Vom Fliegen und Kindern und Menschen

Vom Fliegen und Kindern und Menschen Urlaub 2013 Reisen mit Kind Titel

Wenn man fliegt, dann ist das immer eine ganz besondere Situation. Schon für uns Erwachsene spielen Ängste, Nervosität, körperliche Anzeichen des Druckausgleichs und das Zusammensitzen mit so vielen Menschen auf engstem Raum eine große Rolle. Wie muss es da erst für Kinder sein? Heute schreibe ich vom Fliegen und Kindern und Menschen und unseren ganz persönlichen Erfahrungen an einem einzigen Tag mit zwei Flügen.

Kurz nach unserer Ankunft zurück zu Hause las ich einen Artikel, den ich fast übergangen wäre. Es ist einer dieser Artikel von Seiten mit reißerischer Überschrift. Doch irgendwas sagte mir, ließ mal und als ich fertig war, wusste ich warum:

Ich hab gerade gestern etwas ähnliches erlebt mit der Motte, wollt Ihr die Geschichte lesen? Natürlich ist sie weder auf…

Posted by feiersun.de on Mittwoch, 30. September 2015

 

Als ich ihn las, musste ich sofort an unsere Erfahrungen denken, die nicht mal 24 Stunden alt waren. Denn auf den Rückflügen aus unserem ersten Familien-Urlaub haben auch wir unsere Erfahrungen mit dem Fliegen und Kindern und Menschen gemacht und auch.

Reiseroute: Assalla – Antalya – Istanbul – Bremen

Vom Fliegen und Kindern und Menschen Urlaub 2013 Reisen mit KindDer Rückflugreisetag startet früh – um 06:25 Uhr türkischer und somit 05:25 Uhr deutscher Zeit standen die Motte, der Mann und ich vor dem Hotel und warteten auf den Bus zum Flieger. Koffer (und die Angst vor dem Übergepäckbetrag) und wir kamen trotz kaputten Transportbus (fragt nicht nach den Arten wie in der Türkei gefahren wird, was da auf den Straßen wie rumkurvt) kamen wir recht früh an und waren gute drei Stunden vor dem Boarding am Flughafen Antalya angelangt. Und die nette Dame am Check-In nahm uns kein Geld für das Übergepäck ab und sagte uns sogar das wir doch gleich einen Flieger eher nehmen könnten – gut das wir so früh da waren – zehn Minuten später und wir hätten unseren regulären genommen und es wären wie auf dern Hinreise beim Umsteigen in Istanbul sehr sehr hektisch geworden. Also zügig zum Boarden – weil die Dame es ja so sagte, leider saßen wir nicht zusammen. Die Motte und ich zwei Reihen hinter dem Papa und oh weh, nicht am Fenster. Da saß schon eine junge Dame.

Die Menschen im Flugzeug – so kann man sich täuschen und auch nicht

Vom Fliegen und Kindern und Menschen

Die junge Dame – fast noch ein Mädchen – kuschelte sich in ihr Kissen und sah erst gar nicht so glücklich aus, als ich mich mit der unzufriedenen Motte neben sie quetschte, aber auf Aufforderung der Stewardess saß die Motte in der Mitte und ich war schon froh, dass der erste Flug nicht all zu lang seien würde. Die Motte verstand auch nicht warum das Mädchen neben uns schlafen wollte – sie aber nicht ans Fenster durfte. Ich erklärte es ihr, dass man eben manchmal da sitzt und dann auch mal jemand anderes da sitzt. Vor uns saßen drei aufgebrezelte Frauen mittleren Altern (was ist das eigentlich dieses Mittlere Alter??) und verdrehten den ganzen Flug über die Augen und stöhnten wenn wir drei lachten und quietschten, denn wir sollten uns in unserer Sitznachbarin täuschen.

Kurz nach dem Start, sie sah wirklich schon schlafend aus, öffnete sie aus heiterem Himmel die Augen und machte uns mit ihrer Hand vor der Nase lustige Grimassen. Sie war plötzlich putz munter und ich mein Kind los. Ich saß lachend am Rand und die beiden freundeten sich fast an. Ohne die gleiche Sprache zu sprechen lachten und malten und streichelten und flachsten sie zusammen und bei der Landung saß sie nicht bei mir, sondern bei Estellya. Estellya (ich habe ihren Namen verstanden, denn neben Türkisch konnte sie ein Wenig Englisch und wenn die Motte etwas mitteilte übersetzte ich – aber sonst verstanden sie sich ohne Sprache sehr gut. Warum auch wenn man Lachen kann und die Augen dabei so strahlen.

Estellya und die Motte waren ein super Team und ich nur noch Anreicherin von Spielzeug oder Getränken. Essen, gekleckertes wegwischen, malen – ich war raus und ich war einfach glücklich diese beiden Mädels zu sehen die gegenseitig die Haare der anderen liebten. Türken stehen total auf das Blonde Haar der Motte – ich liebe ja das türkische dunkle und vor allem dicke Haar (Motte hat ja so feines wie ich, was immer sehr dünn wirkt, aber man will ja immer das, was man nicht hat).

Es war wirklich schwer diese beiden Mädchen in Istanbul voneinander zu trennen. Aber wir hatten entgegen des Hinfluges Zeit diesen monströsen Flughafen in Ruhe zu erkunden, die Passkontrolle zu finden und in den Internationalen Flughafen ein zu checken und auf unseren Anschlussflieger zu warten. Inklusive Beobachtungen der startenden und landenden Flieger.

Im Flugzeug nach Bremen sah das ganze dann ganz anders aus. Hier waren eine ganze Menge Kinder vertreten. Vom ganz kleinen Baby bis hin zu etwas älter als die Motte und direkt vor uns auf Familie mit zwei Kindern. Die grooße war in Mottes alter und ein Baby – geschätzt vielleicht eineinhalb. Und die Mädchen flirteten gleich miteinander. Währen des Fluges, gerade dem Starten und Landen weiten das Baby sehr. Aber der junge Mann in der Nebenreihe war kein Stück genervt – keiner wirkte so, im Gegenteil alle versuchten das Mäußchen ab zu lenken.  Und ich kann das Weinen so sehr nachvollziehen ist es doch laut und voll in diesen Fliegern und man kann sich nicht bewegen und dann kommt der blöde Druckausgleich ja auch noch hinzu.

Doch was bringt mir das Meckern über Kinder? Nichts! Es entspannt weder sie Situation noch macht es irgendwas besser.

Kurz vor den Start meckerte auch unsere Motte so so so sehr – sie war müde und drüber (der letze Abend war lang geworden) und noch bevor wir in der Luft waren war sie eingeschlafen (manchmal muss sie sich, wenn sie nicht in ihrem Bett liegt und zur Ruhe findet, in den Schlaf meckern, für keinen Beteiligten ist das angenehm) und als ich mich mit den Augen bei dem umsitzenden Männern mit den Augen entschuldigte verzogen sie ihr Gesicht und blicken mich beruhigend an. Als das Kind – verdammt ist die gewachsen – auf mir drauf lag zu 80% des Fluges genau dort schlief, lächelten sie mich an als wollten sie mir sagen „siehst Du, es wird alles gut, es ist eben ein Kind“ und genau das ist es – sie ist eben ein Kind.

Habt Ihr schon Erfahrungen mit Kindern im Flugzeug gemacht? Wie hat Ihr die Situation gemeistert und wie heben die Passagiere um Euch herum reagiert???

In diesem Sinne ~ es sind eben Kinder und das ist auch einfach so. Verdammt gut so!

Um nichts mehr zu verpassen, trage Dich in den Newsletter ein.
Kategorie Familie, Gedanken

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CommentLuv badge