Liebe alte Tratschweiber


Dorfleben deluxe
Fassungslos - Dorfleben deluxe

Verdammte Scheiße nochmal ich hab es niemals bereut von der Großstadt in dieses Dorf gezogen zu sein – bis zu diesem Moment.

Es gibt Momente in denen bin selbst ich sprachlos… es sind wenige, doch dieser Moment hat mir die Schuhe ausgezogen! Heute gibt es einen Brief der einfach von der Seele geschrieben werden muss.

Liebe alte Tratschweiber,

als Dazugezogene werde ich hier immer einen schweren Stand haben, das wusste ich in der Theorie schon immer, doch das die Praxis so hart werden wird, das war jenseits meiner Vorstellung. Hoffnung und so. Doch was hier manchmal mit den Mitmenschen – und damit meine ich nicht nur uns und unsere spezielle Situation angeht – anstellt wird, das ist einfach mehr als Dorf-Tratsch.

Es gäbe viele Gründe für diesen Brief, doch der Morgen, an dem Ihr Teil einer Gruppe von „Tratschweibern“ wart – der mit Sicherheit nicht davon ausgingen das ich anwesend war – und Ihr Euch darüber unterhalten habt, warum wir wohl ein Pfelegekind aufgenommen haben, der hat mir gelinde gesagt, die Schuhe ausgezogen. Mit eigenen Ohren zu hören was sich schon lange durch die Gerüchteküche schlängelte; „..ja die Schonks, die haben ihr Pflegekind ja auch nur des Geldes wegen aufgenommen…“. Ich war so sprachlos, so gelähmt, das ich nichts, aber auch gar nichts sagen konnte. Alles war mir durch den Kopf rannte, schwankte zwischen blankem Entsetzen und Dingen, die nicht für den Ort und die anderen anwesenden bestimmt waren.

Meine einzige minimale Genugtuung war; als ich den Raum, in dem dies geschah, wieder verließ, sah ich in das Gesicht einer von Euch. Diese Person erschrak fürchterlich. Sie wusste ganz genau, dass ich jedes verdammte Wort gehört hatte. Das änderte nichts an meiner Verletzung, aber es gibt mir heute noch ein minimales Stück Gerechtigkeit, wenn ich diesen Menschen sehe und er mit gesenktem Blick an mir vorüber geht.

Es verletze mich, wen Ihr so über mich denkt, doch es macht mich rasend, wenn Ihr so über meine Familie redet!!!!

Ja, wir haben einen Pflege-Teenager aufgenommen. Daraus machen wir kein Geheimnis. Weder hier im Internet noch im realen Leben. Wir binden es nicht allzeit allen auf die Nase und sprechen von nix anderem mehr, aber wir verleugnen ihn auch nicht. Er gehört zu uns. Punkt!

Mir fehlen mehr als Worte – mir fehlt die Fassung und wenn ich ehrlich bin – das noch immer!

Verständnislos sitze ich hier. Es ist schon einige Zeit her und noch immer ringe ich nach Worten. Das war nicht wirklich passiert, das ist so weit weg von allem, was ich erwartet habe, das es unmöglich schien und dann doch – patsch hello Klatsche und das mitten ins Gesicht!

Ich weiß das Ihr – das viele von Euch – beratungsresistent sind und das Eurer Tellerrand oft aus Stahl besteht – redet über mich, habt eine hypothetische Meinung meiner Person – doch verdammt nochmal lasst meine Familie da raus!! Kehrt vor Euren eigenen Haustüren – da liegt sicherlich genug Dreck.

Mir war in der Theorie klar das ich auf ein Dorf ziehen werden, das die Menschen hier mit Vorliebe vor anderen Haustüren kehren und den Dreck durch die Luft wirbeln – doch scheine ich die Hoffnung irgendwie nicht verlieren zu können. Ich glaubte einfach an das Gute in den Menschen. Ich glaube es so sehr, das ich manchmal übersehe, wie hart die Menschen mich verletzen. Doch macht mit mir, was Ihr wollt nur verdammt: lasst meine Familie in Ruhe!!!!!!

JesSi Ca

Eine Mutter die für ihre Familie durchs Feuer geht und noch weiter!!


 

Ich wollte das Thema eigentlich ignorieren, mich damit gar nicht auseinander setzen. Doch Ihr kennt das bestimmt; die Familie ist ein sehr wunder Punkt und ich höre es weiterhin leise immer wieder, hinter her vorgehaltener Hand und heute sag ich allen mal was dazu!

Natürlich leben wir auf einem Dorf und zusätzlich stelle ich unser Leben auch noch ins Internet (wobei das die eine Hälfte nicht weiß und die andere nicht versteht) – das ist mit vollkommen bewusst, was mir aber nicht bewusst war ist die Tatsache, das manche Menschen so negativ und bösewillig sein können – sind.

Ich hab wohl nicht mit der Brutalität dieses Dorflebens gerechnet – mir der Brutalität der wahren Gesichter der Menschen.

 

An dieser Stelle frage ich Euch, was Ihr für Erlebnisse hattet?? Die Menschen sind nicht allein auf dem Dorf so, auch in den Städten – was sind Eure Erlebnisse mit Menschen und ihren Abgründen???

 

In diesem Sinne – ich vermisse es so sehr das die Menschen über ihren Tellerrand hinaus schauen.

 


NACHTRAG:

Ich schreibe hier nicht allgemein über alle Dorfbewohner – das Dorfleben hat genau so seine schönen und schattigen Seiten wie das Stadtleben!!! Ich kehre nicht alle über einen Kamm und überhaupt das mit dem Kehren mache ich sehr gerne vor der eigenen Haustür!!!

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69 Kommentare

  1. Ach Jessi,

    nun hast Du Dich doch wieder ärgern (lassen) müssen. Mir hat ein Spruch immer schon gut gefallen, passt nicht ganz, aber ein bissel:
    „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen!“

    DU (Ihr) seid die Königin, IHR wisst es besser. Ich weiß, dass es dennoch am Herzen kratzt, wenn die Familie angegriffen wird.

    Manche Leute (und damit spreche ich gerne die aus Deinem Dorf an) sollten mal erst drüber nachdenken, warum ein Pflegekind aufgenommen wird. Natürlich NICHT wegen des Geldes, sondern

    DAMIT ES EIN KIND BESSER HAT,

    als womöglich in der eigenen Familie (oder im Heim oder auf der Straße).

    Ich ziehe vor Euch den Hut! Ihr habt Höhen und Tiefen hinter Euch und es liegen garantiert noch welche vor Euch, aber Ihr werdet es weiterhin meistern! Auch mit dem blöden Getratsche manch dummer Leute!

    Sei gedrückt und lg von
    Ivi

    PS. Jaaa, in der Kur habe ich sehr „spezielle“ Menschen kennenlernen dürfen, nach vorne „hui“, hintenrum „pfui“.

    • Ach meine Ivi, Du bist einfach toll!!! Es ist so schön Dich als Leserin zu haben – es ist mir eine Ehre!!
      Jeder Deiner Kommentare steckt voller Herzlichkeit – wir kennen uns nicht und doch spüre ich eine ganz bezaubernde Wärme zwischen uns!!!!
      Ich weiß das die alle unrecht haben – aber Luftmachen tut echt gut und mutig genug sein um das endlich mal zu machen sowieso.
      Gleich gehe ich zum Sport mit der Motte. 45 Minuten da sitzen und warten – in einem Raum voller Dorfmuttis – aber es gibt ja auch noch andere dazwischen…. zum Glück!!

      Ivi, ich drück Dich!!!!!!!

      • Das stimmt, Luft machen tut immer gut! Allerdings hoffe ich, dass ich heute Abend nicht noch so einen Brief lesen muss nach den 45 min Sport der Motte 😉 Und wenn doch, lass die Wut raus! Ich lese es gerne 😉 😉 (und ja, gott sei Dank halten auch auf dem Dort doch nicht ALLE zusammen, sondern es gibt immer noch Ausnahmen).

        Kopf hoch und hey, ich setze mich gerne mal ins Auto 😉

        LG

        • Ich hatte wohl Glück, ich wurde nicht angesprochen – die lesen wohl meinen Blog nicht. Müssen sie auch nicht alle, ich verschweige ihn nicht und ich verleugne ihn nicht….

          • Ich würde nicht sagen das sie deinen Blog nicht gelesen haben, aber ganz sicher sind sie zu feige persönlich Stellung zu nehmen. Leider passiert das immer wieder und es wird geredet und gelästert, aber keiner hat den Mum es offen auszusprechen. Warum auch ? Wie auch ? Man müsste dazu ja Argumente haben und noch besser, Fakten haben ! Das sind Menschen die ein armseliges Leben haben und keine wahre Freude im Leben, sonst müßten sie sich nicht so ausgiebig mit dem anderer Menschen beschäftigen und wer wirklich glücklich und zufrieden mit seinem Leben ist, der gönnt und neidet nicht… ! Also in dem Sinne: Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten 😉

  2. Liebe Jessi,
    es ist wirklich traurig und die Menschen, die so reden, sollten ernsthaft beschämt sein über diese Gemeinheit.
    Es ist so wunderbar, dass es Menschen wie Dich und Euch gibt. Als mein Bruder vor so vielen Jahren starb und eine noch ganz kleine Tochter hinterließ, waren wir alle froh, dass sie in eine liebevolle Pflegefamilie kam, die sie groß gezogen hat. Ja, es gibt Geld dafür, aber das auch aus gutem Grund.
    ich hoffe, dass es auch viele andere Menschen in Deiner Umgebung gibt, die wissen, wie viel Güte und Nächstenliebe in Menschen steckt, die solche Wege gehen.
    Liebe Grüße,
    Susanne

    • Liebe Susanne,
      ja die Menschen, die es sehen das wir nichts böses tuen, die gibt es – bei einigen weiß ich das sie es „nur sagen“ bei anderen weiß ich auch, dass sie es meinen.
      Mir war das ja alles bewusst – man bietet einfach eine ordentliche Angriffsfläche: Dazugezogene, Firma, andere Einstellungen, weiterer Blick als nur zum Tellerrand, aktiv im Internet (Medienkompetenz ist hier ein Fremdwort), immer mal wieder Fernweh, sich immer wieder entwickeln wollend und dann noch ein Pflegekind aufnehmen obwohl man doch noch gar nicht fertig war mich damit zu löchern wann Nummer zwei denn endlich komme… mir ist das alles bewusst, aber es war eine Wohltat sich das einfach mal von der Seele zu schreiben (die Situation ist auch schon ein Bisschen her, der Artikel lag halbfertig in den Entwürfen – manchmal brauche ich diesen kleinen zeitlichen Abstand bevor der Mut groß genug ist)…
      Das wichtigste ist jedoch – das WIR es wissen das wir uns nicht an dem Jungen bereichern – abgesehen von der Liebe die gewachsen ist.

      Susanne, danke für Deinen Kommentar!! Und (kommt gleich noch auf dem Blog) HAPPY BIRTHDAY!!!
      JesSi Ca

      P.S. So bald wir können kommen wir wieder nach Berlin – ich liebe Berlin so sehr!!

  3. Alter Falter, so ein Pack. Ich würd mich was schämen so über Menschen zu urteilen. Wie heißt es doch so schön? „Man wird nicht selbst größer, indem man andere kleiner macht“.

  4. Hallo,
    ich kann deine Wut absolut verstehen. Ich selbst habe eine Zeit lang in einem kleinen Dorf in Unterfranken gelebt. Für die leute dort reichte bereits die Tatsache, dass ich ein Ossi bin (für mich gibt es diese Trennung eigentlich nicht mehr). Mittlerweile wohne ich wieder in der alten Heimat, eine Kleinstadt. Ich kann dir sagen, es liegt nicht unbedingt an der Größe des Ortes. Sogar in der Großstadt wird es immer wieder solche Menschen geben. Meine Meinung zu solchen Menschen ist, dass ihnen ihr eigenes Leben wohl viel zu langweilig sein muss, sie mit sich absolut unzufrieden sind und um nicht das Gespräch auf sich zu lenken, andere Leute schlecht machen müssen. So jemand ist einfach nur neidich.
    Liebe Grüße, Heike

    • Es ist wohl auch einfach die Angriffsfläche die wir bieten – wenn es um mich gehen würde, ich würde mich kurz ärgern und dann erhobenen Hauptes drauf pupsen.
      Hier allerdings haben sie einen wunden Punkt gefunden – meinen wunden Punkt, meine Familie – das ärgert mich sehr, denn genau das war deren Plan…..
      Aber wie heißt es so schön: Aufstehen, Krone richten und lächeln…

  5. Ach liebe JesSi, Du weißt es doch viel besser – und Deine Familie (allen voran der große Junge) auch. Engstirnige, tratschende und dumme Menschen gibt es überall und immer. Und Du bist stark genug da drüber zu stehen. Dass Du Dir Luft machst kann ich gut verstehen – aber lass´ Dir Dein Leben nicht von diesen Menschen bestimmen. Das ist es nicht wert. Dafür ist das was Du tust zu wichtig.
    Ganz nebenbei gesagt: ich weiß ja nicht, welche finanzielle „Entschädigung“ (was für ein schreckliches Wort in diesem Zusammenhang) Ihr bekommt, aber wer selbst Mutter (oder Vater) ist, der weiß, dass kein Geld der Welt die wunderbaren Erlebnisse aber auch Sorgen, Probleme und auch die viele Arbeit die ein Kind macht aufwiegt. Ich denke niemand der solch eine Entscheidung trifft macht es wegen des Geldes. Was für ein lächerliches Argument.

    Und ansonsten halte es wie die Ärzte, die in ihrem Lied so treffend formulieren: „Lass´die Leute reden und hör´ einfach nicht hin. Die meisten Leute haben ja nichts Böses im Sinn – es ist ihr eintöniges Leben was sie quält und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt…“

    Ich drück´ Dich, Anna

    • Meine liebe Anna,
      ja wir wissen es besser und genau drauf kommt es ja an. Ich rede nicht mal über das Geld. Es ist – nachdem wir das ganze weit über ein halbes Jahr allein und ohne Unterstützung getragen haben (es gibt das Geld nicht rückwirkend und so eine Pflegschaft muss ja auch erst mal durch kommen) ist das einfach das Geld zum Leben.
      Kinder werden nicht günstiger werden im Laufe der Jahre und irgendwie ist es ja auch was, was wir leisten und dabei reden wir in keinster Weise von Bereicherung. Außerdem verzichten und leisten wir verdammt viel – aus LIEBE!
      Und wie Du schon sagst, man kann das alles nicht aufwerten.

      Anna, ich drück Dich!

  6. Nehme es nicht so persönlich. In der Regel sind das Menschen, die mit sich selbst sowas von unzufrieden sind und deshalb versuchen mit Gehässigkeiten gegenüber anderen selbst besser dazustehen. Das hat nichts mit euch zu tun. Hier bei uns wird auch viel getratscht. Und auch ich will nicht wissen, was da so alles über mich im Umlauf ist. Aber im Großen und Ganzen bin ich mit mir im Reinen und das ist das entscheidende. Und genau mit diesem Abstand solltest du das auch sehen. Ärgern darf man sich, aber die Dummen, das sind die Lügner, die so versuchen Ihr Ego aufzupolieren! Und erfreue dich einfach daran, dass diese Person jetzt den Rest ihres Lebens ein schlechtes Gewissen hat, wenn du ihr begegnest 😉

    • Oh ja, genau daran erfreue ich mich – das ist eine echte Genugtuung. Und dabei habe ich nicht mal vor ihr dazu noch irgendwas zu sagen – ich werde das einfach so im Raum stehen lassen. Weil das Wissen über das Wissen einfach manchmal viel härter sein kann.

  7. Hast du etwas getan, was sonst keiner tut?
    Hast du hohe Schuhe oder gar einen Hut
    Oder hast du etwa ein zu kurzes Kleid getragen
    Ohne vorher deine Nachbarn um Erlaubnis zu fragen?

    Jetzt wirst du natürlich mit Verachtung gestraft
    Bist eine Schande für die ganze Nachbarschaft
    Du weißt noch nicht einmal genau, wie sie heißen
    Während sie sich über dich schon ihre Mäuler zerreißen

    Lass die Leute reden und hör ihnen nicht zu
    Die meisten Leute haben ja nichts Besseres zu tun
    Lass die Leute reden, bei Tag und auch bei Nacht
    Lass die Leute reden – das haben die immer schon gemacht

    Du hast doch sicherlich ne Bank überfallen
    Wie könntest du sonst deine Miete bezahlen? Und
    Du darfst nie mehr in die Vereinigten Staaten
    Denn du bist die Geliebte von Osama bin Laden

    Rasierst du täglich deinen Damenbart oder
    Hast du im Garten ein paar Leichen verscharrt?
    Die Nachbarn haben da so was angedeutet
    Also wunder dich nicht, wenn bald die Kripo bei dir läutet

    Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin
    Die meisten Leute haben ja gar nichts Böses im Sinn
    Es ist ihr eintöniges Leben, was sie quält
    Und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt

    Und wahrscheinlich ist ihnen das nicht mal peinlich
    Es fehlt ihnen jede Einsicht
    Und wieder mal zeigt sich: Sie sind kleinlich
    Unvermeidlich fremdenfeindlich

    Hast du gehört und sag mal, wusstest du schon? Nämlich
    Du verdienst dein Geld mit Prostitution
    Du sollst ja meistens vor dem Busbahnhof stehn
    Der Kollege eines Schwagers hat dich neulich gesehn

    Lass die Leute reden und lächle einfach mild
    Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild
    Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht
    Aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht

    Lass die Leute reden, denn wie das immer ist:
    Solang die Leute reden, machen sie nichts Schlimmeres
    Und ein wenig Heuchelei kannst du dir durchaus leisten
    Bleib höflich und sag nichts – das ärgert sie am meisten

    ICH DENKE DIESES LIED VON DEN ÄRZTEN SAGT EINFACH ALLES!!!!!! Also lass dich von sowas nicht ärgern!!

  8. Jennifer Beckers

    Ich finde es traurig das man sowas zuhören bekommt 🙁
    ich verstehe nicht warum man so gegen Pflege Mütter hetzen muss, ich finde die leisten einen großen Job . man nimmt ein fremdes kind auf und lässt es teil einer FAMILIE sein! es ist etwas, was vorher in dem Fall nicht bestanden hat. ..zumindest nicht so, wie man sich diese vorstellt.
    auch wenn es schwer ist, lass dich nicht unterkriegen. ..lg aus essen, die finden , das du deinen Job sehr gut machst 🙂

    • Ich verstehe nicht mal wie man überhaupt gegen Mütter – gegen Menschen – hetzen muss. Es macht einen nicht zu einem besseren Menschen wenn man andere versucht klein zu machen. Aber wir beide wissen, das haben schon ganz andere Menschen und Situationen versucht uns klein zu bekommen….

  9. da hat mir ja mal jemand von der Seele geschrieben ! Auch wenn ich nicht dieselbe Situation erlebt habe, ist man hier immer nur die Zugezogene, die sich oftmals rechtfertigen muss usw….!!! Bravo, Jessica, du sprichst mir aus der Seele !!Ich habe auch schon genug Dinge hier erlebt, nicht unterkriegen lassen, wir kennen eben mehr als nur den Tellerrand

    • Leider werden wir dieses Denken, diese Blindheit auch nicht ändern können – aber das Überleben kann ich nur mit dem Blick über den Tellerrand hinaus.

      Ich bewundere meinen Mann – ganz nach dem Motto der Schweiz befasst er sich nicht mal mit solch einem Kram. Er hat zwei Ohren und die können ganz viel einfach nicht hören… eine wundervolle Tugend….

  10. Hallo Liebes!

    Ich bin keine Zugezogene, ich bin so gar hier gebürtig in unsrer kleinen Dorfwelt. Und ich habe es gewagt, mich scheiden zu lassen, und nach der Scheidung noch mit wem ‚anderes‘ der nicht von hier ist Kinder zu bekommen.
    Ich war dann die faule S… die nicht arbeiten gehen will, und die Kinder nur bekommt des Geldes wegen. Früher hat das an mir genauso gekratzt wie an dir, aber irgendwann hab ich ein dickes Fell bekommen.
    Und ein paar Jahre später durfte ich dann verhalten aus dem Hintergrund zusehen, wie auch andere ach so perfekte Ehen zerbrachen, die Damen und Herren mit neuen Partnern auch nochmal Kinder bekamen, und plötzlich in der selben Situation waren wie ich.
    Und vor allem herrschen hier die Regeln:
    1. Solange sie über dich reden, bist du wenigstens interessant
    2. Heute reden sie über dich, morgen über die Nächsten

    Gib ihnen nicht die Genugtuung und lass dich verletzen, denn nur wenn man drüber steht und ihnen noch ins Gesicht lächelt, trifft man sie richtig 🙂

    Liebe Grüße Isa

    • Nach außen hin lächele ich auch immer freundlich. Es ist kein Lächeln aus dem Herzen, aber das brauche ich auch um mich davon nicht unterkriegen zu lassen. Ich lächele und schreite erhobenen Kopfes durch die Straßen…

  11. Kleiner Tipp von einer „im Dorf aufgewachsene“ und „in die große Stadt gezogene“: Schreien.
    In der Situation einfach aufspringen und schreien „Was ist dein Problem?“, was danach inhaltlich geschrieen wird is dabei total egal (Ob jetzt wirklich ernsthafte Inhalte oder einfach nur „Banane!“) – wer am lautesten ist gewinnt.

  12. Ach ja, der Dorfklatsch… Damit haben wir auch schon Erfahrungen gemacht. Wir sind letzten Sommer aus der Stadt wieder in meinen Heimatort gezogen. Werden kritisch beäugt, weil wir ein Kind haben, aber nicht verheiratet sind. Und nicht direkt in die Nachbarschaft eintreten wollten.
    Na ja, letztens hat dann die eine Nachbarin zur anderen gesagt, wir wären hochnäsig und unfreundlich. Mein Freund hatte es nämlich gewagt, den Sohn nicht zu grüßen. Er hatte ihn schlichtweg nicht gesehen und selbst wenn, vermutlich auch gar nicht erkannt. Den guten Mann sieht man nämlich äußerst selten. Aber natürlich sind wir hochnäsig und unfreundlich. Die andere Nachbarin hat uns dann zwar verteidigt aber ich denke, den Ruf haben wir weg. Ist uns aber, ehrlich gesagt, ziemlich egal.

    Sch… auf das Gewäsch, ihr wisst es besser und nur das zählt.

    Liebe Grüße.
    Eva

    • Aber wir könnt Ihr denn auch ein uneheliches Kind haben??
      Unsere Tochter war auch unehelich – wir haben erst später geheiratet. Doch das Pflegekind-Thema scheint brisanter zu sein als wir es jemals ahnten….

  13. Ich mag deinen Text, die ehrlichen, persönlichen Worte und ich könnte kotzen (entschuldige), wenn ich Geschichten über „solche Menschen“ höre. Sind die mit ihrem eigenen Leben so unzufrieden, dass sie sich Märchen ausdenken und sich die Mäuler zerreißen müssen? So wie es klingt, bist du ja (zum Glück) stark genug und kannst denen weiterhin entgegen treten. Ich glaube, ich würde denen mal gehörig meine Meinung sagen und denen den Spiegel vorhalten. Dann schauen die blöd aus der Wäsche… Ich reg mich gerade tierisch auf, tut mir Leid. Aber ich kann solche Menschen nicht verstehen, kann deren Denkweise nicht nachvollziehen. Und dir wünsch ich viel Kraft, dass du die alten Tratschtanten hinter dir lassen und dein Leben mit deiner tollen Familie in Ruhe weiterleben kannst!

  14. Hallo Jessi! Ich finde es so schade, dass man dafür verurteilt wird, wenn man etwas Gutes tut! Versuch dich nicht allzu sehr zu ärgern – ich weiß, das wird wohl nicht gehen – und mach einfach weiter wie bisher. Ihr macht das toll und das Wichtigste ist doch, dass ihr euch mit eurer Situation wohlfühlt! Solche Tratschweiber sind ja eigentlich die Aufmerksamkeit gar nicht wert, die man ihnen nach solchen Gesprächen schenkt! Liebe Grüße, Viola

  15. Als ich 5 Jahre alt war zogen meine Eltern auch mit uns Kindern aufs Land. Damals war unser Ort gerade mal 3000 Einwohner groß.
    Da ich noch sehr jung war, wuchs ich praktisch in die Dorfgemeinschaft herein, doch meine Mutter hat bis heute (35 Jahre später) noch immer damit zu kämpfen, eine Auswärtige zu sein. Sie hat zu Beginn versucht durch Sportvereine und Dorfgemeinschaftsaktivitäten Fuß zu fassen, doch sie wurde nie wirklich aufgenommen.
    Sie ging irgendwann nicht mehr im Dorf weg, sondern nur noch mit ihren alten Freundinnen aus der Stadt. Viele wussten daher nicht, dass sie meine Mutter ist und dadurch bekam ich so einiges mit, was eigentlich nicht für meine Ohren bestimmt war.
    Ich habe das meiner Mutter erzählt und sie ging zu den alten Tratschweibern hin und hat sie in der Öffentlichkeit zur Rede gestellt. Natürlich war all das was gesagt wurde, dann nicht mehr wahr. Aber daraus hat sich ein Kreis gebildet von anderen (die aus dem Ort kamen), die auch teilweise damit zu kämpfen hatten. Mit der Zeit hat meine Mutter so Freunde gefunden und die Tratschbasis an Einfluss verloren. Es stellte sich nämlich heraus und ich denke, das ist überall so, es war eine kleine Basis an Menschen die böse reden und nichts anderes tun, als über andere herzuziehen, der Rest war eigentlich ok.

    Ich weiss es ist schwer, doch lass dich durch diesen „kleinen“ Personsnkreis nicht so herunterziehen. Ist es denn im Grunde nicht egal, was diese Tratschweiber denken? Wichtig ist doch, dass eure Pflegekind weiss, wie ihr zu ihm steht.
    Und ganz ehrlich, wenn es so sehr an dir nagt, würde ich persönlich die entsprechende Person wirklich in der Öffentlichkeit zur Rede stellen. Lass einfach das raus, was dir innerlich weh tut und mach deiner Seele Luft. Auch wenn die entsprechende Person vielleicht nicht umdenkt, so wird es dir persönlich bestimmt helfen.

    Das war nun ein sehr langer Kommentar von mir, die hier nich nie kommentierte, doch dein Post sprach mich so an, dass ich einfach was sagen musste. Lass dich nicht unterkriegen und weiterhin ganz viel Kraft.
    LG
    Sandra

  16. Diese Sprüche sind nett und toll, aber am Ende ist es trotzdem schwer. Mich hat Dorftratsch auch schlimm getroffen. Ich komme aus einem wirklichen minnidorf (30 Häuser).
    Da wir aber erst während der Teenagerzeit dort hinzogen war es eh schwierig anzukommen, eine „Jugend“ gab es nicht. In meine neue Schulklasse ging dann aber ein Mädl das auch just in diesem Jahr neu ins Dorf zog, wir wurden Freunde.
    Nun also wurde man älter, zog aus. Ich habe das nie dort erzählt, einzig meine wirklich gute Freundin wusste bescheid. Die Jahre gingen dahin, zw. mir und meinem Vater eskalierte der Streit, da von seiner Seite keinerlei „Einsicht“ oder Verständnis kam. Just in dem Jahr, wo ich ihn mit meinen Vorwürfen konfronitere und es also erstmal endgültig unheimlich schwierig wird, heiratet die besagte Freundin. Sie lädt mich ein. Die Hochzeit soll im Dorf stattfinden. Ich überlege, rede mit ihr am Telefon vertraulich (versteht sich) darüber, dass ich mir aktuell nicht vorstellen kann bei meinen Eltern zu übernachten. Wir spielen Möglichkeiten durch, ob ich doch kommen kann, ich sage dann doch ab, weil ich das am Ende zu blöd finde und für meine Eltern am Ende doch zu peinlich.
    Niemand wüsste davon, wenn nicht die Brauteltern auf der Hochzeit laut! zu meinen Eltern gesagt hätten, dass ich ja lieber bei den Brauteltern übernachtet hätte, als bei ihnen und deswegen nicht gekommen bin.

    Das war Dorftratsch der zw. mich und meine Eltern verständlich einen noch größeren Graben gezogen hatte. Und das Ausgangsproblem war nun nix so schlimmes, dass eine Versöhnung unmöglich wäre.

    Es wird! Ich würde offen mit der Sache umgehen, die Betreffende vll ansprechen und fragen wieso sie das denkt ect. 🙂 lg!

  17. Hallo,
    vielen dank für diesen Beitrag.Ich dachte ich lese meine eigene Geschicht.Auch wir leben in einem kleinen Dorf,sind von der Großstadt hier aufs Dorf gezogen.Und wir haben 2 Pflegekinder,die wir über alles lieben.Doch sogenante Traschweiber,die es in jedem Dorf gibt,machen uns das Leben schwer.Wir werden begafft als wenn wir Außerirdische sind.Man ist neugierig,wieviel man wohl verdient.Es wird einem unterstellt das man das nur des Geldes wegen macht.Man wird ausgegrenzt es wird getuschelt.
    Ja kehrt vor eurer eigenen Tür und lasst uns einfach leben.
    LG
    Nicole

  18. Guten Morgen,

    habe eben deinen Brief gelesen, er spricht mir aus dem Herzen. Wir sind auch Pflegefamilie und kennen solche Vorwürfe, obwogl wir in einer Stadt wohnen… Es tut weh, auch stellvertretend für unsere noch kleinen Pfkegekinder. Meist hören wir sowas aber auch eher hintenrum – in passende Antwort brauchte ich daher noch nicht, doch ein „Lasst uns in Ruhe“ gehört definitiv auch dazu!

    Aber was ich weiß, ist, dass Pflegefamilien mit sehr vielen Widrigkeiten klarzukommen lernen – die Tratschweiber werden dazu zählen!

    Alles Gute!

  19. Meine liebe Jessi, ich drück dich ganz fest und hoffe, dass du dir diese Worte nicht zu sehr zu Herzen nimmst. Ich weiß, das sagt sich leichter als es ist. Aber du bist eine tolle Mama, für BEIDE Konder, und du hast alles richtig gemacht! Ich musste aus dem Dorf wegziehen, wieder zurück nach Hause in die Großstadt, weil genau das, was du beschreibst, für mich nicht mehr zu ertragen gewesen ist. Da ging es nur darum, ob auch ja die Fenster geputzt waren und, warum man sich nach der Schwangerschaft so gehen lassen würde und noch nicht wieder sein altes Gewicht hätte… Du siehst – das gibt es überall! Bleib stark und kämpfe weiter für deine Familie, sie hat es verdient! Liebe Grüße, Vivi

    • Oh über Fenster sind wir hier ja hinaus. Erst waren es die dauernden Fragen warum und wann das zweite Kind kommt und nun ist es dieses… ich glaibe ich biete einfach eine Angriffsfläche und ich hoffe einfach, dass mein Fell dicker werden wird. Das ich an meinen Aufgaben wachse und ich irgendwann grinsend Stellung in diesen Momenten nehmen kann…. leider scheint dies ein Lernprozess zu sein….
      Vivi, ich danke Dir für Deine Worte – es bedeutet viel gerade weil Du auch so eine tolle Mama bist!!!!!!! :-*

  20. Hallo,
    Ich bin über diesen Artikel gestolpert und muss schon sagen, das ist ja unglaublich. Mitfühlend habe ich den Artikel gelesen, eigentlich Resistenz gegen getratsche. Die Betonung liegt hier auf eigentlich.
    Vorallem dem Pflegekind gegenüber finde ich diese Worte unmöglich, in welche Situation dies durch solch eine Story geraten kann. Da kann man nur hoffen, das mal jemand selbst über diesen Blog stolpert und sich vielleicht vor sich selbst erschreckt.
    Aber wenn es tröstet, es geht noch mehr. Wir hatten ein Erlebnis, was unsere Empfindungen wirklich gesprengt hat. Mein Mann, ehemaliges Vorstandsmitglied einer kleinen freien Schule, wurde “ raus getratscht“ bis zur Aufforderung des Rücktritts, weil er seine entscheidene Stimme nicht für die Schultratsche und die Idee diese für die Schulleitung zu bestellen, gegeben hat. Das er seinen Job mehr als gut gemacht hat, hat keinen interessiert. niemand, wirklich niemand hat bei ihm persönlich nachgefragt, obwohl er das Ganze öffentlich klar gestellt hat. Und das ist, man kann schon sagen gefährliche, welche Kraft und Auswirkungen der Tratsch haben kann, wenn mit den Menschen die Phantasie durch geht.
    Ich hoffe das es keine negativen Auswirkungen für das Pflegekind geben wird.
    Alles Gute und immer die „Ärzte“ im Hinterkopf behalten!
    Elke

    interessiert an noch mehr Tratsch? Ich würde mich über einen Beuch auf meinem o.g. Blog freuen.hier geht es auch um Tratsch ; ) Allerdings ist er vermutlich erst in ca. 4 Wochen aktiv.

  21. Hallo Jessica,

    nun bin ich schon zum zweiten Mal über deinen Blog gestolpert…
    Ich wohne seit Jahren schon auf dem Dorf und habe immer nur kurze Zeit in der Stadt gelebt, meine Mutter sagte immer zu mir, ich hätte schon als kleines Kind immer über alle Leute bescheid gewusst, anscheinend weiß ich also, wie Dorfklatsch funkioniert 😉
    Ich selbst versuche meist herauszufinden, warum die Leute so denken. Du bist neu, du bringst Fremdes in das wohlgeordnete Dorfleben, du tust etwas, was andere nicht verstehen und was ihr Vorstellungsvermögen übersteigt. Wie kannst du sie entwaffnen? Am besten wäre wahrscheinlich, sich ein wenig zu öffnen, zu reden, aber damit gehst du das Risiko ein, vielleicht noch stärker verletzt zu werden. Ich kenne dich nicht, weiß nicht, wie sozial du nun in deinem Dorf eingebunden bist, wie viele Freunde du schon gefunden hast, ich weiß, dass es nicht leicht ist, aber gerade Mütter mit Kindern schaffen das meist, Gespräche zu finden, sich auf einen Kaffee einzuladen. Ich war noch nie so integriert ins Dorfleben, wie derzeit 🙂

    Zu deiner Situation, mein erster Gedanke wäre, in so einer Situation braucht man Schlagfertigkeit. Leider ist Schlagfertigkeit so ein Ding, dass mir erst Stunden später einfällt, wenn ich wieder klar denken kann und die Wut verraucht ist.
    Denn mit Schlagfertigkeit wärst du in die Runde gegangen und hättest gesagt: Ja, ich verstehe nicht, warum so wenige Menschen ein Pflegekind haben, es ist unglaublich, was man damit verdienen kann. Und man hat kaum Aufwand damit… und damit wärst du wahrscheinlich ins Gespräch gekommen.
    Oder aber in der Situation leise hinzustellen und fragen, glaubt ihr wirklich, dass man mit Kindern Geld verdienen kann? Wie ist denn eure Erfahrung, reicht das Kindergeld, um reich zu werden?
    Das Gespräch auf dem Dorf ist das A und O, meiner Meinung nach. Das Unbekannte soll kein Schreckgespenst mehr sein und das schafft man nur, indem man das Unbekannte bekannt macht!
    Also, hinfallen, aufstehen, Krone richten und weiterreden 😉

    Du schaffst das!

    Viel Glück
    Daniela

    • Liebe Daniela,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Da Du mich nicht kennst, kann ich Dir nur aus meiner Sicht sagen, dass mit dem integrieren hab ich versucht – das ist gar nicht so einfach. Ich hab es versucht, doch zwischen Scheitern und auf die Nase fallen war der Grad immer schmal. Manchmal fehlt mir mittlerweile auch der Mut – und doch versuche ich es immer wieder und werde auch nicht aufgeben, denn ich glaube einfach an das Gute in den Menschen. Irgendwo hat sich da jemand versteckt mit dem das klappen könnte.
      Denn es gibt natürlich auch andere Menschen hier und ich bin auf der Suche nach ihnen.

      Ich war immer offen mit dem Thema – habe erzählt wenn man mich fragte, also denke ich das es nicht allein daran liegen kann.

      Und ja, ein Gespräch in diesem Moment wäre sicherlich das richtige gewesen – ja das sehe ich genau so, doch ich hab mich kaum rühren können. Es zermartert mich selber das ich in diesem Moment nicht den Mut hatte, das ärgert mich wirklich wirklich sehr. Denn leider bin ich nicht immer perfekt. Aber ich werde es mir noch mehr zu Herzen nehmen – nur ist hier auch wieder der Grad schmal – sich nicht noch angreifbarer zu machen….

      Aber aufgestanden bin ich – ich gehe jeden Tag mit erhobenem Haupt und lächelnd durch das Dorf in der Hoffnung das die Menschen sehen das ich eine ganz normale Mutter bin. Ein Mensch der seine Kinder liebt, egal wo er her kommt, ob hier im Dorf geboren oder aus der Stadt her gezogen.
      Daniela, ich danke Dir für Deinen tollen Kommentar!!

      Liebste Grüße
      JesSi Ca

  22. Liebe Jessi!
    Ich lese zum ersten mal in deinem Blog und muss dir was da lassen, da auch ich mich von der echten Großstadt aufs Land getraut habe und die selben Erfahrungen mache. Zwar nicht in dieser Härte, aber es kommt mir so bekannt vor und überrascht mich nicht, leider 🙁 Ich finde es ganz großartig, dass ihr einem Kind ein Zuhause geben möchtet!
    Diese Tratscherei macht mich manchmal ebenso ohnmächtig, dass ich erstmal gar nichts sagen kann und damit zu tun habe, zu verstehen, dass es so passiert. Meiner Meinung nach, sind einige Köpfe auf dem Land so wenig bewandert und noch so altmodisch, dass es für mich manchmal nicht auszuhalten ist und ich dann in die Stadt flüchte, was ich Gott sei dank kann mit Kind und Kegel, um unter meines Gleichen zu sein. Das ist traurig, dass es sich so anfühlt, aber es ist leider so. Natürlich sind nicht alle hier so und im Grunde könnte es mir auch egal sein, aber wenn die Existenz davon anhängt, bzw ein Einkommen und Menschen dem Tratsch glauben, wird es schon schwierig. Aber ich mache weiter und bin so wie ich bin (und das ist nicht auffällig anders, nur ist mein Denken wohl offener). Alles Liebe von einer mitfühlenden Mama

    • Wegziehen ist auch keine Option. Wir haben hier unser Zuhause gebaut und mein Mann seine Firma hier.
      Diese Ohnmacht ist einfach kaum auszuhalten. Viel effektiver wäre es gewesen sich zu ihnen zu drehen und was zu sagen. Schon egal was, Hauptsache irgendwas aber da war sie diese Ohnmacht.

      Auch Euch alles Liebe
      JesSi Ca

  23. Ach Mensch, Jessica,

    lass dich nicht ärgern. Dreh den Spieß um! Ich bin jetzt dreimal jeweils in ein Dorf umgezogen (in meinem Leben, nicht in den letzten 5 Jahren…). Ich hab Tiere, ein uneheliches Kind, ein uraltes Haus, ein Studium und keinen Bock, die Fassade für die Nachbarn zu tünchen statt echte Arbeit anzugehen.
    Das bringt hier auch gern mal dummes Gelaber, aber es hört auf, wenn ich direkt auf die Leute zugehe.
    Auch wenn ich dabei gerne die Keule nehmen würde (oder die Axt, mein bestimmt bald Amok laufender Mann geht Axtwerfen), halte ich mich an die gute alte Dreierregel – und es hilft!
    Mir, die Fassung zu bewahren und keine Straftat zu begehen und den Tratschweibern, sich mal zu äussern. Und ganz oft kommt dann entweder ne Entschuldigung oder man kann mal vernünftig über bestimmte Themen reden.

    1.) Formuliere, was der andere gemacht hat
    „Du hast gerade gesagt…“
    2.) Erkläre, was du dabei fühlst
    „Das verletzt mich und ich bin stinkwütend!“
    3.) Sag, was du willst!
    „Hör auf, so einen unbegründeten Quatsch zu erzählen, von dem du grad so viel Ahnung hast wie das Rind hinten auf der Weide!“ (Ok, kann man diplomatischer formulieren)

    Zumindest das Gerede hört auf, denn die Konfrontation mag keiner gern! Und ich denk mir immer: „Das ist nicht mein Magengeschwür! Das kriegst du wieder.“
    Und manchmal hat man dann auch so nette Erlebnisse wie ich letztens, als ein älterer Herr anhielt und mir gratuliert hat. „Da haben ses ja meiner Ollen gezeigt. Die war in 50 Jahren noch nie so sprachlos! Weiter so, Mädchen, lass dich nicht ärgern!“ 😉

    Es geht also. Und du kannst dich gut wehren. Dann hört auch die Ohnmacht auf! Und das ist das Wichtigste! Wehr dich und du bist kein Tratschopfer mehr. Und du hast das Recht dich zu wehren – die Weiber rechnen ja auch damit und machen nur weiter, weil sie keinen Dämpfer kriegen.
    Und ganz ehrlich, mir fällt das auch nicht leicht! Ich seh vor Adrenalin nur noch verschwommen, werd knallrot und die Stimme geht hoch. 😀 Ist aber besser, als tagelang damit zu kämpfen. Die Energie steckst du lieber in deine Familie.

    So, und nu fühl dich mal unbekannterweise gedrückt! Du schaffst das, denn du bist eine starke Frau mit einer tollen Familie im Rücken und bestimmt auch ganz tollen Freunden!

    Liebe Grüße
    Alex

    • Liebe Alex,
      das scheint mir ein sehr guter Weg zu sein, ich werde mir Deine Worte zu Herzen nehmen und versuchen daran zu denken.
      Allerdings ist es auch nicht immer einfach nur für sich zu leben. Ich sehe die Kleine die mit Kindern spielen möchte, unser Grundstück ist wahnsinnig offen (noch, denn ich hab mich nun endlich durchgesetzt und meinen Mann zu einer Hecke bekommen, aber das dauert ja auch nen Bissel bis die wächst, aber uns kann jeder auf den Teller gucken wenn ich auf der einen Terrasse sitze).
      Aber Wegziehen ist eben auch keine Option für uns. Wir haben gebaut, eine Firma hier und ich möchte das meine kleine Tochter ihr Umfeld behalten kann.

      Aber ich danke Dir sehr für diesen Kommentar liebe Alex, ich werde diese Worte mitnehmen und vielleicht kann ich dann beim nächsten Mal die Ohnmacht besiegen – gestärkt durch Euch alle!!

      Danke!!!!!!

      • 😀 Hier ist auch viel offen und man kann uns auf die Teller gucken. Bis die Hecke groß ist, setze ich rankende Blumen und Sonnenblumen zwischen Hecke und Zaun 😀 Die wachsen schön hoch und viel schneller als die Hecke. 😉

        an unserem Kind lässt es zum Glück keiner aus, das wäre auch fatal. Dann erlebt Madame nämlich live, was ich von Mobbing, Sippenhaft usw halte.

        Trau dich! Ich hab auch lange blöde Sprüche geschluckt und mich nicht gewehrt. Das ist ein Angang. Und es lohnt sich!

        Wobei mir einfällt, ne Freundin ist vor drei Jahren auch aufs Dorf gezogen und hat jetzt ein Schild am Zaun: „geführte Hausbesichtigungen immer dienstags und donnerstags von 13-14 Uhr. Kaffee und Kuchen gegen eine kleine Spende, Eintritt frei!“ 😀

  24. Liebe JesSi,

    ich kann sehr gut nachvollziehen wie Du Dich fühlst.
    Wir sind vor 6 Jahren aufs Dorf gezogen und auch mir zieht es immer wieder die Schuhe aus, wenn ihr höre was geredet wird. Allgemein und über uns, besonders über meinen Kleinen.
    Man kann sich ein noch so dickes Fell zulegen, wenn es um die Kinder geht, um die eigene Familie, ist man zutiefst verletzt. Und möchte am liebsten die Krallen ausfahren. Oder man sitzt zu Hause uns weint.
    Die Leute lästern, tratschen und reden um sich selbst wichtiger zu machen als sie es sind. Das sie dies aber auf dem Rücken von Kindern austragen, daran denken die wenigsten!
    Ich wünsche Dir (und mir:)) viel Kraft einfach wegzuhören und die richtigen Menschen die einen immer wieder aufbauen. Mein Mann sagt zu mir: „Wir, als Familie, wir halten zusammen und uns sollte egal sein was draussen ist!“ Danach versuche ich zu leben.
    Wegziehen ist keine Lösung, weil die Vorteile, das relativ freie Leben der Kinder, die Natur usw. natürlich auch enorme Vorteile bietet.
    Liebe Grüße
    Julia

    • Ich hoffe so sehr das jeder Vorfall – und hoffen wir einfach das es immer weniger werden – uns stärkt.
      Aufgeben ist eh keine Option – für uns nicht allein. Auch schon für unsere Kinder.

  25. Hallihallo 🙂 Ich hoffe, dir gehts inzwischen seelisch wieder bissel besser. Nimm dir einen Kaffee, setz dich gemütlich hin, klopfe dir auf die Schulter und sag dir, dass es toll ist, dass du eine Pflegemutti bist (und das meine ich genau so) Wir haben zu unsren Kids auch ein misshandeltes Baby als Dauerpflegekind aufgenommen. Wenn ich in unserem Dorf die dummen Sprüche über Geld höre, sage ich die „Summen“ die wir vom Landratsamt erhalten, d.h. ich erzähle, dass wir 250€ monatlich Aufwandsentschädigung plus Essens- und Kleidungssatz bekommen, dazu noch gekürztes Kindergeld (weil es ja sooo schlimm wäre für das Kind nochmal einen Essenssatz zu zahlen) und dann frage ich, ob mein Gegenüber gewillt wäre 7 Tage die Woche, 24h zu arbeiten für 250€im Monat Meist sind sie dann ganz, ganz still…..

    • Ich weiß auch nicht was die Menschen denken was man dafür bekommt und was da wirklich übrig bleibt. Was man leistet und das wie Du sagst 7/24 – da stehen irgendwie nichts in Relation.
      Ich will ja kein besondere Lob, aber dafür niedergemacht werden möchte auch keiner.

    • Ach, streich das mal, es war nicht gut ausgedrückt.

      Was da abgeht ist Mist.
      Es ist kindlich, kliienlich und lächerlich.

      Du bist es nicht. Du bist besser.
      Besser als die Leute die so was sagen müssen.
      Besser als der Ärger.
      Besser als Du weißt.

  26. Liebe Jessi,

    ich fühle mit Dir! Es wird nicht wirklich MIT einem geredet, sondern lieber ÜBER einen 😉 Wie Du Dir sicher denken kannst – ich lebe ebenfalls auf dem Dorf…
    Hab mir mal ne Tratschtante persönlich geschnappt und angesprochen, tat mir echt gut 😉
    Lass Dich nicht ärgern, die haben selbst meist nur einen sehr hohen Neidfaktor und ein langweiliges Leben.
    Ich mach mir demnächst den Spruch an die Tür:
    Wer nichts Gutes von uns spricht betrete unser Grundstück nicht.
    Denn jeder hat in seinem Leben auf sich selber Acht zu geben!

    In diesem Sinne wünsche ich Dir alles liebe von Land-Ei zu Land-Ei 😉

  27. Liebe Jessi,

    ich verstehe deine Wut nur zu gut.
    Darüber, aus wie vielen Gründen dieser Kommentar furchtbar gehässig, unpassend, beleidigend, unverschämt und verwerflich war, möchte ich mich gar nicht im Detail auslassen, das weisst du (und deine LeserInnen) glücklicherweise selbst.
    Auch ich habe viel Jahre im Dorf gewohnt und einiges an Gehässigkeiten gegenüber anderen und mir selbst erfahren. Da ich immer sehr schlank war, wurde mir sogar eine Essstörung nachgesagt und auf dem Spielplatz getratscht, ich würde meiner Tochter zu Hause nicht ausreichend Essen anbieten. Wer mich und meine Liebe zum Esse kennt, weiss um die Absurdität 🙂
    Versuche um deiner selbst Willen, den Kontakt zu solchen Menschen so weit möglich zu meiden. Egal, wie gut man sich mit denen stellt, hintenrum wird immer über jeden gelästert. Das hast du überhaupt nicht nötig und es zieht dich nur runter. Auch wenn das soziale Netz im direkten Umfeld dadurch deutlich kleiner wird, dafür ist es umso wertvoller, wenn es nur aus Menschen besteht, denen du vertrauen kannst.
    Fühl dich gedrückt!

  28. Hallo Jessi,

    dein Artikel hat mich doch heute mal aufmerksam werden lassen.

    Schon deine Überschrift hat mich hellhörig werden lassen..

    dein Text hat es dann bestätigt.

    Ich kenne das auch. Ich wohne auch in einem kleinen Dorf. Hier wird auch gerne über alles und jeden negativ geredet. Ich habe schon oft das Gefühl gehabt, dass viele hier gar nicht mehr positiv denken wollen.

    Aber bei allem, was über mich und meine Familie dann erzählt wurde, kam bisher oft heraus, dass es eine gute Sache für uns war.

    Denn alles Negative kann zu etwas positiven führen.

    Du für dich weißt dadurch z.B., dass du einfach nicht so sein möchtest und nicht immer nur das Schlechte im Menschen suchen willst. Das ist für dich, aus meiner Sicht, doch wesentlich mehr Wert, als das negative Gerede der Leute für sie.

    Lieber Gruß
    Nuriyya 🙂

  29. Hallo,
    ich habe deinen Brief schon vor einiger Zeit gelesen. Nun bin ich wieder darauf gestoßen.

    Wir sind im Herbst letzten Jahres in meine Heimatstadt gezogen. Unser Großer (wird bald 4 Jahre alt) ist ein Pflegekind und kam als Baby zu uns. Er wird bei uns bleiben. Kurz nach unserem Umzug kam unser 2. Sohn zu Welt (leibliches Kind).

    Anscheinend ist das Thema Pflegekind für viele etwas, über das gerne hergezogen wird. Ich hätte das vorher nicht gedacht.
    Was mich aber mehr aufregt, die Leute wollen mir sagen, wie ich fühle. Immer wieder bekommen ich zu hören, dass ein leibliches Kind besser und schöner sei. Ich weiß noch auf einer Party wurden wir so vorgestellt: „ Das sind…. und…. und das ist ihr nicht leiblicher Sohn…. Hallo?
    Eine frühere Freundin kam mich nach der Geburt unsers Zwergis im Krankenhaus besuchen und meinte: ein leibliches Kind ist viel besser, die Gefühle viel stärker und Bindung viel enger.

    So, Zwergi ist jetzt 8 Monate alt. Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, dass ich beide Kinder liebe. Ich liebe keinen mehr oder weniger als den anderen. Ich habe zu beiden eine enge Bindung und würde für beide durchs Feuer gehen!! Nur weil einer der beiden nicht aus meinem Bauch kommt, ist er nicht weniger als Wert als der andere.

    Das Ganze hat vielleicht nicht unbedingt mit Lästern zu tun aber es macht mich langsam sauer.

    Sprüche kamen immer wieder seid wir uns entschieden haben Pflegeeltern zu werden. Sowas wie: „Macht das nicht, die Kinder haben alle einen an der Klatsche“
    Der Höhepunkt war, dass die Kindergärten in der alten Stadt , ihn nicht aufnehmen wollten. Wir bekamen immer wieder zu hören: „Er ist ein Pflegekind, da müssen wir erst mal schauen.“

    Lange Zeit ging es an einem Ohr rein, am anderen wieder raus. Aber mittlerweile regt es mich einfach auf. Die Leute scheinen nicht über ihren emotionalen Tellerrand hinausschauen zu können.

    Vielleicht gehört das jetzt nicht ganz hier her aber es staut sich auf. Vielleicht, weil mir hier genau die Freundin fehlt, mit der ich mich kurzfristig zum Kaffee treffen und auskotzen konnte. 🙂

    Liebe Güße

    • Ich freue mich sehr über diesen Kommentar – und wenn es mal ausführlicher raus muss, dann meld Dich gerne per EMail bei mir, dann schaffe ich Dir gerne hier einen Platz – es hilft nämlich sehr es einfach mal raus zu brüllen – schreiben…. wirklich!!!

      Bald wird es mehr zu Thema Pflegekind hier geben, Deine Sicht mit dem Kind von Anfang an würde mich wahnsinnig interessieren – meiner kam ja mit bereits 15 Jahren zu mir….

      Ich drück Dich und freue mich, wenn DU Dich meldest!!
      JesSi Ca

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  32. Kenne ich. Als Kind wurden wir in einem katholischen Dorf sehr ausgegrenzt, weil reformiert und geschieden – das tut man nicht! Meine Mutter hat viel versucht und es irgendwann aufgegeben, sich Freunde in anderen Dörfern gesucht wo man ein bisschen grösser dachte. Eigentlich schade, wenn sich so eine Dorfgemeinschaft gegen einen verschwört, weil sie so selber sich neues versagen. Irgendwie kommt es meist zum, die Richtigen Personen kennen zu lernen, um in so eine Dorfgemeinschaft reinzukommen. Wenn man sich nur mit den Aussenseitern trifft bleibt man selber an der Peripherie. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Ich wünsche dir Mut immer wieder anzufangen, auf Leute zuzugehen, und ein schlechtes Gedächtnis das diese Kränkung vergessen kann. Unbekannt liebe Grüsse

  33. Auch ich kenne das Dorfgeratsche sehr gut und wenn ich ehrlich bin, manchmal bin ich auch selbst daran beteiligt.

    Das, was du da erlebt hast, ist natürlich allerunterste Schublade und einfach niederträchtig. Völlig indiskutabel.

    Das Gequatsche hat vor allem zwei Beweggründe: Langeweile (nachvollziehbar) und Neid. Und letzteren muss man sich auf dem Dorf hart erarbeiten.
    Du hast es also gut. Dir ist bestimmt nicht langweilig und du bist beneidenswert.

    Und natürlich wäre es grandios, wenn du die Lästertante mal mit ner sehr teuren Flasche Wein oder nem schicken Schuhkarton in der Hand treffen würdest. Nur um ihr verschwörerisch zuzuraunen: „Kann ich mir leisten – vom Pflegegeld!“

    • Liebste Birgit, you made my Day!!!

      Weißt DU ich glaube jeder redet manchmal über jemanden andren – da ist niemand heilig. Aber gerade da wo ein eh so verwundbarer Punkt ist, dachte ich auf mehr „mir doch egal“ wenn schon kein Verständnis zu treffen.
      Ja die Langeweile glaube ich ist ein großer Faktor und das mit dem Spruch, das sollte ich mir merken *lach* leider war ich in dem Moment null taff. Einfach nur zu Tode verletzt….

      Aber: Super Idee!!!!!!!!!

  34. Ich würde ja liebend gerne schreiben „Unfassbar“ aber es ist nicht unfassbar für mich. Ich kann eigentlich nur stumm nicken.
    Ich komme selber aus einem 4000-Seelen-Dorf und ich weiß was für absurde Theorien da manchmal zusammen kommen, was für beleidigende Vermutungen, Gerüchte oder Meinungen hinter vorgehaltener Hand im Grüppchen getuschelt werden!
    Und du kannst dir nicht vorstellen was hier getuschelt und vermutet wurde, als meine Mutter eines Tages einen Nervenzusammenbruch hatte, einen Abschiedsbrief schrieb und abgehauen war um sich das Leben zu nehmen. Ich war damals 17.. ich rief die Polizei und rede draußen vorm Haus mit denen.. einfach schon aus dem Grund weil ich in der Situation nicht drinnen sein konnte. Ich brauchte die frische Luft und das fehlen von Wänden, denn ich wäre sonst an selbigen hoch gegangen, hätte um mich geschrien vor wilder Panik und Hilflosigkeit. Und danach wäre ich wahrscheinlich zusammengeklappt.
    Das erste was danach kam war, dass meine Oma mich anblaffte wie ich so was denn nur tun könne „WAS DENKEN DENN DIE GANZEN NACHBARN JETZT???“ – meine Antwort war „Das ist mir scheißegal was die denken!“
    Die Polizei hat eh bei allen Nachbarn geklingelt und sie befragt. Es waren Suchhunde unterwegs. Also dass was nicht stimmt wussten eh alle, egal ob ich die Polizei verstohlen ins Haus gelotst hätte oder nicht.
    Es geht ihr übrigens gut, heute sagt sie, sie würde so etwas nie wieder tun. Vorher hole sie sich rechtzeitig Hilfe.
    Damals, in den Tagen danach traute sich keiner mal nachzufragen oder mich direkt anzusprechen. Lieber wurde getuschelt und vermutet. Da kamen die wildesten Theorien zusammen. Ich geh darauf jetzt aber nicht näher ein. Das ist so lange her und ich habe damit eigentlich abgeschlossen. Bin auch weit weg gezogen mittlerweile.

    Mal was, worüber man eher schmunzeln kann: Neulich schrieb mich meine Cousine an, ob meine Mutter umgezogen wäre. WTF?! Ich fragte wie sie darauf kommt, denn als ich das letzte Mal mit ihr telefoniert habe, wohnte die sehr wohl noch im Haus 😀
    Sie meinte neulich wären Kunden bei ihr gewesen die sagten an unserer Adresse brenne Abends kein Licht. Und ihre Schwester hätte vor kurzem eine Rechnung an eine Frau X.X. in der Stadt geschickt.
    So kommen Gerüchte auf.
    Meine Mutter hat einen Allerweltsnamen – alleine der Nachname ist der häufigste in Deutschland. Und Licht sieht man nicht, weil sie gewohnheitsmäßig Abends die Rolläden runter macht. 😂
    Als ich das meiner Mutter erzählt habe, hat sie herrlichst gelacht.

    Auch schön war mal wie man mich mit 21 bei Babywalz beim Abholen eines Kinderwagens gesehen hat und sofort rumtratschte ich wäre Schwanger. „Die Schwägerin von XY hat dich in der Stadt gesehen“ – ja schön. Hätte mich die Schwägerin von XY nicht einfach mal ansprechen können? Wären die dämlichen Gerüchte gar nicht erst entstanden 🙈 Das war das Geschenk an meine Freundin, ich bin die Patentante ihrer Tochter.

    Menschliche Abgründe in der Stadt habe ich auch schon erlebt, leider. Aber nicht in der Form wie auf dem Dorf.

    Allgemein kann man es nur mit den Ärzten halten: „Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin, die meisten Leute haben ja nichts besseres im Sinn. Es ist ihr eintöniges Leben was sie quält und der Tag wird interessanter wenn man Märchen erzählt!“ („Lasse redn“ – Die Ärzte)

    • Wow, ich danke Dir für diese erst sehr harte Geschichte und die fast lustigen dann hinterher. Ich hab es mir echt nicht so vorgestellt und nun lerne ich damit zu leben. Wäre das Haus nicht, ich würde wieder weg ziehen… aber wer weiß was kommen wird. Momentan haben wir uns für PopozusammenreißenunddieFraustehen entschieden, denn mein Mann… hach der arme. der muss ja immer arbeiten…. Du verstehst….

      Und ja, er arbeitet immer, aber ich eben auch 😉

  35. Hallo Liebe Jessi

    Ich verstehe dich so gut! Ich komme aus einer Kleinstadt und mein Vater war Alkoholiker und hinterließ so seine Spuren…

    Als er starb, saß ich beim Arzt und hörte 2 ältere Frauen „der alte XY ist tot. Ist ja auch für alle besser. Hat sich tot gesoffen. Hatte wohl auch ne andere Frau. Kein Wunder bei der Ehefrau…“ das ging so weiter. Erst war ich geschockt und wollte gehen, dann habe ich bis zum Ende zugehört und mich vorgestellt. Den Blick vergesse ich nicht.

    Da war ich 22 und eigentlich ziemlich fertig.

    Lass sie reden! Und lass dich nicht beirren.

    Liebe Grüße
    Britta

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