Die Generation „Alles super“-Mütter

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Wir sind die Generation „alles super“-Mütter? Die Generation, die versuchen den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Aber auf welche Kosten?

Warum? Schickt es sich mehr, wenn wir unser Gesicht zeigen? Wenn wir zugeben das nicht immer alles super läuft. Verlieren wir dann unser Gesicht, wenn ich auch einfach mal sage, dass ich erschöpft bin?  Es tut doch auch irgendwie gut, wenn man sich gegenseitig Zeit, das nicht jeden Tag die Sonne scheint.

Aber warum lassen gerade wir Mütter andere Mütter denken, das bei einem selber immer alles perfekt ist? Das fragt sich auch meine Gastautorin Simone….

„Ja, alles super“-Mamas

Wenn Mamas der Gesellschaft immer ein „Alles super“ vorleben (müssen)

„Na, wie geht’s euch, alles gut?“, „Ja, danke, alles super!“. Wer kennt das nicht? Fragt man die meisten Mamas, wie es ihnen geht, sagen nur die wenigsten, dass gerade alles für den Popo ist, man nichts schafft und alles und jeder momentan nervt. Viel lieber wird erzählt, dass alles toll ist, das Kind supermegaleicht und immer brav is(s)t, es wunderbar früh ins Bett geht und natürlich auch durchschläft und sich Haushalt und Wäsche wie von alleine machen. Von wegen!

Okay, ich antworte auch gerne mal so, aber meistens wird man von irgendwelchen Leuten gefragt und die „Irgendwelchen“ müssen ja nicht alles wissen. Aber die, die mich und uns gut kennen, denen sage ich auch schon gerne mal, dass mein Kind mich nervt. Weil ich das darf. Weil ich auch nur ein Mensch bin. Und ich gehe arbeiten, habe einen Haushalt, einen Mann und ein Kind. Da darf ich auch mal sagen, dass gerade nichts so läuft, wie ich es gerne hätte und muss mir da keine Gedanken darüber machen, was mein Gegenüber wohl jetzt denkt.

Aber warum ist das eigentlich so? Erwartet die Gesellschaft, dass ich antworte, dass alles super ist und ich alles auf die Reihe bekomme? Sagt man dann über mich, dass ich eine gute Mutter bin?

Sind es wir Mamas selber, die sich da zu viel Stress machen und nach außen hin zeigen wollen oder sogar müssen, dass wir alles schaffen? Haben wir den Drang, alles besser machen zu müssen als andere? Fühlen wir uns nur dann gut, wenn wir so locker-flockig zu anderen sagen: „Wie, jetzt echt? Du kannst das nicht? Also bei mir klappt das IMMER!“

Da gibt es Mütter, die vielleicht jedem erzählen, wie wunderbar brav das Kind ist und sie keinen Stress haben, dass es nie Streit gibt und wenn man wegfährt, ist auch alles super und total easypeasy… Nicht! Das Kind schreit mehr als es schläft, zu Hause sieht es aus wie bei Flodders, mit dem Papa gibt es Streit und der Ausflug war alles andere als „chillig“. Ja, dann sagt es doch einfach! Es ist wirklich nicht schlimm. Als Mama ist man Vieles gleichzeitig und leistet wunderbare Dinge. Da bleiben andere Sachen eben auch mal auf der Strecke. Und dann darf auch mal das Kind nerven – oder der Mann. Viel wichtiger ist es doch, einfach ehrlich zu sich selbst und zu anderen sein. Und wenn man ehrlich ist, kann man auch Hilfe erwarten, die man ganz sicher irgendwann auch mal brauchen wird. Genau dann kann man dankbar dafür sein! Und die, die bei „Nee, gerade alles nicht so super“ schlecht denken, haben unsere Aufmerksamkeit sowieso nicht verdient. Die können es halt dann einfach besser. NICHT!

 

Bis bald liebe Mamas und denkt daran: Ihr dürft auch mal Schwäche zeigen!

Signatur - Gastartikel - Simone

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Kategorie Familie
Autor

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2 Kommentare

  1. Oh ja, ich kenne sie auch, diese „ist alles super Moms“. Manchmal frage ich mich wirklich, ob das gestellt ist und bei denen wirklich immer alles wunderbar rund läuft oder ob in Wahrheit das völlige Chaos im Hintergrund läuft. Meines Erachtens darf man auch ruhig mal sagen, dass gerade nicht alles dufte ist, da das Kind nicht durch geschlafen hat oder man auch einfach mal k.o.ist. Ich finde es blöd, wenn man sich vor anderen verstellt. Schließlich sitzen wir Mamis doch alle im selben Boot. 😉

  2. Genau so soll es sein! Also nicht alles super, sondern aus dem Bauch heraus sagen zu können, dass es einem gerade nicht so gut geht.

    Ich habe gott sei Dank das Vergnügen, mit Menschen in meinem Umfeld zusammen zu sein/zu leben, die das – genauso wie ich bzw. wir – auch mal sagen, dass es gerade nicht gut läuft oder dass das mal schön war, aber…Wir nehmen kein Blatt vor den Mund und das ist das, was ich am Leben mag. Meine Meinung ist: wer alles schön redet, der ist langweilig 😉 😉

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