Die Lüge vom Weihnachtsmann {Blogparade}

Von Traditionen, Lügen, Weihnachtsmännern und Christkindern

Ahhhr – irgendwann sollten die Katarina und ich darüber nachdenken, die Blogs gemeinsam zu schmeißen, denn wie so oft hatte ich einen Gedanken und dann schreibt sie einfach schneller darüber – sie ist einfach strukturierter – jawohl, dass muss ich dann wohl so halb neidlos anerkennen. Aber an der Blogparade „Die Lüge vom Weihnachtsmann“ der lieben Nesa wollte ich eh teilnehmen, durch Katarinas Artikel dazu kann ich nun nur noch halbviel neues dazu beitragen, denn sie spricht mir auf ihre Art aus der Seele – also hab ich einfach mal alles über den Haufen geschmissen und alles neu durchdacht – ne, eigentlich hab ich das nicht, eigentlich hat hier mein Herz geschrieben.

Ihr kennt ja meine ganz spezielle Nachbarin. Die mit dem kleinen süßen Jungen, die aber der Meinung ist, mich erziehen zu wollen. Und wie gesagt finde ich ja auch spannend, wenn Menschen verschiedene Ansichten haben und bin daher sehr offen dafür. Aber auch ich hab meine Grenzen.

Die beiden erzählen ihrem Jungen z.B. das unter jedem Weihnachtsmannkostüm ein verkleideter Papa, Onkel oder sonst ein Mann ist. Das der Weihnachtsmann eben nur gespielt wird. Sie möchten dem Jungen einfach die „Enttäuschung“ ersparen, die er haben würde, wenn sie ihm Jahre lang eine Lüge erzählt haben würden….

Nun kennt Ihr unsere Diskrepanzen und uns geht es allen einfach besser, wenn wir uns weitestgehend aus dem Weg gehen, doch nicht nur durch das Aufkommen dieser Blogparade machte ich mir schon oft Gedanken darüber, wie ich damit umgehen möchte und werde, wenn der kleine Mann der Motte mal vor den Kopf knallen würde, dass der Weihnachtsmann nur eine Erfindung ist.

 

Die Lüge oder doch die Tradition vom Weihnachtsmann?!

Ich weiß gar nicht wie ich es nennen möchte – ja es ist nicht die Wahrheit, aber ist der Grad zwischen Wahrheit und Lüge so schmal das dazwischen kein Platz für Traditionen und den Zauber der Weihnacht bleibt??

Damals und heute

Bei uns gibt es den Weihnachtsmann und das Christkind. Beide teilen sich den Job, weil es so viele Kinder auf der Welt gibt. In meiner Kindheit kam das Christkind. Aus zwei Gründen. Zum einen war das in unserer Gegend so und hat auch mehr mit Religion zu tun, da Jesu-Geburt und Christkind für uns im Religionsunterricht (ja, ich war auf einer katholischen Grundschule und auch in dem dazugehörigem Kindergarten) und zum anderen weil ich regelrechte Panik vor dem Mann mit der weißen Robe hatte. Der bzw. sein Vertreter in der Fußgängerzone schenkte mir nämlich mal ein Bonbon, das blieb mir im Halse stecken und er rettete mich indem er mich an den Beinen hochhielt und mir kräftig auf den Rücken „klopfte“. In meiner kindlichen Wahrnehmung riss er mich an den Füßen hoch und versohlt mir den Hintern. Nicht, rein gar nichts konnte mich von dieser Überzeugung abbringen. Also war das Christkind die angstfreie Lösung.

Weihnachtsmann oder Christkind – ist doch vollkommen egal

Bei der Motte haben wir es mit dem Weihnachtsmann versucht. Mein Mann und meine Schwiegereltern hatten so eine Freude daran. Hier oben ist man weniger katholisch und das Christkind lebt wohl nicht so weit im Norden. Außerdem kann man den Weihnachtsmann sehen – das Christkind nicht und wir hatten den tollsten aller Zeiten in unserem Haus. Leider bekam sie mit etwas über ein nix davon mit und mit etwas über zwei machte sie der Panik ihrer Mutter Konkurrenz. Also stieg er zurück in sein Auto – lag ja kein Schnee wie soll man da auch mit dem Schlitten kommen und wir machten das Christkind ausfindig. Ich persönlich fand es nicht schlimm, holen wir ein Stück meiner Traditionen aus der Kindheit hier hoch.

Realismus oder warum ich keinen Weihnachtszauber in mein Haus lassen soll

Damals, als mich die Drachenmutter so sehr in den Wahnsinn treiben konnte – momentan lasse ich das einfach nicht zu, da habe ich mir oft die Frage gestellt, wie ich damit umgehen soll, wenn der kleine Sohn meiner Tochter mal erzählen würde, dass es den Weihnachtsmann und das Christkind gar nicht gebe. Wie sie reagieren würde und wie ich das finden würde. Wie ich das finden würde, natürlich bescheuert. Ich hab viel darüber nachgedacht – viel zu viel, denn wenn ich realistisch bin, die beiden werden wohl niemals alleine aufeinander treffen und das nicht, weil ich dem Mottchen niemals erlauben würde, allein raus zu gehen – also später, wenn sie etwas größer ist. Ihre Argumentation zu diesem Thema war neben der Ablehnung des Konsumverhaltens der Menschen in der Weihnachtszeit, dass sie es schrecklich finde die Kinder auf der einen Seite zur Ehrlichkeit erziehen zu wollen und sie dann ganz widersprüchlich über Jahre an zu lügen. Sie habe es in der Vergangenheit oft bei den Kindern in der Familie (sie selber hat nur diesen einen Jungen in Mottchens Alter) miterleben müssen, wie enttäuscht und vor den Kopf gestoßen diese Kinder waren, wenn sie die Wahrheit heraus fanden. An sich ja kein unabwegiger Gedanke. Aber…

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Wissen und Zauber

Ich habe auch darüber nachgedacht und versucht, mich zu erinnern wie ich das empfunden habe, als ich heraus fand, dass meine Mutter mich jahrelang angelogen hat. Im ersten Jahr fand ich den Glauben wieder – dazu wird es kurz vor Heilig Tag eine kleine Geschichte geben (daher möchte ich hier nicht zu viel dazu erzählen) – und danach in den Jahren wollte ich dran glauben und trug den Zauber gemeinsam mit meiner Mutter noch ein ganzes Stück weiter. Für meine Brüder und auch, gerade weil es den Erwachsenen so eine Freude bereitete. Irgendwie war da ein wenig Trotz im ersten Jahr und danach war der Übergang fließend. Ich empfand also nicht, dass ich einen großen Schaden davon getragen habe – heute bin ich dankbar.

 

Weihnachten ist einfach so viel mehr als Geschenke

Irgendwann verstand ich diese „Lügen“ und heute bin ich sogar dankbar dafür. Dankbar dafür, dass ich den Zauber der Weihnacht erleben durfte. Das ich heute weiß, wie sich das anfühlt, dieses Kribbeln im Bauch, diese Aufgeregtheit, das Hibbeln und Warten. Ich weiß was mein Kind fühlt, wenn sie mit leuchtenden Augen das erste Mal ihren Adventskalender sieht und freue mich auch schon darauf, wenn der Baum steht und er das erste Mal geschmückt vor sich hin glitzern wird. Und ich weiß wie viel Freude sie daran hat, an das Christkind zu glauben.

Auch wenn sie es heute noch nicht so ganz versteht, ich erzähle ihr vom Christkind,aber auch von Christi Geburt und warum das Christkind kommt und was wir da eigentlich so genau feiern. Woher der Gedanke mit den Geschenken kommt und was sich religiös dahinter verbirgt. Nicht weil ich ultra religiös bin, nein, weil ich denke das es dazu gehört und das dieser Zauber einfach überzeugt bin. Weihnachten ist einfach so viel mehr als Geschenke.

 

 

Früher war alles anders – ja das stimmt!

Oh ja, genau dessen bin ich mir in den letzen Wochen sehr bewusst geworden. Früher war alles anders. Nicht nur das es mehr Lametta gab wie Katarina es so treffend beschreibt (danke ich hab dann mal den ganzen Artikel etwas über den Haufen geschmissen und umgebaut meine liebste Gedankenleserin!). Damals gab es verdammt viele Punkte, über die man sich einfach nicht so sehr den Kopf verbrochen. Es war früher weder schlechter noch besser – einfach anders. Entspannter. Oder kommt mir das nur so vor nun, wo ich Mutter geworden war? Also meine Mutter hat sich da keine Gedanken drüber gemacht. Es war irgendwie pragmatischer. Der Weihnachtsmann machte Angst, also kam das Christkind – passte ja auch viel mehr zur ursprünglichen Weihnachtsgeschichte. Man ging Heilig Abend in die Kirche damit sie das alles vorbereiten konnte. Punkt. Nix, ich glaube nicht daran, ich gehe nicht oder mal sehen ob das Kind das durchhalten wird. Entweder ging es in die Kirche oder den ganzen Abend ins Zimmer. Das hatten wir echt einmal und dabei war die Tür nicht einfach durch die Klinke allein geschossen. Das war langweiliger also zog ich damals schon den Gang in die Kirche vor und auch in diesem Jahr werde ich mit der Motte dort hin gehen. Es gab einfach Traditionen und die waren so. Man war unter sich. Eltern und Kinder. Heute macht man sich einen irren Kopf. Das Leben ist so schnelllebig – unsere Gedanken versuchen dem zu folgen…  Wo man wann und bei wem man sein wird. Was wer wann soll sagen wird und wem es dann und dann wohl besser passt. Ich sage nur, bis zum letzen Jahr sind wir an den Weihnachtstagen durch  halb Deutschland gefahren. In diesem Jahr werden wir ganz altmodisch vor dem eigenen Weihnachtsbaum sitzen. Wir vier. Wer noch dazu kommen möchte, der darf sich gern nach uns richten. Wir werden einfach nach und nach unsere eigenen Traditionen finden – bislang hat sich in unserem Leben jährlich etwas gravierendes geändert – dieses Jahr sind wir das erste mal offiziell eine Familie mit vier Mitgliedern und auch wenn der große Junge zu groß für Weihnachtsmann, Christkind und Co ist, er gibt die Freude, die er an diesen Zauber hatte gerne an die kleine Motte weiter.

 

Glauben – der Zauber entsteht im Kopf

und er übernimmt dann das Herz. Phantasie und Traditionen haben genauso wenig mit Realismus zu tun wie Zauber und Magie. Niemand hat einen klareren Blick für die wundervollen Dinge als unsere Kinder!!

Wir alle durften diesen Zauber leben und haben uns ausgemalt wann und wie Christkind und Weihnachtsmann kommen werden – was sie sagen werden wenn  man sie denn sehen kann und was wir auf den Wunschzettel schreiben – die Phantasie ist unantastbar und darf nicht durch den harten und kalten Realismus erstickt werden. Diesem werden sie Kinder sich früh genug stellen und wer seine Phantasie Herzen bewahrt, hat immer ein Stück Wärme dabei!!!

Die Lüge vom Weihnachtsmann Traditionen Leben Kinder Warten auf den Weihnachtsmann Warten auf den Weihnachtsmann

Phantasie findet nicht allein im Kopf statt – das Herz beteiligt sich am Fühlen. Am Leben.

 

Habt Ihr diese gerade kursierenden Diskussion mitbekommen?? Wie sehr Ihr das ganze darf man seine Kinder anlügen oder gibt es bei Euch gar keine Weihnachtsgestalten????

 

In diesem Sinne ~ erhalten wir uns die Traditionen und vor allen diesen Zauber von Weihnachten. Vor allem für unser KINDER!!

 

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Kategorie Familie, Gedanken

Hier schreibt JesS (32), die Mutter einer etwas anderen Familie. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und Kinderkleidung nehmen wir Euch mit auf unser Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

9 Kommentare

  1. Guten Morgen (warum ist jetzt alles unterstrichen, was ich schreibe?)!

    Bei uns kommt sowohl der Weihnachtsmann als auch das Christkind. Ich finde es schade, dass den Kindern erzählt werden soll, dass darunter andere Menschen stecken, die kommen von selbst schnell genug dahinter. Dass es dann eine „Lüge“ sein soll, sehe ich nicht so. Auch ich bin ohne Schaden aufgewachsen, auch wenn ich sogar mehrere (!!!) Weihnachtsmänner zusammen aus einem Auto habe steigen sehen in meiner Kindheit 😀 Das sind alles Helferlein vom eigentlichen Weihnachtsmann!

    Die Diskussionen habe ich eigentlich nur mehr über die Blogs gelesen, mitbekommen habe ich sie nicht wirklich.

    Nun wünsche ich Euch ein schönes Wochenende (auch wenn erst Do ist) und einen schönen 3. Advent!

    LG

  2. Liebe Jessi,
    wie immer finde ich deinen Artikel einfach wunderbar geschrieben und ich finde ganz viel darin wieder…. Wollte meine Ansicht zu dem Thema erst hier in den Kommentar schreiben, hab jetzt aber beschlossen mich lieber der Blogparade anzuschließen und so kannst Du meine Gedanken demnächst bei mir nachlesen

    Michelle

  3. Liebe Jessi,
    Es tut mir wirklich (oh bei mir ist auch alles im Kommentarfeld unterstrichen. Selbst der Name und so oben) „leid“ das ich dir so aus der Seele geschrieben habe, dass du alles umschmeißen „musstest“. Da du quasi das schreibst was ich auch geschrieben habe, kann ich nur zustimmend nicken.

    “ Heute macht man sich einen irren Kopf. “
    Ja das denke ich auch oft. Bei manchen Punkten ist es gut das man sich heute mehr Gedanken macht als früher (Gewalt in der Erziehung ja/nein z.b), aber generell finde ich das wir manches viel zu viel durchdenken. Weihnachten kommt das Christkind oder der Weihnachtsmann, das ist einfach so, sagte man früher. Die meisten Kinder in Deutschland wuchsen mit dem einen oder dem anderen auf, ohne das man sich als Gesellschaft Sorgen machte das man sie „anlügt“.

    • Ja Du Gedankenschwester Du – manchmal muss ich mich wundern…. (jaja, das mit dem Unterstreichen schau ich gleich an – hatte gestern was am Design gefummelt).

      Eben das meine ich ja. Und ja, ich gehöre leider zu den Menschen die alles für sich durchdenken müssen – das mach ich gar nicht gerne immer, aber ich arbeite daran, es in den Griff zu bekommen.
      Früher war bei Weitem nicht alles besser, aber einiges leichter und diese Leichtigkeit ist leider verloren gegangen. Doch was können unsere Kinder dafür – sie sind die leidtragenden, denn wir berauben sie dieses Zaubers!!

      Ich drück Dich und die drei Prinzessinnen – und damit der Papa sich nicht immer ausgeschlossen fühlt, den auch unbekannterweise!!!
      JesSi Ca

  4. Das hast du toll geschrieben und ihr beide, Katarina und du, sprecht mir so aus der Seele. Ich liebe den Zauber der Weihnacht MIT dem Weihnachtsmann/Christkind. Und genau das möchte ich an meine Kinder weiter geben. Schöne Weihnachtszeit. Gruß von der stürmischen Nordsee! Lady

  5. Du und Katarina sprecht mir so aus dem Herzen. Ich liebe den Zauber der Weihnacht und so möchte ich das auch an meine Kinder weitergeben. Was ist das denn für ein irrsinniger Glaube, den Kindern damit zu schaden. Wofür gibt es denn die kindliche Fantasie? Damit sie sich den Zauber der Kindlichkeit behalten der so vielen Erwachsenen verloren geht.

  6. Den Weihnachtsmann gibt es und er kommt und zwar bei uns durch den Kamin! Niemand behauptet der Motte etwas anderes gegenüber! Mit lügen hat das für mich wenig zu tun. Diese Ungewissheit und die Vorfreude auf den Weihnachtsmann/das Christkind macht doch einen Teil für Kinder an Weihnachten aus. Sie werden sowieso viel zu schnell groß und dann hat sich das Thema leider erledigt…
    Also genießen wir diese Zeit in vollen Zügen!
    Leider muss ich aber nun einen Kompromiss eingehen, weil jemand der Motte erzählt hat, dass sie zu Weihnachten ein Geschenk von dieser Person bekommt… (Das fand ich ganz blöd, um es mal nett auszudrücken…)
    Also läuft das nun wie folgt ab:
    Wir essen mit der Familie zusammen und tauschen kleine Geschenke aus und irgendwann kommt dann ganz heimlich der Weihnachtsmann und legt die Geschenke der Motte unter den Baum!

  7. Pingback: Weihnachtliche Linktipps für die Coolen Blogbeiträge 51/14

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