Sehnsucht

Wenn einen die Sehnsucht überkommt und sich einfach an einen hängt, dann wird es Zeit

– Zeit sich damit auseinander zu setzen.

Vor einigen Jahren noch wurden wir immer wieder gefragt, sowohl der Mann als auch ich, wie viele Kinder wir denn haben wollen würden. Meine Antwort beschränkte sich immer auf die Aussage „lasst mich erst mal eines zur Welt bringen, dann schauen wir gerne ob ich ein zweites möchte.“ Die Antwort des Mannes war genau so entschieden „ZWEI, wie meine beiden Neffen. Auch dicht beieinander, dann können sie sich gegenseitig erziehen.“ Wir beide konnten sehr mit beiden Antworten leben – nur beim Ausdruck „gegenseitig erziehen“ lies mich lächeln.

2010 im Dezember wurde ich dann schwanger – minimal umgeplant, aber nicht ungewollt. Als wir es Anfang 2011 dann merkten war der Mann erst skeptisch – er wollte eigentlich erst unser Haus bauen und dann mit der Kinderplanung beginnen. Für mich war die Freude unfassbar. Es fühlte sich vom ersten Moment an richtig an und die anfängliche Skepsis wich auch beim Mann, der großen Freude. Und irgendwie war es auch als Anstoß die Hausbaupläne endlich in richtige Taten um zu setzen.

Die Motte wurde geboren, das Haus fertig und die Fragen des Umfeldes wurden lauter „Und, wann kommt Nummer zwei??“.  Hier war ich es dann, die abwägen musste. Meine in der Schwangerschaft bekanntgewordene Krankheit und die damit verbundenen Schmerzen ließen diese Illusion für diese Lebensphase verschwinden. War die Motte doch ein Tragling und konnte ich es einfach nicht verantworten, sie plötzlich gar nicht mehr zu trage (schmerz-bedingt) nur weil ich wieder schwanger sein wollte. Durch die Krankheit hätte es passieren können, das ich eine ganze Weile „stillgelegt“ werden würde. Damals, als die Motte noch so klein war, hätte ich es unverantwortlich gefunden.

Hätte, könnte, wäre, würde…. diese Gedanken brachten mich um den Verstand und so behauptete ich, ich sei allein mit der Motte und dem Herzensmann glücklich.

Als dann Ende 2013 der Große Junge zu uns kam und auch blieb waren andere Dinge wichtiger. Doch konnte er die Sehnsucht nicht stillen. Er ist mein Junge, aber nicht mein zweites geborenes Kind.

Ich sehne mich danach nochmal dieses Wunder in meinem Bauch zu spüren, diese Kugel stolz durch die Welt zu tragen. Selbst die, mit großer Wahrscheinlichkeit wieder auftretende Gestationsdiabetes, irritiert mich nicht mehr. Ich möchte manches wieder genau so, anderes vielleicht auch anders machen. Bewusster zu gebären, selbstverständlicher zu Stillen, intensiver zu erleben…. zu spüren, wie sich die Liebe einfach vervielfältigt – wie es nur Mütter empfinden können, die ein zweites Kind geboren haben!! Ja, ich denke ich hab das genau alles auch bei der Motte gemacht, aber mir war nicht bewusst, dass es das letze Mal gewesen seien sollte. Das war nicht der Plan.

Hindernisse

Warum wir uns dann nicht auf machen und üben? Nummer zwei (oder wäre es Nummer drei?) kommt ja nicht wie der Große Junge vom Himmel gefallen?? Nun ja, weil wann soll ich das denn bitte noch machen? Die Arbeit – von der ich theoretisch, nein praktisch, nicht mal Elternzeit oder überhaupt Mutterschutz nehmen könnte. Der Große Junge, der zwar schon fast groß ist, aber genau so seine Aufmerksamkeit und auch Platz braucht wie die Motte. Die Zeit, der Platz… das alles sind Punkte… Das es niemals einen perfekten Zeitpunkt geben würde, dass ist mir klar, doch nun sind es allein aus platz-technischen Gründen mindestens noch drei vier Jahre – dann bin ich Mitte dreißig – so einen Altersabstand wollte ich nie. Außerdem gibt es bei all diesen Gründen noch den einen Faktor und das ist der Herzensmann, dessen momentane klare Aussage „Nein“ zum zweiten Kind ist. Er hat ja recht, wenn ich meinen Kopf frage – er ist der Verstand, ich bin das Herz – aber sagt das mal den Gefühlen….. und momentan habe ich das Gefühl, diese Wunsch wächst täglich und war noch niemals so stark wie momentan.

Warum gerade jetzt diese große Sehnsucht?

Ob das was mit der „magischen Dreißig“ zu tun hat, oder ob mein Körper einfach bereit wäre oder sogar die biologische Uhr leise beginnt zu ticken. Ob es vielleicht sogar einfach die Sehnsucht und manchmal auch „Eifersucht“ ist, wenn ich die ganzen Babys und Babybäuche sehe – ich weiß es nicht, aber ich kann diesen Wunsch einfach nicht begraben. Ich möchte, doch ich kann es nicht. Es fühlt sich ein bisschen an wie sterben – Wünsche sterben lassen…

Ich würde die Motte so gerne zur großen Schwester machen. Ich glaube sie wäre eine grandiose große Schwester, aber das Leben scheint gerade anderes mit uns vor zu haben…

Sprüht Ihr auch manchmal diese innere Sehnsucht oder wie sehr Ihr das in Euren Familien? Wie geht man mit dieser Sehnsucht um?

In diesem Sinne ~ was das Leben auch für uns bereit hält, manchmal habe ich Angst vor dieser Sehnsucht. Was wenn sie unerfüllt bleiben sollte???

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Kategorie Familie, Gedanken

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

34 Kommentare

  1. Ach Du Liebe, ich kann diesen Wunsch so sehr verstehen und bin sehr berührt von Deinen Worten. Du bist noch jung genug um auch in zwei, drei Jahren noch ein Kind zu bekommen. Das lässt den Wunsch jetzt nicht weniger stark werden, aber vielleicht hilft es zu wissen, dass Deine biologische Uhr noch längst nicht abgelaufen ist.
    Wie Du schreibst: einen richtigen Zeitpunkt für ein Zweites (oder Drittes) gibt es nie – aber natürlich sollte Dein Herzensmann auch dahinter stehen. Ich denke es hilft, mit ihm über Deine tiefe Sehnsucht zu reden. So wie es sich anhört ist er ja nicht grundsätzlich gegen ein Zweites eigenes. Ich weiß, dass für Euch alles gut werden wird. Und ich drück´ Dich…
    Liebe Grüße, Anna

    • Huhu Jessica,
      Ich musste doch grade glatt ein Tränchen verdrücken, als ich sah das die erste die Kommentiert hat hier UNSERE Anna war. Ich habe es mir nie so vorgestellt, aber ich habe das Gefühl so unterschiedlich unsere Mädelstruppe auch ist, desto langsam aber sich wächst da eine Art Freundschaft zusammen. Das finde ich ganz wundervoll!
      Was die Sehnsucht angeht, verstehe ich dich gut. Ich glaube manche Menschen brauchen vielleicht eine Schwangerschaft um mit dem Thema abzuschließen. Eine bei der man vorher plant: Das ist jetzt das letzte Mal (auch wenn es das dann vielleicht nicht ist) aber ich glaube manche brauchen diesen “Abschluss”.

      • Ja Katarina, genau das hab ich auch gedacht – komme leider erst jetzt zum Beantworten und noch immer ist mir ganz kalt und warm zugleich….

        Der Witz ist ja, ich wusste nicht mal ob ich zwei Kinder will – von Anfang an nicht – ich hab immer gesagt mal schauen und hab auch länger nach der Zeit mit der Motte gesagt, erst wenn sie größer ist…
        Aber es tut gut den Mut zusammen genommen zu haben!! Sich damit auseinander zu setzen und das Ganze sogar geteilt zu haben – ja es tut gut!!
        Danke das ich das empfinden darf und DANKE das Du ein Teil meiner Welt geworden bist!!!
        DANKE°!!

    • Liebe Anna,
      der Herzensmann steht hinter mit – und es ist sooo vernünftig von ihm das es jetzt so überhaupt gar nicht „passt“.
      Mein Verstand weiß das auch, aber es tat so gut, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Das mindert die Sehnsucht nicht, aber es hilft. Es hilft auch verstanden zu werden und diese warmen Worte tun gut. Anna, ich hatte solche Angst als ich den Artikel in der letzen Woche schrieb – nachdem der Mann ihn „abgesegnet“ hatte war es noch mehr Mut in online zu stellen.
      Ich bin so froh es getan zu haben und DANKBAR für jeden dieser warmen Reaktionen!!!!!!!!
      Ich kann nicht mehr sagen als
      DANKE
      und Dir von Herzen eine wundervolle Schwangerschaft wünschen!!! Deine Augen strahlen so – das macht mich glücklich!!!

      Danke!!

      • Ach das hast Du lieb gesagt -DANKE!
        Und weißt Du: ich hab in der Schwangerschaft mit der Motte auch gedacht: „sie bleibt mein einziges Kind“. Wir wollten eigentlich immer nur eins. Und dann, nach einiger Zeit wussten wir: nein, wir sind noch nicht komplett. Und Du weißt ja, wie groß auch meine Sehnsucht war und dass ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte.

        Ich kann mich Katarina nur anschließen: es ist wunderbar, dass sich aus unserer Truppe langsam echte Freundschaften entwickeln, die wirklich füreinander hoffen und sich aufrichtig freuen und Anteil nehmen (in positiven wie auch in negativen Situationen).

        Du bist eine wunderbare 2-fach-Mama…wer weiß, vielleicht schleicht sich dieses so ersehnte 3. Kind irgendwann heimlich zu Euch. Und dann werdet Ihr beide bereit sein- ganz bestimmt!

  2. Liebe Jessica,

    Ich kann sooo gut nachvollziehen wie es dir geht… Ich saß vor meiner ersten Schwangerschaft heulend im Schlafzimmer weil ich nicht noch länger warten wollte, dies mein Umfeld aber zu erwarten schien. (ich bin keine späte Eratmama, war knapp 24 damals). Mein Mann meinte dann, dass es eben soll. (=

    Ich wünsche dir sehr, dass dein Wunsch noch erfüllt werden kann. Früher oder später.

    Ganz liebe Grüße,
    Melly

    • Das mit der Geduld ist manchmal nicht so einfach, doch Worte wie Deine lassen mich wieder daran glauben. Irgendwo hat sie sich versteckt diese Geduld… bestimmt in der Trotzphase und der Selbstbestimmungsphase und zwischen den Teenager-Marotten der Kinder…. irgendwo da hat sie sich versteckt – zusammen mit dem richtigen Zeitpunkt 😀

  3. Liebe Jessica,

    beide Eltern sollten diese Sehnsucht spüren oder? ich verstehe Dich und deinen Wunsch,ich hatte ihn letztes Jahr auch sehr lange und wir haben hin und her überlegt und dann gesagt dass alleine das sich wünschen und danach sehnen und überlegen auch zeigt, dass es nicht der Richtige Zeitpunkt ist. Vielleicht kommt irgendwann ein definitiver Entschluss, wir sind noch jung. Und Vergiss nicht du hast ja schon 2 und ich finde es toll dass Ihr ein Kind aufgenommen habt, darf ich dich dazu nochmal anschreiben, da dies für uns auch eine Option wäre.
    Also Kopf hoch und sieh es positiv diese Sehnsucht denn es ist ein Gefühl und keine Entscheidung.
    Liebe Grüsse
    Dani

    • Liebe Dani,
      gerne darfst Du mich anschreiben – Email steht im Impressum oder unter Kontakt.
      Und Du hast vollkommen recht – beide müssen diese Sehnsucht spüren. Ich möchte auch in keinen Falle das der Mann hier als „böse“ dasteht, er ist der beste und tolle und wundervollste auf Erden.
      Er ist halt der Verstand und ich das Herz und zusammen funktionieren wir wunderbar – eben weil so unterschiedlich und so voller Liebe.
      JesSi bloggt gerade über Sonea Sonnenschein – ein Blog besonderer ArtMy Profile

  4. Liebe Jessi,

    Ich kann Dich verstehen, es nachvollziehen, a er Dir nichts raten. Ich kann Dir nur sagen, auch mit knapp 40 ist es noch einmal schön, was Kleines zu bekommen. Spreche aus Erfahrung

  5. Pingback: Familienplanung ist ein Arschloch-Wort. Blogparade zur #Planänderung « Chaos² – Familienwahnsinn im Doppelpack

  6. Liebe JesSi, ich drück dich mal virtuell! Starken Kinderwunsch kenne ich auch, auch in Lebensphasen, wo er einfach keinen Platz zu haben scheint… das gute ist ja, dass bei dir biologisch nichts dagegen spricht (wie so viele andere leidvoll erfahren müssen) und du somit die Hoffnung nicht aufgeben musst. Nichtsdestotrotz tut es wahnsinnig weh, und das verstehe ich… Ich wünsche euch, dass ihr einen für alle Beteiligten guten Weg findet!!

    Liebe Grüße, Frida aka. Janina <3

    • Liebe Janina,
      danke für Deine Worte – es gibt gute und schlechte Tage und weißt Du was, auch wenn das hier gerade „Hosenrunterlassen“ ist – es tat unwahrscheinlich gut!!!
      Und die vollkommen positiven Reaktionen auf dieses „Hosenrunterlassen“ stärken mich.
      Da haben wir sie wieder die Dankbarkeit!!!

      Danke!!!

  7. ein sehr emotionaler Text, der bestimmt ausspricht, was viele Frauen denken.

    Ich wünsche dir, dass ihr da als Familie eine ‚Lösung‘ findet…

    Es ist vllt nicht wirklich ein Trost, aber du hast das Glück schon zwei Kinder zu haben… Ich kenne einige Frauen, die diese Sehnsucht durchmachen aber noch kein Kind haben… Einerseits sind sie mit ihrem ‚Traummann‘ zusammen und andererseits der Kinderwunsch, den der Partner nicht teilt…

    • Ich glaube mich „stört“ einfach auch das ich nicht wusste das ich nur ein Kind zur Welt bringen werde. Ich bin dankbar – so unendlich dankbar für alles was uns widerfahren ist, denn es macht und machte uns zu dem, wer und was wir heute sind. Ich bin so dankbar – aber manchmal kommt sie durch, diese Sehnsucht…

  8. Liebes,
    es kommt die Zeit. Du hast noch Zeit. Glaube mir. Wenn ihr euch nicht vollkommen fühlt, wird es ein weiteres Kind geben. Stresst euch nicht. Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt.
    Liebe Grüße Isa

  9. Erst jetzt, nach durchgemachten krankentagen, komme ich dazu, Dir zu schreiben.

    Fühle Dich gedrückt und geknuddelt. Und verstanden.
    Es geht nicht immer wie geplant, nicht immer wie gewünscht. Wenn uns Menschen sagen, „jetzt seid Ihr ja komplett“ oder „mehr kommt aber nicht, oder?“, will ich am liebsten aufschreien.
    Wäre ich noch jünger, hätten wir ein größeres Haus, mehr Geld, hätte, wäre, wenn… ja wenn, dann wäre der Junge das letzte Baby. Ist er aber. Und ich muss ihn groß werden lassen und mich mit meinem Leben anfreunden. Es ist bei mir klagen auf hohem Niveau, mit 2 gesunden Kindern ist’s gut leben, aber wenn…

    • Es gibt Tage, da macht mir das gar nichts aus und dann gibt es Tage, da möchte ich schreien, toben Brüllen… einfach weil ich manchmal eine Entscheidung will – ich bin aber nicht in der Large diese zu treffen – ich kann es nicht. Warum kann ich das nicht? Warum fühlt es sich so an, als hätte man mir diese Entscheidung abgenommen??
      Und doch versuche ich dankbar zu sein, für das was ich habe und mich auf das Leben ein zu lassen, denn das hat nicht immer einen ersichtlichen Plan.
      Irgendwer denkt sich schon was dabei, wenn er uns auf diese Wege schickt – nur das mit den Gedanken, dass sagt einem keiner….

      Ich drücke Dich und schicke meinem großen Jungen einen Kuss und seiner Schwester natürlich auch. :-*

  10. hallo,
    Ich bin hier ren gestolpert und hab deinen Konflikt gelesen.
    Ich hab zwei Jungs. Sie sind (so gut wie) 4 und 7 Jahre alt und mein großes Glück.
    Aber… Intensiver? Bewusster? Erlebst du nix bei Nummer 2. Im Gegenteil. Vieles geht unter- die Zeit fehlt und wo Kind 1 getragen wurde und betuddelt und bloß nicht schreien sollte, da stand Nummer 2 im Kinderwagen plärrend rum weil der Große auf dem Spielplatz Hilfe brauchte. Stillen war am Anfang aber tatsächlich leichter..
    Was will ich sagen? Meine Jungs sind wunschkinder .. Ich bin aber trotzdem alleinerziehend, mittlerweile. Es gibt einen neuen Mann (was nicht der Grund für die Trennung war) und allein mit 2 Kindern und Job und Haus, hab ich festgestellt, wie viel Aufmerksamkeit und Verantwortung doch gefordert werden. Aber.. Ich würde ein 3. gern nehmen.. Von dem her- der Wunsch nach einem Kind ist nie vernünftig und das muss auch nicht sein. Am Ende leitet uns die Sehnsucht und das Glück mit den kleinen Engeln hilft uns, alles zu schaffen. So why not?

  11. Och Gottchen, den Wunsch kenne ich und die Sehnsucht erst recht. Ich hab nen 6 1/2 jährigen Zwerg der nun in die Schule kommt und wechsel nun ins 2te Fachsemester meines Studiums. Seit 3 1/2 Jahren habe ich eine feste Partnerschaft, aber zusammenziehen tun wir wohl erst in ein paar Jahren. Wenn ich mal Geld verdiene, ob das so fix klappt wie ich mag keine Ahnung. Und aktuell sehe ich immer öfters Babybäuche. Sehe wie meine Nachbarin zum 3ten mal Schwanger ist und merke wie toll mein Großer mit kleinen Kindern klar kommt, wo er sonst so viele Schwierigkeiten hat auf Grund seiner seelischen Beeinträchtigung., aber mir soll es einfach nicht vergönnt sein. Irgendwie passt es einfach so gar nicht, weil ein Urlaubssemster nehmen und wie denn noch ein Kind betreut bekommen und ernährt, wo ich schon bei einem Betreuungsprobleme habe. Aber ob ich in 3-4 Jahren noch ein Kind bekommen mag, der Altersunterschied ist dann so riesig 🙁 Es ist einfach wie verhext :/

  12. Liebe Jessica,
    tatsächlich gibt es nicht den richtigen Zeitpunkt. Das hört man immer so und denkt „jaja, das sagen alle“. Aber es stimmt. Mein zweites Kind kam wirklich wie ein Wunder zu uns und auch das dritte nun ist eine überraschende Wendung des Lebens zu einem ungewohnten Zeitpunkt. Dazu kommt, dass die Bedingungen für Familien einfach nicht günstig geschaffen werden und auch bei mir gibt es keine wirkliche Elternzeit, ein Haus ist unfertig und eine Wohnung langsam zu klein an einer viel zu viel befahrenen Straße. Ich würde viele Gründe finden, die gegen das Kinderhaben und -bekommen sprechen. Doch alle rationalen Gründe kommen nicht an gegen das Gefühl im Herzen, das es schließlich ist, was das Leben ausmacht.
    Ihr werdet den für Euch richtigen Weg gemeinsam finden.
    Alles Liebe,
    Susanne

    • Ach Susanne, Du toller Mensch, Dankeschön!
      Und eben weil es so viele Schaffen, glaube ich auch, dass wir es mit Firma und Haus und allen Kindern schaffen. Ich glaube fest daran, ich bin davon überzeugt. Es wir schwer werden. Keinen Mutteschutz, keine Elternzeit, aber die Sehnsucht tut so weh, ich weiß das wir das schaffen werden. Vielleicht wäre das nächste Kind ganz anders? Vielleicht schläft es mehr, vielleicht verschiebt sich mein Rhythmus total und vielleicht kommt doch alles ganz anders, aber ich kann nicht mehr weghören. Sie ist zu laut und kreischt mir täglich ins Gesicht.
      Und doch hab ich Angst zu hoffen und mich in dieser Hoffnung zu verlieren. Wie tief wird dann die Enttäuschung sein? Wie sehr kann dieser Schmerz von innen zerfressen und wie tief kann man etwas bereuen, was man nicht erfüllt bekommt? Was ist, wenn die Ätze mir irgendwann ein NO erteilen, wenn ich es wirklich irgendwann gesundheitlich nicht mehr schaffe?
      Hätte-Wäre-Wenn und Angst, da sind sie wieder meine Monster….

      Susanne, danke für Deine wundervollen Worte und vergiss niemals, wie sehr ich mich für Dich und die anderen Mädels freue, von ganzem Herzen und ohne aber!! Wirklich!!!
      Drück Dich
      JesSi Ca

  13. Hallo Jessica,
    Ich würde dir gern von meiner Sehnsucht erzählen.
    Unser großes Mädchen machte sich nach 1 Jahr Wartezeit zu uns auf. Mein Mann war in dieser Zeit meist nur 1-2 Tage die Woche zu Hause – also kein Problem für uns, hat es eben nicht eher gepasst. Wir waren 23 Jahre alt. Dann, nach 1 1/2 Jahren ungefähr dachte ich, ein Geschwisterkind wäre schön. Ich wurde nicht schwanger. Nach 4 Jahren hatte ich einen natürlichen Abbruch. 2 Monate später musste ich per Not-Op gerettet werden! Ich hatte eine Eileiterschwangerschaft. Der Eileiter war geplatzt, ich habe mein Telefon erst nicht finden können und konnte keine Hilfe rufen. Ich hatte 3 Liter Blut im Bauch. Nach 1 Jahr ging ich zur Bauchspiegelung mit der Diagnose: eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ist ungewiss. 2 Monate später und mit dem Termin schon in der Tasche war ich trotzdem schwanger. Alles wurde gut! Unser Sohn wurde geboren. Aber mit jedem Tag wurde ich wehmütiger in der heiligen ersten Zeit. Ich freute mich über die Fortschritte und dachte: dass alles soll ich NIE wieder erleben? Dieser Duft! Diese Versorgen können! Ich schob die Gedanken bei Seite! Wir wollten 2 Kinder, Mädchen und Junge. Und was ich dafür alles durchmachen musste. Nein, 2 sind genug. Ich machte mich schließlich selbstständig, als mein Sohn 1 1/2 Jahre alt war. Ein paar Wochen nach der Geschäftseröffnung fing ich an zu träumen. Jede Nacht sah ich ein kleines Mädchen! Was für eine belastende Situation. Ich hatte einen Kredit aufgenommen und Ziele zu verwirklichen. Ich versuchte, die Träume beiseite zu schieben. Dann hörten sie auf. Was für eine Erleichterung. Und dann wachte ich morgens auf mit der Gewissheit: du bist Schwanger. Oh Gott! Es war so. Ich bin zu einem Zeitpunkt schwanger geworden, an dem es unmöglich gewesen sein müsste. Ich hatte Angst und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Mein Mann war ebenso überrascht, aber vom ersten Moment überzeugt: wir schaffen das! Ich konnte mich irgendwann auch freuen. Unser kleines Mädchen wurde geboren. Ich ging nach 3 Wochen das erste mal wieder arbeiten. Sie begleitete mich bis zum 1.Geburtstag mit auf Arbeit. Es ging. Alles haben wir gut hinbekommen. Ich habe jeden Moment der Babyzeit mit ihr genossen und ausgekostet. Jetzt ist da keine Sehnsucht mehr. Wir sind komplett.
    Jetzt ist mein Text recht lang geworden. Was ich eigentlich damit sagen möchte: es geht! Alles! Wenn du es wirklich willst!
    Beste Grüße, Melanie

    • Was für eine wunderbare Gesichte und vielen Dank für Dein Vertrauen und Deine Erfahrung.
      Ich glaube auch das es geht. Auch mit der Firma. Ich bin davon überzeugt das es schwer werden wird und jeder Abstriche machen wird, aber ich glaube diese Sehnsucht ist so verdammt groß und tief, die wird nicht mehr verschwinden.
      Ich kann nur leider allein für mich sprechen, der Mann sieht es nicht so. Leider. Und dabei wollte er immer zwei Kinder. Ich habe immer gesagt „lass mich erst mal eines auf die Welt bringen, dann sehen wir weiter“ und die ersten beiden Jahre waren wir mit der motte und dem Herausfinden meiner Krankheit beschäftigt. Was ist wenn diese noch schlimmer wird und ich irgendwann ein NO von den Ätzen bekomme? Wenn mein Körper dann keine Schwangerschaft mehr schafft da die täglichen Schmerzen schon zu schlimm sind? JETZT weiß ich, dass ich das durchstehen würde, aber keiner weiß wohin diese Krankheit noch führen wird – keiner weiß wohin diese Sehnsucht noch führen wird… weder der Mann, noch die Menschen und schon gar nicht ich….

  14. Hallo. Ich kann dich sooooo gut verstehen. Bin gerade in einer ähnlichen Situation. Unsere Kleine ist gerade 2 geworden. Sie war ein Schreibaby und schläft immer noch nicht durch. Ich bin Mitte 30 und mein Mann Mitte 40. Er will partout kein zweites Kind mehr mit der Begründung, dass er wieder etwas Ruhe in unser Leben bringen will und wir so unserer Kleinen mehr bieten können als wenn 2 Kinder da sind. Ursprünglich war immer er der 2 Kinder wollte und ich nur 1 und jetzt… Wird mein 2ter Kinderwunsch immer größer und er will nicht mehr. Daher haBen mich deine Worte noch mehr berührt.

  15. Hallo Jessica,

    ich bin über 5 Ecken zu deiner „Sehnsucht“ gekommen.
    Und ich kann sie so nachvollziehen. Ich sehe meine Freundinnen, die mit ihren Babybäuchen durch die Gegend kugeln, sich vorbereiten, freuen und so wahnsinnig schön sind. Und dann ich, eifersüchtig, mit einer Sehnsucht die sich kaum aushalten lässt. Ich bin Mama und mein Krümel ist wunderbar und ich bin seit Anfang an alleine. Seit ein paar Wochen habe ich auch einen Herzensmann und es ist natürlich kompliziert und nichts desto trotz ist diese Sehnsucht stärker denn je.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass du/ihr den Mut findet diese Sehnsucht zu überwinden und der Platz und die Zeit für deine Wünsche gefunden wird!
    Alles Liebe

  16. Hallo,

    Als ich deinen Text gelesen habe, erinnerte es mich stark an mich vor zwei Jahren. Der Wunsch war nach zwei Fehlgeburten, eine Eileiterschwangerschaft und einer draus zerbrochenen Beziehung für mich erst einmal verschwunden.
    Als ich dann aber mit meinem Mann zusammen kam, da war er plötzlich wieder da. Und das mit einer Intensität, die ich nie für möglich gehalten hätte. Wir waren und quasi nach drei Wochen einig, dass wir es drauf anlegen wollten (kamen uns vorher schon drei Jahre).
    Anfangs passierte nichts, außer dass in mir die Panik wuchs, aufgrund meiner Endometriose wieder eine Eileiterschwangerschaft zu bekommen. Nach neun Monaten wurde ich dann zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt tatsächlich schwanger. Und es saß am der richtigen Stelle <3
    Aber ich hatte mich gerade erst für ne Umschulung angemeldet. Es stellte sich heraus, dass zeitlich alles genau passte mit den Mutterschutz etc.
    Aufgrund eines Nabelbruchs und daraus resultierenden höllischen Schmerzen, konnte ich trotzdem nicht bis zum Ende Teil nehmen.
    Inzwischen ist unsere Maus über ein Jahr alt und ich merke, dass in mir langsam die Sehnsucht wieder aufkommt.
    Für uns wäre es insgesamt das dritte Kind, ich habe aus einer früheren Beziehung einen Sohn, der im März 11 wird.
    Aber mein Mann ist ebenso wie deiner der Kopf. Und wir haben ja noch Zeit. Außerdem putzt es im Moment tatsächlich so gar nicht das sehr auch ich ein. Unsere Zeit wird kommen. Ganz bestimmt…

  17. Liebe Jessi!

    Ich kann dich so gut verstehen mit diesen Gedanken… ich war 8 Jahre in einer Beziehung wo das Thema Kinder nie reingepasst hat, zu mal ich ja auch schon eins hatte… ich war tot unglücklich damit!!! Ich wollte nie das mein Kind ein Einzelkind bleibt aber ich hatte den falschen Mann an meiner Seite… und jetzt habe ich den richtigen Mann seit 2 Jahren an meiner Seite und die Sehnsucht ist extrem nach einem Baby… letztes Jahr war es erst so weit und dann wurde es uns aber von Mutter Natur genommen… die Sehnsucht stieg stetig und wurde immer größer! Ich hatte das Gefühl bei allen klappt es nur bei uns nicht… und jetzt ein gutes halbes Jahr nach der Fehlgeburt weiß ich das es nicht in meiner Macht liegt es liegt nur in meiner Macht wie ich damit umgehe… und das hat mir geholfen zu wissen ein gesund Kind zu haben und jedes weitere ein Geschenk ist macht es etwas leichter der Sehnsucht nachzugeben… Zeit, Platz ist doch völlig egal Zeit hat man nie und muss sich die nehmen und Platz ist in der kleinsten Hütte ? Vielleicht hilft es ja wenn du deinem Mann deutlich machst wie sehr du es dir wünscht und was dieser Wunsch für dich bedeutet!
    Ich drück die Daumen! Fühl dich gedrückt freu mich auf Samstag dich zu sehen ?

  18. Ich kann das so gut nachfühlen. Sei gedrückt. Wenn mein Herz allein entscheiden dürfte wäre ich längst wieder schwanger. Kinderwunsch ist einfach nicht rational…

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