Zwei Jahre zu viert – zwei Jahre Familie

Zwei Jahre zu viert

Dienstag war besonderer Tag für meine Familie. Dienstag jährte sich der Tag, an dem sich unsere Familie vergrößerte. Der Tag an dem eine ganz heftige Zeit voller Zorn, Wut, Unverständnis, Sorge und Ratlosigkeit begann. Eine kräfte-raubende Zeitspanne, die aber damit endete, dass wir eine Familie wurden. Das unsere Familie größer wurde, das wir zusammen wuchsen und das wir das wurden, was wir heute sind und immer seien werden – eine etwas andere Familie.

Zwei Jahre zu viert formten uns – ließen uns wachsen – zusammenwachsen – Familie werden.

Den 08. Dezember 2013 werde ich irgendwie nie vergessen. Euch erzählte ich damals noch nicht viel. Das hatte unterschiedliche Gründe. Für Euch war es nur chaotisch, wirr und undurchsichtig was mit der Chaos-Tante da nur los seien mochte. Doch mussten wir uns zum einen erst selber sortieren und dann schauen, was überhaupt werden wird. Heute, mit etwas Abstand und zwei vergangenen Jahren würde ich es jeder Zeit wieder so machen. Einfach um meine Familie zu schützen und um selber zu sehen, wohin das Chaos uns führen würde.

Vor zwei Jahren standen plötzlich zwei Jungs vor der Tür und baten um Hilfe. Der große Junge und sein großer Bruder (der nach einem Zwischenstopp bei uns, ganz bald in eine eigene Wohnung zog) kamen zum Herzensmann und zu mir. Ich bin noch immer fest davon überzeugt, dass genau dieser Abend kein Zufall war, denn manchmal, manchmal da denkt sich das Schicksal komische Wege für die Menschen aus.

„Man bekommt immer nur so viel Last zugetragen, wie man stemmen kann“

Der große Junge gehörte schon immer zur Familie. Als Neffe des Mannes heiratete ich ihn mit, aber schon vor der Hochzeit nannte er mich seine Tante. Nun unterscheiden sich die Beziehungen zwischen Onkel und Tante zu Neffen und Eltern zu Kindern gravierend.

Zwei Jahre zu viert – Dankbarkeit für einen Schweren Weg

Ich habe in den letzen beiden Jahren, in den zwei Jahre zu viert viel gelernt. Über die Pflegschaft, über das Jugendamt, über die Psyche von Teenagern, über Biografiearbeit. Ich hab gelernt was es heißt, plötzlich ein neues Familienmitglied im Haus zu haben und welche Eigenarten Teenager manchmal haben können. Ich habe gelernt um wie viel der Wäscheberg wächst und wie viel so ein heranwachsender junger Mann futtern kann. Ich habe gelernt wie viel Sorgen man sich machen kann und wie lange man wach liegt, wenn noch nicht alle im Hause sind. Wie viel ich ertragen kann und was für ein Typ Mutter ich bin. Gelernt, wie es ist, wenn ein Mensch sein eigene Geschichte mitbringt und welche Rolle wir auf seinem Weg spielen werden und das ich meinen Weg ging, um heute seinen mit ihm gemeinsam zu gehen. Ich habe gelernt wie sehr ich kämpfen und wie stark mein Wille seien kann und ich habe gelernt ein Kind zu lieben, welches ich nicht selbst geboren habe.

Ich habe gelernt, ich habe geweint, ich habe gezweifelt und geflucht. War böse und glücklich, habe gebrüllt und geflüstert mich gesorgt und plötzlich Muttergefühle entdeckt.

Zwei Jahre zu viert Mehr als Chaos My Family (3)

Zwei Jahre zu viert sind vergangen und es waren harte Jahre. Wir sind gealtert wie nie zuvor in unserem Leben und der Mann und ich haben in acht Jahren Beziehung davor nicht annähernd so sehr gestritten wie in den letzen beiden Jahren. Wir standen niemals so unter Strom und die Belastung war niemals so nervenaufreibend, aber soll ich Euch etwas sagen? Es gab kaum eine Zeit in meinem Leben, die ich so wenig bereue, wie die letzen beiden Jahre. In denen ich so erwachsen wurde und die mich so stark gemacht haben.

Manchmal bin ich dem Schicksal fast dankbar das es uns diese Aufgabe gegeben hat, denn so wurden wir zu dem was wir heute sind, zur Familie.

Zwei Jahre zu viert Dinge die 2014 unser Leben verändert haben Familie

Ich danke dem Schicksal und ich danke Euch, denn dieser Blog gibt mir oft einen Kanal und einen Platz für meine Gefühle und Gedanken und Ihr seit einfach wundervolle Leser – ich danke Euch! Schön das Ihr hier seit!!!!!!!!

 

In diesem Sinne ~ zwei Jahre zu viert formten uns – ließen uns wachsen – zusammenwachsen – Familie werden.

Mehr über unsere etwas andere Familie findest Du in der Kategorie Pflegschaft und dort unter anderem meine 10 Dinge an denen Du merkst das Du Pflegemutter bist oder auch die 10 Regeln im Zusammenleben mit einem Teenager. Aber auch Gedanken zu Planänderungen ohne Pläne – denkste und vor allem wie unterschiedlich ich meine Kinder liebe.

Das Thema Pflegschaft wird immer mit diesem Blog mitschwingen, aber es wird dezent sein. Es ist sehr sensibel und es wird immer Dinge geben, die ich in der Öffentlichkeit und auch auf dem Blog nicht öffentlich schreiben werde. Nicht kann, weil es hier nicht allein um mich geht und ich niemanden der Beteiligten verletzen möchte – auch meine Kinder haben ihre Grenzen und ich wahre diese mit Respekt.
Daher tut es mir leid, wenn es für (neue) Leser manchmal etwas schwammig wirkt, aber die Gefühle meiner Familie sind mir die wichtigsten!

– Bilder by Gesine Xenia Photographie –

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Kategorie Pflegschaft

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

6 Kommentare

  1. ich hatte fast Tränen in den Augen vor Rührung.
    STAY strong and stay gold.
    Deine Kinder haben so ein riesiges Glück eine Mama wie dich zu haben, mit so viel Respekt und so viel Liebe.
    Wow.

    • Oh mein Gott was für ein Geschenk Deine Worte heute für mich sind. Danke Danke Danke Danke – Menschen zu berühren ist meine größte Intension diesen Blog zu schreiben. Danke.
      Ich finde aber auch, dass diese beiden Kinder einen grandiosen Papa haben und das wir grandiose Kinder unsere nennen dürfen.
      Ach ich drück Dich und sag nochmal DANKE für Deine tollen Worte.
      JesSi Ca

  2. Jetzt sitze ich da und … hach ? Das macht dich einfach aus ?
    Ich wünsche euch weiterhin alles Gute. Wir haben auch zwei Pflegegeschwister und (zumindest) die Schwester ist halt einfach unsere Schwester ?
    LG Silva

    • Liebe Silvia,

      Du hast Pflege-Geschwister? Hach wie spannend. Mich würde ja so sehr interessieren, wie es aus Geschwister Sicht ist – die Motte kann sich an die Zeit vor dem Großen kaum noch erinnern. Für sie war er quasi immer da und die einzige Reaktion war mal das sie unbedingt wollte das er ihr ECHTER Bruder ist….
      LG JesS

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