Marokko – Reisebericht in ein fernes Land

Marokko - Reisebericht in ein fernes Land

Vom Reisen und erleben – manchmal muss man nur die Augen schließen um zu spüren

Die liebe Svenja vom Blog Travel Picture hat mir einen wundervollen Reisebericht über ihre Erfahrungen in Marokko als Gastpost geschickt und ich schwanke gerade zwischen Wehmut solch eine tolle Reise nicht gemacht zu haben und Freude weil ich irgendwie das Gefühl hatte, dabei gewesen zu sein. Svenja bloggt noch ganz neu und möchte sich dem Thema Reisen widmen – ich bin gespannt was aus ihr und ihrem Blog wird und werde es verfolgen.

Nun lehnt Euch zurück und genießt diesen kleinen Ausflug in das Dorf Marrakesch


Reisezeit: 6 Wochen // Orte: Rabat, Marrakesch (Stadt und Dorf), Essaurira und Ourika

Bildrechte: Svenja Travel Picture

Als ich aus dem Flugzeug steige, ist es als betrete ich eine Sauna! In das klimatisierte Flugzeug kommt ein Schwall von Wärme (55 Grad), aber es ist eine Wohlfühlwärme und nicht diese Schwüle aus Deutschland (später verfluche ich die Wärme liebevoll, welche mich nachts um meinen Schlaf bringt..). Aber die Wärme der Nächstenliebe von den Einheimischen lerne ich zu lieben, da ich solch eine Wärme noch nie auf meinen Reisen kennen gelernt hab. Die Marokkaner heißen ihre Gäste ehrlich Willkommen, dass du gar nicht anders kannst, als dich Wohl zu fühlen. Ich will gar nicht viel über Rabat und Marrakesch schreiben – über die Städte gibt es schon genug Beiträge. Vielmehr will ich über die Orte schreiben, welche mich besonders stark beeindruckt haben und einen Ort nennen, welchen ich als Geheimtipp sehe, wenn du dich in Marokko in der Nähe von Marrakesch befindest.

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Olivenfarm in der Nähe von Marrakesch: Die meiste Zeit in Marrakesch habe ich auf dem Land verbracht. Ich hatte die Möglichkeit bei Freunden auf der Olivenfarm zu wohnen und das angrenzende Dorf mit seinen Lehmhütten kennen zu lernen. Die bunten Farben, welche die Städte prägen, gab es auf dem Land kaum. Vielmehr gab es natürliche Farben – lehmbraun, erdfarben, grün von Sträuchern und Bäumen, rot und orange von Früchten. Nachts war es hingegen schwarz, pechschwarz bis auf den Sternenhimmel unter welchem wir geschlafen haben. Es war ein anderes Gefühl, sich von der Uhr verabschieden zu können, die Natur hat die Aufgabe übernommen.

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Tagesablauf: Morgens fuhr einer mit dem Roller ins nächstgelegene Dorf und holte Brot, Gemüse, Käse und Eier welche wir zum Frühstück aßen in Verbindung mit marokkanischen Minztee (sehr empfehlenswert). Denn Tag verbrachten wir, nachdem wir die Olivenbäume gegossen hatten, meist am Haus. Entspannen, lachen, unterhalten und auf der Dachterasse entspannen, welche sich über das ganze Haus streckte. Es fehlte nur ein Pool. Aber Erfrischung fanden wir im Brunnen, welcher mit einer abenteuerlichen Konstruktion eines Motors und Gummischlaues Wasser aus dem Erdinneren beförderte. Das Wasser war wunderbar erfrischend für Wasserschlachten und duschen im Freien bestens geeignet. Roller fahren über staubtrocken Weiten, Spaziergänge in ausgetrockneten Flüssen und Besuche bei Nachbarn gehörten zu weiteren entspannten Tagesbeschäftigungen. Abends fuhren wir mit dem Auto nach Marrakesch oder holten etwas zum Kochen, was wir auf der Dachterrasse kochten. Diese hatten wir ausgelegt mit Teppichen, Kissen und Decken. Super romantisch und zugleich ein Ort von welchem du nicht mehr weg möchtest und einfach auf Ewigkeit bleiben möchtest.

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Sehr bewegt hat mich der Ausflug in das nahegelegene Lehmdorf. Die Bewohner hatten ihre Häuser selbst erbaut und die Farben waren so natürlich, dass sich die Häuser von Ferne nicht von der Natur unterschieden. Ich hatte die Möglichkeit auf einem Esel zu reiten (ich war froh, dass mir Einheimische Kinder geholfen haben, denn die Esel sind von ihrer Art so biestig wie es ihr Ruf sagt), auf einem Kamel zu sitzen, ein Babyschaf im Arm zu halten, Küken zu sehen, eine Ziege zu streicheln… Diese Erfahrung hat mich sehr bewegt und noch heute wünsche ich mich heimlich zurück an diesen Ort. Diese Ruhe, diese Nächstenliebe, diese Gemeinschaft, diese Nähe zur Natur und zum Tier – welche in vielen Orten der Welt in Vergessenheit geraten ist. „Zu Gast bei Fremden“ – nicht in Marokko. Durch die Gastfreundschaft kommt der Gedanke, dass du wer Fremdes bist, gar nicht erst auf. Du wirst sofort willkommen geheißen. Es wird Essen und Tee für dich gekocht. Du wirst in das Haus eingeladen und dir wird das Gefühl vermittelt, dass du ehrlich Willkommen bist und deine Aufgabe nur ist, dich Wohl zu fühlen. Die Lehmhütten, in welchen ich war, unterscheiden sich sehr von den typisch europäischen Wohnungen. Aber sie haben alles was sie Bewohner brauchen. Überrascht hat mich der Fernseher, welcher in Mitten der natürlichen Farben schon befremdlich wirkt. Aber warum auch nicht? Ich hatte das Gefühl als gebe es eine Verbindung zwischen außen und innen, da die Wände ähnlich wie die Natur wirken. Die Fenster sind offen und die saubere Luft bringt eine frische Briese ins Innere. Lehmhäuser sind zudem kühl im Sommer und wärmend im Winter. Eine tolle Eigenschaft des Materials,  welche das Wohnen in diesen Häusern sehr angenehm gestaltet.

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 Geheimtipp Ourika Tal & Setti Fatma Wasserfälle: Das Ourika Tal liegt in den Bergen, ca. 30km östlich von Marrakesch. Wenn du in Marrakesch bist und 1, 2 Tage oder auch länger Zeit und ein Auto hast, empfehle ich dir unbedingt dort hin zu fahren. Schon auf der Autofahrt hat man einen tollen Blick. In den Bergen liegen Berberdörfer, welche teilweise abgeschnitten von der Umgebung für sich selbst sorgen. Teilweise haben sie aber auch Läden mit Verkaufsständen für Touristen (Tonkrüge, Schalen, Gläser, Tajine, etc.)

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Der Fluss Ourika fließt durch die Berge und ergibt ein wunderbares Naturspiel zwischen Quellen, Wasserfällen und plätschernden Wasser in welchem du baden und dich erfrischen kannst. Auf der Trekking-Tour, welche eine Abwechslung zwischen wandern und teilweise klettern beinhaltete, konnten wir die tolle Natur sehen. Die Trekking-Touren werden von der Stadt Setti Fatma aus unternommen. Es können Touren zwischen 1 – 3 Tagen gemacht werden. Für Anfänger eignet sich eine Tour von Setti Fatma nach Imlil.

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Angrenzend an die Wasserläufe der Fatma Wasserfälle haben sich Flächen der Entspannung und der Gemeinschaft entwickelt. Die Bewohner und Besucher haben Teppiche ausgelegt, Sofas zwischen die Steine gestellt, Kissen auf den Boden gelegt und Tische und Stühle aufgebaut. Es haben sich Verkaufsstände für Mitbringsel und Schmuck angesiedelt. Ebenso wie zahlreiche Essens- und Getränkestände, welche sich nun Mitten in den Bergen befinden. Es ist einen Tipp Wert, eine Pause einzulegen und dazu eine Tajine zu Essen während du auf den Teppichen am Wasser sitzen kannst.

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Essen: Tajine (traditionel marokanisch) – Gemüse oder Fleischgerichte werden in einem runden Lehmgefäß mit gewölbten oder spitzen Deckel gekocht. Gegessen wird das Essen aus der Tajine mit Brot, welches in die Tajine getunkt wird und zwischen den Daumen, Mittel und Ringfinger genommen wird um das Essen aus der Tajine zu bekommen.

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Weitere marokkanische Gerichte sind Couscous, viele verschiedene Fleisch- und Gemüserezepte, unzählige Backwaren und vielees mehr – die marokkanische Küche zählt zu einen der besten der Welt, was ich nur bestätigen kann.   Tipp: Neben der Tajine und dem Couscous solltest du unbedingt den marokanischen Minztee probieren! Er ist eine Art Grüntee, wird mit viel Zucker getrunken und erhält durch die frische Minze einen tollen Geschmack.   Tipp: Du solltest unbedingt einen Markt besuchen. Dir werden sich fremde Welten eröffnen. Die Geruchswelt ist geprägt von natürlichen Gerüchen aus Obst und Gemüse, kombiniert mit vielen fremden Gewürzen. In diesem Zusammenhang musst du unbedingt ein Mittagessen an einem der Essensstände einlegen und dir am besten einen frisch gepressten Saft und eine Tüte mit Nusssnacks mitnehmen für den Nachmittag. Mir haben besonders die gesalzenen Mandeln gefallen, aber es gibt auch süße Snacks. Um die Bewohner zu erleben ist es auch toll, sich einfach 1 Stunde an den Rand in ein Café zu setzen und dem Treiben und den neuen Geräuschen und Gerüchen zu zu sehen. Ich wünsche dir viel Genuss beim Essen, die Preise sind meist nicht zu teuer, so dass du gut alles probieren kannst. Beachte nur, dass es mit Alkohol etwas schwierig wird. In Hotels, Restaurants oder Shops wirst du keinen Alkohol finden und es wäre sehr unhöflich und wahrscheinlich auch sinnlos Einheimische zu fragen, weil sie größtenteils selbst nicht wissen wo es Alkohol zu kaufen gibt.

Bildrechte: Svenja Travel Picture

Anregung: Durch die Gastfreundschaft kann es gut passieren, dass du hin und wieder zum Essen oder gar zum Übernachten bei einer Familie eingeladen wirst. Ich habe es gerne so gehalten, dass ich dann den Kindern aus der Familie etwas geschenkt habe (Schokolade, etwas Kleingeld, was zum Malen, etc.). Die Eltern werden sich schämen etwas anzunehmen, aber wenn du den Kindern einfach etwas in die Hand drückst, dann machst du Kinder und Eltern glücklich.

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Warst du auch schon mal in Marokko, dann schreib mir einen Kommentar und ich freu mich auf deine Erfahrungen.


Und fühlt es sich nicht ein Bisschen an, als wäre man dabei gewesen? Ich hätte all zu große Lust einfach das Kind, den Mann und den großen Jungen zu schnappen und genau dort hin ab zu hauen – ab zu hauen aus dem wahnsinnigen Alltag der mich gerade zu verschlingen droht…. aber vielleicht schreib eich Euch auch irgendwann einmal aus Marokko und schicke Euch Bilder, die Euch mitnehmen. Ich danke Svenja für den schönen Ausflug und ihren wirklich gelungenen Reisebericht – ich hoffe er hat Euch genau so gut gefallen wie mir. Hat Euch dieser Bericht gefallen? Mehr von Svenja gibt es bei Ihr auf Travel Picture und Ihr könntet mir mal verraten, wohin Eure intensivste oder interessante oder verrückteste Reise ging? In diesem Sinne ~ manche Reisen finden auf einer anderen Ebene statt – manchmal reist die Seele auf eine andere Art und Weise.

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Kategorie LifeStyle

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

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