mit dicken platzraubenden und lärmenden Maschinen zu Hause gesessen (und damals gab es lange nicht in jedem Haushalt einen Computer) und uns geduldig mit den einfachsten Verbindungsmöglichkeiten mit dem Internet zaghaft auseinandergesetzt, kann ich heute ständig und mit nahe zu fast jedem mobilem Gerät auf alle meine Informationen und Vernetzungen zugreifen. Heute liege ich am Abend im Bett und habe kein Buch mehr in der Hand um dort etwas zu lesen (Schande über mein Haupt, aber ab und an lese ich schon auch noch auf Papier geschriebenes-ehrlich), sondern habe das Handy in der Hand und lese Blogs, schreibe mit einer Freundin, oder googele mal eben das Wort welche in meinem Kopf herumschwirrte.

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Dauernde Informationsbeschaffung – Fluch oder Segen?
Alles nicht unbedingt negative Auswirkungen, wenn man die Waagschale halten kann.
So habe ich früher für Gedanken ein Notizbuch neben meinem Bett liegen gehabt. Wenn mich Gedanken quälten oder gar mein Tagebuch (ja, habe ich immer schon geschrieben, aber halt für mich und nicht nach Außen getragen wie wir es fast alle heute tun-ja, auch ich). Dort habe ich eben etwas notiert was mir durch den Kopf ging, was ich morgen erledigen möchte etc. pp.
Heute liegt da mein Smartphone – Laptop steht meistens nicht weit weg, ist aber „dunkler“ mit dem Smartphone und der Herzensmann wird nicht so gestört – ich öffne meine App um dort Notizen zu machen oder fange einen Stichpunktartigen Post an. Ich lese und lese und kann manchmal gar nicht aufhören weil mich nahe zu jeder Artikel zu einem weiteren bringt. Ich recherchiere und poste zwischendurch ein Bild oder ein paar Gedanken – oftmals das ich schlaflos bin… Dann lege ich das Smartphone zur Seite und will schlafen. Wollen ist so eine Sache und Können die andere, denn mein Kopf ist nicht immer mein Freund und wenn ich dann so gedankenversunken da liege mich darüber ärgere und das Handy dann auch noch vibriert dann kann ich es oft nicht lassen als nochmal nach zu schauen „kannst ja eh nicht schlafen, kannst auch mal schnell gucken“ denke ich mir dann oft. Und manchmal sind mir da schon die dollsten Gedanken gekommen oder die spannendsten Gespräche haben sich mit anderen Schlaflosen ergeben, aber mehr Schlaf bekomme ich dadurch dann nicht – und das ist ein hausgemachtes Problem.
Aber wenn wir zurück zum Punkt der Informationsflut kommen – Gedanken und Verhalten haben mich ja hier an dieser Stelle nur auf einen Nebenweg geführt – dann frage ich mich, ob man dieser Flut überhaupt noch entkommen kann.

Trockenlegung der Flut – möglich oder gar gewollt?
Nein, ich denke man kann und sollte diese nicht umgehen oder gar meiden. Verhindern lässt es sich eh nicht, denn kaum hat man sein Smartphone in der Hand ploppen Nachrichten und Informationen auf einen ein. Kann man umgehen, wenn man wie der Herzensmann ein Uralthandy ohne Internet und Schischi hat und sich damit verdammt wohl fühlt (vielleicht doch ein Seegen? Zumindest für ihn!), aber spätestens wenn er dann am Abend seine Emails checkt und den Internetbrowser startet kommen sie, die Nachrichten.
Fußballstar betrügt seine Frau – Merkel hat sich im Kreis gedreht, Dax steht so… blablablub… Man kann dieser Informationsflut einfach nicht entkommen, aber wir können lernen für uns damit um zu gehen.

Unterschiedlichkeit im Umgang
Ich sage bewusst für uns, da jeder seine individuellen Bedürfnisse hat und gerade mein Mann und ich da sehr unterschiedlich sind und demzufolge auch ganz anders damit umgehen. (Wir nur als gegensätzliches Beispiel!)
Während ich vielleicht typisch Frau, immer Angst habe etwas zu verpassen, über alles informiert sein möchte haue ich mir die ganzen Infos rein, die da immer wieder auf mich zufliegen, immer dann wenn ich dazu kommen kann. Ja, ich gebe es zu während andere die Zeitungen mit auf´s Stille Örtchen nehmen nehme ich das Handy mit und schaue hier und da noch mal rein. Nachrichten, Bloggs, Twitter, Facebook, am Liebsten würde ich überall ständig auf dem Laufendem sein. Geht natürlich nicht allein schon durch die Motte, aber diese kurzen Momente zwischendurch, den nehme ich mir.
Mein Mann hingegen, den interessieren solche Dinge nicht einmal.
Er hat einen Facebook Account ja, aber außer das er da nicht mal jeden Abend einmal die Startseite rauf und runter scrollt und ein Bissel was liest oder sich über die ein oder anderen Fotos oder Videos alter Freunde freut, passiert nicht viel auf seiner Seite. Er hatte mein altes Smartphone, welches natürlich keine lange Zeit auf der Baustelle überstanden hat und nun will er auch kein neues Ding – mussten bei Ebay echt gucken das wir was älteres noch bekommen. Er will kein WatsApp und wenn er mal darüber kommunizieren möchte, dann bittet er mich darum dem oder dem zu schreiben. Er hat das Prinzip von Twitter nicht auf dem Schirm und das ich blogge hat er auch nur durch mein Erzählen mitbekommen. Er hat kein großes Interesse (neben der wenigen Zeit) sich von den Infos überrollen zu lassen. Sogar die Papierzeitung liest er noch Sonntags – intensiver wie ich, da diese auch eine FB Page hat, bekomme ich aber das meiste mit.

So unterschiedlich kann und ist der Umgang mit den neuen Medien – da wo der ein oder andere vielleicht zu viel integriert ist, könnte der andere ne Spur mehr vertragen – aber das kann ja zum Glück jeder für sich selbst entscheiden, es darf einfach nicht zu krass werden und man darf sich nicht im Sozial Media- und Informations-Dschungel verschlingen lassen.
Natürlich liegt es hier in der Natur jedes Einzelnen wie er damit umgeht – und in den Umständen wie er / sie lebt.

Ständige Erreichbarkeit überall
Ich hab mich schon oft gefragt, ob das überhaupt notwendig ist, denn meine Oma konnte ihr Leben lang das Mittag- oder wahlweise Abendessen zubereiten ohne zwischendurch mit meinem Opa telefoniert zu haben und auch der Opa hat es überlebt erst am Abend Frau und Kinder wieder zu sehen und zu hören.
Klar, ich bin diesem total verfallen und telefoniere ständig wenn ich unterwegs bin. Ich schaue im Wartezimmer immer auf´s Handy und nicht mehr in die Zeitschriften und selbst wenn ich fast nie mit dem Zug unterwegs bin, ich schau immer auf´s Handy rein, schau was es für Nachrichten gibt, was der Blog macht, ob E-Mails gekommen sind und und und – dabei ärgere ich mich selbst über so etwas.
Früher hat man sich die Menschen in der Bahn noch angeschaut und ist manchmal in´s Gespräch gekommen. Heute starren alle nur noch ständig auf ihre kleinen Bildschirme und schotten sich doch ab – noch mehr, als damals wir mit unseren GameBoys.

Balance finden – der Schlüssel
So unterschiedlich mein Mann und ich im Umgang mir diesem allgemeinen Thema sind – nur was Nachrichten und andere Informationen angeht, um so nervig findet er es manchmal wenn ich am Abend neben ihm sitze und auf das Handy schaue – es sei denn es ist WM , dann freut er sich wenn wir gemeinsam auf dem Sofa sitzen und ich nicht meckere das Fußball läuft und nicht arbeite oder blogge. Ich kann mir auch vorstellen wie nervig es ist, wenn sich jemand mehr mit dem Ding als mit seinem Gegenüber beschäftigt, also reduziere ich es bei Verabredungen und eben bei Sofaabende – Kinderzeit natürlich vollkommen ausgenommen, denn auch wenn ich hier und da schaue, in der Wachzeit meines Kindes hat dieses Priorität.

Aber ich merke eben auch immer wieder wie überschwemmt wir alle werden mit all den neuen und manchmal so unwichtigen Dingen und kann sagen, ich hab nur einen Weg dabei gefunden und das ist so individuell wie die Situationen im Leben mit zwei Kindern. Manchmal lasse ich das Telefon bewusst im Büro oben liegen und bin so gar nicht erreichbar, manchmal ist der Laptop tagelang aus weil ich dann die Informationsflut am PC habe und mir das reicht. Manchmal lese ich nur Blogs weil ich einfach keine Lust auf die anderen Nachrichten habe und die wirklich wichtigen bekommt man auch so mit und manchmal mache ich wieder ganz viel davon und das weil ich es dann gerade möchte. 

Und wie man die Informationen des Tages alle aussiebt und die relevanten für sich findet? Irgendwann sollte man aufhören zu suchen, denn wenn man sich verirrt auf der Suche nach etwas, dann findet man den Weg nicht so einfach wieder heraus.

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Außerdem gibt es zur allergrößten Not ja auch noch den allseits bekannten Ausschalter 

In diesem Sinne ~ ob mitschwimmen, sich entziehen oder irgendwas dazwischen. Ohne Informationen und die Quellen kommt man heut zu Tage kaum noch aus und welche Massen man sich aus welchen Quellen angelt – das hat natürlich jeder selbst in der Hand.

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Kategorie Leben

Hier schreibt JesS (33), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

4 Kommentare

  1. Guten Morgen, dieses Thema hatten wir gerade diese Woche und zwar mit den Endworten: „Wir sind gespannt, was für Medien es noch gibt, wenn unsere Kleinstkinder irgendwann mal Teenies sind.“
    Ich schließe mich dem Mittelweg an. Ich habe kein Smartphone, sondern ein normales älteres Nokiamodell, wo ich telefonieren und simsen kann. Dafür hocke ich viel am Lappi, weil ich ebenfalls viel lese, recherchiere, nachhake und von einem Post zum nächsten Bericht usw. komme. Mein Mann hat einen FB-Account, aber genau wie Dein Mann macht er damit nicht viel, ist eher für die Arbeit und um Dienste zu tauschen. Ein Smartphone hat er auch, nutzt es aber nur wenig. Whatsappen tue ich über sein Smartphone 😀

    Unsere Große (16 J.) kommt allerdings von allen Medien gar nimmer los, da mussten wir schon Zeiten einrichten und seit sie die Flatrate auf dem Smartphone (jaja, Kind hat eines, Mutter nicht 😉 ) hat, müssen wir auch immer wieder was sagen…

    • Ja, das Problem bei den Jugendlichen sehe ich auch , denn für den ein oder anderen Erwachsenen ist der Mittelweg schon nicht einfach da kann es für die Jugend nicht problemloser funktionieren.
      Da sind wir dann gefragt – auch wenn es überhaupt gar keinen Spaß macht immer die blöde zu sein.
      Durch den stetigen Fortschritt ist es um so wichtiger unseren Kindern den richtigen Umgang mit diesen Medien zu weisen.

      Ich bin gespannt wo das noch alles hinführen wird, aber aufhalten werden wir das ganze nicht mehr – also müssen wir einfach unseren Umgang damit finden 😉

      Liebste Grüße und Danke für jeden Kommentar!!
      JesSi

  2. ein sehr guter post . ich finde es gut dass du dich damit beschäftigst
    mit solchen fragen beschäftige ich mich in meinem studium auch, es ist sehr interessant vorallem wenn man sich die zugehörigen studien anschaut
    ich hatte ganz lange ein normales tastenhandy, da ich einfach kein handymensch bin. nun habe ich aber doch ein smartphone und ich bin immernoch kein handymensch. ich checke nicht viel und äußerst selten, da es mich nervt dauernd erreichbar zu sein oder immer alles mitbekommen zu müssen 😀 alle sind immer ganz verwirrt, dass ich teilweise auf whats app nachrichten nie oder sehr spät antworte. irgendwie ist es als normal angesehen dass man in 5 sekunden antwortet. ich finde das nur störend und würde mir wüünschen, dass es etwas nachlassen würde 🙂

    liebe grüße
    Hydrogenperoxid Lifestyle Blog

    • Hallo – vielen lieben Dank für den netten Kommentar und mein Mann hat auch erst erstaunt geschaut das ich auf meinem eigentlichem „Mama-Blog“ diesen Artikel poste (und fand es lustig wie ehrlich bin mit mir selber war) aber auch Mamas interessieren sich für diese Themen und wer weiß wohin dieser Blog sich noch entwickeln wird – ich bin da für alles offen 😉

      Deinem Blog hab ich gleich mal ein Follow geschickt – vielleicht magst Du mir ja zurück folgen?

      Ich finde die Unterschiedlichkeit im Umgang der neuen Medien sehr spannend und bewundere manchmal Menschen die das so wenig interessiert, denn manchmal ist es mein Fenster zur Außenwelt und meine einfachste Kommunikationsfunktion mit meinen Freunden die so weit weg sind.

      Liebste Grüße
      JesSi

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