20 Tatsachen über Histamin

20 Tatsachen über LOGO - Blogvorschau

Alle Menschen mit Intoleranzen und Unverträglichkeiten kennen die Einschränkungen, die damit einher geht. Was die Ernährung angeht ist es bei mir „nur“ Laktose und Kiwi.

Das war aber nicht immer so, erst seit 5 Jahren reagiere ich auf Kuhmilch bzw. die enthaltene Laktose. Nora geht noch weite rund hat sich die Aufklärung rund um das Thema Histamin auf die Fahne geschrieben.

nora-und-hashimoto-thyreoiditis_unsichtbar-krank_nora

Seit knapp 6 Jahren weiß Nora, dass sie eine Histaminintoleranz habe – damit bezeichnet man die (temporäre) Unfähigkeit des Körpers Histamin abzubauen und den Zustand, dass sich somit grundsätzlich zu viel dieses Stoffes im Körper befindet. Die erste Frage, die ich immer bestellt bekomme, wenn ich sage, dass ich eine Unverträglichkeit gegen Histamin habe, ist: „Was ist Histamin?“ Daher heute hier

20 Tatsachen über Histamin

mit Nora

es ist nämlich nicht nur schlecht, sondern auch total spannend!

01. Histaminintoleranz ist keine Krankheit, sondern ein Zustand des Körpers

Histaminintoleranz entsteht, wenn es im Körper zu viel Histamin hat. Die Histaminabbauenden Enzyme kommen nicht hinterher oder aber sie werden (aus unterschiedlichen Gründen) nicht ausreichend produziert.

02. Histamin ist ein biogenes Amin

Amine sind Nebenprodukte bei der Entstehung von Aminosäuren und einige von ihnen haben essentiell wichtige Aufgaben im Körper. So auch Histamin. Entdeckt wurde dieses Amin erst in den 1920er Jahren und seinen Namen bekam es, weil es sich aus Gewebe („histo“) extrahieren lies, ein Gewebs-Amin sozusagen. Es wird sowohl im Körper hergestellt, als auch im Körper gespeichert, kann aber auch über die Nahrung aufgenommen werden.

03. Histamin ist ein Botenstoff des Gehirns (Neurotransmitter)

Histamin hat als Neurotransmitter die wichtige Aufgabe, Informationen von einem Nervenende zum nächsten zu senden. Dazu setzt sich das Histamin auf die Synapsen und kann so das gesamte Zentrale Nervensystem steuern.

04. Histamin ist zentral an der Immunabwehr beteiligt

Histamin hat die Lebensrettende Aufgabe bei einer Immunreaktion die Blutgefäße zu erweitern, um dafür zu sorgen, dass die weißen Blutkörperchen schneller dorthin gelangen, wo sie ihre Arbeit zu tun haben (bei einer Wunde zum Beispiel).

05. Histamin wird im Körper gespeichert

Die Mastzellen speichern das im Körper produzierte Histamin, um bei einer Immunreaktion sofort reagieren zu können. Leider auch bei allergischen Reaktionen und dem Eintreffen von Liberatoren (siehe unten).

06. Histamin wird im Körper produziert

Es ist ist ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Histidin und wir sofort nach Produktion entweder von den Mastzellen gespeichert oder inaktiv geschaltet und abgebaut.

07. Histamin kann über die Nahrung aufgenommen werden

Es gibt Nahrungsmittel, die von Natur aus Histamin enthalten, Lebensmittel, die es bilden und welche, die im Körper Histamin auslösen. Alle Lebensmittel, die haltbar gemacht werden (bspw. Sauerkraut, Essiggurken, geräucherte Wurstwaren), reifen müssen (Käse) oder leicht verderblich sind (Nüsse), bilden bei diesen Prozessen Histamin – daher ist es wichtig, immer die Lebensmittel so frisch wie möglich zu essen. Von Natur aus histaminhaltig sind beispielsweise Tomaten, Innereien, Meeresfrüchte, Spinat, Avocado. Eine große Gruppe von „gefährlichen“ Lebensmitteln stellen noch die sogenannten Liberatoren dar. Liberatoren sind Nahrungsmittel (wie Zitrusfrüchte, Exotische Früchte, Alkohol, Koffein), welche dem Körper als Trigger dienen, um Histamin, welches dort in den Mastzellen gespeichert ist, freizusetzen und den Körper auf einen Schlag mit Histamin zu überschütten. Dieser Vorgang kann tatsächlich sehr gefährlich für den jeweiligen Betroffenen werden, Herzrasen, Bluthochdruck, Schwindel, Übelkeit sind die sofortigen Symptome.

08. Histamin wird bei Stress und Anstrengung ausgeschüttet

Stress ist ein ebensolcher Liberator wie auch einige Lebensmittel. Stress lässt im Körper das körpereigene Histamin ansteigen, daher wird empfohlen Stress zu minimieren und Entspannungstechniken zu erlernen.

09. Zu viel Histamin macht uns krank

Eine ständige Überforderung des Körpers und eine Überschwemmung mit Histamin belastet den Körper, was ihn belastet, macht ihn krank. So kann eine (nicht behandelte) Histaminintoleranz zu weiteren Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen oder aus diesen resultieren. Wer zu viel Histamin im Körper hat, hat eine Histaminintoleranz, weil die histaminabbauenden Enzyme nicht hinterher kommen.

10. Histamin entsteht, wenn das Darmmilieu nicht in Ordnung ist

In unserem Darm leben viele Millionen von Bakterien, die täglich die Aktivitäten unseres Darms überwachen. Sie helfen ihm seine wichtigen Aufgaben auszuführen: Immunabwehr, Verdauung und Produktion von Hormonen wie beispielsweise Serotonin. Es gibt gute und schlechte Bakterien im Darm – die schlechten vermehren sich durch falsche Ernährung (zu viel Zucker, zu viel Weizen, zu viel künstliche Stoffe) oder durch Stress. Wenn wir mehr schlechte als gute Bakterien in unserem Darm haben, dann ist dieser ernsthaft krank und kann seine Aufgaben nicht mehr erfüllen. Durch fehlende Verdauung von Essensresten kommt es im Darm zu Fäulnis und dabei entsteht Histamin in rauen Mengen.

11. Histamin wird von 2 Enzymen abgebaut, die in ausreichender Menge vorhanden sein müssen

Histamin wird von den Enzymen DAO und HNMT abgebaut. Diese beiden können in verringertem Maße im Körper aktiv sein, was beides zu einer Histaminintoleranz führt. Diese Enzymschwäche ist vererbbar, kann aber durch Reduktion von Histamin besser kompensierbar gemacht werden.

12. In der Schwangerschaft wird das Enzym DAO in erhöhtem Maße produziert, so, dass die Schwangere kein Problem mehr mit dem Abbau von Histamin hat

Ob du als Schwangere nun eine Histaminintoleranz hast oder nicht, ist egal. Fakt ist, in der Plazenta wird so viel DAO produziert, dass du und dein Baby optimal vor diesem „bösen“ böse Stoff geschützt bist.

13. Zu viel Histamin im Körper macht nervös

Es lässt die Blutgefäße erweitern und sorgt für eine Ausschüttung an Adrenalin. Je mehr davon im Körper ist, umso mehr ist dieser in Aufregung und wir werden nervös. Die Histaminabbauenden Enzyme haben viel zu arbeiten, um das überschüssige Histamin wieder abzubauen. Ein zu viel an Histamin kann auch bei ADHS eine der Ursachen sein.

14. Zu viel Histamin im Körper kann auch für Depressionen verantwortlich sein

Ein zu viel führt zu einem geschädigten Darm (oder umgekehrt). Ein geschädigter Darm kommt mit der Produktion von den wichtigen Hormonen nicht hinterher, der Mensch wird unglücklich.

15. Zu viel Histamin im Körper kann Migräne verursachen

Es erweitert die Blutgefäße, das Tempo des Körpers erhöht sich. Das kann zu Migräne Attacken führen. Histaminarme Ernährung kann wahre Wunder wirken.

16. Histamin regelt den Schlaf-Wach-Zustand des Körpers

Die neueste Forschung fand heraus, dass Histamin den Körper wach hält. Damit wir schlafen können, produziert der Körper Gamma Aminobuttersäure (GABA), welches das Histamin „bekämpft“, damit unser Körper sich entspannen kann. Bei einer Histaminintoleranz ist es aber so, dass der Körper mit Histamin überschwemmt ist, was häufig zu Einschlaf- oder Durchschlafproblemen führen kann.

17. Histamin ist an der Verdauung beteiligt

Histamin hat wichtige Aufgaben im Körper, dazu zählt auch die Beteiligung an der Verdauung im Magen und Darm.

18. Koffein, Schokolade, Energy Drinks, Alkohol – alles Aufputschende setzt im Körper Histamin frei

Körperlicher „Stress“ sorgt für eine Freisetzung – Alkohol und Koffein sind Stress für den Körper und sorgen für einen erhöhten Puls.

19. Histaminintoleranz tritt zu 80% bei Frauen, nur 20% der Betroffenen sind männlich

Die Forschung ist sich über die Ursachen noch nicht so ganz klar. Da Histamin aber ein Gewebshormon ist, liegt es nahe, dass es sich in besonderem Austausch mit dem Hormonsystem befindet. Frauen sind auf Grund ihres Hormonsystems anfälliger für hormonbedingte Probleme als Männer.

20. Zu viel Histamin im Körper und die Unfähigkeit es abzubauen ist sehr gefährlich für die Betroffenen und kann sogar einen anaphylaktischen Schock auslösen

Es wird bei einer allergischen Reaktion ausgeschüttet, ist für Hautauschläge, Hitze, erhöhter Blutdruck verantwortlich, Adrenalin wird ausgeschüttet, der Körper bekämpft sich selbst – zu viel Histamin bringt eine Überforderung, der Körper kann (zum Glück nur selten) damit nicht mehr umgehen und verfällt in Schock.

 

20-tatschen-ueber-histamin_nora_leben-mt-ohne

Nora Hodeige ist Ganzheitlich.Gesund Coach und schreibt auf ihrem Blog über Histaminintoleranz und anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dort versorgt sie euch mit Hintergrundwissen, feinen Rezepten und praktischen Gesundheitstipps, weil sie der Meinung ist, dass jeder seine eigene Gesundheit selbst in die Hand nehmen kann. Dass dies funktionieren, dafür ist sie selbst das beste Beispiel. Gerade hat sie ihr erstes Ebook über die funktionalen und körperlichen Zusammenhänge von Histamin & Histaminintoleranz geschrieben – weil Wissen und Verstehen die Grundlagen eines gesunden und bewussten Lebens bilden. 

Nora findet Ihr auch auf ihrem Blog Leben mit Ohne.
Aber auch auf Twitter und Facebook. Aber auch auf Instagram und Pinterest

Kommt Euch Nora bekannt vor? Ja das stimmt, denn sie erzählte in der Reihe #unsichtbarKrank schon von ihem Leben mit Hashimoto Thyreoiditis

 


Seit der Schwangerschafts-Diabetes habe ich mich selber immer wieder mit dem Thema Erährung auseinander gesetzt, aber eher so für ich und angepasst auf meine Situation. Bei Nora kann man echt die Leidenschaft und das pure Wissen heraus lesen.

Leidet Ihr auch an Unverträglichkeiten oder Intoleranzen? Und wusstet Ihr vorher schon so viel über die Histaminintoleranz?

In diesem Sinne – seine eigene Gesundheit hat man selbst in die Hand, man muss es nur erkennen.

 

 

Die Begeisterung für die 20 Tatsachen reißen nicht ab. Wie sehr wir uns darüber freuen, könnt Ihr Euch kaum vorstellen. An so vielen Stellen erweitert sich unser Horizont oder bestätigen sich eigene Gedanken. Dank dieser Serie. Danke das Ihr sie liebt – danke das Ihr mitmacht. Mein Herzensprojekt!

Mach mit:  Wenn auch Ihr Lust habt bei der Serie #20Tatsachenüber dabei zu sein, dann schreibt mit gerne eine Email an 20Tatsachen[ät]feiersun.de.

 

Schaut Euch auch mein Resumé aller Beiträge aus 2015 oder den bislang erfolgreichsten Beitrag die 20 Tatsachen über die Entwicklung von Kindern oder über Attachment Parentingund in 14 Tagen geht es bei der lieben Dani weiter und in vier Wochen vielleicht mit Dir, bei mir. Bis dahin klickt Euch gerne durch alle spannenden Beiträge der 20 Tatsachen-Reihe.

Um nichts mehr zu verpassen, trage Dich in den Newsletter ein.   _______
Kategorie 20 Tatsachen

Hier schreibt JesS (32), die Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

CommentLuv badge