Optimistin vs. Pessimistin

Optimistin Pessimistin Titel

Mir ist in meinem Leben ganz ganz wichtig immer in Vielem etwas positives zu sehen.

Warum ich so optimistisch bin, darauf wurde ich in der realen und in der Bloggerwelt schon oft angesprochen. „Du siehst immer in allem etwas Gutes“ – oh wie toll, mein Bestreben funktioniert. Juhu, aber das war nicht immer so und damit das niemals wieder so ganz in die andere Richtung geht, hab ich beschlossen, der Optimistin in mir einen viel größeren Raum zu lassen.

Ich als Mensch komme mit der Optimistin in mir einfach weiter.

Zwei Seelen leben in meiner Brust – Schwestern könnte man sie nennen. Die eine strahlt und ist fröhlich. Sie malt sich den Tag einfach bunt an, wenn es draußen stürmt und das Grau in Grau sie  versucht zu verschlucken. Die andere verkrümelt sich lieber. Sie mag das Grau in Grau, denn dann muss man das Haus nicht zwingend verlassen. Sie grummelt oft vor sich hin und überhaupt, die ganze Welt ist nicht wohlgesinnt mit ihr. Schwester im Geiste sind sie doch und sie teilen sich meinen Körper.

Bei der einen ist das Glas immer halbvoll, bei der anderen halbleer. 

Ihre Namen sind Optimistin und Pessimistin.

Sie gehören beide zu mir, sie haben beide Auswirkungen auf mich und meine Familie. Die eine ist eine Bereicherung, die andere stellte oft schon Probleme da. Aber sie gehören beide zu mir. Leider. Deswegen hat die andere immer mehr die Aufgabe, ihre Schwester in den Griff zu bekommen.

Ich war nicht immer eine Optimistin – die Pessimistin war groß in mir

Die kleine sture und oft traurige Pessimistin war lange präsent in meinem Leben. Sie hat mich aber einfach nicht weiter gebracht.

Optimistin Pessimistin

Sie hat Depressionen und Angsterkrankungen fest im Griff gehabt und mir immer wieder im Weg gestanden. Sie ist die dunklere Seite in mir. Sie ist noch immer da, aber sie hat eine Schwester und mit dieser, mit dieser geht es einfach viel weiter. Ihre Schwester ist heller, strahlender und kommt meinen Bedürfnissen viel näher. Die Pessimistin, sie hat einen schalen Beigeschmack, die ist eine Begleiterin einer dunkeln Zeit meines Lebens gewesen. Einer Zeit, in der Spontanität und Lebensfreude nur selten zu Besuch waren und in der Angst und Niedergeschlagenheit mein Leben bestimmten. Kein Zustand, der meinem eigentlichem Gemüt gerecht wird. Ein Zustand, der geändert werden musste und das hab ich gemeinsam mit meiner Freundin geschafft. Einer besonderen. Einer, die immer da war und sich nur zeitweise versteckt hatte.

Ihr Name ist Optimistin und dank ihr sehe ich immer in allem irgend etwas Gutes. Jede Lebenslage und alle Aufgaben haben einen Sinn und sie bringen uns weiter, wenn wir lernen sie an zu nehmen.

Die Optimistin – meine Freundin

Sie hat das alles im Griff und trotzdem strahlt sie so hell, das sie meiner Persönlichkeit und dem, was ich mir wünsche einfach viel näher kommt. Einfach viel mehr ICH ist. Manchmal schwächelt sie, dann kommt ihre dunklere Schwester wieder zu Besuch – gewinnt kurzweilig etwas mehr Einfluss aber das is auch ok, denn sie lebt in mir und gehört eben genau so zu mit. Aber Frau Optimistin und ich, wir fühlen uns wohler, wenn sie in ihrem Zimmer sitzt mit einem guten Buch und einem Kopfkissen zum hinein weinen. Manchmal besuche ich sie dann, aber nur auf Zeit….

Früher meckerte ich viel über das Wetter, heute schaue ich einfach in den Schrank und ziehe etwas anderes an. Ändern kann ich es ja eh nicht – nur annehmen. Ich reflektiere mich anders und gemeinsam strahlen meine Freundin Optimistin und ich einfach viel heller und das tut nicht nur mir gut.

Dafür liebt mich meine Familie, denn sie gibt mir Energie und Lebensfreude. Dafür liebe ich sie, dafür liebe ich mich. Ich möchte das Leben nicht dunkel sehen, ich wünsche mir einen positiven Blick auf das Leben. Meine Welt und meine Familie.

Kennt ihr diese beiden Schwestern in Euch auch? Wer ist bei Euch stärker? Optimist oder Pessimist, wer sitzt bei Euch im Keller?

In diesen Sinne – mein Glas soll immer halbvoll sein und wenn nicht, dann fülle ich es einfach wieder auf. Ich und meine Freundin Optimistin.

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Kategorie Gedanken

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

7 Kommentare

  1. Oha….die beiden Schwestern kenne ich nur zu gut…. welche ist stärker? Ich denke, bei mir halten sich beide in der Waage….ist das gut oder schlecht?

    LG Ivi

    • ich glaube ja das in jedem beide dieser Schwestern wohnen. Mit tut die eine eben besonders schlecht, daher brauche ich die andere um so mehr – das ist dann wohl meine Waage die ich herstelle 🙂

  2. Liebe Jessi,
    ich glaub, da bist Du einen Schritt (oder ganz viele?) weiter als ich. Ich denke, diese beiden Schwestern wohnen in jedem von uns. Bei mir ist zu oft die Pessimistin etwas stärker – zumindest übernimmt sie manchmal die Oberhand, was die Optimistin in mir sehr stört und mich selbst auch. Ich wünschte, ich könnte die Optimistin (und mich) trainieren, dass sie stärker und selbstbewusster wird. Ich denke, die Pessimistin ist auch wichtig und sorgt dafür, nicht alles vorschnell anzugehen, die Kehrseite auch zu beleuchten und manchmal auch eine gesunde Skepsis auf die Dinge zu haben. Manchmal bezeichnet man mich als zu naiv und optimistisch. Jetzt, wo ich den Text so von Dir lese, spüre ich, dass die Pessimistin viel zu oft etwas zu ausgeprägt ist in mir. Wie hast Du das geschafft, der Optimistin die Zügel in die Hand zu geben? Ich bewundere das sehr – Deine positive Herangehensweise und Ausstrahlung. Weiter so!
    Liebe Grüße
    Renate

    • Ach Du Liebe. Ich glaube ich habe es einfach irgendwann entschieden. Wie mir dem Glücklichsein. Ich hab mich reflektiert und an der dunkelsten stelle in meinem Leben eine besondere Person an meiner Seite gehabt. Aber auch vieLe Stunden Therapie um die Angst lebbar zu machen und die Depressiven Phasen zu erkennen und gegen zu steuern sind ein Teil meines Weges gewesen.

      Ein anderer ist dieser Blog und das, was er und ich und Leser wie Du daraus erschaffen .. . Leben.

      • Danke schön. Das klingt nach einer harten Zeit.
        Großer Respekt, wie Du das geschafft hast.
        Dein Blog ist toll – mach weiter so.
        Das Reflektieren mache ich auch und bekomme dafür viel positives Feedback, besonders bei Twitter. Das gibt mir immer wieder das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.
        Liebe Grüße
        Renate

  3. Die Pessimistin in mir weiß, dass immer mal wieder was dazwischenkommen wird: Rückschläge, Misserfolge, Schatten – die Optimistin weiß, dass es auch danach immer wieder weitergehen wird 🙂

  4. Das kennt vermutlich jeder und ihn allen wohnen solche Schwestern oder Brüder. Die Kunst ist dabei vermutlich nur, die für einen selbst richtige Waage zu finden und gegebenenfalls auch mal an die Situation wieder anzupassen. Schön, dass du da für dich das Richtige gefunden hast.
    Liebe Grüße die Insider Dads

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