Schnuller Ade oder – im Sauseschritt zum großen Mädchen

Schnuller

Von Babys die rasend schnell zu Kindern werden und Mommys, die das kaum glauben können

Eins, zwei drei im Sauseschritt einwickelt sich mein Baby, ähm Kind rasant und überrumpelt uns alle ein bisschen mit dem Tempo…. jeden Tag sabbelt sie mehr und mehr (auch die Widerworte werden mehr und mehr), die Windel ist fast weg und nun auch noch ihr geliebter Schnuller…

Wir schrieben den 19.03.2014, es war ein Mittwoch und nun, einige Wochen später (immer noch, nur kam ich vorher nicht zum Posten) können wir berichten:

WIR SIND SCHNULLERFREI!!

Zum Einen war viel zu viel los um das schneller zu posten und zum Anderen wollte ich uns den Druck nehmen, falls es doch noch nicht sofort beim ersten Anlauf klappt.

Also berichte ich Euch einfach von unserem Ritual die Schnuller der Schnullerfee bereit zustellen.

Unser Tauschangebot war der nagelneue Schaukel-Rutsch-Sandkasten-Turm – ein mehr als guter Tausch fanden wir und das sie den eh bekommen sollte, das haben wir dem Kind natürlich nicht erzählt.
Papa und der große Junge bauten nun schon seit einigen Tagen an dem Ding, immer nach getaner Arbeit und stückchenweise mit Hindernissen – der blöde Wind hatte wohl eine stürmischere Böe dazwischen und riss den Turm (noch ohne Schaukel und Rutsche dran und nur stehen auf Latten, daher noch nicht so stabil) um. Mommy hat darauf hin erst mal Bodenanker geordert.

Mottchen fand den Aufbau schon spannend und schaute immer mit großen Augen was die Männer denn da veranstalteten.
Wir bereiteten sie also einige Tage lang darauf vor das die Schnullerfee das schon mal gebracht habe, damit Papa und der Große das schon mal aufbauen können – die Schnullerfee ist ja nur ganz klein und zart) und wenn es dann steht, dann kommt sie und holt im Tausch die Schnuller ab.

Im Schlaf zog ich das Ding schon seit einiger Zeit aus ihrem Mund und sie schlief selig weiter um dann morgens ganz stolz auf zu wachen und zu berichten das sie ohne Schnuller geschlafen habe.

Also konnte unser Ritual beginnen 
– zumindest nannte mein Mann es, als die Maus so zur Rutsche gelaufen kam.
Schnuller

Schnuller

Besagter Abend des 19.03.2014 war gekommen. Der Turm stand fast komplett vor uns und das Mottchen war nun doch sehr anhänglich. Zusammen sammelten wir alle wenigen Schnuller im Haus zusammen. Wahnsinn wo sie die alle versteckt hatte und brachten sie auf dem Tablett nach draußen.

Schnuller

Ganz allein trug sie ihre Schnuller hin und 

dort verabschiedete sie sich von jedem zwei mal und lies das Tablett auf der Rutsche stehen…
Schnuller
Ja, es waren nicht wenige, aber sie brauchte eigentlich schon lange gar nicht mehr so viele – sie hatte sie auch immer nur noch zum Schlafen – mittags und auch am Abend zum Einschlafen, aber irgendwie schien sie sie da noch zu brauchen – bis zu diesem Abend.
Schnuller
Die Männer gaben sich Mühe und stellen alles noch am selben Abend fertig.
Wir sagten Ihr, dass die Schnuller nun auf die Schnullerfee warten und das sie dann diesen tollen Spieltraum behalten dürfe.
Die Nacht war dann wieder erwartend ok. Dreimal fragte sie noch danach, doch mit viel Geduld und immer wieder der Erzählung, dass das Baby im Bauch ihrer Patentante doch nun bald die Schnuller brauche und das die Schnullerfee sie dort hin bringe und dafür der Turm bleiben dürfe beruhigte sie sich. Sie hat nicht einmal geweint nur immer wieder nachgefragt und kuscheln zog sie raus bis weit nach zehn Uhr. Aber auch das fand ich ok, wir haben halt viel gekuschelt, geredet und sie hat das Nuckeln zum Einschlafen eben mit kuscheln kompensiert – es gibt schlimmeres und war auch nur diesen einen Abend so – ich hatte mit vielen Tränen und vielen Abenden gerechnet.
Am nächsten Morgen bekamen die Augen meiner Tochter mehrfach einen wundervollen Glanz.
Zum einen glänzten sie durch ihren eignen Stolz – sie war so stolz auf sich und so stolz das ich sie so sehr gelobt hatte.
Noch ohne zu frühstücken gingen wir raus, einfach eine Jacke und Hose drüber und raus gucken ob die Schnullerfee die Schnuller auch wirklich abgeholt hat.

Und das hat sie, sie hat sogar ein kleines zusätzliches Geschenk da gelassen.

Schnuller
SchnullerUnd der Feenstaub war so interessant das er angestarrt und bewundert wurde. Sie war hin und weg, denn genau da wo die Schnuller waren, war nun ihr kleines Geschenk. Schnuller
Schnuller
Die Augen über den nun fertigen Turm waren riesig und der Glanz in ihnen ein absoluter Lohn für all die Mühe!!
Schnuller
Die Sonne belohnte uns für diese gelungene Aktion sogar mit ihren Strahlen – so sehen die Bilder gleich noch einen Ticken schöner aus 😀
Schnuller
Und dann ging es los – rutschen – schaukeln – klettern – im Sandkasten spielen….
Ihr wisst nun was wir hier täglich mehrfach machen!!
Und die Nachbarskinder kommen auch gerne zu uns – nun muss nur noch der Rasen endlich richtig wachsen und schon haben wir einen tollen Garten (Mama und Papa bauen sich noch Stühle und einen Tisch auf)…

Mein großes Mädchen 

Nun ist sie wirklich kein Baby mehr!! Schnuller weg – Windel fast weg – willkommen mein Kind, dass Baby muss die Mama wohl verabschieden….
Schnuller
Schnuller
Schnuller

 

Fazit:
Es war die beste Entscheidung und der perfekteste Zeitpunkt und für uns genau der richtige Weg.
Ich hab natürlich alle Schnuller weggeworfen und das ganz tief in die Tonne. Der Herzensmann und der Opa wollten je einen behalten doch da ich mit Widerstand und Betteleien der Motte gerechnet hatte wollte ich uns davor schützen weich zu werden. Und sie hat nicht einen Aufstand geprobt. Manchmal fragt sie noch nach einem Schnuller, grinst dabei aber ganz frech, daher gehe ich davon aus, dass sie die Geschichte nur nochmal hören oder eben selber erzählen möchte.

Warum überhaupt ein Schnuller?

Natürlich werden sich nun einige fragen, warum wir ihr überhaupt einen Schnuller gegeben haben. Da gibt es ja verschiedene Ansichten und natürlich machen wir es uns und ihr schwerer, ihr wieder etwas ab zu gewöhnen, was wir ihr einmal angewöhnt haben und gänzlich ohne wäre es für alle vielleicht um jetzigem Zeitpunkt besser gewesen. Doch das Mottchen hatte, als es auf der Welt war, ein derartiges Saugbedürfnis, dass sie zwischen den lang andauernden Stillzeiten schirr ununterbrochen an meinen Brüsten hing. Ich muss dazu sagen, ich habe es geliebt zu stillen und würde jeder Zeit wieder gerne und auch noch länger machen! Doch hat es das Mottchen sehr gemütlich angehen lassen und hing pro Seite – ja, sie brauchte jedes Mal beide Seiten – mindestens 25 Minuten zusätzlich zu Einschlaf- und Wickelpausen. Und das ganze spielte sich dann im höchstens zweistündigem Tackt ab. Das war so pregnant, dass ihr Saugbedürfnis doch recht starkt war, dass selber meine Hebamme nach einiger Zeit fragte, ob wir es nicht mal mit dem Schnuller zwischen den Stillpausen versuchen wollten. Und ja, es war eine kleine Erleichterung wenigstens mal eben ohne Kind an der Brust (im Tuch war sie trotzdem ständig) auf die Toilette gehen zu können.
Aber so lange ich stillte, war der Schnuller immer nur Ersatz – selbst wenn ich am Abend duschte und wieder kam, fand ich ein selig kuschelndes Papa-Tochter-Knäulchen vor und sie nuckelte zufrieden an Papas Finger – doch weder Papa noch ich konnten 24 Stunden als Sauger herhalten – also kam das Ding raus und ich muss gestehen, wir haben es echt ein paar Tage angewöhnen müssen.

Doch kaum war das Stillen vorbei war dieser extreme Drang schon nicht mehr ganz so groß.
Zeitweise dachte ich, den brauchen wir gar nicht mehr, doch dann wurde ich eines besseren belehrt , dann hatten wir eine sehr nuckelige Zeit mit ca. 25-27 Monaten.

Doch nun, nun hat mein Mama-Bauchgefühl mir gesagt, versuch es einfach und es war der perfekte Zeitpunkt. Ich hatte noch die Geburt des Kindes der Patentante im Hinterkopf, falls es doch nicht klappen sollte, doch das es so problemlos läuft, damit hatte nun keiner mehr gerechnet.
Die Geschichte der Schnullerfee ist ja vielen bekannt und bei uns brachte die kleine Fee die Schnuller zum Baby denn das brauche die nun dringender und man muss seine Schnuller ja weiter geben.

Sie erzählt noch immer das die Schnuller nun in M.´s Bauch zum Baby unterwegs sind.

In diesem Sinne ~ weiter im Sauseschritt, verdammt geht das schnell, manchmal komme ich gar nicht hinterher…..aber es bleibt wie immer spannend.

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Kategorie Familie

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

3 Kommentare

  1. Was für eine süße Geschichte und eine sehr niedliche Lösung 🙂 man merkt wie liebevoll ihr mit der Motte umgeht und was ihr da für süße Ideen habt, klasse 🙂 Liebe Grüße, Janina

  2. Hallo meine Liebe – ja auch wenn sie mich seit einigen Tagen in den Wahnsinn treibt – die Aktion ist ja nun auch schon ein paar Tage her :),
    Aber wir machen das sooo gerne – wenn wir ehrlich sind, wir haben ja selber Spaß daran!! 😀

    Liebste Grüße
    die JesSi

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