20 Tatsachen über Dinge in Deutschland die stören

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Ich bin eher die, die das positive in den Vordergrund zieht, aber lasst Euch sagen, auch ich kann ganz schön laut meckern. Ja echt. Heute macht sich jemand hier mal so richtig Luft. Also: haltet Euch fest und vergesst das Schmunzeln nicht.

Sabine erzählt von 20 Tatsachen Dinge in Deutschland die stören. Sie stören.

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Sabine ist 33 Jahre alt und Mutter eines Sohnes und einer minikleinen Tochter. Sie kam aus der Wirtschaftsprüfung direkt in die Schreiberei hinein. Schreiben und Wörter nutzen, um sich auszudrücken ist eine ihrer größten Leidenschaften.

Auf ihrem Blog BineLovesLife findet die anspruchsvolle einzigartige Frau Inspiration aus den Bereichen Beauty, Familie, Mode und Reisen, aber auch so viel mehr.

20 Tatsachen Dinge in Deutschland die stören

mit Sabine

  1. Unfreundlichkeit
    Ich selbst bin gebürtige Berlinerin und weiß, dass man mit dem Satz „Berliner Freundlichkeit“ eigentlich sagen will, dass die Berliner unfreundlich sind – aber charmant. Dennoch fehlt mir in Deutschland immer mehr das Miteinander und das Zusammengehörigkeitsgefühl in öffentlichen Einrichtungen, Supermärkten.
  2. Fehlendes Miteinander
    Das muss ich dann noch weiter ausführen, denn Miteinander heißt auch, sich selbst mal nicht so ernst zu nehmen und einfach mal zu helfen. Sei es bei der alten Frau, die über die Straße will oder der Mama, die im Restaurant grad Hilfe braucht. Seht bei Jette von mesupermom
  3. Kinderunfreundlichkeit
    Ja, das geht auch weiter bei den Kindern, das ist wirklich traurig. Was haben alles gegen Kinder. Sie sind laut und machen viel TamTam, aber sie sind auch eure Rente, oder?
  4. Fehlende Rücksichtnahme
    Bitte lasst uns den öffentlichen Raum als heiliges Gut betrachten, nein ich bin nicht religiös, aber es kann nicht sein, dass überall Müll rumfliegt.
  5. Dreck und noch mehr
    Ich glaube, dass viele Menschen zu sehr an sich denken und dabei vergessen, dass es auch wichtig ist, sich und die Welt einfach mal so zu erhalten wie sie ist. Nämlich im Grunde schön.
  6. Arroganz von Servicekräften
    Ich habe einen Bachelor of Business Administration mit dem Schwerpunkt Hospitality Management – was? Krankenhäuser? Nein, google das mal, denn das heißt Gastlichkeit. Gastlichkeit hört sich komisch an im Deutschen und ist es auch – denn sowas kennen hier die wenigstens. Ich habe neben dem Abi auch in einem Restaurant und als Servicekraft im Kino gearbeitet und weiß, dass freundlich sein ganz einfach ist.
  7. Bequemlichkeit
    Denkt nicht immer nur an euch – das Leben ist vor allem Lebenswert, weil es andere Menschen gibt. Die sind vielleicht mal doof, ja auch ich habe mal einen doofen Tag, aber dennoch wollen wir doch alle miteinander, oder?
  8. Kita vs. Arbeiten gehen
    So ein bisschen betrifft es mich, denn meine Freundinnen leiden darunter, dass sie kaum zurück im Job nur noch kämpfen müssen. In einem Blogpost von mir versuche ich das grad ein wenig mehr zu benennen, was das Problem ist.
  9. Kinderbetreuung klingt schön
    In Realität jedoch sind es eher weniger schöne Tatsachen. Wir wollten unseren Sohn in die Kinderkrippe schicken – das war dann im Februar diesen Jahres. Mitgeteilt wurde uns, dass es doch erst einen Platz ab September 2017 gibt. Mh, sehr schade, denn wird nicht so oft angepriesen, dass in Deutschland Familie und Karriere so gut vereinbar sind.
  10. Probleme statt Lösungen
    Wir Deutschen sind ja Weltmeister im Probleme suchen, da nehme ich mich nicht davon aus. Dennoch ist die Lösung oft viel leichter zu ertragen, als das Problem zu kreieren.
  11. Wieso ist billig so wichtig?
    Einkaufen gehen macht Spaß. Mir zumindest und ich glaube viele andere lieben es auch, aber wundert euch nicht, wenn die Qualität nicht stimmt bei einem Preis von €1.99 für 500gr Hackfleisch
  12. Immer nur sparen das geht nicht
    Das nervt mich echt so sehr. Qualität kostet nun mal und nicht jeder kann sich alles leisten. Nochmal: NICHT jeder kann sich ALLES leisten. Das ist die Realität und das ist nicht schlimm. Seid froh mit dem was ihr habt – wir leben hier in Deutschland, einem sehr entwickelten, westlichen Industrieland. Und ehrlich gesagt leben wir im Überfluss. Das sollten sich viele Menschen viel mehr bewusst machen und nicht nur über alles klagen.
  13. Und dennoch alles haben wollen auch nicht
    Ich weiß auch, dass es arme Menschen in Deutschland gibt. Dennoch zählt für mich nicht Hartz IV dazu, denn das ist eine schlimme Erfindung. Bestes Beispiel ist, dass jemand mit Hartz IV den gleichen Fernseher hat, den mein Mann und ich nach harter Arbeit gekauft haben. Da stimmt was nicht liebe Bundesregierung. Ein Fernseher gehört meiner Meinung nach nicht zum wichtigen Basisbesitz eines Menschen.
  14. Zwei-Klassen Gesellschaft
    Beim Arzt wird klar unterschieden: bist Du Privatpatient, dann sind es doch tatsächlich nicht mal 10 Minuten, die man auch ohne Termin wartet. Mit Termin ist man sogar pünktlich. Ich war selbst mal Privatpatient, als ich noch bei meinen Eltern lebte. Als Kassenpatient jedoch sind es dann schon mal mindestens 60 Minuten, die man wartet, wenn man einen Termin abgemacht hat (!) und noch länger, wenn man einfach mal ohne Termin erscheint.
  15. Behörden machen das Leben nicht leichter
    Es gab ja mal eine Ausstellung in Berlin über die schier unendlich scheinende Masse an Formularen und Dokumenten, die in Deutschland aufgrund der Behörden existieren. Das macht es nicht grad leicht, wenn man sich nicht so gut auskennt.
  16. Helfen ist ein Fremdwort
    Selten wird einem geholfen. Da spreche ich nicht von helfen, wenn man nachfragt, sondern einfach mal so Hilfe anbieten. Vor allem in öffentlichen Einrichtungen ist man ziemlich aufgeschmissen, wenn man zum Beispiel nicht weiß, dass Formular A erst nach Formular Z beantragt werden kann.
  17. Vordrängeln ist eine Kunst
    Eine meisterliche sollte man in Deutschland meinen. Und das auch noch dreist gedrängelt wird, wenn man mit Kind und Kinderwagen an der Kasse steht, kennt bestimmt jede Mutter und jeder Vater. Ganz schön peinlich.
  18. Sich immer Beschweren
    Ich zeige das mit diesem Artikel auch: ich bin eine richtige Deutsche – ich kann mich gut beschweren, doch darum geht es nicht nur. Siehe Punkt 10 – wir sollten Lösungen sehen
  19. Nachbarschaftlich sein
    Wir wohnen jetzt in einer Gegend, die sehr auf das Miteinander achtet. Und ich weiß, dass das auch in anderen Städten geht. Versucht euch zu helfen.
  20. Das Miteinander fördern
    Das geht ganz leicht und fängt schon damit an, dass man anderen Menschen einfach mal so aushilft, wenn man etwas weiß und merkt, dass jemand Hilfe braucht. Einfach feinfühliger werden – das ist die Devise.

Mehr Punkte habe ich gar nicht, über Dinge in Deutschland die stören, denn das wichtigste ist, dass wir ein Vorbildland für viele andere Nationen sind. Deutschland, ja, das mag bei einigen den Geschmack von Nazi-Zeiten hervorholen – so habe ich es zumindest in meinem Austauschjahr in den USA erlebt. Dennoch sind wir viel mehr als das. Wir sind ein Land, das aktuell viele Flüchtlinge aufnimmt. Das beeindruckt viele andere Menschen in anderen Ländern. Und das sollte uns Stolz machen. Stolz darauf Deutsch zu sein, heißt nicht immer gleich, dass man der rechten Seite angehört. Stolz darauf Deutsch zu sein ist heute etwas anderes. Wir sind ein modernes Land mit einer langen Geschichte.

Wir schaffen neue Werte durch unsere heranwachsenden Generationen. Und nun sind wir diejenigen, die viel prägen können. Die Generation Y – das sind wir, die nun viel schaffen kann. Ich gehöre auch dazu: also lasst uns dieses schöne Land weiter voranbringen und ein Vorbild sein.

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Dinge in Deutschland die stören hört ihr von mir selten, aber vielleicht ist es auch untypisch für mich, denn ich versuche meinen Blick auf das zu lenken, was ich mag. Aber auch in meinem Leben ist nicht alles rosarot und ich kann den ein oder anderen Punkt von Sabine wirklich auch unterstreichen.

Stolpert auch ihr über Dinge in Deutschland die stören? Was stört Euch besonders?

In diesem Sinne – ich kann nicht alle Dinge in Deutschland die stören ändern, aber ich kann meinen Fokus verschieben.

 

Die Begeisterung für die 20 Tatsachen reißen nicht ab. Wie sehr wir uns darüber freuen, könnt Ihr Euch kaum vorstellen. An so vielen Stellen erweitert sich unser Horizont oder bestätigen sich eigene Gedanken. Dank dieser Serie. Danke das Ihr sie liebt – danke das Ihr mitmacht. Mein Herzensprojekt!

20 Tatsachen über LOGOMach mit:  Wenn auch Ihr Lust habt bei der Serie #20Tatsachenüber dabei zu sein, dann schreibt mit gerne eine Email an 20Tatsachen[ät]feiersun.de.

Weitere Tatsachen findet Ihr auf dem Blog wie die 20 Tatsachen über die Entwicklung von Kindern oder über Attachment Parentingund in 14 Tagen geht es bei der lieben Dani weiter und in vier Wochen vielleicht mit Dir, bei mir. Bis dahin klickt Euch gerne durch alle spannenden Beiträge der 20 Tatsachen-Reihe.

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Kategorie 20 Tatsachen

Hier schreibt JesS (33), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

14 Kommentare

  1. Hallo Sabine,
    hallo Jessica,

    so traurig es ist, ich könnte fast alle Punkte so unterschreiben. Da lebst du deinen Kindern Freundlichkeit, Respekt, ein gemeinsames Miteinander vor und dann gehen sie raus in die Welt und es trifft sie die harte Realität. Menschenfreundlich geht anders.

    Sonnige Grüße

    Silke

    • Leider ja, liebe Silke, aber ich glaube auch daran, dass wir gemeinsam ein neues und freundlicheres Miteinander schaffen können

      Liebe Grüße, Bine

  2. In Deutschland geht meckern sowieso nur auf hohem Niveau 😀 mir fehlt das miteinander auch sehr, besonders im Alltag mit Kindern. Wir weinen lieber den nicht vorhandenen Kita-Plätzen hinterher, anstatt selbst eine Lösung durch gegenseitige Betreuung zu finden. Immer muss Geld fließen für sogenannte „Dienstleistungen“. Keiner macht mehr etwas für ein gesundes Miteinander. Es könnte so schön sein, wenn wir uns Gegenseitig einfach mehr helfen würden ohne irgendwelche Erwartungen. Etwas zu tun aus Hilfsbereitschaft: GIbt’s das heutzutage noch?

    Liebe Grüße
    Ella

  3. Natürlich ja, hier gibt es sicherlich viel, was nicht stimmt und all die genannten Punkte habe ich sicherlich auch schon einmal erlebt. Ich habe aber auch alles schon einmal anders erlebt.
    Ich finde es schwer, es so zu sehen. Ich glaube an diese Welt. An das Miteinander. Und all das andere ist halt leider eine blöde Sequenz.

    Ich hoffe, dass vielleicht irgendwann das Positive überwiegt und neue Hoffnung hier entsteht.

    Alina

    • Liebe Alina,

      Ja, ich glaube nicht nur, dass das Positive irgendwann überwiegt – ich weiß es. Wir schaffen es das Miteinander neu und freundlicher zu gestalten.
      Mir sind all diese Punkte jetzt nach einem guten Jahr zurück in Deutschland aufgefallen. Vorher hatte ich sie nicht wahrgenommen.

      Liebe Grüße,
      Bine

  4. Kinderunfreundlichkeit!! Dieser Punkt wird oft unterschätzt, was ich sehr traurig finde. Die Kinder dürfen nicht laut sein, nicht überall spielen, nicht lachen… Da ich ganz anders aufgewachsen bin und es anders kenne, hoffe ich, dass die deutsche Gesellschaft irgendwann lockerer und vor allem kinderfreundlicher wird.

  5. Ich muss sagen, das sehe ich hier ähnlich wie Alina. Einige Punkte stimmen sicher & es gibt noch viel zu tun und Dinge die verbessert werden können. ABer ich finde auch, dass es viele positive Beispiele gibt.

  6. Na das ist aber sehr negativ gezeichnet. Sicher macht man immer mal wieder negative Erfahrungen, dennoch überwiegen die positiven. Ich sehe mich übrigens weniger als Deutsche und mehr als Mensch. Nationalitäten sind für mich nur ein Stempel, den ich nicht auf meiner Stirn haben möchte und auch ungern anderen aufdrücke. LG, Christiane

    • Daher beschreibt Bine ja die Dinge, die Ihr in Deutschland auffallen. Nicht bei den Deutschen, sondern in Deutschland. Und ja, da hinken wir mit unserer Kultur bei einigen Punkten echt noch hinterher. Wobei andere auch schon toll laufen.

  7. Das mit der Unfreundlichkeit fällt mir auch immer mehr und mehr auf. Es scheint fast so, als würde die Menschheit immer verbitterter. Wenn die Kinder dann mal „aus der Reihe“ tanzen, eckt man sehr schnell an. Schade!

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