Silvester bei fremden Freunden

Silvester bei fremden Freunden - Gastfreundschaft Teil 2

Ihr habt Euch eine Fortsetzung gewünscht, hier ist sie, die Fortsetzung meiner Gastautorin mit den herzlichen und gastfreundlichen Freunden für den geplanten Silvesterabend. Ja, sie war dann doch da und wie der Abend dann so gelaufen ist, dass verrät sie Euch bei mir. Anonym und doch so voller Herz, dass es fast übersprudelt.

Silvester bei fremden Freunden – Gastfreundschaft Teil 2

Wer den Artikel „Gastfreundschaft unter Freunden“ gelesen hat, der hat sich mit mir zusammen bereits aufgeregt. Ihr habt ja alle samt Recht. Wir hätten absagen sollen, oder direkt Klartext sprechen müssen. Immerhin ist man ja schon mit der passenden, negativen Grundeinstellung dorthin gegangen. Das das alles ein Mega-Reinfall werden würde, war somit schon vorprogrammiert.

Hätten sich die Kids nicht so aufeinander gefreut und hätten wir unsere besten Freunde nicht dabei gehabt, dann, ja dann hätten wir tatsächlich abgesagt.
Hätte hätte, Damentoilette.

Nun denn, ich versuch Euch mal das Erlebnis zu erzählen. Es sind Dinge dort geschehen, die einerseits so unmöglich waren, dass ich mich echt gefragt habe „Wer ist diese Person“, und andererseits habe ich Sprüche losgelassen, die scheinbar so wirkungslos beim Empfänger ankamen, wie das 08/15 Tischfeuerwerk für 50cent vom Discounter.

Aber jetzt erstmal von Vorne

Wir trafen uns schon vorsorglich mit unseren besten Freunden zum Mittagessen, da wir ja befürchten mussten, abends zu hungern. Das war auch wirklich gut so. Die Kids spielten fröhlich, während wir den Nachmittag zusammen genossen. Dann machten wir uns kurz nach 17 Uhr auf den Weg zu den besagten Freunden. Wir kamen an und es war gefühlt nichts vorbereitet. Ich erwarte ja nun keine Unmengen an Luftschlangen und Konfettiregen wenn ich zur Tür hereinkomme, aber so ein bisschen Deko hätte ich mir schon gewünscht. Nun denn, es ist ja auch nicht Jedermanns Sache, alles harmlos. Immerhin gab es im Toberaum der Kids Musik und ein paar bunte Luftschlangen. Gefühlt war dennoch nichts vorbereitet. Der Lachs für das Sushi wurde vom Gastgeber natürlich nicht vorbestellt worden und fiel deswegen leider aus. Somit gab es noch weniger Sushi als geplant. Immerhin wurde es von der Gastgeberin schnell selbst gemacht. Für jeden Sushi-Esser gab es 2 (in Worten ZWEI ) Rollen von jeder Sorten. 2 Frühlingsrollen und 2×2 Sushirollen, also Stücke. Ihr merkt ich hab von Sushi keine Ahnung, aber eines weiß ich. Kein Kaninchen auf diesem Planeten wäre davon satt geworden. Das war eher die Meerschweinchen, nein, die Kellerassel Portion. Es wurde zum Essen gerufen, sobald diese kleinen Rollen fertig waren. Schade nur, das ich da grade erst mit dem Ausrollen des Pizzateiges fertig war. Macht nichts, denn die Gastgeber riefen nun mal zum Sushiessen und fingen dann auch an, während ich in der Küche stehend mit allen sechs Kindern die Pizzen vorbereitete und in den Ofen geschoben habe. Meiner besten Freundin war es höchst unangenehm, aber mir war das ganze hin und her einfach nur zu blöd. Mein Mann und ich hatten in der Küche Spaß und als die Pizzen fertig waren, aßen wir mit den Kids gemeinsam.

Gemeinsam? Was ist das?

„Du brauchst doch nicht mit den Kindern essen?! Kommt doch beide mit ins Wohnzimmer!“ ertönte es, als die Gastgeberin in die Küche bog. „Ähm nein, wir möchten MIT den Kindern ZUSAMMEN essen!“ entgegnete ich, aber das bewirkte nur ein leichtes Augenbrauenzucken ihrerseits. Grundsätzlich hatte man bei allem das Gefühl, das man die Kinder gern außen vor haben wollte. Das Wort GEMEINSAM gab es irgendwie nicht.

Nur durchs direkte Nachfragen bekamen wir übrigens gesagt, dass das 3. Paar samt Kids nur für ne Stunde vorbei kommen wird. Nett. Sehr nette Zwischen Info, denn immerhin haben wir natürlich für die AUCH Essen mitgebracht und zwar nicht nur die Berliner die wir ja eh mitbringen sollten, nein wir hatten auch genügend Teig und Zutaten um deren Kids satt zu bekommen. (Ja auch wenn ich erst zickig behauptete, nur für unsere Kids was mitzubringen.. das mach ich natürlich nicht…)

Die besagten Zusatzgäste kamen, sahen, sprachen kurz und zischten wieder ab. Alle Aufregung – und vor allem ein Haufen Essen – war umsonst. Wie sich dann auch rausstellte, war dies sowieso absehbar.. kurzum : Eine echte Organisations-Katastrophe… Statt die Pulle Sekt (von uns) auf dem Tisch stehen zu lassen, musste man immer Frau ‚Von und Zu‘ fragen, ob man noch ein Schlückchen bekommen könnte. Sämtliche Versuche dem zu trotzen wurde sofort unterbunden. Immerhin konnten sich meine Freundin und ich insgesamt 3 Falschen Hugo reinpfeiffen, was zu unserer Verwunderung bei uns körperlich relativ unbemerkt blieb. Nachdem ich dann nach Mitternacht die große Box mit den 20 Berlinern holte und öffnete – und auch sonst alles alleine deckte und aufräumte und überhaupt – kam nur ein „Du meine Güte, wieviele Berliner habt IHR denn besorgt??“. Da platzte mir fast der Hintern. Wieviele?? WIEVIELE? Na so viele wie es hieß, das Gäste kommen!!!! (Das sich die Anzahl absolut gelohnt hat, würden wir erst später erfahren..)

Wir spielten noch eine Runde Monopoly zusammen und versuchten das Beste draus zu machen. Das die Dame auch bei Gesellschaftsspielen eine etwas herrschsüchtige Macke hat, lassen wir einfach mal außen vor. Die Knabbersachen, von der Gastgeberin (das tönte sie noch vorher groß rum, darum würde sie sich kümmern), blieben übrigens alle verschlossen. Man wäre ja noch so satt vom Abendbrot. Meine Freundin und ich waren wirklich bemüht uns einen hinter die Binde zu kippen, auch wenn uns fast Wort wörtlich Steine in den Weg (zum Kühlschrank) gelegt wurden. Es half alles nichts, wir wurden einfach nicht blau, was mit Sicherheit an dem fettigen Mittagessen lag. Immerhin kam dann vom Gastgeber selbst, eine glorreiche Idee:

Tequila gold

Zwei Tequila und einen Lachkrampf später, wollte die Gastgeberin allerdings unseren Abend beenden und räumte ab. Sie befahl ihrem Mann, der gute war schon blau, ihr zu helfen. Unsere Männer knickte mittlerweile auch schon ein und wollten nur noch schlafen, was uns beiden aber ganz recht war. Denn langsam aber sicher zeigte sich der Promille-Pegel bei uns. (Ich möchte hier allerdings erwähnen das wir beide noch im Vollbesitz unserer geistigen Fähigkeiten und der deutschen Sprache mächtig waren).

Hatte ich erwähnt das die Dame bereits abräumte? Da ist sie übrigens sehr gründlich. Denn sie nahm uns die Gläser aus der Hand.

Ja. Ernsthaft.

Wir gingen dann, zwei weitere Tequila später – die Flasche hat doch einen Hut! – auch ins Bett. Die Zeichen des Rauswurfes wurden durch das Ausmachen des Flurlichtes nochmals verdeutlicht. Nun denn… ;o)

Morgens wachten die Kids gegen Acht Uhr auf und um kurz vor Neun befanden wir uns bereits unten, mit unseren Freunden zusammen. Die Gastgeber fehlten und nach dreimal unentschieden beim „Papier, Schere,Stein“ Spiel, traute sich einfach keiner, die Gastgeber zu wecken. Unsere Kids wurden quengelig und waren hungrig… Was tun?

Ein Glück hatte ich die Berliner besorgt.

Was ein Neujahrs Frühstück. Die restlichen Berliner wurden verteilt. Die Kids guckten uns etwas ungläubig an, waren aber einfach nur froh was zwischen die Zähen zu bekommen. Immerhin war es mittlerweile schon 10 Uhr. Grade waren wir fertig, kamen sie runter. Die Gastgeberin deckte tatsächlich den Frühstückstisch, einmal für die Erwachsenen und einmal für die Kinder extra in der Küche. Schon wieder getrennt? Zum Glück fanden die Kids das genauso blöd wie wir und mit unserer geballten Kraft haben wir es dann doch geschafft, gemeinsam zu frühstücken. Da eh schon Tage vorher angedeutet wurde, dass das Frühstück spärlich ausfallen wird, hatten wir eh nur wenig Lust dort noch lang sitzen zu bleiben. Das wir somit danach fast fluchtartig diesen Ort verließen brauche ich jetzt wohl nicht mehr erwähnen?

Ich habe mich selten so unwohl gefühlt. Das war ein absoluter Reinfall.

Und die Moral von der Geschichte?

Fremde Freunde braucht man nicht!


 

Puh was für ein Abend, da wäre ich wohl fluchtartig schon viel eher abgehauen – oder mit einer besten Freundin oder auch der Gastautorin gemeinsam hätten wir die Party gecrasht!! Ja ich glaube, dass hätte ich mir auch vorstellen können.

Kennt Ihr auch solche Menschen? Ich kenn ja schon Knaller-Exemplare, aber diese sind echt ne Sorte für sich.

In diesem Sinne ~ vielleicht sollte man den Gastgebern mal die Bedeutung der Worte Gastfreundschaft und Freundschaft nahe legen???

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Kategorie Leben

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

2 Kommentare

  1. Oh, Mann, nee, so etwas habe ich Gott sei Dank noch nicht erlebt. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wenn man jemanden einlädt, hat man doch eigentlich immer viel zu viel von allem zu Hause….

  2. Frei nach dem Motto „Leben und leben lassen2 – wer weiß, was sich das Päarchen dabei gedacht hat. Ich würde aber auch nie auf die Idee kommen, meine Gäste alles mitbringen zu lassen und mich dann so wenig gastfreundlich zeigen.
    Silvester haben wir nun schon das dritte Jahr mit ein und den gleichen Freunden gefeiert. Es ist immer noch super schön. Jedes Mal fragen sie vorher, ob sie etwas mitbringen sollen. Die Antwort lautet immer „nee, alles gut, braucht ihr nicht“. Sie möchten aber gerne und ich wäre auch so. Also folgt dann immer wie in Dinner for One „Na gut – alles klar – dann bringen wir zumindest wieder den Nachtisch mit.“ …. einfach lieb, großartig und auch immer super lecker :).
    Wenn ich diesen Beitrag lese, erinnert es mich daran, dass gute Freunde keine Selbstverständlichkeit sind! Danke für den Beitrag!

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