Liebe auf Distanz – unsere Fernbeziehung

Fernbeziehung - bedeutet eine Fernbeziehung Liebe auf Distanz oder ist diese Distanz nur räumlich und gar nicht emotional?

Liebe auf Distanz, das sagt man über Fernbeziehungen. Aber manchmal kann genau diese Distanz auch zusammenschweißen. Denn die räumliche Distanz kann uns emotionale näher bringen. Verbinden.

Der Herzensmann und ich, wir verbringen gerne Zeit zusammen, wenn wir nicht arbeiten. Wir genießen das Beieinandersein, jeden Tag und das auch noch nach fast elf Jahren. Das war aber nicht immer so und eigentlich leben wir auch nicht mal die Hälfte der Zeit zusammen, denn bis 2009 trennten uns noch 400 km und wir führten eine Fernbeziehung – Liebe auf Distanz – bis wir dann 2012 zusammen zogen und aus der Distanz, Nähe schöpften.

Bis 2009, viereinhalb Jahre lang, trennten mich mehrere Hundert Kilometer zu dem Menschen, den ich so sehr liebte. So sehr, das ich mich 2009 dazu entschloss alles hinter mir zu lassen und das Abenteuer wagte hier hoch zu ziehen.

Als der Mann und ich uns kennen lernten, da lebte ich in Wuppertal. Die Stadt mit der Schwebebahn. Eine Großstadt. Anonym und grau war sie – manchmal vermisse ich genau das, aber nur manchmal. Damals hielt mich nichts so fest, das ich nicht meinem Herzen folgen wollte und nach meiner Ausbildung nach Stade zog.

Die Zeit der Liebe auf Distanz schien schirr unendlich und sollte unbedingt bald enden. Da der Mann aber so sehr verwurzelt war und auch eine laufende Firma hatte, gab es nur zwei Optionen: Weiter diese Fernbeziehung führen oder Hochziehen. Ich entschied mich für zweites.

Seid 2009 lebe ich nun in Norddeutschland. Erst in Stade einer Kleinstadt unweit vom Dorf in dem der Mann mit seinen Eltern lebte und in dem wir unser Haus gebaut und 2012 unser Zuhause geschaffen haben.

Liebe auf Distanz? Ich? Dafür dachte ich nicht geschaffen zu sein.

Ich war nie der Typ für eine Fernbeziehung. Liebe auf Distanz schien nichts für mich zu sein. Eigentlich war ich eher der Typ „Klammeräffchen“. Am Liebsten jeden Tag sehen und ganz viel gemeinsam machen. Gemeinsam einschlafen, aufwachen und so. Als gebranntes Kind war ich auch immer eifersüchtig und höchst skeptisch wenn andere Frauen in das Leben meiner Partner traten. Aber hey 2009 – ich war noch selber ein halbes Kind.

Als dann aber 2005 der Herzensmann in mein Leben trat, da fand eine Wandlung in mir statt. Eine Fernbeziehung funktioniert nur mit Vertrauen. Eifersucht ist da keine Option mehr. Zumindest keine übertriebene Eifersucht. Denn das bin ich heute noch in meinem Maße.

Der Herzensmann – Ihr wisst das er Ronny heißt, aber Herzensmann schreibt sich so schön und das ist er doch auch. Der war so entspannt. „Schauen wir mal wohin uns das führen wird“, das sagte er immer wieder. Und er kam immer wieder. Wie ich schon zu unserem 10-jährigem Jahrestag schrieb, war ich diejenige, die das Ganze eher skeptisch beäugte. Aber wir verliebten uns – trotz der Entfernung zwischen uns.

Doch die enspannte Art dieses Mannes übertrug sich auf mich und heute sage ich sogar: es war vielleicht genau richtig, das wir erst mal ein ganzes Stück unseres Weges zwar gemeinsam aber auch auf Distanz gegangen sind.

Sie ein halbes Kind, er mitten im Leben

Ich war 2005 kurz vor meinem 21 Geburtstag als wir uns fanden. Noch ein halbes Kind. Das sagte ich heute, damals hätte ich es mit Händen und Füßen abgestritten. Ich bin dankbar für all die Zeit, die wir uns als „Probe“ auferlegt haben. Unsere Liebe auf Distanz geprüft haben. Für die Zeit, in der ich mir, durch meine Ausbildung erst einmal ein Fundament schaffen konnte, bevor ich mich auf nach Norddeutschland machte. Es war ja nicht mal eben zwei Städte weiter ziehen. Mein heutiger Mann, mit der Heirat hat er sich genau so viel Zeit gelassen, wie mit dem Zusammenziehen, stand aber mitten im Leben. Er hatte schon eine Firma, Verpflichtungen. War Sportler. Aktiv im Fußballverein (leider musste er das irgendwann aufgeben, denn wer selbstständig ist, kann nicht ständig durch Verletzungen ausfallen).

Zusammenwachsen auf Distanz

Eine Fernbeziehung hört sich nach sehr viel Distanz an. Räumlich gesehen, war sie das auch. Aber emotional schweißte sie noch mehr zusammen. Wir konnten uns sehr lange aufeinander freuen. Alltag in all den Jahren ein Fremdwort für uns.

Wir haben viel erlebt. Ich arbeitete und ging darin auf. Schloss meine Ausbildung ab und bereitete mich darauf vor, diesen großen Schritt zu wagen in den Norden zu ziehen. Erst noch in einer eigenen kleinen Wohnung, aber Ihr kennt das, man ist ja doch irgendwie nur bei dem einen. Allerdings war uns beiden das zu Beginn wichtig. Wir waren es viereinhalb Jahre lang gewohnt, uns auch mal nicht zu sehen. Dann direkt zusammen zu glucken, das hätte wohl eine Art Schock gebracht, zumal so eine Wohnung ja nicht immer groß ist.

Fernbeziehung

Unsere Liebe auf Distanz ließ uns zusammenwachsen. Miteinander, aneinander wachsen und gemeinsam verwachsen. Wir haben uns jeder für sich entwickelt und doch sind wir gemeinsam eine Einheit geworden. Eine Einheit die so fest zusammen ist, das selbst diverse Steine und Felsen auf unserem Weg uns nicht auseinander bekommen haben. Und darauf bin ich stolz. Dafür bin ich dankbar.

Und wie wir das geschafft haben, mit unsren 10 Tipps für eine Fernbeziehung.

Hattet Ihr schon einmal eine Fernbeziehung? Eine Liebe auf Distanz? Wie steht Ihr zu dem Thema?

In diesem Sinne ~ eine Fernbeziehung muss nichts schlechtes sein, solange die Distanz sich emotional nicht ausbreitet.

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Kategorie Familie

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

6 Kommentare

  1. Unsere Geschichte sieht sehr ähnlich aus 😀
    Auch wir haben uns 2015 kennen- und lieben gelernt, allerdings war ich gerade erst 18-mitten im Abis-Stress- und er 23 Jahre alt und uns trennten „nur“ 70 km. Bis Ende 2010 haben wir unsere Fernbeziehung geführt und als dann klar war, dass unser Nachwuchs unterwegs ist bin ich zu ihm gezogen (meinen Job weiterhin behalten und täglich 50 km gependelt). Ich bin froh, dass die Zeit vorbei ist, dnn man ist doch in jedem zu Hause nur halb da 😉

  2. Wir führen nun auch seit 4,5 Jahren eine Fernbeziehung. Wir sind seit einem halben Jahr verheiratet und seit 4 Wochen Eltern einer Tochter. Manchmal geht es eben nicht anders, aber die Distanz hält uns trotzdem eng zusammen.

  3. Pingback: Berlin Berlin - unser neunzehntes Wochenende 2016 | feierSun.de

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