20 Tatsachen über den Job als Sozialpädagogin

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Auch in diesem Jahr freuen wir uns über tolle Teilnehmer für unsere 20 Tatsachen über-Serie und auch heute hab ich wieder pädagogische Tatsachen für Euch. Dieses Mal erzählt Sarah etwas über den Job als Sozialpädagogin. Sie findet die menschliche Psyche furchtbar spannend und saugt alles auf, was die Entwicklung von Kindern betrifft. Das ist mir furchtbar sympathisch. Ich bin manches mal wehmütig, warum ich meinen Weg damals nicht weiter verfolgt habe, denn was viele nicht wissen ist, ich wollte ursprünglich mal etwas in ähnlicher Richtung machen… 

Über den Job als Sozialpädagogin

Bild&Rechte: Sarah von Mamagogik

Sarah begleite ich seit vielen Monaten. Sie und ihr spannendes Blogazine Mamagogik.

Sarah verwandelte ihren Blog in das Blogazine ein Gemeinschaftsprojekt für alle, die Kinder gern durch ihr Leben begleiten.
Hier schauen die Autorinnen auf Familienthemen, berichten über ihre Erfahrungen, geben Tipps und informieren über wichtige Angelegenheiten.
Was sie für mich noch sympathischer macht ist; sie glauben an das Gute im Menschen, daran, dass gesunde Beziehungen die Menschen stärken und sie (über sich hinaus) wachsen lassen. Sie glauben an das Familienmodell und an die Vielfältigkeit in der sie ausgelebt werden kann. Aber auch an Toleranz, ein Miteinander und daran, dass sich Menschen ändern können, wenn wir ihnen auf Augenhöhe begegnen.

20 Tatsachen über den Job als Sozialpädagogin

mit Sarah vom „Mamagogik Blogazine“

 

  1. Eines Vorweg: Nicht alle Sozialarbeiter/Sozialpädagogen laufen Chaitee-trinkend in Bio-Schlappen und Cordhose durch die Gegend. Ein paar tragen auch Jeans. Spaßbeiseite, dieses Klischee entstand hauptsächlich in den 70er Jahren und hängt uns noch heute nach. Wir tragen mittlerweile die gleiche Kleidung, wie alle anderen auch. Wir essen auch Fleisch, fahren Auto und nicht nur Fahrrad und mögen Rockkonzerte. Wobei die Bio-Schlappen ja seit ein paar Jahren wieder massentauglich sind – so ein Glück! 😉
  2. Hast du dich schon immer gefragt, was der Unterschied zwischen Sozialarbeitern und Sozialpädagogen ist? (Gib es ruhig zu, es hat dir jahrelang Einschlafprobleme bereitet!) Zugegeben: ich hab wusste es selbst im ersten Studienjahr immer noch nicht! Es ist aber eigentlich ganz einfach, denn Sozialpädagogen arbeiten viel mit Gruppen zusammen und Sozialarbeiter beschäftigen sich eher mit dem Schicksal eines einzelnen Menschen. Wobei das Studium so gleich strukturiert ist, dass ein Sozialarbeiter auch mit Gruppen arbeiten kann und umgekehrt – logisch, oder?
  3. Wenn du eine/n Sozialpädagogen/in fragst, warum er/sie diesen Job macht, wird er in 8 von 10 Fällen sagen: „Weil ich gern mit Menschen arbeite!“ Lass dich damit nicht abspeisen, denn in den seltensten Fällen gibt es Jobs, in denen man nicht mit Menschen zusammen arbeitet. Unseren Dozenten reichte diese Antwort übrigens auch nie.
  4. Ich bin Sozialpädagogin geworden, weil ich gern mit Menschen arbeite. Haha. Nee, jetzt mal im Ernst. Ich liebe es in Menschen das Beste zu wecken, auch wenn sie es anfangs vielleicht selbst gar nicht sehen. Mich interessieren seit jeher die Geschichten hinter den Menschen und ich finde es großartig, wenn ich durch sie an Lebenserfahrung gewinnen kann.
  5. Ich finde die menschliche Psyche furchtbar spannend und sauge alles auf, was die Entwicklung von Kindern betrifft. Und ich glaube an die Institution der Familie. Das alles ist wohl auch der Grund, warum ich mich auf die Arbeit in Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert habe.
  6. Der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist nicht immer gern gesehen, denn es bedeutet, dass die Familie Kontakt mit dem Jugendamt bekommt. Diese Familien bekommen dann Hilfe zur Erziehung und dient dazu, dass Eltern bei Erziehungsfragen geholfen wird. Jede Familie in Deutschland hat ein Recht darauf. Leider haben viele Familien Angst oder Scham, diese Hilfe anzunehmen. Und das bringt mich zu einem sehr wichtigen Thema:
  7. Das Jugendamt ist KEIN Kinder-wegschnapp-Amt! In erster Linie ist das Jugendamt immer bemüht, die Kinder bei ihren Eltern zu lassen, denn die Kinder haben ein Recht darauf, bei ihren Eltern aufzuwachsen! (Außerdem ist eine Heimunterbringung furchtbar teuer für den Staat – und wir wollen ja sparen) Deswegen werden die Eltern lieber von so Leuten wie mir unterstützt, dass die Familie schnell wieder ohne Hilfe auskommt.
  8. Im Jahr 2014 (die aktuellste Statistik) haben 64,5% der Familien selbst um Hilfe gefragt, nur der Rest wurde vom Jugendamt verordnet. Das freut mich sehr, denn das bedeutet, dass viele Familien dieses Tabuthema ablegen und sich lieber helfen lassen wollen.
  9. Studiert habe in den Niederlanden und habe dort sogar gewohnt (und wohne nun wieder dort). Hier war das Studium viel praxisbezogener als in Deutschland, das empfinde ich noch heute als großen Vorteil.
  10. Ich liebe meinen Job so sehr, weil er so abwechslungsreich ist. So individuell wie die Menschen sind, so individuell ist auch meine Arbeit. Mir wird nie langweilig und ich muss auch nicht nur im Büro sitzen, sondern ich mache auch Hausbesuche und gehe mit den Kindern raus und unternehme etwas mit ihnen.
  11. Der Job macht aber nicht NUR Spaß. Ich muss gut für mich sorgen, denn die Geschichten der Menschen gehen nicht immer nahtlos an mir vorbei. Ich habe viele traurige Schicksale erlebt und einige davon habe ich bis heute nur schwer verarbeitet. Ich muss also immer zusehen, dass ich mich nicht nur um andere Menschen kümmere, sondern auch um mich selbst.
  12. Der Großteil der Sozialpädagogen und Sozialarbeiter hat ein Helfersyndrom! Das wird gerne als etwas tugendhaftes dargestellt. Ich verrate euch aber ein Geheimnis: Das ist es gar nicht. Viele von uns lenken damit von ihren eigenen Problemen ab oder versuchen so, ihr eigenes Schicksal zu verarbeiten. Eigentlich hat jeder von uns einen Dachschaden 😉 Aber wer hat den nicht? Haha.
  13. Wenn euch also ein Erzieher Sozialarbeiter, -pädagoge oder auch ein Therapeut oder ein Sachbearbeiter im Jugendamt (weibl. Form inbegriffen) einen Rat geben will, denkt dran, auch diese Menschen sind nur Menschen. Sie haben genauso wir ihr mal Probleme und Sorgen und sie denken in den seltensten Fällen, das sie perfekt sind 😉
  14. Die Arbeit an der Schule, an der ich jetzt arbeite macht mir sehr viel Spaß, denn hier kann ich eigenständig arbeiten und die Grundschüler sind wirklich herzallerliebst.
  15. Am prägendsten war für mich die Arbeit in einem Kinderheim (wir sagen heute lieber Wohngruppe) für schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche. Die Arbeit mit den Kindern war sehr intensiv und ich habe viel gelernt, aber auch einiges an Sorgen und Mitgefühl mit nach Hause genommen. Durch den Schichtdienst konnte ich auch nicht gut für mich Sorgen (und weil mir das immer noch sehr schwer fällt).
  16. Seit meine Tochter geboren ist bin ich ein richtiger Holzspielzeug-Fan – ganz schön klischeehaft, oder? Ich finde die Sachen aber einfach schöner anzufassen und langlebiger (es sei denn unser Hund meint, es wäre ein angemaltes Stöckchen!Grrrr!)
  17. Auf meinem Blog schreibe ich sehr gern über das Thema Familie, Kinder und die Beziehung zu den Kindern und die eigene Haltung. Ich habe das Schreiben schon immer geliebt und so kann ich Situationen gut reflektieren und hoffe meinem Leser auf der einen Seite zu zeigen, dass auch wir Pädagogen nicht perfekt sind und auf der anderen Seite vielleicht den einen oder anderen Denkanstoß geben kann. Deswegen haben pädagogische Themen bei mir immer Platz.
  18. Meine Leseempfehlungen sind ganz klar die Bücher von Jesper Juul. Eigentlich mag ich dieses gehype gar nicht, denn ich finde man sollte als Familie und gerade als Eltern immer schauen, welcher Weg zu einem passt. Aber ich finde, dass Juul sehr zum nach- und umdenken anregt. Und weil auch ich dadurch meine Haltung grundlegend überdacht habe, kann ich seine Bücher wirklich empfehlen. Oder die Sachen vom Blog das gewünschtesten Wunschkind aller Zeiten. Die liebe ich fast noch mehr 😉
  19. Ach ja, was ich noch loswerden wollte: Mein Kind schläft zwar im Familienbett und trägt Stoffwindeln, aber es darf Smarties essen (oh Gott, Farbstoff!) oder unverdünnten Osaft (Ich bin ne Draufgängerin, ich weiß!). Hingegen bekomme ich aber manchmal Schnappatmung, wenn das neue Kleid matschig wird oder das Kind die unterschiedlichen Knet-Farben miteinander vermischt. Aber ich arbeite hart an mir.
  20. Mein wichtigster Ratschlag an euch in Bezug auf Kinder und das Familienleben: Seid menschlich und authentisch. Habt Verständnis für einander und hört euch gut zu. Sprecht über alles und denkt über euch nach. Begegnet euch auf Augenhöhe, denn nur weil euer Kind klein ist, hat es genau so viel zu sagen und zu berichten. Sorgt für euch und eure Bedürfnisse und lasst die der anderen Familienmitglieder nicht außeracht. Liebt euch, kuschelt viel und wenn ihr mal nicht weiter wisst, sagt euch, dass ihr damit nicht alleine seid. Niemand ist perfekt und Kinder wollen keine perfekten Eltern, sie brauchen nur echte Eltern!

Vielen Dank liebe Jessi dass ich bei diesem total interessanten Projekt mitmachen durfte (Ich bin ja ein heimliches Fangirl dieser Reihe!). Es hat echt Spaß gemacht noch mal richtig über mich und meinen Job nachzudenken – das hab ich seit dem Studium nicht mehr in dem Umfang gemacht – haha.

Bild&Rechte: Sarah von Mamagogik

Sarah findet Ihr auch auf Ihren Kanälen, schaut unbedingt bei ihr vorbei – ich mach es regelmäßig und mag sie sehr:


 
 
Ich bin mehr als begeistert über den Ansturm und auch die Lust mitzumachen – auch in 2016 geht die Reihe weiter, denn sie ist ein Herzensprojekt.
 
In diesem Sinne ~ Sozialpädagogen sind eben doch auch nur Eltern…. ha, sitzen wir doch alle im selben Boot und seien einfach Eltern.
 
Mach mit:  Wenn auch Ihr 2016 Lust habt bei der Serie #20Tatsachenüber dabei zu sein, dann schreibt mit gerne eine Email an 20Tatsachen[ät]feiersun.de.
Schaut Euch auch mein Resumé aller Beiträge aus 2015 oder den bislang erfolgreichsten Beitrag die 20 Tatsachen über die Entwicklung von Kindern und in 14 Tagen geht es bei der lieben Dani weiter und in vier Wochen vielleicht mit Dir, bei mir.
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Kategorie 20 Tatsachen

Hier schreibt JesS (32), (Pflege-) Mutter, Autorin und selbstständige Unternehmerin. Zwischen Pflegschaft, Elternsein, Gedanken, LifeStyle und der Liebe zur Fotografie nimmt sie Euch mit auf das Abenteuer Familienleben. Mit viel Herzblut, Authentizität und noch mehr Liebe zu den Dingen die sie tut.

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