Babysitter – Wahl oder Wahnsinn

Eine Wahl mit viel Qual, doch wer trifft hier überhaupt die Wahl – die Eltern nicht immer allein.

 

Meine Gedanken wenn ich an einen Babysitter denke sind verschieden, doch welches Modell bei uns wirkt und warum wir es einfach nicht schaffen auch mal an einem Abend ins Kino, Essen oder sonstiges zu gehen, das erzählen wir Euch heute.

Ich muss einmal kurz ausholen und Euch andeuten, dass ich zu Beginn meiner Mutterschaft eine nicht einfache Mutter war – dazu plane ich schon lange einen Artikel, aber der richtige Zeitpunkt und so. Keiner machte es so richtig wie ich und kaum einer konnte ahnen, was das Kind braucht. Glucke, Helimom oder wie man es auch nennen möchte – ich bekenne mich zu allem Schuldig, war ich doch das erste Mal Mama geworden.

Weit ab von meiner eigenen Familie und meinen Freundinnen versuchte ich also meinen Weg zu finden in meine neue Rolle hinein zu wachsen. Mutter wird man nämlich nicht wie viele andre denken über Nacht, in diese Rolle wächst man genau so herein wie in jede andere auch. Und so genoss ich das erste Babyjahr also Glucke. Bis zu unserem Umzug ins Haus. An diesem Abend schlief die Motte das erste Mal bei ihren Großeltern – sie hat es dort verdammt gut (manchmal fast zu gut) doch mich hat diese Nacht innerlich zerrissen. Es war das „vernünftigste“ und doch weinte ich und konnte nicht schlafen. Von da an, war sie einfach wieder bei mir.

Dann nahm ich einen kleinen Job an. Also ging die Motte in dieser Zeit – zu Anfang schlief sie noch die meiste Arbeitszeit – zur Oma und genoss es, sich langsam abnabeln zu können.

Es geht und ging ihr immer super gut bei meinen Schwiegereltern und auch wenn ich einige Ansichten anders sehe, wenn es natürlich zwischen den Generationen immer Reibereien gab und gibt hat sie es dort verdammt gut. Sie liebt die beiden und die beiden lieben sie. Als erste Enkel-Tochter nach zwei Jungs die nun auch schon 16 und 17 sind und von denen nun der 16jährige bei uns lebt, hat sie auch einen besonderen Status.

Aber eine ganze Zeit lang – als ich noch im Klamottenladen arbeitete, war die Abhängigkeit einfach zu groß im Raum – das hat sich erst durch die Aufgabe dieses Jobs und nun durch den Kindergarten wirklich entspannt.

Leider kommt aber auch außer diesen beiden kein wirklich andere Babysitter in Frage. Warum? Weil auch einfach kein anderer da ist.

Der große Junge geht mir ihr und seiner Freundin mal auf den Spielplatz, er spielt im Haus mit ihr – aber allein????? Die Nachbarmädchen wären eigentlich fast perfekt. Die Teenager, haben nun nochmals selber eine Schwester bekommen (gerade sogar Nr. 2), aber auch die haben immer tausend Dinge auf dem Zettel und dann ist da noch dieser wahnsinnige Anspruch unsererseits.

Ein Babysitter scheint einfach zu viel können zu müssen, als das wir Vertrauen fassen können oder wollen.

Nun Model Oma und Opa klingt an sich ja auch gar nicht schlecht. Leider hat das Kind seit letztem Sommer beschlossen „Ich schlafe nur noch in meinem zu Hause“ und seit Oktober / November schläft sie auch immer mehr bei uns im Bett – also in ihrem ein und dann ruft sie in der Nacht das wir sie holen oder einer bei ihr bleibt. (Es ist mir egal was andere davon halten wir machen das einfach so!!!!)

Also funktioniert das Modell am Tage super, aber das ist nix um mal am Abend ins Kino zu gehen oder Essen gehen oder vielleicht irgendwann mal wieder das Tanzbein zu schwingen. Keine Chance.

Warum wir nicht daran arbeiten das sie wieder da schlafen möchte? Oma und Opa bekommen sie doch sicherlich auch zum Schlafen und sie ist ja schließlich gerne da….. Babysitter Blogparade.

Ganz einfach, weil ich, nein weil WIR – Papa und Mama – daran glauben, dass unsere Tochter ihr Tempo schon kennt und das sie sich dafür entscheiden wird, wann sie das machen möchte und wann nicht. Ich werde das Vertrauen in uns alle nicht zerstören und sie dazu zwingen

Zu diesem Post hat mich die Blogparade von Runzelfüßchen inspiriert und ich steuere ihn als Beitrag zu dieser bei.

 

Wie macht ihr das so mit dem Baby-Sitter-Thema? Habt Ihr Familiensitter? Oder doch das Teenagermädchen von nebenan????

 

In diesem Sinne ~ wie bei so vielen Dingen muss auch hier jede Familie ihren eigenen Weg finden…

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Kategorie Leben

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

5 Kommentare

  1. Auweiaa…ich kann die Geschichte mit dem Teenagermädel und der Gluckenmami aus der anderen Seite erzählen ;-D Da meine Mama Tagesmutter ist, habe ich schon früh angefangen zu babysitten. Irgendwann hatte ich dann ein Babysitterkind, das ich regelmäßig mehrmals die Woche betreute. Die Eltern waren selbstständig und brauchten Zeit, um zu arbeiten und die Kleine und ich wuchsen schnell zu dicken Freunden zusammen. Das passte der Mama allerdings gar nicht – sie war furchtbar eifersüchtig und verbot mir irgendwann alles, was so richtig Spaß machte. Anfangs bin ich mit der Maus in den Zoo gefahren (habe ich selbst bezahlt, weil ich die Kleine so liebte – von meinem Taschengeld als 16 Jährige!), war mit ihr im Kindertheater, bastelte viel, war mit ihr Eis essen…! Die Kleine hatte immer eine tolle Zeit und ich hütete sie, wie meinen Augapfel. Aber das Theater der Mutter war für mich eine echte Qual. Einmal, als ich sie nach Hause brachte, brach die Mutter in Tränen aus und sagte, sie hätte ihr Kind so sehr vermisst in den letzten 2 Stunden. Ich fand das echt verrückt – bei aller Liebe! Ich finde, man muss sich vorher überlegen, was man von seinem Babysitter will. Will man eine Bezugsperson, die das Kind liebt und einem so etwas mehr Zeit verschafft oder will man eigentlich nur die Bestätigung, dass das Kind nicht ohne einen kann? 😉 Wenn ich mir überlege, wie hart für solche Kinder der Kindergarten oder die Schule wird…auweia! Dann doch definitiv lieber zu Oma und Opa, dann bleibt es in der Familie und kann trotzdem lernen, auf eigenen Beinen zu stehen 🙂

    • ZUm Glück hab ich die Glucke dann auf dem Weg zu der Mama, die ich heute bin, verloren. Es war eben in den ersten Monaten schlimm – nun freue ich mich wenn sie wieder nach Hause kommt, gönne ihr den Spaß. Natürlich vermisse ich sie ein Bisschen, aber dann freu ich mich eben mehr wenn sie kommt – und sie sich!!! Das ist so grandios wenn sie sich auf mich freut….
      Also bitte nicht falsch verstehen, aber so eine verrückte Mama bin ich dann doch nicht (mehr zum Glück!!!!) 😀

  2. Hahahaha neee das war nur ein Erfahrungsbericht 😉 Dass man sein Kind vermisst und sich freut, wenn es wieder da ist, ist ja auch normal und soll ja auch so sein 🙂 Aber die Mutter war wirklich krass 😀

  3. Liebe JeSi,
    irgendwie habe ich deinen Beitrag erst jetzt gefunden. Komisch. Aber nun denn. Ich habe mich gefreut, dass du mitgemacht hast, die Auswertung folgt.
    Was ich dir schon mal sagen kann: Du bist überhaupt nicht allein mit der Babysitter-Regel. 🙂
    Ich glaube, es geht vielen so. Wir haben zum Beispiel nicht mal Großeltern als Betreuung.

    Liebe Grüße,

    Andrea

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