Vergleichsweise

Vom Vergleichen und Messen – dem Schwanzvergleich unter Schenkenden

Jedes Jahr aufs neue sehe ich es unter den Müttern. Es ist kein neues Phänomen, ich denke es geht schon viel länger aber durch das Internet projiziert sich die Masse mehr und als Bloggerin ist meine Facebook-Timeline voll davon.


Aber eigentlich beginnt es, gerade auf FB – dieses Phänomen kenne ich echt nur so krass von Facebook – schon viel eher. In einschlägigen Gruppen bekommt man ständig zu lesen „…mein Kind ist so und so alt, was kann ich schenken?“ „mein Kind wird nun, es hat alles, was soll ich nur noch schenken – etwas großes muss her…“. Nicht nur zu Weihnachten, auch zum Geburtstag und es ist kaum ein nur die Suche nach Inspiration. Die Antworten darunter erschrecken mich dann oft noch mehr als die Frage an sich.
Klar ist es nicht immer einfach direkt eine Idee zu haben, aber dann scheint das Kind auch nicht unbedingt etwas zu brauchen und die Zeit wo sie ihre Wünsche äußern werden, die wird definitiv noch kommen. Doch wenn ich so gar keine Idee habe, was ich meinem Kind schenken soll, dann hat es entweder alles oder ich beschäftigte mich nicht genau mit dem Gedanken.

Also begann es schon viel eher – der Schwanzvergleich unter den Schenkern.

Dieses Messen macht mich nachdenklich

Nun sehe ich in den ganzen Beiträgen aber und aber tausende Geschenke – die Timeline rauf und runter. Geschenke Geschenke Geschenke. Konsum über Konsum und frage mich ob ich genau das auch bin oder ob ich das überhaupt will.

Ja klar sind wir Blogger exhibitionistisch veranlagt, wieso würde wir sonst unser Leben der Öffentlichkeit präsentieren – wir auch ein analoges Tagebuch schreiben. Aber selbst als Bloggerin erschrecke ich vor den Massen, die da präsentiert werden. Viel erschreckender sind dann auch noch Kommentare zu kleineren Geschenke-Bergen. Kann ich meine Liebe in Geschenke aufwiegen? Geht es an Weihnachten nicht um etwas viel essenziellerer wie Zeit, Beisammensein und Gemeinsamkeit?

 

Vergleichsweise bei uns

Wir sind eine Familie, die gerne schenkt. Nicht nur uns, auch anderen. Nicht weil wir denken wir müssen das tun oder weil andere das auch so machen, sondern des Schenkens wegen. Weil wir uns freuen, wenn sich die Menschen darüber freuen, das wir uns Gedanken um sie gemacht haben. Daher haben wir Freude daran zu basteln und zu backen und nicht nur uns, sondern auch andere damit zu erfreuen. Wir machen uns gerne Gedanken und setzen keine Relationen. Wir erwarten auch keine Geschenke, Karten oder Kekse zurück – ein Danke und ein Lächeln erfreut unsere Herzen am Meisten.

Und genau aus diesem Grunde haben wir uns gemeinsam in diesem Jahr dazu entschlossen einfach nicht mit zu machen bei diesem Schwanzvergleich der Schenkenden.

Natürlich können wir die Geschenke auf den Bildern aus unserem Alltag (und auch wenn ich Euch in den nächsten Tagen von unserem Weihnachten erzählen werde) nicht ganz raus halten und vielleicht stellen wir Euch auch mal was vor, weil wir denken das war etwas ganz besonders tolles für uns, aber hier wird es keine öffentliche Auflistung geben was es alles für wen gab.

Vergleichsweise Weihnachten 2014

Ein kleiner stimmungsvoller Einblick an unserem Heiligen Abend – Stimmung und leuchtende Kinderaugen – DANKE!

 

In diesem Jahr haben wir allen weniger geschenkt – weniger geschenkt bekommen und soll ich Euch was sagen? Wir sind alle irgendwie glücklicher und entspannter als in den Jahren davor!! Vielleicht sollte man sich das einfach mal vor Augen halten.

 

Wir habt Ihr das so gehalten und was denkt Ihr, wenn ihr über über Geschenke auf den Sozial-Media-Kanälen seht?

 

In diesem Sinne ~ ja, manchmal ist weniger eben doch mehr!! Und wir fühlen uns damit wirklich verdammt gut genau so wie es ist!!

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Kategorie Familie, Gedanken

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

9 Kommentare

  1. Weinger ist oft schon viel mehr,ich finde es einfach gut so und ich hab mich über jedes Teil und wenn es auch noch so klein war Riesig gefreud,Mein grösstes Geschenk ist die gesunde Familie,die Stimme von Mottchen am Telefon und vor allen das wir wissen das jeder an jeden Denk und wir uns alle Lieb haben gibt es noch ein grösseres Geschenk wie Liebe in Meinen Augen nicht.

  2. Ein Thema das immer mehr zu nimmt, gerade in den Sozial Medias. Ich selbst bin ja dafür, egal was man schenkt, es soll von Herzen sein und der Beschenkte freut sich darüber. Ob es da mal eine DVD oder nur ein Buch oder etwas Größeres wie ein neues Handy ist, weil das Alte kaputt ist, oder Selbstgebasteltes, ist mir egal. Dem Konsumwahn bin ich nur weil Weihnachten ist sicher nicht verfallen, schon alleine weil ich das Geld gar nicht dazu habe oder besser gesagt – haben möchte!!!
    Ich verstehe nie, wie man auf FB fragen kann – Was soll ich meinen Kind mit 4 Jahren schenken? Da frage ich mich immer, befassen sie sich nicht mehr mit ihren Kindern und wissen was ihnen gefällt oder fehlt schon der Hausverstand um zu wissen, das ich mit 4 Jahren keine kleinen Legoteile kaufen kann o_O so mal als grobes Beispiel.
    Ein Thema über das man sicher lange diskutieren könnte.
    Fakt ist, bei uns zu hause wird nur mehr unsere Tochter beschenkt, mein Mann und ich kaufen uns lieber unter dem Jahr Kleinigkeiten oder gönnen uns etwas 😉
    Liebe Grüße

  3. Ein schöner Gedanke – ich hab auch festgestellt (und darüber gebloggt) dass es bei uns too much war. Wir haben zwar nur drei Geschenke gemacht (kleine) aber dafür die von den Verwandten… bah! Eine Wagenladung voll! Das Kind fand dann gar nichts toll und hat nur noch rumgeschrien 🙁 Da muss ich nächstes Jahr mal mit denen reden 😉 am besten jeder nur eine Sache oder so… und ob die teuer ist oder billig ist ja egal Hauptsache es gefällt dem Kind.

    Liebe Grüße,
    Janina

    • Witzig – da haben wir relativ zeitgleich gegenseitig kommentiert 🙂
      Aber nach meinem Post verstehst Du sicherlich meine keine Anspielung auf Instagram 😉
      Seinen Weg zu finden ist gar nicht einfach und bei uns ist in jedem Jahr ja auch irgendwas los – aber vielleicht soll da auch einfach so sein um uns wieder zurück zu holen – zur Familie.

      Habt noch schöne Tage zwischen den Jahren!!

  4. Toller Beitrag. Mich nervt dieses Profiliergehabe schon ganz lange. Aus diesem Grund wird es von uns gar keinen Beitrag zu Geschenken und Weihnachten geben. Die Motte hat tolle Sachen bekommen, über die sie sich gefreut hat. Mehr müssen alle anderen nicht wissen. Ich finde auch, dass es nicht um die Masse geht, sondern um den Gedanken dahinter. Um ganz ehrlich zu sein: ich persönlich schenke viel lieber als beschenkt zu werden. Die Freude des Beschenkten macht mindestens genauso glücklich, wie selbst beschenkt zu werden. Letztendlich machen tausende von Geschenken auch nicht glücklich – das Tollste, was wir unserer Motte über die freien Tage schenken können ist: viel Zeit gemeinsam. Zum Spielen, Toben, Kuscheln und gemeinsamen Sachen machen – das ist besser als jedes materielle Geschenk!

  5. Danke! Das leidige Geschenke Thema! Wir haben uns gegenseitig nur eine kleine Sache geschenkt und den Kinder. Auch nur wenig. Der große bekam teilweise auch gebrauchtes. Wenn es weniger gibt, dann wird auch das einzelne mehr gewürdigt! Und mal ehrlich: haben die Kinder nicht eh schon so viel??? Wir mussten meine Mutter Bremsen, die sich mal wieder austoben wollte. Sie übertreibt es immer- das war schon immer so. Sie war sehr beleidigt , als ich ihr im voraus sagte, dass die Kinder nur ein oder zwei Sachen von ihr bekommen sollen und dass mein Mann und ich nur eine Sache zusammen haben wollen. Die Stimmung war im voraus sehr schlecht. Natürlich hat die wieder zu viel gekauft aber sich für ihre Verhältnisse zusammengerissen. Ich hoffe, wir können das noch ein bisschen so beibehalten mit der geringen Geschenke Zahl. Mal sehen wie es wird, wenn der große größer wird. Jetzt mit drei geht es noch.., aber ich erinner mich an meine Schulzeit, da wurde schon sehr viel über Geschenke gesprochen!

  6. Toller Beitrag. Ich stimme Dir sowas von zu!!!!
    Ich würde mal behaupten, dass sich bei uns auch die Geschenke in Grenzen hielten. Für meine Schwester gab es zum 1.12. einen selbstgebastelten Adventskalender und an Weihnachten ein Fotobuch. Das Fotobuch sowie einen Fotokalender erhielten dann auch meine Eltern. Mehr nicht. Fürs Kind gab es zwei kleinere Geschenke. Das reichte ihr auch vollkommen aus. Problematisch war nur, dass wir mit ihrer Kusine und ihrem Kusin gefeiert haben, die beide deutlich „wertvollere“ Geschenke bekamen (aus meiner Sicht auch deutlich zu viel, so dass sie am Ende nur mit diesen Sachen gespielt hat. Irgendwie schade. Erst auf der Heimfahrt hat sie dann das wunderschöne kleine Buch für sich entdeckt, dass sie geschenkt bekommen hatte.
    Lieben Gruß, Wiebke

  7. hallo, meine Liebe – ich musste gleich am Anfang des Artikel grinsen, denn dieser Gedanke beschäftigte mich auch sehr.. gibt es denn wirklich Mütter, die nicht wissen, was sie ihrem Kind schenken können? Also vorher trocknet die Nordsee aus, bevor mir nichts mehr einfällt für meine Kinder !!
    Ich muss mich bremsen, denn ich sehe IMMER und STÄNDIG und ÜBERALL Sachen, die entweder die Tocher oder der Sohn braucht / sich drüber freut / sammelt / einfach haben möchte..
    Meine Kinder brauchen eigentlich keinen Wunschzettel schreiben – ich weiß genau, welches Kind sich gerade womit viel beschäftigt..
    Toller Beitrag..
    Liebste Grüße – Linda

  8. Da wir wussten das unser Spatz reichlich von allen anderen beschenkt wird, gab es von uns (wir Geizkragen) nur eine „Quietscheente“ die nicht quietscht und aus Naturkautschuk ist also sabbertauglich :-D. Die Idee zu bekommen war nicht schwer, er liebt unsere Quietscheentensammlung. Nun hat er eine Eigene, wo wir uns keine Gedanken machen müssen 🙂
    Aber wir müssen sagen alle haben tolle Geschenke gemacht und alles kam gut bei ihm und uns an 🙂 und trotz dessen das wir, uns beherrscht haben und die anderen Geschenke auf die Feiertage und davor verteilt haben war es trotzdem soooo viel!!!

    Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!

    Melanie

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