Prinzessin vs. Seeräuber – Gender-Wahnsinn in den Regalen

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Der Gender-Wahnsinn geht an keinem von uns vorbei. Prinzessinnen hier, Seeräuber dort. Dinge für Mädchen und für Jungen und wir Eltern ziehen auch noch alle mit. Zumindest viele und ich kann mich da gar nicht mal rausziehen. Allein die Ballerina-Party fällt voll in die Tender-Kerbe hinein.

Aber meine heutige Gastautorin hat sich dazu einmal genauere Gedanken gemacht. Zum allumgreifenden Gender-Wahnsinn, Prinzessinnen und Seeräuber.

Prinzessin vs. Seeräuber – Gender-Wahnsinn in den Regalen

Frühstücksrunde in der Kita, Gespräch zweier Mädchen: „Guck mal, der Paul hat Star Wars-Joghurt dabei. Bäääh !“ Daraufhin Mädchen zwei: “ Iiiihhh, würdest Du das essen? Ich nicht.“ „Nee.“

Verdutzt und sprachlos stand ich am Tisch und fragte mich, ob der Gender-Wahnsinn schon so verbreitet ist und unsere Kinder derart manipuliert!?
Ich ging im Kopf unsere Sachen zuhause durch – oh Gott! Wir machen da auch noch mit!
Wir haben Prinzessinnen-Shampoo, das Überraschungs-Ei für Mädchen und erwähnten Joghurt in der Variante „Eiskönigin“ (Geschmack natürlich identisch).
Falle ich so sehr auf das Marketing der Firmen herein und kaufe nur Mädchen-Produkte!?

Beim nächsten Einkauf wollte ich mal bewusst nach Gender-Produkten für Kinder suchen.
Wobei ich gar nicht suchen musste – die Regale waren voll damit: es gibt Joghurt für echte Piraten, Backmischungen für wahre Prinzessinnen und natürlich Smarties in männlich und weiblich. Ganz extrem ist es in der Kategorie „Körperpflege“: ob Badezusatz, Creme oder Duschgel – ich habe das Gefühl, dass hier einfach alles gegendert wird. Das Duschgel für Jungs mit einem „wilden Meeresduft“ und die Mädchen bekommen „süßen Beerenduft“.

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Ist das Euer Ernst? Was macht dieser Irrsinn mit unseren Kindern? Wohl genau das, was ich am Frühstückstisch erlebt habe. Die Kinder werden manipuliert. Für Mädchen muss es träumerisches Rosa sein, für Jungs kräftiges Blau. Den Kindern wird ein Klischee vermittelt, weil Firmen daran verdienen. Darum geht es. Dabei sollen Kinder doch besser geschlechtsneutral erzogen werden. Natürlich werden die meisten Mädchen wohl die Puppe dem Bagger vorziehen, aber Kinder sollten Zugang zu beidem haben und entscheiden dürfen.

Und ich glaube, dass durch diesen ganzen Marketing-Scheiß folgendes passiert: viele Kinder trauen sich nicht mehr zu entscheiden. Sie folgen der Werbung, der Masse. Nach dem Motto: „Ich bin ein Mädchen, also nehme ich den Prinzessinnen-Joghurt. Obwohl der mit den Piraten auch ganz lecker aussieht… Aber der ist ja für Jungs.“ Nein ! Eben nicht !
Der ist für Kinder. Und Kinder müssen ihren Weg erst finden. Und wie findet man den eigenen Weg!? Genau. Indem man ausprobiert.

Kennt Ihr Sätze wie „Das Mädchen spielt Fußball!? Hätte wohl ´n Kerl geben sollen.“ oder „Jungs weinen doch nicht so. Das machen nur Mädchen. Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“

Ziemlich beeindruckt bin ich von einen Jungen aus dem Kindergarten. Er durfte sich zum Geburtstag ein neues Fahrrad aussuchen. Am nächsten Tag kam er dann wirklich mit seinem neuen Rad zur Kita gefahren und sorgte für Verwirrung. Denn das Fahrrad war lila. „Kommst Du heute mit dem Fahrrad Deiner Schwester?“ Der Junge antwortete: „Nein, das gehört mir.“ Dann kam die Frage, die kommen musste: „Du hast Dir ein lilafarbenes Fahrrad ausgesucht? Warum denn das ? Jungs mögen doch lieber blau.“ Der Junge meisterte die Situation fabelhaft und sagte ganz ruhig: „Meine Freundin hat dasselbe. Und mir gefällt es einfach so gut.“ Und damit war das Gespräch für ihn beendet.

Daran sollten sich alle ein Beispiel nehmen. Kinder müssen lernen, dass sie okay sind. Egal, was sie mögen und womit sie spielen. Und wir Eltern sollten unsere Kinder auf ihrem Weg unterstützen. Ich habe mir vorgenommen erstmal keine speziellen Gender-Produkte mehr zu kaufen. Auf unserem Joghurt sollen einfach nur Erdbeeren sein. Und schmecken soll er. Punkt.


 

Gender-Wahnsinn_prinzessin-gegen-seerauuber_gender-wahnsinn-in-den-regalen_gastartikel_phinabelle_artikel_autorinDanke liebe Berenice für diese spannenden Ansichten. Auf ihre Blog „Phinabelle“ schreibt sie über ihren Alltag als zweifache Mama.
Ihre beiden Töchter sind 5 und 1 und so berichtet sie vom Baby bis zum Vorschulkind. Teilt ihre Erfahrungen mit ihren Lesern, stellt Bücher vor und verrät ihre liebsten Rezepte. Schaut auch gerne mal auf Facebook oder Instagram bei ihr vorbei.

Spannende Ansichten, die mein Mann und ich gerade um Urlaub auch durchsprechen. Wir fühle uns, wie auch schon mit unserem einzig richtige Erziehungsmodell irgendwie dazwischen, denn meine Motte ist eine waschechte Räubertochter im Prinzessinnengewand und das gleicht all zu oft eher einer Räuberkluft.

Wie handhabt Ihr das mit dem Gender-Wahnsinn? Habt Ihr eher Prinzessinnen oder Seeräuber und was haltet Ihr überhaupt davon Kinder in eine „Rolle zu pressen“?

In diese Sinne – meine Räubertochter tanzt einfach weil sie tanzen will, ob sie dabei eine Kluft oder ein Kleid trägt, das ist ihr vollkommen schnuppe. Zum Glück.

– Alle Bildrechte lieben bei Berenice und wurden mir von ihr zur Verfügung gestellt –

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6 Kommentare

  1. Meine Mädchen finden „Jungs-Sachen“ cool und habe schon oft dazu gegriffen. Zum Beispiel wollten sie lieber die Piraten-Zahnpasta, als die Feen-Zahnpasta. Und die Jüngste hat sich erst kürzlich zum Kindergarten-Start aus vier Rucksäcken, die ich ihr im Laden zur Auswahl hingelegt habe (meine einzige Bedingung ein Brustgurt) den einzigen Rucksack mit Jungen-Motiv ausgesucht: Blau mit einem gelben Bagger.

    Bei Mädchen ist das vielleicht auch noch ein bisschen lockerer als bei Jungs, die zum Beispiel Rosa haben wollen und dann eben von anderen Jungs damit aufgezogen werden. Ich glaube trotz des Gender-Pay-Gap haben Jungs es in unserer Gesellschaft oft viel schwerer als Mädchen, um nicht anzuecken. Bei Mädchen heißt es dann „Sie ist eine Rebellin“. Bei Jungs, er ist ein „Weichei“? Ich finde das alles sehr, sehr traurig. Am besten diese Firmen beukotieren, die die gleichen Produkte in Jungs-Style und Mädchen-Style ins Regal stellen. So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen.

    Liebe Grüße
    Ella

  2. Ich habe da noch nie so drauf geachtet.
    Doch bin ich sehr froh, da meine nicht ganz so schlimm sind.
    Natürlich lieben die beiden auch Prinzessin und Pink, aber sie mögen eben so blau. Selbst das Zimmer von den beiden ist blau, weil sie es so haben wollten.

    Und neben Bibi Blocksberg, Elsa und Co mögen die beiden auch Starwars, Supermann, Batman und Co.

    Aber auch wir kaufen mal Elsa Frühstücksflocken oder aber Starwars Schoko.

    Liebe Grüße Vivi

  3. Ein wirklich toller Beitrag! Da hat die Marketing Maschinerie voll zugelangt. Lego gibt’s ja jetzt auch für Mädchen und auch die drei Fragezeichen in der mädchenversion! Als ob Jungs sich nicht auch mit Pipi langstrumpf identifizieren könnten und Mädchen mit Mogli.

  4. Das ist ein Thema, das mich auch sehr betrifft, da ich einen Sohn und eine Tochter habe. Ich kenne also beide Seiten.
    Und aus meiner Erfahrung heraus glaube ich, dass Kinder grundsätzlich alle Farben mögen und alle Spielsachen ausprobieren wollen. Die Erwachsenen prägen, sehr oft unbewusst, das Verhalten oder eben die Kleiderwahl.
    Ich könnte einige Beispiel erzählen, in denen dieses fixe Mädchen-/Jungs-Denken offensichtlich wurde:
    – zB war eine ältere Dame irritiert, weil mein Sohn einen Puppenwagen durch die Stadt schob,
    – oder es wurde davon ausgegangen, dass meine Tochter den rosa und mein Sohn den blauen Ballon wählen würde (sie entschied sich für blau, er für orange),
    – auch ich als Mama war mir nicht sicher, ob ich meinen Sohn mit lila Hauspatschen, rosa Jausenbox oder hellrosa Schal in den Kindergarten schicken konnte, weil ich Angst hatte, es würde sich deshalb jemand über ihn lustig machen. Aber er hat immer darauf bestanden, und ich habe ihm je nach Situation erklärt, dass viele Menschen denken rosa wäre nur für Mädchen und ihn ein wenig darauf vorbereitet, was er sagen könnte, falls ihn jemand darauf anspricht. Oder ich habe versucht meine eigene Angst vor Ablehnung abzuwiegen gegen seine Unvoreingenommenheit und die Selbstverständlichkeit, mit der er sicher war, dass rosa eben seine Lieblingsfarbe ist. Sogar die Kindergärtnerin war erstaunt, dass eben aufgrund dieser Selbstverständlichkeit keine negativen Kommentare abgegeben wurden.
    Mittlerweile ist rosa nicht mehr die offizielle Lieblingsfarbe meines Sohnes, aber er entscheidet sich immer noch eher für rot, gelb oder orange wenn er die Wahl hat… und gerade heute hat er sich riesig über ein rosa Stofftier gefreut und sich eine Sanduhr in der typischen „Mädchen-Farbe“ ausgesucht.
    Also wenn ihr mich fragt: alle Farben sind für alle da! Und dasselbe gilt für Spielsachen, Lebensmittel, etc.

  5. Ihr Lieben, eigentlich verkneife ich mir Kommentare zu diesem Thema. Heute möchte ich mal meine persönliche Meinung dazu abgeben, ohne irgend jemandem auf die Füße treten zu wollen.

    Werbung ist und war schon immer manipulativ, da nimmt sich das Gender Marketing nicht aus.
    Ich erinnere mich an Werbesprüche wie „Die Milch macht`s“ oder „…mit vielen gesunden Vitaminen“.
    Trotzdem wissen wir Eltern, dass Milchschnitten, Weingummis und Co. Süßigkeiten bleiben und somit alles, nur nicht gesund sind. Auch das müssen wir unseren Kindern vermitteln.

    Gender Marketing kommt noch ein wenig gerissener daher und manipuliert m.E. nach mehr die Eltern, denn die Kinder.
    Mittlerweile frage ich mich ernsthaft, ob es Gender Marketing, in dieser höchst nervigen und übertriebenen Form, ohne sein Gegenspieler Gender Mainstream überhaupt geben würde.

    Werbung zielt immer darauf ab, im Gespräch zu bleiben und die ständigen Diskussionen und Beiträge, meist noch wie hier, mit Bildchen und Auflistungen machen genau das. Sie sprechen darüber und stellen sogar noch Sichtmaterial zur Verfügung. Zack! Gender Marketing funktioniert!
    Und fumb – das ruft dann den Gender Mainstream auf den Plan, der sich dazu berufen fühlt, die sozialen Konstrukte, in die unsere Kinder ja gepresst werden, aufzubrechen und dagegen anzugehen. Die eine Seite nährt die andere!

    Unsere Kinder sind von Anfang an Individualisten und wir Eltern sind dazu da, ihnen zu helfen, ihre eigene Meinung, ihre eigenen Entscheidungen und ihren eigenen Weg zu finden. Dazu gehört, unter vielem anderen auch, Werbung kritisch zu betrachten und für sich einzuordnen.
    (Daran ändert auch ein Gender-Marketing-Bullshit-Bingo nichts;)

    Meine Jungs (17/12) sind gänzlich ohne Genderdings groß geworden und haben/hatten keine Probleme damit, in der rosa Ecke nach Kuscheltieren zu schauen, blöde Bemerkungen über ihre langen Haare zu ignorieren oder mit dem heißgeliebten roten Fahrrad zur Schule zu fahren.
    Erst Anfang der Woche habe ich mir den Unmut meines Großen eingeheimst, als ich sein absolutes Lieblingshirt entsorgte. Es war rosa und nach 2 Jahre Dauertragen zerlöchert wie ein Schweizer Käse. Jetzt muss ich ein Neues besorgen.
    Vor einiger Zeit beim Wocheneinkauf kam der Kleine mit einem Ü-Ei für Mädchen an und erklärte mir, dass Sophie aus seiner Klasse ihm steckte, dass nur in denen diese niedlichen Figürchen sind, die er gerne haben wollte.
    Genau wie der Junge mit dem lila Fahrrad: Die Kinder gehen damit um, ohne sich einen Kopf zu machen.
    Und genau daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen! Dann geht dieser übertriebene Hype vielleicht bald vorbei!?

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