Kind UND Karriere – geht das wirklich?

Kind UND Karriere

Kind UND Karriere – kann das wirklich gehen?? Und sollte es einen Weg geben – welchen möchte ich wählen??

Also Unternehmer ist es nicht immer einfach und vielleicht dem Kindergarten konnte ich manchmal kaum atmen. Heute ist das manchmal noch ähnlich …

Ich arbeite im Home Office und kann mir meine Zeit einteilen. Manchmal sieht man mich sogar in der Sonne tippen. Ich muss ein tolles Leben haben….Manchmal habe ich das auch und manchmal eben nicht. Denn ich arbeite  oft noch lange, wenn 9to5-Arbeiter schlafen.

 

Aber irgendwie kommen mir immer wieder die gleichen Vorurteile entgegen mit denen ich heute einfach mal aufräumen will!!

Ich sitze Tag ein Tag aus in meinem Büro. Bei der Planung des Hauses war klar, dass brauchen wir und dazu reicht es nicht, eine kleine Ecke zu haben in der der PC steht und an dem ich mal sitzen kann. Nein, mein Mann hat eine Firma und irgendwie war immer klar, das macht mal die Jessi wenn die Oma nicht mehr möchte. Cool denkt vielleicht der ein oder andere nun, aber das ist nicht nur immer einfach sag ich Euch!! Familienbetriebe sind oft heikler als man denken mag.

Ach Du arbeitest ja nur von zu Hause aus – wie praktisch

Erstmal – NEIN es ist verdammt nochmal nicht einfacher von zu Hause aus zu arbeiten und auch nicht im Familienbetrieb.

Ja, ich arbeite von zu Hause aus und das macht es verdammt noch mal kein Stück leichter, mir fällt es manchmal sogar viel schwerer. Man bekommt keinen Abstand zu anderen Aufgaben und Ablenkungen. Hier mal schnell die Wäsche anmachen, ah die Maschine ist durch und der Boden oder da schreit ein Kind, der Nachbar klingelt, der Postbote….

Arbeiten wann man will

Eine Utopie die sich einfach in den Köpfen der Menschen manifestiert – egal ob sie stimmt oder nicht.

Ja klar kann ich Sonntagnachmittag im Schlabberlook ungeschminkt hier sitzen – ja kann ich, aber es ist dann auch Sonntag. Und ja, ich kann den sonnigen Nachmittag auch mal draußen verbringen, dann muss ich aber Nachts ran. Denn ja, ich habe Vorteile und Dinge, die andere scheinbar toll daran finden und ich finde es auch toll das ich einige dieser Vorteile genießen kann, aber wenn ich die Arbeit nicht in der Kindergartenzeit erledige, dann muss ich später ran und das ist manchmal inakzeptabel für das Mottchen. Denn so nebenbei hab ich ein Kleinkind, einen Pflegeteenager, einen Mann und ein Haus zu managen.

Und als das Kind noch nicht in den Kindergarten ging und plötzlich keinen Sinn mehr im Mittagsschlaf sah, wisst Ihr wann ich dann gearbeitet habe?? Genau, in der Nacht!

Keine deutliche Trennung und Zeitmanagement

Es ist gar nicht so einfach immer direkt vom Mama-Modus in den Arbeits-Modus zu schalten. Und da sind die Kinder eine der größten Ablenkungen. Klar spielt der Große auch mal mit der Kleinen oder Papa und Kinder sind unten damit ich arbeiten kann. Aber es ist sehr schwer, sich dann zurück zu halten wenn einer schreit, wenn sie sich streiten oder das Mottchen das zwanzigste Mal ins Büro kommt und mir irgendwas erzählt. Also ich liebe es wenn sie mir was erzählt – aber wenn ich fertig bin, dann würde ich es noch viel mehr lieben.

Ablenkungen und das Leben helfen einem dann auch herzlich wenig sein eigenes richtiges Zeitmanagement zu finden. Mit zwei Kindern ist das auch eine keine Herausforderung. Irgendwas ist ja immer und meistens schmeißt eine unvorhersehbare Sache (der Kreuzbandriss beispielsweise und der mitgelieferte Rattenschwanz) dann alles durcheinander. Und da soll man dann gerade gedacht haben „oh ja, so habe ich meine Ordnung und meinen Rhythmus gefunden“ – „ha denkst aber auch nur Du“ denkt sich dann das Leben einfach.

Normale Angestellte würden sich dann Urlaub oder Kinder-Krank-Tage nehmen. Normale eben. Ich kann das auch machen, gemacht werden muss die Buchhaltung aber trotzdem denn ich mache sie.

Kollegiale Kontakte oder Rauskommen

Diese Kollegin oder diesen Kollegen gibt es schlicht einfach nicht, denn meine einzige Kollegin bin ich. Manchmal muss das gar nicht so verkehrt sein, denn dann geht mir auch niemand auf den Zeiger, aber mal eben mit der Kollegin schnacken geht dann auch nicht – da ist ja keine.

Vertretung? Wer ich? Wer denn?

Ich kann mir meine Arbeit relativ frei einteilen, aber ich habe niemanden der mich im Urlaub vertritt. Das bleibt alles liegen und muss dann wieder in den Rhythmus kommen. Niemanden der mich dann meine Arbeit macht, wenn ich total krank bin. Oder gar das Kind. Niemand der mir die Arbeit ab nimmt, wenn die Kinder krank sind. Außerdem habe ich auch in der freien Einteilung der Zeit Grenzen, denn Rechnungen sollten nicht ewig liegen bleiben, denn nur wenn diese raus gehen und die Buchhaltung gemacht wird, kommt Geld in die Kassen.

Und so kann ich einfach mal einen Trip nach Berlin mit der Motte machen – die To-Do-List wartet dann aber zu Hause und muss vorgearbeitet oder nachgeholt werden.

Über und überall

Feierabend ist nicht nur für meinen Mann ein Fremdwort. Das Telefon klingelt. Der Mann fährt am Abend nochmal los. Ah Firma X und Kunde Y haben noch abgerufen. Ja selbst am Abend ist der Begriff ‚Feierabend‘ etwas, was sich irgendwie noch einspielen muss. Ich bin gespannt wie das sich in Zukunft einspielen wird. Ob wir beide eine Regelung finden und ob der Mann irgendwann auch mal Feierabend machen wird ohne das wir alle Computer und Telefonstecker ziehen müssen.

Und danach kommt für mich ja noch die Leidenschaft des Bloggens. Das ist mehr Arbeit als man denkt und frisst erheblich mehr Zeit als ’nur‘ Texte zu schreiben und hoch zu laden. Sozial Media – schreiben, Bilder bearbeiten, recherchieren…. Ihr kennt das wenn Ihr selber bloggt, wenn nicht, kann man es sich kaum vorstellen.

 

Vorteile oder mag ich meinen Job gar nicht?

Nun hab ich so viel Nachteile‘ aufgezählt, man könnte glauben, ich mag meinen Job gar nicht.

Aber das stimmt nicht. Ich mag ihn sehr und es ist die perfekte Lösung für die ganze Familie. Ich kann den Beitrag zu unseren Lebensunterhalt beitragen den ich möchte. Ich bin nicht der Typ Hausfrau und Mutter. Ich will und muss etwas tun damit ich mich gut fühle. Ich kann etwas tun und Rechnungen interessiert es nicht ob sie Tags oder Nachts geschrieben werden. Daher hab ich die Einteilung der Zeit definitiv als Vorteil auf meiner Seite. Ich kann spontan umplanen und auch meine Blog – Termine dazwischen schieben. Als Familie funktionieren wir trotz aller Reibungspunkte Hand in Hand und halten uns den Rücken frei. Auch wenn der Mann keine Ahnung von Buchhaltung hat und ich keine Ambitionen zu Versiegelungen habe so mecker ich nicht ständig das er so viel arbeitet – er tut es ja auch verdammt nochmal für UNS – und er geht dann mal den Sonntag komplett mit seiner Tochter und dem Großen spielen oder bringt die Motte ins Bett.

Und dieser Job ermöglicht es mir, das Bloggen zu integrieren auch wenn der Mann es nicht immer versteht warum ich das noch zusätzlich mache. Er sieht das ich es liebe und es mich zum strahlen bring. Das reicht ihm.

Wir tun es für uns! Und ich denke hier liegt der springende Punkt.

 Kind UND Karriere

Es ist nicht immer so wuselig hier – doch gerade schon. Hier wird gearbeitet und hier entstehen die meisten Post. Der Mann hat einen eigenen Schreibtisch – einen kleinen.

Mehr aus dem HomeOffice hab ich auch noch im Artikel zur Vereinbarkeit zusammengefasst

In diesem Sinne ~ Ja, das ist eben die andere Seite der Medaille und trotzdem bin ich froh, dass ich so arbeiten kann.

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6 Kommentare

  1. Hey Jessica,

    ich habe kaum einen Artikel zu dieser Blogparade gelesen, kann deinen aber absolut unterschreiben. Viele deiner genannten Punkte treffen genau so auch auf mich zu. Vorallem das man mit Kind meist in der Nacht arbeitet, bedenkt keiner, aber man arbeite ja von Zuhause aus, unseren Luxus hätte man gerne – höre ich oft.

    Oft wiederholen sich die Kommentare, die Leute haben eigentlich keine Ahnung, aber jeder wollte mal was dazu gesagt haben.^^ Danke, höre ich zum ersten mal. 😉

    Euch alles liebe Mel

  2. Es ist toll, dass das Modell Homeoffice und vor allem „Familienbetrieb“ für Euch funktioniert. Ich glaube, wer denkt, dass es „leichter und komfortabler“ ist zu Hause zu arbeiten, der hat wahrscheinlich keine Kinder 🙂 Du hast das hier wirklich gut beschrieben und zusammengefasst! Ende des Tages ist es wichtig, dass alle Beteiligten sich gut damit fühlen und zufrieden sind…:-) liebe Grüsse, Anna

  3. Ich kenne das nur zu gut: Man wird manchmal einfach nicht für voll genommen. Ach, Du bist ja eh zuhause, dann kannst Du ja den Handwerker anrufen und mit dem dann mal eine STunde vor der kaputten Heizung stehen. Kannst du mein Hemd von der Reinigung abholen, bist ja eh zuhause? Kannst Du dies, kannst du das…? Ich will aber gar nicht anders, da ich zwei kleine Kinder habe und meine Freiberuflichkeit sich so perfekt vereinbaren lässt und ich auch oft abends noch arbeite. Aber das Dilemma ist trotzdem da, darüber habe ich schon vor einiger Zeit mal auf https://ganznormalemama.wordpress.com/2013/10/31/das-mama-dilemma-im-home-office/ geschrieben…

  4. Einen sehr interessanten Blogpost hast du hier verfasst und mir einen tollen Einblick gegeben. Die meisten sehen gar nicht, was alles hinter den Kulissen passiert. Ich merke alleine, wenn ich meinen Blog schreiben möchte, muss ich mir die Zeit und Ruhe erkämpfen und viel Nachts schreiben. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, wie es für dich zusätzlich mit einem Homeoffice sein muss. Du hast meinen vollsten Respekt, wie du alles managest.

    Ganz liebe Grüße
    Sina

  5. Liebe jEssi
    Endlich komme ich dazu, Deinen Blogpost zu kommentieren – das Homeoffice und die Kinder haben mir nämlich fast keine Pause gelassen. Eigentlich gar keine… 😉
    ich finde Deinen Artikel ganz wunderbar. Du sprichst so viele wahre Dinge an und hältst den Daumen quasi in die Wunde jeder Homeoffice-Mama. ja, Homeoffice ist toll, weil man sich die Zeit selber einteilen kann. Aber zu welchem Preis? Gespräche mit „Kollegen“ in einer „Pause“ gibt es nicht. Pause heisst für mich: Wickeln, Küche machen, Wäsche erledigen. Pause heisst, mich um meine Kinder zu kümmern. Das ist ja schön. Aber es ist keine Pause. Selbständig und im Homeoffice ist es schwierig, sich abzugrenzen. Wenn es brennt, muss man ran – egal zu welcher Tageszeit. An den Wochenenden klinke ich mich heimlich aus, um eine Stunde oder zwei am PC zu werkeln. Mein Mann kümmert sich dann um die Kinder, weil er weiss, dass es mir unter den Nägeln brennt. Zum Glück unterstützter mich! Er weiss aber natürlich auch, dass wir auf mein Zusatzeinkommen angewiesen sind.
    Ja, das Zeitmanagement war die letzten Wochen ein echtes Problem für mich. Copperfield ist 8 Monate alt und kaum zu bremsen (zum Glück). Aber ich sehnte die Schlafzeiten herbei, damit ich ungestört arbeiten konnte. Wenn er wach war, setzte ich ihn ins Laufgitter zu mir, damit ich noch schnell eine Mail schreiben konnte. Ich wurde immer gestresster und gestresster. Und gereizter, wenn er ausserplanmässig wach wurde! Da habe ich gemerkt: so geht es nicht weiter. Ich habe darüber geschrieben, wie Du ja oben auch erwähnst. Und seither habe ich doch einiges geändert. Wenn Copperfield wach ist, bin ich nicht mehr verbissen am PC. Ich mache dann Haushalt (das kam nämlich auch immer zu kurz), gehe mit ihm raus einkaufen oder bin mit ihm in seinem Zimmer und lese dort Geschäftsunterlagen, während er um mich herumwuselt. Ich habe nämlich gemerkt, dass er einfach gerne rumkrabbeln will, auch wenn ich mich nicht voll mit ihm beschäftige. So sind wir alle zufriedener und ausgeglichener. Natürlich muss ich dann nachts nochmals ran an die Arbeit, aber der Frust ist irgendwie weg, ich bin zufriedener, weil ich nicht den ganzen Tag wie eine Süchtige den Mails bzw, den Aufträgen hinterherhechte. Ab Januar geht Copperfield dann einen Tag in der Woche in die Kita. Mein Fazit also: Alles wird gut! 🙂

  6. Pingback: Bloggerhausen Nr 7. – Special Edition "Vereinbarkeit"

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