Silvester – ohne Brauch und immer anders

Silvester Titel

Silvester steht kurz vor der Tür und die Frage aller Fragen steht im Raum: Was machen wir an diesem Abend. Während wir uns an unsere eigenen Weihnachtsrituale rantasten, sieht das bei uns bei Silvester ganz anders aus. Da haben wir nur ein Ritual und das heißt: Immer anders und nie wie das letzte Jahr…

Was wir in den letzen Jahren am Silvesterabend gemacht haben und was wir in diesem Jahr planen, das liegt so weit auseinander, wie der Mond und die Sonne.

Silvesterbräuche, so was kenne ich nur noch aus meiner Kindheit. Silvester war immer lange zusammen sitzen und etwas trinken. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Schwipps. Aber um an Silvester viel zu trinken, musste ich mich immer wach halten, denn ich werde müde von Alkohol. Vor allem, wenn man dabei „nur“ zu Hause rum sitzt und darauf wartet, das das neue Jahr endlich anfangen wird.

Silvester ClubbingAlso fing ich irgendwann an, am 31.12. feiern zu gehen und kam vor dem begonnenem neuen Jahr auch nicht heim. Böller machten mir eher Angst – allein Raketen sehe ich gerne am Himmel und am Liebsten in einem kontrolliertem Rahmen, wie auf Veranstaltungen. Gucken und Staunen ja, aber bei Böllern hab ich immer mit meinem instinktiven Fluchtreflex zu kämpfen. Mir kam mal eines dieser Dinger viel zu nahe. Beim feiern bekam man weder von den Böllern noch von den Raketen viel mit. Irgendwann während des Tanzen umarmten einen auf einmal die Menschen, denn wenn ich tanzte, dann war ich nah bei mir und außerhalb der Reichweite jedes Zeitgefühls. Glückliche Menschen brauchen keine Uhren zum Tanzen – das sagte ich nicht nur zu jedem, dass drang sogar bis in mein tägliches Leben durch und noch heute trage ich keine Armbanduhr. In den Clubs NRWs oder Hamburgs gab es eben ein ganz eigenes Silvester.

Die letzen Jahre – kein Muster zu erkennen außer; alles immer anders

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Der Vorgeschmack auf elterliche Silvester
2009 zu 2010

Silvester 03Mit dem Umzug in den Norden und meinem damaligen Job minimalisierte sich der Silvesterabend schnell. Die Buchhaltung macht an diesem Abend die Tür zu und erst wenn sie fertig ist – und wenn man zusammen mit den Kollegen anstoßen würde. Sich dann noch nach gerocktem Jahresabschluss in Schale zu schmeißen um eine Stunde in die große Stadt zu fahren – dazu war ich dann kaum noch in der Lage.Also feierten wir bei einem Arbeitskollegen. Der Mann, der Kollege und seine Frau. Das war nett und gab durch den bezaubernden Minigast einen Vorgeschmack auf spätere elterliche Silvester-Abende.

Kostümparty mit heimlichem Gast
2010  zu 2011

Im Jahr drauf, da feierten wir mit Freunden groß und verrückt. Ich eigentlich mega krank, aber durch Alkohol und Medikamente aufgeputscht, da wir von langer Hand eine Kostüm-Party planten, auf der der Mann sogar auflegte. Das war toll. Das ich in dem Jahr rechnerisch einige Tage zuvor schwanger wurde, dass wussten wir damals noch nicht. Ich machte mir lange Gedanken, aber dieses Kind wollte wohl unbedingt auf die Welt kommen und hat diesen Exzess überstanden. Hätte ich gewusst, dass die Motte gerade in meinen Bauch eingezogen war, hätte ich sowohl Medikamente als auch Alkohol weggelassen, aber vielleicht sollte ich gerade da nochmal ordentlich feiern und tanzen? Auf der Party danach mochte ich dann plötzlich keinen Alkohol mehr – das war dann wohl mein erstes Anzeichen 😉

Stillend am Fenster staunen
2011 zu 2012

Das erste Jahr mit der Motte verbrachten wir Silvester zu Hause. Ich schrieb mit einer alten Schulfreundin, die gerade frisch geheiratet hatte und die Motte wurde pünktlich um drei Minuten vor 00:00 Uhr wach und verlangte nach Nahrung. Ich stand stillend mit meinem Kind bestaunend am Fenster und wir schauten uns die verrückt knallenden Menschen an. So sollte Silvester eben auch als Familie sein. Sie wollte eben dabei sein – wie schön.

Eltern-Silvester – Raclette mit Freunden
2012 zu 2014

Im Jahr darauf wollten wir wieder Menschen um uns herum haben. Wir luden also unsere engsten Freude ein, aßen Raclette und spielten. Die Motte störte sich weder an den kichernden und lachenden Menschen im Haus, noch am Geknalle draußen. Sie verschlief Silvester einfach. Wir freuten uns mit tollen Menschen zusammen zu sein.

Silvester 02Das verschlafene Silvester
2013 zu 2014

Das Jahr darauf war das lustigste, denn da schliefen der Mann und ich einfach ein. Ja kein Witz. Wir alle drei verschliefen Silvester und somit hatte das Jahr irgendwie nie wirklich angefangen und auch nie geendet. Wir kuschelten uns irgendwann am Abend ins Bett – da wollten wir Filme schauen, der Herzensmann und ich. Tja und junge Eltern schauen eben nun mal nicht unbedingt einen Film. Als wir wach wurden war es schon weit nach null Uhr und wir lachten und schliefen weiter.

Silvester allein – wenn ich blöde Ideen hab
2014 zu 2015

Im letzen Jahr waren wir eingeladen (daher verschenkten wir auch ein Stadion). Doch wie es im Leben von Eltern nun auch mal gerne vorkommt, wurde die Motte krank. Ich war traurig, freute ich mich doch so sehr, wenigstens einen Teil des Abends mit Menschen zu verbringen. Aber statt das wir alle zu Hause sitzen sollten, beschloss ich, dass der Mann gehen sollte. Er weigerte sich, ich zwang ihn förmlich und er hatte Spaß mit all seinen Kumpels und alten Leuten. Ich hingegen stand bettelnd vor dem Motten-Bette, denn nicht mal sie wollte wach werden. Allein sein ist blöd. Gerade an Silvester. Das war mir eine Lehre. Aber es war ja das, was ich in dem Moment wollte….

Gemeinsam einsam – Planungen für dieses Jahr
2015 zu 2016Silvester 01

Dieses Jahr, da dachte ich lange nach, was wir anstellen könnten. Der große Junge wird wie im letzen mit Freuden unterwegs sein. Doch sollten der Mann und ich zu Hause bleiben, werden wir den Abend entweder verschlafen oder unspektakulär verbringen – wobei verschlafen wohl das eheste seien würde. Also fragte ich megaliebe Nachbarn, die ebenfalls ein kleines Kind haben, was sie anstellen. Und geplant ist den Raclette an zu schmeißen und so lange zusammen zu bleiben, bis die Kinder nicht mehr können. Eine schöne Idee und ich hoffe insgeheim, dass die Kinder lange durchhalten werden, denn nach einem Silvester allein will ich alles, nur nie wieder diesen Zustand.

Wie feiert Ihr Silvester? Habt Ihr schon Pläne oder gar Rituale und Bräuche? Feiert Ihr mit Euren Kindern oder ohne?

In diesem Sinne ~ egal wie wir den Abend verbringen werden, dass neue Jahr wird kommen und ich zähle darauf, dass es ein tolles wird. Warum? Weil ich das beschließe!

 

Und wie die Blogprinzessin Silvester feiert? Wie jedes Jahr mit drei Kleinkindern im Kino – auch eine nette Idee – macht sie dieses Jahr wieder und es ist immer toll in der großen Runde.

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Kategorie Familie, Gedanken

Hier schreibt JesS (32), die Mutter einer etwas anderen Familie. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und Kinderkleidung nehmen wir Euch mit auf unser Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

3 Kommentare

  1. Liebe Jessi,
    Silvester alleine ist doof, das kenne ich nur zu gut. Planen tun wir eigentlich selten, entweder es kommt jemand oder wir sind allein, schon allein wegen der zwei Kleinkinder, die noch nicht durchhalten (sie brauchen extrem viel Schlaf).

    Letztes Jahr waren wir allein, dieses Jahr kommen die Schwestern meines Prinzen mit ihren Familien wieder zu uns (wie so oft zu Silvester). Dieses Jahr ist es Raclette, was wir auf die Beine stellen. So können die Kinder ins Bett und wir feiern unten dann doch ein wenig weiter. Nach Mitternacht werden sich alle wieder verabschieden und ins Bett flüchten (wir wegen der sehr früh aufstehenden Kinderlein und die anderen, weil sie einfach Erholung brauchen).

    Falls wir uns nicht mehr lesen&hören, wünsche ich Dir + Euch ein wunderschönes Neujahrsfest und rutscht sorgsam hinein!

    LG Ivi
    Ivi bloggt gerade über Montags grüßt das Murmeltier – 51. KWMy Profile

  2. Moin liebe Jessi,

    hach wie aufregend, diesen Tag immer so anders zu verbringen. Bei mir ist es eigentlich andersrum: mit Brauch und nie anders 😀 Ich bin Jahr für Jahr mit Freunden in Dänemark, ab und an ändert sich die Kostellation, aber das Ziel bleibt eigentlich immer. Bis auf 2003/2004, da war ich in Brasilien – manchmal würde ich es gerne wieder tun, so bei 30 Grad im Schatten… 🙂

    Liebe Grüße
    Dani

    • es ist nie gewollt, dass es jedes Jahr anders wird, es ergibt sich einfach. Hier gibt es kreise, in denen es auch so läuft. Jedes Jahr feiern die Menschen hier zusammen – aber wenn man nicht zu diesen Kreisen gehört, dann improvisiert man eben Jahr für Jahr… Ich denke darüber nach im nächsten Jahr wieder einfach zu schlafen….

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