Kampfspuren aus dem Kindergarten

Kampfspuren aus dem Kindergarten

Von unseren ersten Attacken, Kampfspuren aus dem Kindergarten und zwei ganz sensiblen Kindern.

Kaum zu glauben das ich mich zu diesem Artikel hinreißen lasse, aber irgendwohin muss ich ja mit meinen Gedanken und so hab ich einfach mal weiter drüber nachgedacht, was da so im Kindergarten passiert war als mein Kind mit seinen ersten Kampfspuren aus diesem nach Hause kam.

DIE SITUATION – WAS IST ÜBERHAUPT PASSIERT

An einem Mittwoch im Oktober kam das Mottchen im Kindergarten freudestrahlend auf mich zugerannt als ich sie aus dem Kindergarten abholte. Bereits vom Weitem erkannte ich eine „Stelle“ in ihrem Gesicht und rief ihr schon zu – noch lachend weil ich mein Töchterchen und ihr Temperament ja kenne – „Na was hast Du denn angestellt, welche Kante war Dir im Weg?“. Aber falsch gedacht, noch auf dem Weg zu mir hin sagte sie mir, das ein Mädchen sie gebissen habe.Nennen wir diese Mädchen Maria, da ich hier niemanden bloß stellen möchte! Ich war erstaunt. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte. Mein Mutterinstinkt schrie nach „Klärung und Zur-Rede-Stellung“, aber mein Verstand sagte mir, „Ruhig bleiben, das klären wir“.

Leider waren die Erzieherinnen der Gruppe nicht mehr da und der Spätdienst (ja ab 12 Uhr heißt es bei uns Spätdienst) wusste nur, was passiert war – das war offensichtlich denn ich konnte es ja auch noch sehen – und das die Stelle gekühlt wurde. Mutter und Kind waren auch nicht mehr da, da das Mädchen bereits um 12 Uhr geholt wurde. Leider war daher eine direkte Klärung nicht möglich und ich ging mir meinem komischen Gefühl nach Hause.

Mottchen war sehr anhänglich, aber antwortete erst immer nur mit „weiß ich nicht“ wenn ich sie versuchte zu fragen, was denn genau passiert sei.

 

Ok und nun? Was mache ich mit dem gebissenen Kind??

Für mich war die Situation schrecklich. Ich konnte es nicht verstehen und der Beschützerinstinkt war definitiv da und wollte laut brüllen wie ein Tiger, doch was konnte ich nun machen? Ich Schrieb mit Katarina, die ja (angehende) Tagesmutter ist und mit meiner Freundin, die mir beide genau das rieten, was ich eh vor hatte. Aber so unter Dampf ist es gut, sich das nochmal aus anderen Sichtweisen an zu hören und sich dann über die Übereinstimmung zu freuen.

Also bleib ich ruhig, das Mottchen merkte natürlich, dass da was gehörig nicht stimmte und kompensierte meine Sorge mit ganz viel Kuscheln. Wir redeten über den Tag immer mal wieder und langsam wurde aus allen „ich weiß nicht“ dann am Abend im Bett ein richtiges ausführliches Gespräch in dem ich sie alles runtersprudeln lies, was ihr so eingefallen war.

 

Klärungsbedarf

Natürlich hatte ich trotz allem einen Klärungsbedarf, doch bevor ich nicht ganz genau wusste, was geschehen war, wollte ich versuchen ruhig zu bleiben. Bei mir Emotionsbombe kein leichtes Verfangen, aber alles lief sich automatisch am nächsten Morgen ein. Maria kam mit beiden Eltern in den Kindergarten. Ihre Mutter war es schon fast peinlich. Maria brachte als Friedensangebot ein Bild und ein Freundschaftsband mit, weil die beiden doch eigentlich Freundinnen seien. Ja das sind sie doch wirklich, denn wenn ich gehe, dann laufen die beiden Hand in Hand durch die Gruppe und freuen sich jedes Mal, wie kleine Schneeköniginnen wenn die andere kommt. Das war in den letzen Tagen weniger geworden, weil es nicht der erste Beiß-Angriff war. Die anderen landeten dann eher so in Richtung Arm, Bein oder so und blieben vom Ursprung her unentdeckt. Sie spielten und Maria biss – Mottchen schrie auf und dann wurde die Situation erst mitbekommen von den Erzieherinnen und auch geklärt, doch nun bei diesem war es ganz genau gesehen worden.

Freundinnen durch und durch wollten natürlich auch im Stuhlkreis nebeneinander sitzen und hielten die Hände fest. Plötzlich stand Maria wohl auf und biss zu. Ohne Vorwarnung und das mitten ins Gesicht – sichtbar und wirklich schmerzhaft – ich sah die Spuren ja noch den ganzen restlichen Tag und am drauf folgendem.

 

Warum beißt ein Kind das andere?

Als Nicht-Profi und einfache Mutter, mit dem Drang immer alles verstehen zu wollen beschäftigte ich mich also in den nächsten Tagen sehr mit den Gründen dieser Attacken.

Die wissenschaftlich-pädagogische Begründung erspare ich Euch, denn hier geht es ja um mein Empfinden.

Das die Mädels – die sich auch schon recht lange kennen – sich mögen, steht außer Frage. Natürlich fand das Mottchen Maria in den nächsten Tagen erst mal blöd, aber sie mögen sich wieder weil „wir zwei wir sind ja Freundinnen, nur beißen darf Maria mich nicht, dann mag ich das nicht“. Doch grundsätzlich war da eine Sympathie die nicht von der Hand zu weisen war und ist.

Also begab ich mich auf Ursachenforschung, denn es kam noch zwei oder drei Mal vor – nicht im Gesicht und nicht all zu fest wie bei diesem Mal aber das geht natürlich grundsätzlich nicht. Die Erzieher schauten nun, das wenn die beiden spielten immer ein Auge in der Nähe war und das sie dann auch wieder dahin geschoben wurden mal mit jemanden anderen zu spielen.

Frustration als mein Gedanke

Maria ist genau so alt wie Mottchen – wenige Tage später kam sie auf die Welt. Sie ist das einzige Kind in der Gruppe, die wahnsinnig wenig und schlecht spricht. Auch trocken ist sie noch nicht. An sich nicht das Problem, so hat ja jedes Kind sein Tempo. Nun war die Mam auch noch hochschwanger und alle fieberten der Geburt des kleinen Geschwisterchens entgegen. Allerdings vermutete ich stark das hinter dem Beißen Frustration steckt.

Mottchen berichtete mir immer wieder das sie Maria gern hat und auch gerne mit ihr spielt. Aber das sie auch mal mit den großen spielen und basteln möchte. Maria sei noch ein kleines Baby weil sie noch nicht sprechen und auf Toilette gehen und noch nicht so toll malen und basteln könne wie die großen Mädchen zu denen mein Mottchen gerne aufschaut und sich auch viel abschaut.

Und so scheint es immer dann zu den Attacken gekommen zu sein, wenn Mottchen sich von ihrer kleinen Freundin abwenden wollte um auch mit den Großen zu spielen.

Angst – vor der sich verändernden Situation mit dem Baby.

Eifersucht – sie wollte doch weiter mit dem Mottchen spielen.

Frustration – sie konnte es noch nicht so ausdrücken.

Ärger – weil sie das doch auch können möchte.

Wut – weil das Lernen manchmal so schwierig ist.

Fazit – wie gehe ich nun damit um

Also nun ist es schon eine Weile her. Es kam nicht mehr vor. Ich denke Maria hat nun verstanden, das das nicht geht. Die Mädchen sind noch immer zuckersüß, wenn sie durch die Gruppe hüpfen und mich beide verabschieden. Maria mag die Motte wirklich sehr, sie strahlt wenn ich sie bringe, aber sie versteht auch, das das Mottchen auch gerne mal mit anderen spielen und basteln möchte. Sie scheinen nun alle angekommen die Neuen, die Kleinen in der Gruppe. Und so finden sie alle ihren Platz. Ein junger Mann und Maria sind auch sehr vernarrt ineinander.

Noch immer erzählt das Mottchen von Maria und sie wünscht sich einfach nur, dass sie auch bald so toll sprechen kann wie alle Kinder. Dafür hat die Mutter nun Termine bei der Logopädie ausgemacht und ich bin zuversichtlich die die beiden sich noch recht lange mögen werden.

Kampfspuren aus dem Kindergarten Kampf Spuren

Bild&Rechte: pixabay.com – buerserberg

Ich belasse die Situation und versuche mir bei kommenden anderen Situationen nicht mehr all zu einen großen Kopf zu machen. Wenn denn dieses ewige Verstehen-Wollen da nicht so wäre. Aber manchmal ist es auch klüger den Dingen einfach mal seinen Lauf zu lassen. Dann läuft es schon in die richtige Richtung.

 

 

Kennt Ihr auch solche Situationen? Aus dem Kindergarten oder der Schule oder ähnliche? Wie reagiert Ihr da? Wie geht Ihr damit um?? Verratet mir das doch bitte mal.

 

ACHTUNG: Ich will hier weder Mutter noch Kind bloß stellen – ich schreibe mir lediglich die Gedanken runter!!
Ich kann beide sehr gut leiden und bin überhaupt nicht böse – zumal die Mutter versucht etwas zu ändern!! 

 

In diesem Sinne ~ Kinder können mehr als wir denken, wir müssen es ihnen nur zugestehen zu ausprobieren zu dürfen!!

 

 

Zusatz von Séverine der lieben „Mama on the rocks“ über deren Kommentar ich mir sehr freute! Danke für Deine Sicht und Danke für den Ansatz – ich hatte ihn, aber habe ihn nicht niedergeschrieben!

„Deshalb ein ganz wichtiger Punkt, der in Deinem Artikel fehlt: Es ist keine Erziehungssache! Es ist eine (natürlich schlechte) Art des Kindes, sich mitzuteilen. Und für die betreffenden Eltern ist es verdammt hart, deswegen stigmatisiert zu werden.“

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Kategorie Familie

Hier schreibt JesS (32), die Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

8 Kommentare

  1. Das hast Du sehr schön geschrieben 🙂 Leider reagieren nicht alle Eltern so wie Du. LadyGaga war ein Beisskind, von 2 bis ca. 3 J. Wir haben wirklich alles versucht, das zu verhindern. Wir haben ihr zugeredet. Erklärt. Geschimpft. Die Kinder getrennt. Wir haben es zu keinem Zeitpunkt geduldet. Und dennoch ist es in der Kita mehrfach passiert. „Ach, Sie sind die Mutter von LadyGaga?! Die hat meine Tochter gebissen!“ So wurde ich öfter von anderen Müttern begrüsst. Mir war das immer furchtbar peinlich und ich entschuldigte mich. Aber ich stand ja nie daneben, als es passierte! Die Kitaleitung (Montessori-System) hat uns bestärkt und uns erklärt, dass das kein Erziehungsfehler unsererseits ist. Manche Kinder beissen, andere schubsen oder kneifen. Es ist die fehlende Sprache, das Kind will sich Gehör verschaffen, weil irgendetwas nicht so läuft, wie es will. Man hat uns keinen Vorwurf gemacht, sondern immer gut beobachtet und interveniert, damit LadyGaga keine Kinder beisst. Aber manchmal ist es eben doch passiert. Weil auch die Erzieher ihre Augen nicht immer überall haben können. Dafür habe ich vollstes Verständnis.
    Ich habe auf meinem Blog schon oft erwähnt, dass die Freundschaft zu meiner besten Freundin aufgrund der Kinder in die Brüche gegangen ist. Der Hauptgrund war das Beissen. Die beiden Mädchen sind gleich alt, wir waren Nachbarn, die Kinder gingen in die gleiche Kita, waren beste Freundinnen wie wir Mütter. Aber LadyGaga biss das andere Mädchen. Einmal sogar vor unseren Augen – in die Wange. Bei mir sind dann die Sicherungen durchgebrannt und mir ist zum ersten und einzigen Mal die Hand ausgerutscht. Das bereue ich sehr. Aber ich war so geschockt. Und dennoch: Meine Freundin hat mir den Vorwurf gemacht, dass wir LadyGaga schlecht erziehen, dass es an uns liegt, dass sie beisst. Dass sie sich fürchtet, wenn LadyGaga mit ihrer Tochter spielt.
    Kurze Zeit später hat LadyGaga aufgehört zu beissen, weil sie die Sprache entdeckt hat. Von meiner Freundschaft übriggeblieben ist ein Scherbenhaufen.
    Deshalb ein ganz wichtiger Punkt, der in Deinem Artikel fehlt: Es ist keine Erziehungssache! Es ist eine (natürlich schlechte) Art des Kindes, sich mitzuteilen. Und für die betreffenden Eltern ist es verdammt hart, deswegen stigmatisiert zu werden.
    LG
    Séverine

    • Hallo liebe Séverine,
      ich freue mich immer wahnsinnig, wenn Du einen Kommentar bei mir hinterlässt. Kommentare bedeuten mir immer sehr viel und wenn es dann auch noch ein so interessanter ist, dann grinse ich und freu mich sehr!!! Danke!!!
      Ich werde diesen Satz gerne in den Artikel aufnehmen – denn ja, verdammt, da hast Du RECHT!!!! Und ich schrieb ja schon, dass ich Mutter und Kind nicht böse bin und scheine mit meiner Vermutung der Frustration durch die fehlende Sprache sehr nah dran zu sein….

      Und witziger Weise schrieb ich den Anfang des Artikels vor ca. 4-6 Wochen und es hat sich recht schnell eingependelt. Mittlerweile ist das Geschwisterchen da und Maria und Mottchen waren zauberhaft zusammen. Nun seit zwei Tagen piesackt Maria Mottchen wieder. Pieken, Kartzen… alles sehr liebevolles piesacken, aber Mottchen mag das nicht. Manchmal hab ich das Gefühl sie können nicht mit aber auch nicht ohneeinander – Grenzen testen…. Die Erzieher sind natürlich durch den krassen Biss – ja auch in die Wange und ich muss gestehen, im ersten Moment fand ich die Tatsache Beißen und Gesicht auch echt Scheiße (upps), aber ich hab versucht mich zu besinnen in meinem Schock und dem klaren Denken Vorrang zu gewähren. Hat geklappt, denn nach dieser krassen „Attacke“ gab es ja noch kleinere und da bin ich nicht ausgerastet. Ich hab zu jeder Zeit mein Kind ernst genommen und es immer wieder angesprochen und sogar Maria bei der Begrüßung gesagt das Beißen voll blöd ist. Ihre Eltern haben ihr das genau so gesagt – daher war der Zusatz für mich wichtig, dass ich keinen bloßstellen möchte und beide mag – jedoch war es gut, sich das aus meiner Sicht einfach mal runter zu schreiben 😉
      Es war nervig das es immer wieder nur mein Kind war, was aber auch vielleicht eine Besondere Verbindung äußert, denn Maria macht es ausschließlich bei den Eltern und ihr – so von wegen Vertrauen und aber die Eltern waren richtig glücklich das ich mir zwar viele Gedanken gemacht habe, aber niemals gesagt habe: Du bist eine schlechte Mutter und Dein Kind ein schlechtes Kind (das ist sie echt nicht, sie will nur sprechen und kann es noch nicht, daher hoffe ich das die Logopädie hilft!!) weil es meines beißt – ich hab gesagt, müssen wir aber mal gucken wie wir daran arbeiten und gleich Hilfestellungen angeboten – ich glaub ich war ziemlich nett *lach*
      Ich kann mir gar nicht vorstellen wie schrecklich es sein muss die Mama des beißenden / hauenden / kratzenden Kind zu sein – dass muss total belastend sein!!!

      Séverine, daher danke ich Dir um so mehr für Dein Statement!!!!

      Liebste Grüße und auch LadyGaga hat es ohne Maulkorb geschafft damit auf zu hören *Ironie*
      JesSi

  2. Du hast Deinen Gedanken freien Lauf gelassen und ich denke, das war gut. So konntest Du selbst sie auch noch einmal ordnen. Schön und neutral geschrieben dennoch!

    Ich finde es gut, dass die Mutter von der Maria daran arbeitet. Manchmal muss eben solch eine Situation entstehen, wo man als Mutter erstmal die Augen geöffnet bekommt. Auch ich musste lernen, dass viele Sachen einfach sein müssen, auch wenn man sie nicht mag.

    Ob wir so etwas schon hatten? Mhhh, ich erinnere mich nicht. Aber unser Würmchen ist ein „schubsendes und schlagendes“ Argument. Da haben wir momentan auch ein wenig zu tun, daran zu arbeiten, aber sie ist „erst“ 1,5 Jahre alt, versteht halt auch noch nicht so Vieles.

    Beissen, Schlagen, Schubsen etc. hat aber nichts mit mangelnder Erziehung zu tun, wie auch Mama on the rocks schon schreibt. Wie Du oben auch schon aufgelistet hast, sind da VIELE Frustrationen des Nichtausdrückenkönnens dabei…oftmals auch Eifersucht etc. Da muss man einfach Geduld haben und immer wieder mit den Kindern verbal arbeiten.

    Wie würde ich umgehen mit so einem Fall? Ich denke, und ich bin genauso eine Explosionsbombe wie Du, dass ich aber genauso gehandelt hätte. Evtl. hätte ich noch nachmittags daheim bei Maria angerufen, um zu schildern, was Du erlebtest bzw. vielleicht sogar schon herauszubekommen, WAS passiert war. Aber ich muss auch immer erst runterkommen und dann in ruhigem Zustand es klären 😉

    LG Ivi
    Ivi bloggt gerade über Reisetag / Urlaubstag – 20 Fragen über´s VerreisenMy Profile

  3. Hallo liebe Jessi, ich kenne diese Situation auch aus der Kita. Als die Motte noch in die Krippe ging, kam sie auch ein-zweimal mit Bissspuren am Arm nach Hause. Sie hat mir auch genau erzählt wer es war – letztendlich ist das aber nicht so wichtig. Ich habe damals das Gespräch mit der Erzieherin gesucht. Ich weiß, dass Kinder manchmal aus Hilflosigkeit, Eifersucht oder ähnlichen Gründen beissen, auch wenn das nicht schön und ganz sicher nicht lustig und zu verharmlosen ist. Mein Bruder war auch ein Beiß-Kind und ich oft grün und blau von seinen Bissspuren. Irgendwann hört es von allein auf. Die Eltern des entsprechenden Kindes schämen sich sicher sehr dafür, daher sind Vorwürfe meist fehl am Platz. Ich habe der Motte damals erklärt, warum das andere Kind gebissen hat und sie darin bestärkt dann auch deutlich zu sagen, dass sie dass nicht will und es weh tut oder der Erzieherin Bescheid zu sagen. Ein Fass auf zu machen wäre sicher der falsche Weg gewesen – da hast Du doch schon alles richtig gemacht :-). Liebe Grüße, Anna

  4. Bei uns ist das im Frühjahr passiert. Glücklicherweise danach nie wieder. Die Motte kam mit einer blutigen Bissspur aus dem Kindergarten. Mein Problem war eher, dass mich der Kindergarten darüber nicht informiert hatte. Ich hatte die Wunde auf dem Heimweg gesehen. Ähnliche Situation wie bei euch: Mittags wechseln die Betreuungspersonen…
    Mit der Situation war ich völlig überfordert. Für mich ist es ein Unding, dass die Eltern in dem Fall nicht informiert werden. Klingt komisch, aber Menschenbisse sind nicht ungefährlich.
    Das beißende Kind war älter als die Motte und sie haben auch nicht so viel miteinander zu tun. In Ordnung fand ich das nicht, dass alles so unter den Teppich gekehrt wurde. Vielleicht habe ich da leicht reden, da die Motte nicht bissig war/ist. Auf jeden Fall war ich wütend, was glaube ich normal ist. Eine Verletzung des Kindes ist noch schlimmer als eine eigene. Irgendwie habe ich danach die Motte dort nicht mehr so gut aufgehoben gewusst. Auch jetzt noch mache ich mir Gedanken, wie: Schauen die überhaupt was die Kinder so treiben?

    • Ja das fand ich auch am Schlimmsten das ich nicht gleich aufgeklärt wurde.
      Mottchen sagte nur wer und was aber das Mittagspersonal hatte es ja auch nicht mitbekommen und sagte nur; „ja genau und dann wurde es gekühlt“. Wirklich erfahren hab ich dann bin erwachsenen erst am nächsten morgen etwas und das fand ich nicht ok.
      Maria und Mottchen lernen gerade auch mit anderen zu spielen. Wobei Maria das lernen muss, Mottchen kennt das und macht es wehrt sich aber nicht wenn die beiden zusammen sind bis es Krawall gibt 😉

  5. Hallo JesSi,
    Zufällig bin ich gerade auf deinen blog Eintrag gestoßen…ich kenne eine solche Situation auch. Allerdings ist mein Sohn von seinem gleichaltrigen (3j.) Spielgefährten in den Penis gebissen worden!!! das war mal ein richtiger Schocker. Es war kurz bevor ich ihn abholen wollte passiert, somit empfing man mich, als ich den Kindergarten betrat sofort an der Tür. Ich hatte die beiden kleinen Schwestern dabei, sah meinen Sohn, der an sich ganz fröhlich wirkte und bekam den Verlauf der Geschichte berichtet. Ich wäre am liebsten erstmal umgefallen, dann hätte ich furchtbar losheulen können….aber das alles tat ich nicht. Ich behielt so gut es ging die Fassung und hörte, dass es sogar geblutet hätte, mein Junge es aber sofort seiner lieblingserzieherin mitgeteilt und gezeigt hatte und, dass es gekühlt worden sei und gut aussehe. Ich wollte meinen kleinen Mann festhalten und nie mehr loslassen und am liebsten nie mehr hin schicken. Wir verabredeten für den nächsten Tag noch ein Gespräch mit der Kigaleiterin und tingelten nach hause. Ich war innerlich wie betäubt, versuchte aber möglichst gelassen meinen kleinen Jungen auszufragen. Er erzählte auch, so gut das ein 3jähriger kann. Er erzählte es auch dem Papa. Wir waren nachhaltig geschockt, befanden aber dann, dass es sensationell gut ist, dass unser Sohn genug Vertrauen in Erzieher und Eltern hat, dass er sich sofort öffnet. Der Kindergarten hat auch sehr gut reagiert und mit allen Beteiligten ausgiebig gesprochen. Mir tat auch der andre Junge leid, er hats aus diversen Gründen nicht leicht und ein ernstes Problem. Ich nahm den Vorfall zum Anlass einige sehr nette Bücher für Kinder zum Thema Körper, NEIN-Sagen und Selbstbestimmung zu besorgen. Die werden bis heute immer wieder gerne gelesen und hoffe, dass meine Kinder das Vertrauen behalten und sich weiterhin bei allen Vorfällen und Sorgen an uns Eltern oder Erzieher wenden. Beschützen vor allem kann man niemanden. Man kann nur stärken. Das ist mir ganz klar geworden. Aber ich habe ein Weilchen gebraucht, um das zu verdauen. Meinem Sohn schien der Vorfall jedoch garnicht lange nachzuhängen. Zum Glück!

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