20 Tatsachen über Ninas Leben in Bratislava

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Unsere 20 Tatsachen gehen in eine weiter Runde und heute hab ich weit angereiste Tatsachen und wir erfahren über ein Leben in einem anderem Land. Für uns kommt das Leben im Ausland nicht in Frage, aber manchmal kann ich nicht abstreiten das die Träume auch in ein Land schweifen, in dem es deutlich wärmere und es mehr Sonnentage gibt als in Deutschland.

Kulturen interessieren mich wahnsinnig und ich glaube, es erweitert die Horizonte aller Beteiligten. Da wir das aber leider nicht realisieren können gehe ich gerne auf die Gedankenreise und folge Nina in ihren Tatsachen….

20 Tatsachen über Ninas Leben in Bratislava

Bild&Rechte: Nina von timbaru.de

 

Nina vom Blog timbaru ist Halbfinnin und verheiratet mit einem Bulgaren. Gemeinsam mit ihrer kleinen Großen leben sie momentan in der Slowakei und bloggt über ihre Kunst zu Nähen, ihr Leben in Bratislava und liebt das Schreiben in ihrer timbaru-Welt. Ab und zu von Heimweh geplagt versuchen sie unseren Aufenthalt spannend und abenteuerlich zu gestalten. Ihre Tatsachen hatten also tatsächlich die momentan weiteste Anreise ich freue mich sie Euch vorstellen zu können.

 

 

20 Tatsachen über Ninas Leben in Bratislava

  1. Bratislava hat ungefähr 450.000 Einwohner. Das Durchschnittseinkommen in der Slowakei liegt bei ca. 850 Euro brutto. In Bratislava liegt es bei knapp 1100 Euro. Da die Mieten hier sehr hoch sind, leben hier fast nur zugezogene Ausländer. Viele Slowaken, die in Bratislava arbeiten, leben in teilweise 60-80 km entfernten Städten. Wir gehören jetzt seit August 2014 zu den zugezogenen Ausländern.
    Wir wohnen im Stadtteil Staré Mesto, nur 10 Minuten vom historischen Stadtkern entfernt. Zur Donau brauchen wir zu Fuß ca. 15 – 20 Minuten.
  2. In Reiseführern steht, dass man sich in der Slowakei gut mit Deutsch und Englisch durchschlagen kann. Als Tourist ist das sicher korrekt. In Hotels und Restaurants sprechen fast alle Deutsch oder Englisch. Doch versuche mal einen Anzug zur Reinigung zu bringen. Im Supermarkt findest Du meistens nur Mitarbeiter, die Slowakisch sprechen. Händisch und Füßisch können allerdings die meisten.  Unser Schuster fragt einfach die anderen Kunden, ob sie übersetzen können. Irgendwie geht es also immer. Durch die Nähe zu Österreich hast Du mit Deutsch bei älteren Leuten mehr Chancen, während viele junge Leute eher Englisch sprechen.
  3. Trotzdem lerne ich seit einem halben Jahr Slowakisch. Ich mache einen Intensivkurs und habe jeden Dienstag und Donnerstag 2,5 Stunden Unterricht. Der findet komplett auf Slowakisch statt. Ich finde Slowakisch sehr gewöhnungsbedürftig. Mit der Grammatik komme ich einigermaßen klar und beim Lesen verstehe ich mittlerweile auch vieles. Doch sobald jemand auf Slowakisch mit mir redet, bin ich verloren. Die Slowaken reden unheimlich schnell, und bis ich mich darauf eingestellt habe, sind sie fertig und warten auf meine Antwort. Nach dem Unterricht habe ich jedes Mal Kopfschmerzen, doch es macht wirklich Spaß, und die Leute in meinen Kurs sind sehr nett.
  4. Meine Slowakisch-Kenntnisse helfen mir sehr mit unseren DHL-Kurier. Sobald meine Nummer auf einem Paket steht, ruft er an und sagt, wann er kommt. Er fragt, ob ich zu Hause bin. Das finde ich toll. Ich kenne das aus Deutschland nicht. Da bin ich es eher gewohnt, dass ich einem Zettel im Briefkasten habe, obwohl ich zu Hause war und dann einen Tag warten muss, bis ich mein Päckchen abholen kann.
  5. In der Slowakei ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Mitarbeiter ein Mittagessen zu organisieren. Manche Unternehmen habe eine Kantine, in der die Mitarbeiter kostenlos Mittagessen können. In anderen Unternehmen bekommen die Mitarbeiter Voucher, die sie in Restaurants oder im Supermarkt einlösen können. Mein Mann bringt am Ende eines Monats diese Voucher mit, für jeden Tag, den er arbeiten war, einen. Ich komme mir sehr komisch vor beim Einlösen. Einmal habe ich für 2,90 Euro eingekauft. Ich wollte den Voucher einlösen und dachte, ich bekomme einfach Wechselgeld zurück. Nein, das ging nicht. Auch als ich sagte, sie solle den Rest in die Kaffeekasse tun, war die Dame an der Kasse entsetzt. Ich hatte dummerweise kein Bargeld mit. Also musste ich noch zwei Schokoriegel dazutun. Nun fehlten mit 6 Cent, die sie mir großzügiger Weise erließ.
  6. Als wir nach Bratislava zogen, sagten uns ganz viele Slowaken, wir sollten nach Möglichkeit in Österreich einkaufen. Wir hielten das zu Beginn für Quatsch. Doch mittlerweile kaufen wir selber auch viel im Österreich. Die Qualität der Lebensmittel ist einfach besser. Gerade was Fleisch betrifft. Der nächste Ort ist ca. 20 Minuten mit dem Auto entfernt. Auf dem Parkplatz stehen fast ausschließlich Autos aus der Slowakei. Ich muss aber auch sagen, dass sich einiges tut, was Lebensmittel in z. B. Bioqualität betrifft. Wir gehen samstags gerne zur Stadthalle, wo Bauern, Winzer und kleinere Läden (Pasteten, Marmeladen, etc.) ihr Sortiment vorstellen. Dafür zahlen wir dann auch gerne etwas mehr.
  7. Seit wir hier leben, gehen wir sehr oft essen. Das kommt mir sehr zugute, weil ich nicht gerne koche. Essen gehen ist hier insgesamt günstiger als in Deutschland. Wir gehen gerne ins „Flagship“, ein Restaurant, das hauptsächlich slowakische Spezialitäten serviert. Ich kann allerdings nicht alles davon essen, weil es teilweise sehr fettig ist. Ich bestelle mir gerne Kapustnica, eine Sauerkrautsuppe, und Stapačky, Nockerln mit Sauerkraut. Typisch sind auch Halušky, Brimsennockerln in Sauermilch mit ausgebratenem Speck. Ein typisches Getränk ist Kofola, das wegen der Farbe und vielleicht wegen des Namens als slowakische Cola bezeichnet wird. Es ist aber eher mit einer Fruchtlimonade vergleichbar. Ansonsten gehen wir aber auch gerne in Restaurant mit internationaler Küche. An Restaurants und Cafes mangelt es der Stadt nicht.
  8. Apropos Limonade, die Slowaken machen hervorragende hausgemachte Limonaden, die man auch in jedem Restaurant bestellen kann. Meine Lieblingslimonade ist die „Green Limonade“ mit Gurken, Limetten und Ingwer. So erfrischend bei heißen Temperaturen!
  9. Bei heißen Temperaturen fahren die Slowaken zu einen der vielen Badeseen. Laut Google soll es soll hier auch zwei Freibäder geben, doch kein Slowake konnte mir sagen, wo ich die finde. Und auch Google war mir keine große Hilfe. Ich mag auch gerne Badeseen, doch ich bin kein großer Fan von FKK. Und das scheint hier relativ üblich zu sein.
  10. Von Bratislava aus kommt man mit dem Auto schnell nach Wien (1 Std.). Auch Budapest (2 Std.) und Prag (4 Std.) liegen so, dass es sich lohnt Ausflüge dorthin zu machen. Nur in Prag waren wir noch nicht. Wollen die Slowaken ans Meer, fahren sie übrigens nach Kroatien.
  11. Öffentliche Verkehrsmittel sind hier sehr günstig. 15 Minuten mit dem Buskosten für Erwachsene 70 Cent. Kinder zahlen 35 Cent. Fährt man eine längere Strecke löst man ein Ticket für 90 Cent, das dann eine Stunde gültig ist. Taxifahren ist auch günstig. Man zahlt mindestens 4 Euro für eine Strecke. Dann kostet der Kilometer ca. 55 Cent. Wichtig ist, dass Du nicht in ein Taxi am Straßenrand steigst oder ein vorbeifahrendes heranrufst. Dann musst Du dringend den Preis verhandeln. Sonst passiert es Dir eventuell, dass du statt 6 Euro plötzlich 60 Euro zahlst. Rufst Du aber ein Taxi über die Zentrale oder noch besser über die geniale App „Hop in“, kannst Du sicher sein, dass Du den korrekten Preis zahlst. Für eine Zugfahrt von Bratislava nach Budapest zahlst Du als Erwachsener 17,50 Euro… hin und zurück!
  12.  Meine Tochter geht hier auf die Deutsche Schule, die erst vor kurzem das Gütesiegel „Exzellente Auslandsschule“ erhalten hat. Wir sind sehr zufrieden mit der Schule, was hauptsächlich an der tollen Klassenlehrerin liegt.
    Sie hat zusätzlich zum „normalen“ Unterricht, noch zwei Stunden Slowakisch. Die slowakischen Schüler haben zusätzlichen zum deutschen Lernstoff noch 6 Stunden Slowakisch. Kein Wunder, dass die Kinder am Ende eines Tages hundemüde sind.
  13. Schwierig ist es für mich, mit slowakischen Müttern in Kontakt zu kommen. Zu Beginn bestand der einzige Kontakt aus einem Kopfnicken. Mittlerweile wechseln wir aber auch das eine oder andere Wort. Und mit anderen ist es nach wie vor schwierig. Meine Tochter wollte sich mit einem slowakischen Mädchen treffen, doch die Eltern erlauben es leider nicht. Als Begründung nannten sie, dass sie kein Deutsch sprechen. Meine Tochter geht am Nachmittag wie alle Kinder in den Hort (OGS). Ich hole sie meistens zwischen halb vier und vier ab. Hausaufgaben hat sie dann schon gemacht. Sie beschwert sich oft, dass ich sie zu früh abhole, da sie dort natürlich ihre ganzen (deutschen und slowakischen) Freunde hat.
  14. Nach der Schule gehen wir häufig in den Park, der zum Präsidentenpalast gehört. Oder in den medizinischen Garten. Es gibt im Prinzip zwei Arten von Parks und Spielplätzen. Die eingezäunten mit den Öffnungszeiten und die anderen. Ich musste mich erst an das Prinzip gewöhnen, dass die Parks und auch Spielplätze abends abgeschlossen werden. Doch der Vorteil liegt auf der Hand. Keine Bierflaschen, keine Kippen (Dort gilt Rauchverbot), keine Spritzen. Alles ist sehr sauber und gepflegt. Die „öffentlichen“ Parks erkennst Du an den Kippen auf dem Gehweg, den aufgeplatzten Straßen und den überquellenden Mülleimern.
  15. Kindergeburtstage finden hier selten zu Hause beim Geburtstagskind statt. Meine Tochter war bereits auf ein paar Geburtstagen eingeladen. Die fanden statt in einem Indoorspielplatz, beim Turnclub, in der Kletterhalle, an einer alten Mühle … Mein Mann ist ganz begeistert von diesem Konzept, während ich nach wie vor den klassischen Kindergeburtstag zu Hause bevorzuge. Ich sehe aber auch die Vorteile. Letztendlich entscheidet unser Kind.
  16. Da soll einer behaupten, die Ämter in Deutschland seien furchtbar mit ihrer Bürokratie. Komm in die Slowakei, da erfährst Du, was Bürokratie wirklich bedeutet.
    „Die Sachbearbeiterin, die für Nachnamen mit „T“ zuständig ist, ist im Urlaub.“
    „Mir wurde gesagt, dass Sie dann weiterhelfen können.“
    „Ich bin nur zuständig für Nachnamen mit „S“ und „Sch“.“
    „Wer kann mir denn dann weiterhelfen?“
    „Die Sachbearbeiterin, die für Nachnamen mit „T“ zuständig ist.“ … Du ahnst vielleicht, wie sich das Gespräch weiter entwickelt? Und das ist nur die eine kleine Anekdote von vielen. Mehr mag ich nicht dazu sagen. 😉
  17. Vielleicht noch eine geschichtliche Tatsache? Die Burg, das Markenzeichen von Bratislava, ist 1811 durch ein dreitägiges Feuer fast komplett niedergebrannt. Einige Teile konnten noch z. B. als Gefängnis genutzt werden. Erst in den 50er Jahren wurde die Burg wieder auf gebaut. Im August findet im Burghof ein Konzert mit Tom Jones statt. Die günstigste Karte kostet 109 Euro. Die teuerste 350 Euro. Die Burg gehört zum Pflichtprogramm für jeden, der uns besuchen kommt. Meine Tochter findet es toll, dass wir in einer Stadt mit Burg leben.
  18. Wir leben in einer Stadt, die Reiseziel für vieele Touristen ist. Die treten hier hauptsächlich in Gruppen auf. Sie reisen entweder in Bussen oder ganz häufig auch auf der Donau an. Gehe ich durch die Stadt sehe ich viele bunte Regenschirme, die die Reiseführer in Luft halten. Ich sehe Selfie-Sticks und höre Türkisch, Deutsch, Spanisch, Japanisch, Chinesisch… Teilweise brauche ich viel Geduld, denn natürlich schert es die Gruppen nicht, dass sie z. B. den Durchgang unter dem Michaelstor versperren und niemand durch kann. Ich kann verstehen, dass die Einheimischen genervt sind. Doch auf der anderen Seite lebt Bratislava sehr vom Tourismus. Ich übe mich daher in Gelassenheit. Vielleicht lerne ich auch einfach „Entschuldigung, darf ich mal durch.“ in Türkisch, Spanisch, Japanisch … 😉
  19. Zum Pflichtprogramm gehört auch der Besuch einer der fünf (?) Malls in Bratislava. Die Geschäfte kennt man größtenteils aus Deutschland. Doch meine beiden Lieblingsmalls liegen direkt an der Donau mit netten Cafés bzw. Restaurants. Im Eurovea haben es mir die Statuen angetan, die Zirkusszenen darstellen. Das ganze Areal ist einfach sehr nett aufgemacht und man genießt den Blick auf die Donau. Die andere Mall, die wir gerne am Wochenende aufsuchen, liegt auch an der Donau, aber auf der anderen Seite. Aupark liegt direkt an der Donauaue, ein sehr schöner Park. Die Eltern sitzen im Café. Die Kinder spielen auf dem Spielplatz und machen den Park unsicher. Was will man mehr? Und von dieser Seite der Donau hast Du auch einen tollen Blick auf die Burg. Ist Dir mehr nach Strand zumute, gehst Du ein paar 100m weiter an der Donau entlang zum Beach, der seit ein paar Jahren von der Slovak Telekom dort aufgebaut wird. Dort kommen zwar auch die Partyleute hin, um sich in der Sonne zu betrinken. Doch Du findest auch Familien mit Kindern. Wir gehen dann einfach, bevor es zu schlimm wird.
  20. Bratislava ist eine Hauptstadt, die schon viel Flair besitzt. Doch es gibt noch einiges zu tun. Z. B. ist der Bahnhof einfach nur peinlich für eine Hauptstadt. Als ich das erste Mal da war, war ich entsetzt. Es ist eine dreckige, heruntergekommene Kloake. Der neue Bürgermeister setzt aber viel daran, dass äußere Bild der Stadt zu verbessern. Der Bahnhof gehört auch zu seinen Projekten. Ich hoffe, dass auch die schönen alten Häuser zu neuem Glanz erstrahlen dürfen. Sie hätten es verdient. Bratislava ist eine Hauptstadt, die im Aufschwung steht. In den nächsten Jahren wird sich noch einiges verändern. Ich hoffe zum Guten. Es ist auf jeden Fall sehr spannend gerade jetzt hier zu leben.

 

Ach was für eine Gedankenreise – Fernweh überkommt mich und der Wunsch nach Wärme. Schaut gerne mal bei Nina vorbei und lasst Euch in die Ferne entführen.

In diesem Sinne ~ das Leben ist unser Leben und wir leben es, egal an welchem Ort.

 


In 14 Tagen geht es dann bei der Dani, von Gluckeundso weiter und Ihr könnt Euch auf weitere spannende Themen freuen.

Mehr Tatsachen haben über die bisherigen Teilnehmer haben wir hier für Euch:
– 20 Tatsachen über die Glucke und das Bloggen
– 20 Tatsachen über Jessi und das Bloggen
– 20 Tatsachen über Sarah von mamaskind.de und SEO
– 20 Tatsachen über das Bibliotheksfraeulein
– 20 Tatsachen über das Bloggen im BerlinerKinderzimer
– 20 Tatsachen über Cosmopolimam und Italien
20 Tatsachen über Familie Motte und Annas Filmleidenschaft
– 20 Tatsachen über Jessi von Terrorpüppi und Promovieren mit Kind

Habt Ihr auch Lust uns weitere Tatsachen zu tollen Themen um die Ohren zu hauen? Dann immer her damit – schreibt mich an (20Tatsachen[@]feiersun.de) und wir finden zusammen ein spannendes Thema.

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Kategorie 20 Tatsachen

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

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