Gastfreundschaft unter Freunden

Gastfreundschaft unter Freunden Titel
Gastfreundschaft wird in diesem Haus groß geschrieben. Nach dem Einzug des großen Jungen haben wir uns schnell ran gehalten, wieder ein Gästezimmer zu schaffen. Gastfreundschaft – nicht nur die unter Freunden – ist für mich eine Selbstverständlichkeit, allerdings ist man unter Freunden, wenn man Freunde zu Besuch hat und so gibt es Besuch, der sich hier schon mal an den Herd stellt, oder einfach mit anpackt, wenn angepackt werden muss. Weil er das möchte.
 
Bei meiner heutigen anonymen Gastautorin sieht das ähnlich aus, aber was passiert, wenn die Vorstellungen unter Freunden nicht zueinander passen oder sich verändern?

Gastfreundschaft unter Freunden

Na? Wer hat jetzt schon die Augenbrauen hochgezogen und ist gespannt wie und in welcher Art ich über das Thema Gastfreundschaft unter Freunden schreiben werde?

Es brodelt in mir. Seit Tagen.

Jedes Jahr aufs Neue, stehen Feierlichkeiten im schönen Monat Dezember an. Und jedes Jahr aufs Neue, ist man am planen und organisieren was das Zeug hält. Man waren wir dieses Jahr froh, als wir im August bereits die Einladung zu einer Silvesterparty bei Freunden annahmen. Zu dieser Party sind auch unsere besten Freunde mit eingeladen. Wir waren mal ein sehr gutes Dreier Gespann sozusagen.. bis dann die Kinder kamen. Tja, Erziehungsstile wirken manchmal ähnlich, sind dann aber in so vielen elementare wichtigen Dingen absolut unterschiedlich und ZACK passt man nicht mehr zusammen.

Abgesehen davon, dass zu dieser besagten Party plötzlich und unerwartet auch noch eine weitere Familie eingeladen wurde, mit der keiner der anderen eingeladenen Gäste klar kommt (und dies auch alles nicht so abgesprochen war) kam dann das Thema Essen auf den Tisch.

Die Gastgeber organisieren das Essen. Naja, zumindest das, was sie selbst gern essen. Da Sushi nicht jedermanns Sache ist und für Kinder meist auf dem selben Stand wie Brokkoli und Blumenkohl steht (kurz: *ürgsbähpfuiigitt*) nicht grade praktisch und logisch für einen gemeinsamen Abend. Im Vorwege muss ich vielleicht noch erwähnen das diese Art von Partys bei uns immer Reih-um gingen. Meist unsere Dreiertruppe, manchmal auch nur mit den einen, da es dort einfach besser passt, aber halt im Wechsel. So war jeder schon mal dran und hatte die Gastgeber-A-Karte.

Nachdem ich nun ein kleines Veto gegen das Essen eingelegt hatte, wurde mir plötzlich zickig mitgeteilt, das dies eine „jeder bringt sich selbst was mit“ Party ist. Schön. Schön dies JETZT, wenige Tage vorher zu erfahren. Im Grunde ist da überhaupt nichts gegen einzuwenden, allerdings war es bislang immer so, dass wir zusammen gegessen haben. Gemeinsam halt. Dieses Jahr scheint alles anders zu sein. Denn nicht nur, dass wir schon gebeten wurden die Berliner für den Mitternachtssnack zu besorgen (kein Thema, hätte ich sonst eh gern gemacht), nein, auch für den Sekt sollten wir nun sorgen und als ich vorschlug, für die Kids Pizzateig mitzubringen samt Belag, wurde nochmal erwähnt das die von den Gastgebern zusätzlich eingeladenen Gäste, auch kein Sushi mögen. Somit wurde Wort wörtlich drum gebeten, ‚ausreichend‘ Pizzateig & Zubehör mitzubringen.

Ich fasse zusammen:
Statt für insgesamt 12 Personen Sekt und Berliner zu kaufen, soll ich dies nun für 16 Personen machen und bitte auch noch den Pizzateig samt Belag, weil die Gastgeber nur sich selbst verpflegen möchten.

Versteht mich nicht falsch

Ich habe kein Problem damit, etwas mitzubringen wenn ich eingeladen bin. Dies mach ich eigentlich gern und von mir aus, ohne das es gefordert wird. Allerdings sehe ich einen enormen Unterschied zwischen „etwas mitbringen als Dank für die Umstände“ und „für 16 Personen an Silvester für Essen und Trinken sorgen“. Kurz vor Weihnachten gab es deswegen nun ein riesen Heckmeck, weil die Gastgeber nicht schnallen, worum es hier geht. Ich bringe alles für mich und meine Familie mit, wobei ich mit der anderen (unseren besten Freunden) schon abgesprochen habe, das wir die Ausgaben teilen. Denn auch deren Kinder werden lieber Pizza essen wollen. Auch hier geht es nicht um das Finanzielle an sich, sondern eher um die Dreistigkeit, Leute zu sich einzuladen und dann zu verlangen, das diese für sich und die selbst eingeladenen Zusatzgäste auch noch sorgen sollen.

Gastfreundschaft unter FreundenBei mir läuft es halt anders

Wenn ICH einlade, dann habe ich hier alles vorbereitet und verlange nichts von den Gästen. Und nein, wir haben keinen Esel im Garten der Goldstücke scheißt. Ich fahre auch nicht vergoldete Nachspeisen auf, aber ich sorge für das Wohl meiner – mir wichtigen – Gäste. Das kann mit Brot und Aufstrich von Aldi sein, oder Raclette mit dem Bio-Rindfleisch vom Schlachter 20 km weit weg.

Wenn ich explizit zu einer Silvesterparty einlade und es bis lang Reihum immer so ablief, das zwar jeder etwas mal mitbrachte, aber die Hauptspeisen und Getränke der Gastgeber organisierte, dann finde ich es schon ziemlich dreist, wenn man plötzlich alles umwirft und so einen Egotrip fährt. (Ganz abgesehen davon, das genau diese Personen so einen gewissen Esel im Garten stehen haben….)

Ist es also zu viel verlangt, als Gastgeber für seine Gäste zu sorgen? Auf seine Gäste einzugehen und mal Kompromisse einzugehen?

Bei denen scheinbar nicht. Dort heißt es „im Hause X wird es nun mal so gehandhabt und wenn es diesmal halt blöd bei euch rüberkommt, dann müssen wir zukünftig nur noch bei euch feiern“.

Das sollen Freunde sein?

Ist es vielleicht wirklich eine Einstellungssache? Wurde mir das alles bisher nur falsch von meinen Eltern vorgelebt und im Grunde muss jeder für sein eigenes Wohl sorgen und darf bitte nichts erwarten?

Gehör ich damit zur Minderheit an? Bitte nicht. Ich kenne zumindest genügend Andere, die ebenso über das Thema Gastfreundschaft denken und es ebenso handhaben wie wir. Denn grade heute, zum Beispiel, waren wir spontan zum Kaffee bei einer lieben Freundin eingeladen. Ich habe außer meiner Kinder und meinen Mann nichts mitgebracht. Verrückt. Denn sie hat ein paar Berliner und Quarktaschen besorgt. Einfach so. Ohne feierlichen Anlass. ;o)

 


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Sehr interessante Gedanken und ich kann meine Gastautorin da sehr gut verstehen. Wie oben erwähnt, wird hier Gastfreundschaft groß geschrieben und ich betüddel sogar gerne, aber unter Freunden sollte Gastfreundschaft freundschaftlich laufen.

Wie seht Ihr das? Könnt Ihr die Gedanken meiner Gastautorin verstehen? Schreibt Ihr gerne Eure Meinungen in die Kommentare, ich bin sicher, sie wird sie lesen (wenn sie möchte, antworte ich Euch dann in ihrem Namen).

In diesem Sinne ~ Gäste haben und Gast sein sollte sich unter Freunden ähnlich anfühlen.

– Wie die Geschichte ausging wollt Ihr wissen? Schaut mal hier

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Kategorie Leben
Autor

Gastautor bei feierSun.de - wir freuen uns über die gemeinsame Gestaltung des Connects für die Leser und arbeiten als Community immer zusammen.

9 Kommentare

  1. Auweia, da geht bei mir die Hutschnur los. Vielleicht solltet Ihr tatsächlich überdenken, was bei dieser „Freundschaft“ los ist. Ich finde es ein Unding, wenn die Gastgeber vorgeben, was man für (ungebetene) Gäste alles mitbringen soll, nur weil man das Hauptessen der Gastgeber nicht mag. Sushi ist tatsächlich nicht jedermanns Sache und gerade an Silvester sollte man überlegen, ob das alle Gäste mögen. Dann lieber eine Pizza für alle machen, Ausgaben teilen, so machen wir das auch.

    Ich kann nur von mir sagen (bzw. auch von einigen meiner Freundschaften), dass es genauso ist: wer zu uns kommt, wird bewirtet und muss nix mitbringen außer sich selbst und gute Laune (darf aber auch mal Tränen mitbringen zum Ausquatschen). Wenn wir wohin gehen, frage ich auch nach, ob ich was mitbringen soll. Manchmal wird dann auch mal „ja“ gesagt, weil ich halt gerne backe, aber ich wäge dann ab, für wen es ist 😉 😉

    Von anderen Freundschaften kenne ich das auch so, dass diese bewirten, wenn sie eingeladen haben und bisher hat sich das nicht geändert. Spontane Besuche finde ich am besten, irgendwas ist immer im Tiefkühler oder Kekse sind da. Kaffee ist immer da 😉 und für die Kinder vor allem ist IMMER etwas vorhanden.

    LG Ivi
    Ivi bloggt gerade über Jahresrückblick – gutes oder schlechtes Jahr 2015?My Profile

    • Liebste Ivi,bei mir Jessica ist es auch so. Ich hab einen Freund, der kocht jedes Mal – weil er weiß wie sehr ich mich darüber freue und auch der Patenonkel zaubert seine original Berliner Pfannkuchen, weil er sich freut, wenn seine Patentochter sich freut. Aber das sind Freude die schon irgendwie auch Familie sind.
      Sonst sehe ich das genau so. Ich bewirte und betüddele gerne. Silvester gab es Raclett und da haben die Freunde gefragt ob sie was mitbringen sollen – da haben wir das dann auch gerne aufgeteilt. Zumal sie was neues probiert hatte und das gerne mitbringen wollte. Aber da war es ganz nett nebenbei erwähnt „ach Du ich würde gerne das und das mitbringen“. Da nahm ich es gerne an. Wenn das auf freundliches und freiwilliges Miteinander basiert, dann ist das auch total ok. Es darf eben nur nicht einseitig sein. 😉

      • Hihi….meinst Du tatsächlich die Berliner EIERkuchen oder die runden Bällchen Pfannkuchen, wie die Berliner in Berlin genannt werden? Ich mache auch „Berliner“ Eierkuchen, die schmecken einfach besser 😉

        Raclette hatten wir auch und wir haben auch was Neues ausprobiert: Pizzateig gekauft und in Stückchen in die Pfännchen, Belag oben drauf, war ganz lecker. Meine Schwägerin hat (in Absprache mit uns) eine Fischplatte geholt. Alle Kosten wurden geteilt 😉

        LG

        • Ich meine die platten Dinger in der Pfanne – sie werden bei mit immer Pfannkuchen und beim Paten immer Eierkuchen sein. Das ist auch ok so 😉 Trotzdem liebe ich es, wenn er sie macht.

          Minipizzen hatten wir auch – lustig. Und die Kinder fanden es total spannend.

  2. Woah das ist ne heftige Sache da hätte ich mich auch echt aufgeregt – und vermutlich hätte ich dann gesagt dass mir das zu viel Aufwand wäre und dass doch lieber alle zusammen Pizza bestellen und jeder seinen Scheiß bezahlt (wenn schon so geizig) harhar… So Cliquenfreundschaften hab ich nicht mehr seit Teeniezeiten und offensichtlich ist das auch besser so 🙂 Ich bin auch so eine Gastgeberin die alles für die Gäste macht und kocht wie blöd oder anständig Essen ordert. Oder wenn ich gebeten werde eine Kleinigkeit mitzubringen find ich das ok, selber mach ich das nur bei guten Freunden. Aber das… nee! 😉 Geht gar nicht!

    GLG Frida

  3. Da hätte man auch gleich zu hause feiern können.
    Also wenn ich Leute zu mir einlade und es der Fall ist das es rei Rum geht also jeder mal dran ist würde ich alles besorgen und fertig machen.
    Ich würde mich mit den anderen absprechen was sie denn so für schöne Ideen haben was man machen kann,was auch die Kinder glücklich macht

  4. Omg. Das sind mir die liebsten. Ich handhabe es immer so ,das entweder ich alles organisiere oder aber jeder bringt eine Sache mit bsp. Raclette .. Einer holt Käse der andere Brot…Und halt Fleisch für sich selbst. So ist es am getechtesten verteilt.
    Auch wenn wir bei Besuch sind ,räumen wir immer mit auf /packen mit an. Das gehört sich doch so.
    Ich wäre wirklich geplatzt bei sowas. Da weiß man doch Wer freund und Feind ist 😉

    Die jessy ist eine ganz tolle Gastgeberin. Wir haben uns da immer sau wohl gefühlt . Wie im Hotelzimmer, nur mit einem wunderbaren Familien Anschluss. :*

  5. Wie…?! Neee, oder?! Echt nicht.
    Das einzige Mal wo ich Freunde gebeten habe etwas zum Buffet beizutragen war zur Taufe des Kleinen von den Paten. Und das auch nur, weil ich 4 Monate nicht geschlafen hatte und echt fertig war.
    Manche Menschen sind so unfassbar. Wieso haben die überhaupt noch Freunde?

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