Der „After-Baby-Body“-Blödsinn

After-Baby-Body Bloedsinn_Gastautorin_Simone

After-Baby-Body, so was hab ich wohl oder nicht. Definitiv ist er so viel anders wie vor der Motte. Ich hab plötzlich so was wie Brüste und einen weichen Bauch. Hüftspeck und auch der Po ist gewachsen.

Das ist nun viereinhalb Jahre her. Nach der Geburt hatte ich nicht das Glück eines schnelles Schrumpfen des Körpers (ja ich hab sogar erst danach richtig zugenommen aber dazu an andere Stelle mehr). Ich hatte einfach andere Dinge auf dem Zettel. Meine Schmerzen und der Hausbau. Aber das ist mein Weg, von ihrem erzählt uns Simone heute und sie erzählt vom „After-Baby-Body“-Blödsinn.


Der „After-Baby-Body“-Blödsinn

Jede Frau, die schon einmal schwanger war, kennt das: Während der Schwangerschaft dachte man sich bei jedem Essen „Jetzt darf ich’s ja, dick bin ich sowieso und das Danach wird auch irgendwie wieder, geht ja mit dem Stillen wieder weg!“. Kaum ist das Kind da und man kommt irgendwo an einem Spiegel vorbei, wird geguckt, was zu viel ist. Denn die Gesellschaft hat ja diesen tollen Begriff „After-Baby-Body“ und wenn man es genau nimmt, sieht der so aus, dass man nach maximal sechs Wochen gar nix mehr von einer Schwangerschaft sieht.

Hallo? Wer bitte hat eigentlich diesen Blödsinn ins Leben gerufen? Es vergeht kaum ein Tag, an dem Klatschmagazin XY ein „Wow, ein toller „After-Baby-Body nach nur drei Wochen“ titelt und ich mich frage, ob manche Damen nur schwanger werden, damit man anschließend über ihren tollen Körper berichten kann.

Leider überträgt sich das dann auf die Gesellschaft und natürlich auf die Mütter, die dann so gar keine Chance haben, sich in ihrem neuen Körper wohlzufühlen und sich voll und ganz über ihr Kind zu freuen. Ich habe es damals selbst gemerkt, ich hatte ziemlich bald wieder meine alte Figur wieder und das war für mich auch okay. Das kam ebenso, ich habe nicht viel dafür getan, sondern mich auf mein Kind und das Drumherum konzentriert. Es gab oft Leute, die dann kurz das Kind angeschaut und sich gefreut haben und direkt danach zu mir sagten „Hey, hast ja gut abgenommen und deine alte Figur wieder!“. Also unter Freunden ist das ja in Ordnung aber mir wäre es viel wichtiger gewesen, wenn man mich gefragt hätte, wie es geht, wie das Mamasein läuft und solche Dinge eben. Aber nein, die Figur.

Wie muss sich eine Mutter fühlen, die eben länger braucht? Die voll und ganz Mama ist und sich trotzdem Gedanken macht, wie sie am Besten schnell den Bauch los wird? Wie muss sich der Partner fühlen, wenn er das mitbekommt?

Fühlt sich eine Mutter dann auch ihrem Partner gegenüber nicht mehr wohl, weil sie ja nicht dem Ideal der Gesellschaft entspricht und nach zwei Monaten noch „Reste“ aus der Schwangerschaft mit sich herum trägt?

Warum kann man sich nicht darüber freuen, dass die Mama ein gesundes Kind zur Welt gebracht hat und dafür sorgt, dass es sicher die Welt entdecken kann? Da spielen ein Bauch und von mir aus auch ausgelutschte Brüste doch keine Rolle.

Wir wissen doch alle, dass eine Frau nach der Schwangerschaft anders aussieht. Der Bauch ist dicker, der Körper hat Streifen, die Brüste sind nicht mehr wie vorher. Na gut, es sei denn, man heißt Heidi Klum, hatte schon zig Männer, hat einen Personaltrainer und eine Nanny, die während des harten Trainings auf die Kinder aufpasst und ein Leben in der Öffentlichkeit, was dazu führt, dass man das Leben nicht so richtig genießen kann, wie man es vielleicht mit den Kindern gerne möchte.

Lasst Mütter Mütter sein, freut euch mit ihnen über ihre Kinder und lästert über die Klum. Aber redet nicht von einem „After-Baby-Body“, das ist einfach nur totaler Blödsinn.

Signatur - Gastartikel - Simone

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Kategorie Gedanken
Autor

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1 Kommentare

  1. es ist schon krank, welche werte offenbar heute wichtig sind. ich hab zwar selbst (noch) keine kinder, aber so etwas zu jemandem sagen, der grad eins bekommen hat, wär mir im traum noch nicht in den sinn gekommen. ich bin da eher so der wie-gehts-dir-frager.

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